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Cloud & Managed Services 2018

DOSSIER ITPOINT Der

DOSSIER ITPOINT Der IT-Manager wird vom Betreiber zum digitalen Botschafter Auf dem Weg hin zu As-a-Service-Ansätzen wandelt sich die IT-Funktion massiv. Die Prioritäten verschieben sich von der Technologie zu den Geschäftsprozessen. Herkömmliche Aufgaben werden obsolet, während sich neue bilden. Eine personelle Herausforderung für Unternehmen. Denn IT ist wichtiger denn je. Bild: anyaberkut / Stock.com Dem IT-Management muss ein schwieriger Spagat gelingen: Es muss die laufenden IT-Services für das Unternehmen solide, sicher und kostengünstig bereitstellen und zugleich wichtige IT-Innovationen schnell und dynamisch integrieren können. Viele Unternehmen haben bereits erkannt, dass der technische IT-Betrieb nicht zu ihren Kernkompetenzen gehört und Leistungen gefordert sind, die sich selbst kaum wirtschaftlich erbringen lassen. Sie lagern an spezialisierte IT-Partner aus und beziehen Plattform, Software und Betriebsleistungen hochwertig, günstiger und flexibler zu klar kalkulierbaren Kosten «as-a- Service». Mit der Abgabe von «IT-Commodities» entfällt der IT-Abteilung eine Bürde des herkömmlichen Tagesgeschäfts. Alleine dies führt bereits zur logischen Konsequenz, dass sich IT-Stellenprofile verändern oder verlagern, da sich klassische betriebliche Aufgaben in Luft aufgelöst haben. Hinzu kommt, dass mit dem As-a-Service-Bezug neue Fähigkeiten gefordert sind – speziell die Kompetenz, den involvierten Partner zu führen, zu fordern und dessen Leistung mit den internen Geschäftsprozes- Der Autor Remo Fleischli, Head of Sales & Marketing, ITpoint Systems sen und Fachabteilungen abzustimmen. Diese Aufgabe kann nicht ausgelagert werden. Next-Generation-IT-Manager Abgesehen von dieser neuen Rolle als Service-Orchestrator (und ganz unabhängig von der Sourcing-Strategie) wird vom IT-Manager künftig noch viel mehr verlangt: nämlich die Fähigkeit, die Organisation als Ganzes zu verstehen und IT-Innovation im Interesse des Geschäfts zu integrieren. Diese Rolle als «Business Enabler» ist noch herausfordernder und kann entscheidend sein für die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Denn gerade in der IT liegt viel Potenzial, um Geschäftsprozesse zu optimieren. Kaum eine andere Abteilung im Unternehmen ist in der Lage, die Abläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette so detailliert zu überblicken. Darum muss es zu den Kernaufgaben des IT-Managements gehören, Innovation (Automatisierung und Standardisierung, Mobile Computing, kognitive Intelligenz, Big Data, IoT etc.) mit dem operativen Geschäft in Einklang zu bringen und damit das Business zu festigen und voranzutreiben. Fazit: Der Wegfall betrieblicher Aufgaben in Kombination mit der Integration von Innovationen führen zwangsläufig zu einer Neuausrichtung des IT-Fachbereichs. Speziell gefordert ist die IT-Führung. Der «Next-Generation-IT-Manager» ist ein digitaler Botschafter, benötigt ein umfassendes, integriertes Verständnis für das Thema Informationsmanagement, soziale Kompetenzen und hat im Minimum einen direkten Draht in die Geschäftsleitung. Wenn er Altbewährtes loslassen kann, erwarten ihn fordernde und spannende neue Aufgaben. Fraglich ist, ob er die Voraussetzungen und den Willen hat, um mit diesen Aufgaben zu wachsen. Weil IT laufend geschäftskritischer wird und künftig über Erfolg oder Misserfolg eines Unternehmens entscheiden kann, werden IT-Personalentwicklung und -Personalentscheide zu einem wichtigen Management-Thema. 66 Cloud & Managed Services

« IT-Teams sind oft froh um externe Hilfe » Managed Services sind in vielen Fällen das Mittel der Wahl, um die Unternehmens-IT sicherer und effizienter zu machen. Remo Fleischli von ITpoint gibt Auskunft, wie sein Unternehmen Firmen beim Outsourcing unterstützt. Interview: Marc Landis DOSSIER ITPOINT Weshalb glauben Sie, dass ein externer Partner «IT- Commodities» wirtschaftlicher erbringen kann als eine interne IT-Abteilung? Remo Fleischli: Weil ein externer Anbieter Skaleneffekte nutzen kann. Zum einen gilt das für die IT-Plattform selbst. Sie verlangt nach einem robusten, sicheren Standort, ist komplex, hat viele Hardware- und Softwarekomponenten sowie Verfügbarkeits- und Security-Mechanismen. Es scheint nur logisch, dass eine Infrastruktur, die von vielen Unternehmen genutzt wird, für ein einzelnes Unternehmen weit günstiger ist, als eine individuell aufgesetzte Umgebung. Zum anderen gilt das aber erst recht für alle betrieblichen Aufgaben im Zusammenhang mit der Plattform und darauf aufbauender Commodity-Anwendungen. Für die Spezialistenteams externer IT-Dienstleister bedeuten deren Pflege und Support normaler Alltag. Interne IT-Teams brauchen tendenziell länger und sind zusätzlich auf externe Hilfe angewiesen. Remo Fleischli, Head of Sales & Marketing, ITpoint Systems. Warum nutzen denn nicht schon alle Unternehmen Managed Services und Cloud? Überstürzung ist nicht angebracht. Speziell dann nicht, wenn eine Auslagerung der Unternehmensdaten auf eine externe Plattform vorgesehen ist. Das Vertrauen muss gegeben sein, der Entscheid betriebswirtschaftlich sinnvoll, der Partner optimal aufgestellt und mit hoher Service-Maturität. Lieber ein vorsichtiges, schrittweises Vorgehen als mit dem Kopf durch die Wand. In einigen Fällen ist die Organisation des Unternehmens noch nicht bereit. Bestehende Prozesse müssen durchdacht und gut organisiert sein. Es ergibt keinen Sinn, ungelöste Prozessprobleme auszulagern. Gibt es Fälle, in denen die interne IT-Abteilung wirtschaftlicher arbeitet? Ja, die gibt es. Uns fallen insbesondere in KMUs gelegentlich wahrhaftige IT-Service-Superhelden auf. Sie sind technologischkonzeptionell auf hohem Niveau, betreuen flink eine schlanke IT-Umgebung im Alleingang, kennen die Unternehmensprozesse und tragen erst noch das Innovations-Gen in sich. In derartigen Konstellationen drängt sich eine Auslagerung nicht auf. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass in solchen Fällen viel von einzelnen Mitarbeitenden abhängt, was wiederum ein grosses Risiko bedeutet. Sie sind als Managed-Services-Spezialist «Störfaktor» für IT-Abteilungen. Wie gehen Sie damit um? Erfreulicherweise sind wir das selten. Vor allem in kleineren KMUs sind IT-Verantwortliche oftmals in die Aufgabe hineingerutscht und froh, sich wieder davon befreien zu können. Andere IT-Vertreter von Kunden sehen eine tolle Chance darin, Commodities abzugeben und sich weiterzuentwickeln. Aber es gibt tatsächlich gelegentliches Konfliktpotenzial. Besonders dann, wenn IT-Betriebsleute an ihrem Job-Profil hängen und uns durch unsere Leistungen als Konkurrenten wahrnehmen. Wie wichtig ist es, dass sich das Management mit der IT-Transformation beschäftigt? Sehr wichtig. Dass die eigene IT das Geschäft optimal unterstützt, liegt letztlich in der Verantwortung des Managements. Sinnvollerweise ist auch der IT-Manager Teil davon. Es gilt, das Potenzial von IT für das eigene Unternehmen maximal auszuschöpfen. Der Unternehmenserfolg kann davon abhängen. Nicht zuletzt auch, weil möglicherweise unpopuläre personelle Entscheide gefällt werden müssen, hat sich das Management entsprechend zu involvieren. Wie unterstützt das Managed-Services-Modell von ITpoint die Tranformation? Unser Modell ist völlig modular aufgebaut. Es stellt einem Unternehmen genauso viele Betriebs-, Infrastruktur- und Softwareleistungen bereit, wie das Unternehmen auf der Reise zur idealen IT benötigt. Ob on-site oder ab einer Cloud-Infrastruktur ist dabei sekundär. Wir ebnen also den Weg, damit das Ziel letztlich effizienter erreicht wird. Cloud & Managed Services 67

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