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Finance Online Individuelle Best Practices gering Interaktivität hoch Zürcher Kantonalbank Deutsche Bank Credit Suisse Raiffeisen UBS Schweiz BEKB Migros Bank Luzerner Kantonalbank Bank Coop Volksbanken Raiffeisenbanken Hypo Vereinsbank Commerzbank Liechtensteinische Landesbank LLB PostFinance Postbank HASPA Hamburger Sparkasse Santander ING-DiBa Deutsche Kreditbank gering KUNDenerleBnis hoch Im Bereich Mobile Banking gab es zwischen den Banken die grössten Unterschiede. Besonders Banken, die über ihre mobilen Lösungen noch ergänzende Dienste anbieten, konnten sich hier hervortun. Laut den Studien autoren messen die Schweizer Banken dem Mobile Banking eine deutlich höhere Bedeutung bei, dadurch sind die Banken hierzulande schon wesentlich weiter vorangeschritten. Noch nutzen die Banken die Möglichkeiten des Mobile Banking als Differenzierungsinstrument nicht ausreichend aus. In der Regel werden die gleichen Funktionen wie auch über andere Onlinekanäle abgedeckt. Zwei Drittel der Banken haben sogenannte Komfortfunktionen integriert, wie das Einscannen von Einzahlungsscheinen und das direkte Bezahlen von E-Rechnungen, wie es in der Studie weiter heisst. Breit gestreutes Feld Unic kommt in der Studie zum Schluss, dass sich die meisten untersuchten Banken schon auf dem Weg zu einer Omni- Channel-Bank befinden. Die Unterschiede zwischen den Institutionen sind aber sehr gross (Grafik oben). Dennoch sind Schweizer Banken insgesamt im Vergleich zu ihren deutschen Mitbewerbern schon deutlich weiter. An der Spitze der Benchmark-Studie, bezogen auf die Kriterien Kundenerlebnis und Interaktivität, stehen mit der Züricher Kantonalbank und der Deutschen Bank aber je eine deutsche und eine Schweizer Bank. Besonders bei den digitalen Beratungsansätzen seien diese beiden Institute weiter vorangeschritten als ihre Konkurrenten. Methodik der Studie: Für die Benchmark-Studie hat Unic die 19 grössten Banken in Deutschland und der Schweiz auf ihren Stand der Digitalisierung geprüft. Die Untersuchung fand im Juli 2015 statt. Die Ergebnisse und Aussagen stellen daher nur eine Momentaufnahme zu diesem Zeitpunkt dar. Die digitalen Auftritte der Banken wurden unabhängig von mindestens vier Personen anhand eines strukturierten Leitfadens bewertet. Aus diesen Urteilen wurde schliesslich das Ranking erarbeitet. Artikel online: www.netzwoche.ch Webcode 4667 14 IT for Finance

«Wir sind nicht Blockchain, nutzen aber eine vergleichbare Technologie» Das preis gekrönte Zuger Start-up Monetas hat eine Technologie zum bargeldlosen Überweisen entwickelt, die auf der Bitcoin-Technologie basiert. Marketing-Manager Vitus Ammann erklärt, wie und warum das Unternehmen die Blockchain nutzt. Interview: Christoph Grau Finance & Society Wie kann ich mir die Blockchain vorstellen? Vitus Ammann: Die Blockchain und die damit verbundene Kryptowährung Bitcoin war ganz zu Beginn ein Protokoll, das eine bis heute unbekannte Gruppe oder eine einzelne Person unter dem Namen Satoshi Nakamoto entwickelt hatte. Das Ziel war die Schaffung einer unpolitischen und nicht inflationierbaren Kryptowährung. Im Prinzip ist die Blockchain ein riesiges Hauptbuch wie aus der Buchhaltung. Alle Transaktionen von Bitcoins sind dort hinterlegt und archiviert. Die Datenbank ist inzwischen knapp 50 GB gross. Diese Informationen befinden sich aber nicht zentral auf einem Server. Sie sind über viele tausend Computer der sogenannten Miner, also die Personen, welche die Transaktionen überprüfen und dabei neue Bitcoins generieren, verstreut. Wie werden dabei Transaktionen getätigt? Wenn zwei Nutzer Bitcoins tauschen wollen, dann wird eine entsprechende Anfrage an den grossen Pool der Miner übersandt. Diese prüfen, ob die Parteien berechtigt sind, die Transaktion durchzuführen. Etwa ob sie überhaupt die Bitcoins haben und ob die Adressen richtig sind. Zudem müssen sie eine Rechenaufgabe lösen, um die Transaktion zu bestätigen. Insgesamt sind mehrere Bestätigungen notwendig. Der Handel wird dann einem Block zugeteilt, der an die Blockchain angehängt wird. So erweitert sich die Kette mit den Transaktionen immer weiter, womit auch der Name Blockchain zu erklären ist. Was ist der Unterschied zu Ihrer Technologie? Zunächst möchte ich festhalten, dass wir nicht Blockchain sind, sondern nur eine ähnliche Technologie nutzen. Wir entwickelten einen digitalen Notar, der sozusagen auf einem Server sitzt und Verträge besiegelt. Wenn Sie mir zum Beispiel 10 US-Dollar schicken wollen, dann können Sie eine Anfrage an mich senden und mit Ihrem privaten Schlüssel chiffrieren. Anschliessend bestätige ich den Empfang mit meinem Schlüssel und leite die Transaktion an den Notar weiter. Er überprüft dann zunächst die Vitus Ammann, CMO, Monetas. Schlüssel nach Gültigkeit und Berechtigung. Wenn alles in Ordnung ist, unterschreibt der Notar mit seinem Schlüssel und schickt den Vertragsparteien eine Kopie des nun dreifach verschlüsselten Dokuments. Wir nennen dies Transferdokument. Die Summe aller Transferdokumente bildet den aktuellen Kontosaldo. Alle drei Parteien haben die gleiche, von allen Parteien unterschriebene Quittung. Dies alles geschieht in Millisekunden. Ist das Notar-System selbst schon sicher? Jeder Notar wird noch mit einem sogenannten Auditor ausgestattet. Dieser kann auch unabhängig vom Standort des Notar-Servers gehostet werden. Er macht eigentlich nichts anderes, als das richtige Funktionieren des Notars zu kontrollieren. Die Sicherheit des Systems wird aber noch weiter verbessert werden. Mehrere Notare werden zu einem Voting-Pool verbunden. Da wir nur sehr geringe Datenmengen verschicken, kann jeder Notar, respektive der Auditor, alle Transaktionen im Voting-Pool überprüfen. Dabei ist eine Zustimmung der Mehrheit der Notare im Pool nötig, um eine Transaktion durchzuführen. Mit diesem System sind wir unabhängig von der Blockchain, nutzen aber eine vergleichbare Kryptotechnologie. Artikel online: www.netzwoche.ch Webcode 4589 IT for Finance 15

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