Aufrufe
vor 2 Jahren

All IP

  • Text
  • Umstellung
  • Unternehmen
  • Swisscom
  • Voip
  • Telefonie
  • Gigaset
  • Kommunikation
  • Wechsel
  • Schweizer
  • Isdn

Aktuell

Aktuell «IP ist das neue ISdn» Das ISDN-Zeitalter ist bald vorbei – das Internetprotokoll wird die Technik ablösen. Was bedeutet das für Schweizer Unternehmen? Der VoIP-Spezialist E-Fon klärte in Baden auf. Autor: Marcel Urech Anfang 2017 ist es so weit: Swisscom wird das ISDN- Netz abschalten. Spätestens dann müssen Schweizer Unternehmen wissen, wie sie damit umgehen wollen. Firmen können Telefonanlagen künftig natürlich über ihr eigenes Netzwerk betreiben und alte Telefonanlagen über Adapter daran anschliessen. Der Systemwechsel wirft aber Fragen auf: Benötigen Unternehmen überhaupt noch eine Telefonanlage? Wie sollen sie ihre Infrastruktur für die IP-Telefonie aufbauen? Und welche Vorteile bringt die IP-Telefonie überhaupt? Der VoIP- Spezialist E-Fon lud nach Baden, um genau diese Fragen zu klären. Das KMU-Seminar im Trafo Hotel war gut besucht, die Referate spannend. Telefonie im Wandel E-Fon gelang es, die grössten Unsicherheiten rund um die ISDN-Abschaltung zu beseitigen. Der Anbieter von VoIP-Lösungen zeigte den Besuchern auf verständliche Art und Weise, was das Ende von ISDN für Folgen hat und worauf Firmen und KMUs bei der Umstellung auf die IP-Telefonie achten müssen. Das Telekomunternehmen lud dafür auch Partner an den Anlass ein. Anwesend waren der Telko UPC Cablecom, der Distributor Studerus und Caseris, ein Anbieter von Kommunikationslösungen. Referate von Studerus und UPC Cablecom Business gaben den Gästen Einblick in die benötigte Infrastruktur. Die Vorträge von E-Fon und Caseris zeigten die vielen neuen Möglichkeiten auf, die sich durch den Einsatz der IP-Telefonie ergeben. Die Kundenseite beleuchtete das Unternehmen United Coffee, das über seine Erfahrungen bei der Umstellung auf IP-Telefonie berichtete. Ein weiterer Redner war Klaus Tophoven, Gesamtvertriebsleiter des E-Fon-Partners Caseris. Das Unternehmen entwickelt Software rund um Telefonie. Caseris ist seit 1977 im Markt für Kommunikation aktiv ist. Es machte diverse Technologien mit, unter anderem Fax, UMS und CTI. Heute bietet Caseris mit Caesar eine modulare Unified-Communication-Lösung an. Sie unterstützt unter anderem Chat, Videokonferenzen und Desktop-Sharing. Caesar bietet auch eine Präsenzfunktion und Unterstützung von IPv6. «Der Client stellt wesent- Der E-Fon-Event in Baden war gut besucht. lich mehr Informationen zur Verfügung, als es ein Telefon jemals könnte», sagte Tophoven. Grosser Technologiesprung «IP ist das neue ISDN», sagte Dominic Lachmuth, Leiter des Direktvertriebs für KMU & Hospitality bei UPC Cablecom. Er verglich den Wechsel von ISDN auf VoIP mit den grossen Technologiesprüngen der Vergangenheit auf dem Mobile-Markt. Unternehmen müssten jetzt den Schritt machen und sich von den alten Technologien lösen, meinte Lachmuth. UPC Cablecom biete dafür Internetverbindungen an. «Bei uns gibt es ab 100 Franken echte Redundanz», warb Lachmuth in seinem Vortrag. UPC Cablecom biete zudem eine proaktive Überwachung von Internetleitungen. Funktioniere ein Anschluss bei einem Kunden nicht, merke das der Telko und werde aktiv. Viele Leute würden vergessen, dass UPC Cablecom mehr als nur Horizon und Kabel-TV sei. UPC Business werde eigenständig geführt, mit eigenem Marketing und eigenem Geschäftsführer. Die Entscheidungswege seien kurz, und der Telko könne darum sehr individuell auf seine Kunden eingehen, sagte Lachmuth. Artikel online: www.netzwoche.ch Webcode 4899 8 All IP

«Es empfiehlt sich, nicht bis zum Aabschalttermin zu warten» Als Leiter Festnetzdienste und Grundversorgung ist Armin Blum beim Bundesamt für Kommunikation für die Sicherstellung des «Service Universel» zuständig. In dieser Funktion verfolgt er die Abschaltung von ISDN sehr aufmerksam. Interview: Christoph Grau Markt Welche Auswirkungen wird die ISDN-Abschaltung auf Anwender und KMUs haben? Armin Blum: ISDN war nicht nur ein zuverlässiges Netz für Telefonie und Daten, es war auch der Inbegriff einer End-zu-End-Digitalisierung. Die meisten KMUs stellten während der Lebensdauer von ISDN ihre Teilnehmervermittlungsanlagen auf die ISDN-Schnittstellen um und verabschiedeten sich vom analogen Anschluss. Die Abschaltung des ISDN-Netzes hat längerfristig zur Folge, dass auch ISDN-Schnittstellen verschwinden werden. Für eine gewisse Übergangszeit können diese aber über Schnittstellenadapter nachgebildet werden. Adapter bieten aber in der Regel nicht mehr die gleiche Zuverlässigkeit wie direkte Anschlüsse innerhalb der gleichen Technologie. Eine Umstellung der Endgeräte auf die IP- Technologie wird nicht zu vermeiden sein. Armin Blum, Leiter Festnetzdienste und Grundversorgung beim Bundesamt für Kommunikation. Wie informiert das Bakom über das Ende von ISDN? Grundsätzlich bleiben die geltenden Bestimmungen des Bakom über die Schnittstellen der Grundversorgung einschliesslich ISDN bis Ende 2017 in Kraft. Die Information ist Sache der Anbieter, die den direkten Kontakt zu den Kunden haben. In einem wettbewerblichen Umfeld lässt sich eine Umstellung wie diese sicher nicht ohne eine sorgfältige Beratung der Kunden bewerkstelligen, schliesslich geht es darum, bestehende Kunden zu halten und die Umstellung so kundenfreundlich wie möglich zu gestalten. Ab wann sollten sich Unternehmen nach Alternativen umsehen? Umstellungen müssen geplant und bezüglich der Kosten einkalkuliert werden. Es empfiehlt sich, nicht bis zum Abschalttermin zu warten. Neue Anlagen und alternative Lösungen sind längst erprobt und erfüllen auch erweiterte Leistungsmerkmale. Gerade KMUs können insbesondere von den Vorteilen profitieren, die moderne Kommunikationseinrichtungen bieten. Informatik und Telekommunikation wachsen mit zunehmender Konvergenz zu einer Dienstleistung zusammen. Zuerst werden sicher normale Hausanschlüsse auf IP-basierte Dienste mit VoIP als Telefondienst mi griert. Für KMUs bleibt dank der Möglichkeit von Adaptergeräten etwas mehr Zeit, aber eine Umstellung sollte jetzt eingeplant werden. Erwarten Sie Engpässe in bestimmten Regionen? In der Schweiz gibt es nur noch wenige Leitungen, deren Geschwindigkeit für IP-Telefonie nicht ausreicht. Wir schätzen, dass es bei weniger als 2 Prozent der Anschlüsse zu Engpässen kommen könnte und hier nach Alternativen gesucht werden müsste. Technisch ist es auch möglich, VoIP-Telefonie über Satellit anzubieten, die Qualität eines Gesprächs leidet allerdings unter den langen Transitzeiten des Signals via Satellit. Daher kann ich mir nur Alternativen über das Mobilfunknetz oder den Kabelanschluss vorstellen. Artikel online: www.netzwoche.ch Webcode 830 All IP 9

Archiv