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IT for Gov 2018

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BESCHAFFUNG Basel

BESCHAFFUNG Basel verteilt 90 000 Bussen per App Seit Herbst 2017 verteilt die Basler Kantonspolizei Bussen mittels App und QR-Code. Thomas Jauch, Projekt Office «Kapo 2016», verrät im Interview, was Polizisten und Bürger vom neuen System halten, wie die Umstellung lief und wo die Knackpunkte lagen. Interview: Oliver Schneider Seit bald einem Jahr verteilen Basler Polizisten Ordnungsbussen per App. Wie sind Ihre Erfahrungen mit dem System? Thomas Jauch: Wir sind mit der Umstellung sehr zufrieden. Technisch und polizeiintern war die Umstellung kein Problem: Die Handhabung der App für die Mitarbeitenden wurde bewusst einfach gehalten, was sich gerade in der Anfangsphase sehr bewährt. Wie viele Bussen wurden per App ausgestellt? In wie vielen Fällen klappte die Zahlung ohne weitere Rückfragen? Bis Ende September wurden knapp 90 000 neue Bussenzettel mit QR-Code ausgestellt. Auf einer eigens dafür eingerichteten Telefonnummer haben sich rund 320 Anrufer mit Rückfragen gemeldet. Wir werten diesen doch ziemlich kleinen Anteil an Rückfragen als positives Anzeichen dafür, dass die Umstellung problemlos geklappt hat. « Wir sind mit der App sehr zufrieden. » Thomas Jauch, Projekt Office «Kapo 2016», Kantonspolizei Basel-Stadt Was denken die Polizisten über die App – auf den Strassen und in der IT-Abteilung? Die neuen Arbeitsabläufe mit der App sind bei den Frontmitarbeiterinnen und Frontmitarbeitern sehr gut aufgenommen worden. Im Alltagsgebrauch hat sich die App bewährt und wir haben keine negativen Rückmeldungen erhalten. Hat sich die Zahlungsmoral bei den Gebüssten verändert? Mussten Sie mehr Mahnungen verschicken? Für eine qualifizierte Aussage fehlt noch die statistische Vergleichbarkeit zwischen vorher und nachher, weil die Einführung des neuen Bussenzettels und der App im Polizeikorps fliessend läuft. Erste Anzeichen deuten aber darauf hin, dass es keine signifikanten Veränderungen gibt. SCHLANK UND EINFACH: DER DIGITALE BUSSEN-BLOCK Die Bussen-App von Abraxas unterstützt die Polizei beim Erstellen und Verarbeiten einer Parkbusse über alle Prozess- Schritte hinweg: • Nummernschild fotografieren • Matching des Halters mittels Online-Datenbanken • Fall-Eröffnung via Scan von eineindeutigem QR-Code-Zettel • Übernahme des Orts der Übertretung mittels Geo-Lokalisierung • Übertretungsdatum erfassen • Auswahl des Verordnungsverstosses (sog. OB-Ziffern) • Digitale Übermittlung des Verstosses an die kantonale Bussenzentrale für die weitere administrative Bearbeitung • QR-Code-Zettel wird auf Auto angebracht Der Bussen-Prozess ist durchgängig auch auf Seiten der gebüssten Person: • Log-in mittels QR-Code ins Online-Bussen-Portal • Bezahlung der Busse mittels Kreditkarte, Einzahlungsschein oder am Postschalter • Alternative Lenkerangaben hinterlegen, falls der Gebüsste nicht Verursacher der Ordnungsbusse war • Einsprache erheben mit Angabe von Gründen Wie war die Reaktion der Gebüssten auf den QR- Code unter dem Scheibenwischer? Grundsätzlich verstehen wir, dass niemand erfreut ist über eine Busse. Der sehr geringe Anteil an Rückfragen beweist uns aber, dass das neue System von der Bevölkerung gut aufgenommen wurde. Wo lagen die Herausforderungen bei der Einführung der App in Basel? Eine der grössten Herausforderungen bestand darin, dass technisch alles durchgängig funktioniert und die Datensicherheit immer gewährleistet ist. Auch die Schulung der rund 800 Kolleginnen und Kollegen musste gut geplant und strukturiert durchgeführt werden. Welche Verbesserungen der App wünschen Sie sich für die Zukunft? Wir sind mit dem heutigen Stand der App wirklich sehr zufrieden. Wie jede App wird auch diese mit künftigen Updates um weitere Funktionen erweitert. Das Ziel ist natürlich auch hier, eine Effizienzsteigerung bei der Polizeiarbeit zu erreichen. 32

E-Steuererklärung auch für Firmen bca. Der Kanton Luzern hat nach eigenen Angaben als erster Deutschschweizer Kanton auch für juristische Personen die elektronische Steuererklärung vereinfacht. Die Onlineplattform «eFiling JP» ist laut der Luzerner Dienststelle Steuern für die Steuerperiode 2018 verfügbar. Bereits für die Steuerperiode 2016 führte der Kanton Luzern die papierlose Steuererklärung für natürliche Personen ein. Das «eFiling»-Verfahren für juristische Personen soll dem der natürlichen Personen weitgehend entsprechen. Dabei werde die Steuererklärung wie bisher mit der Steuererklärungssoftware ausgefüllt. Neu sollen nun auch juristische Personen ihre Steuererklärung inklusive Beilagen wie etwa Jahresrechnung oder Lohnausweise verschlüsselt über das Internet versenden können. Mit den Worten «kein Drucken, keine Unterschriften, kein Gang zum Briefkasten mehr», bewirbt die Luzerner Dienststelle Steuern das Tool. Genauso würde die Steuerbehörde von wegfallenden Porto- und Scan-Kosten profitieren. Silber für «eUmzugCH» an E-Gov-Wettbewerb aza. Die Online-Umzugsplattform hat beim E-Government-Wettbewerb der DACH-Region den zweiten Platz in der Kategorie «Bestes Kooperationsprojekt» gewonnen. Teilnehmen konnten in dieser Kategorie gemäss Website des Wettbewerbs Organisationen der Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltung sowie Organisationen der Gesundheitswirtschaft und Sozialversicherungsträger aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Es wurden «sowohl Beispiele ebenengleicher Partnerschaft (also etwa Land/Land) als auch ebenenübergreifender Partnerschaft (beispielsweise Bund/Länder) gesucht, die von mindestens zwei Organisationen durchgeführt werden». Bis zum 3. August hatten sich die eingereichten Projekte zudem einem Online-Voting gestellt. Die Onlineplattform «eUmzugCH» wurde vom Kanton Zürich zusammen mit weiteren Partnern entwickelt und dann an die Betriebsgesellschaft E-Operations Schweiz übergeben. Über die Plattform «eUmzugCH» sollen bis 2019 alle Schweizer online umziehen können. TECHNOLOGIE Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_96611 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_101624 Amtsblatt gibt’s nur noch digital Bild: Daw8ID / pixabay.com osc. Der Kanton St. Gallen und die Gemeinden des Kantons publizieren ihre Amtsblätter ab Juni 2019 ausschliesslich digital. Die Staatskanzlei St. Gallen hat den Auftrag zum Aufbau einer Publikationsplattform an das Ostschweizer Medienunternehmen Somedia vergeben, wie es in einer Mitteilung heisst. Das gedruckte kantonale Amtsblatt werde zu diesem Zeitpunkt eingestellt. Über das Schicksal der kommunalen Amtsblätter müssten die Gemeinden entscheiden. St. Gallen setze für seine Amtsblätter künftig auf Somedias Plattform «Diam», heisst es weiter. Sie habe sich als wirtschaftlich günstigstes Angebot erwiesen, kommentiert Philipp Egger, Leiter Informatik und Organisation der Staatskanzlei. Der Zuschlag umfasse die Konzeption, die Realisierung und den Betrieb der elektronischen Publikationsplattform. Die Plattform Diam sei bereits seit 2016 im Kanton Graubünden im Einsatz. St. Gallen habe schon im Frühjahr 2012 über eine Digitalisierung des Amtsblatts diskutiert. Damals habe sich herausgestellt, dass die Publikation dem Kanton nicht Verluste, sondern jährlich 280 000 Franken Einnahmen bescherte. Eine Herausforderung bei der Umstellung auf das digitale Amtsblatt sei das Spannungsfeld zwischen frei verfügbaren Informationen und dem Datenschutz einzelner Publikationen, so Egger weiter. Beides – einfacher Zugang für die Bevölkerung und Datenschutz – müssten gewährleistet sein. Auf weitere laufende Digitalisierungsprojekte im Kanton St. Gallen angesprochen, sagte Egger, dass die Umsetzung des papierlosen Ratsbetriebs als Nächstes anstehe. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_102338 33

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