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IT for Gov 2020

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E-GOV KONKRET Bild: Michael Gaida / Pixabay Kanton Zürich will Baugesuche vollständig digitalisieren rja. Im Februar 2020 hat der Kanton Zürich die Plattform «eBaugesucheZH» in Betrieb genommen, über die sich Baugesuche elektronisch einreichen lassen. In einer Mitteilung zieht die Baudirektion ein erstes positives Fazit: Die Plattform werde von Gesuchstellenden und Gemeindemitarbeitenden als zukunftsweisende und benutzerfreundliche Onlinedienstleistung wahrgenommen. «Sie bietet Transparenz in Bezug auf den Bearbeitungsstatus von Baugesuchen und ermöglicht eine effiziente Kommunikation mit allen Beteiligten.» 14 Zürcher Gemeinden sind derzeit an die Plattform angebunden, darunter Dübendorf, Pfäffikon und Thalwil. Die zwei grössten Zürcher Städte, Zürich und Winterthur, kommen in nächster Zeit dazu, wie ein Sprecher auf Anfrage sagt. Technisch wäre es mit der neuen Plattform möglich, den Baubewilligungsprozess komplett digital zu gestalten, heisst es in der Mitteilung weiter. «Da jedoch im Kanton Zürich die gesetzlichen Grundlagen für ein elektronisches Handeln im Verwaltungsverfahren bisher fehlen, werden nach wie vor gewisse Papierdokumente benötigt.» Namentlich müssen Gesuchstellende zwei Papierexemplare des Baugesuchs, der Gesuchsunterlagen und der von Hand unterschriebenen Eingabequittung einreichen, während die Behörden den Baurechtsentscheid in Papierform verschicken müssen. Nun sollen die Gesetze angepasst werden, und der Kanton habe dafür das Projekt «eBaugesucheZH – volldigital» gestartet. Das Ziel sei, bis Mitte 2021 dem Regierungsrat einen Vorschlag für die zu schaffenden Den vollständigen Artikel finden gesetzlichen Bestimmungen Sie online vorlegen zu können. www.netzwoche.ch Anzeige Workshop speziell für öffentliche Verwaltungen Modern Workplace & Workstyle Mit Fokus auf die richtigen Tools Photo by Stefan Cosma on Unsplash Schärfen Sie Ihre Sicht bezüglich diesen Fragen: Wie arbeiten wir mit modernen Arbeitsmitteln zusammen? Was für Chancen bietet Microsoft 365? Wie automatisieren wir durch Digitalisierung unsere Prozesse? Wie bleiben wir ein interessanter Arbeitgeber? Kaderworkshop geplant? 4 ITforGov Der Workshop wird von erfahrenen Transformation Coaches geleitet." Jetzt anmelden! www.upgreat.ch/modern-workplace

Digitale Verwaltung – Schweiz hinter Malta und Estland Der E-Government Benchmark 2020 stellt der Schweizer Verwaltung ein schlechtes Zeugnis aus. Es hapert vor allem bei der E-ID und den Basisdaten. Autorin: Pamela Beltrame E-GOV KONKRET Wie steht es um E-Government in Europa? Das zeigt der E-Government Benchmark 2020, den die EU-Kommission vorgelegt hat. Der Report vergleicht den Fortschritt in der Digitalisierung der Verwaltung von 28 EU-Staaten sowie Island, Norwegen, Serbien, Montenegro, der Türkei und der Schweiz. Die Studie untersucht die Indikatoren «Nutzerzentriertheit», «Transparenz», «grenzüberschreitende Mobilität» sowie «Basisdienste». Die Schweiz konnte sich seit dem Benchmark 2018 verbessern. Im Vergleich zu anderen EU-Ländern hinkt sie jedoch hinterher. Lediglich 50 bis 60 Prozent der öffentlichen Dienstleistungen stehen in digitaler Form zur Verfügung. Im Gegensatz E-GOVERNMENT-STAND 2020 Bewertung der E-Government-Leistungen in den verschiedenen Indikatoren EU27 Durchschnitt Nutzerzentriertheit Transparenz Private Grenzüberschreitende Mobilität Geschäftliche Grenzüberschreitende Mobilität Basisdienste Gesamtpunktzahl 86.5 83 (+3) Onlineverfügbarkeit 86.8 81 (+2) Benutzerfreundlichkeit 90.5 91 (+2) Handy-Freundlichkeit 76.3 83 (+13) Gesamtpunktzahl 65.6 45 (+5) Service Delivery 57.8 25 (0) Öff. Organisationen 74.4 67 (+2) Persönliche Daten 64.8 42 (+14) Gesamtpunktzahl 50.8 44 (+6) Onlineverfügbarkeit 62.3 55 (+4) Benutzerfreundlichkeit 65.0 50 (0) E-ID 9.3 5 (0) E-Documents 24.3 25 (+25) Gesamtpunktzahl 67.0 76 (+6) Onlineverfügbarkeit 75.5 97 (+4) Benutzerfreundlichkeit 75.5 84 (0) E-ID 36 5 (0) E-Documents 51.0 90 (+52) Gesamtpunktzahl 61.4 36 (+15) E-ID 57.4 28 (+7) E-Documents 68.4 56 (+4) Authentische Quellen 56.9 14 (+6) Digitale Post 67.3 50 (+38) Schweizer Durchschnitt Quelle: Capgemini dazu können Länder wie Malta und Estland ein fast zu 100 Prozent digitalisiertes Verwaltungswesen vorweisen. Malta und Estland schneiden sogar in allen vier Top-Level- Benchmarks sehr gut ab. Bei anderen Ländern bestehen zwischen den einzelnen Bereichen grössere Lücken. Litauen etwa kann, was Transparenz und Basisdaten betrifft, ein überdurchschnittliches Ergebnis vorweisen – bei der grenzüberschreitenden Mobilität hapert es laut Studie aber noch. Die Schweiz hat den besten Score im Bereich Nutzerzentriertheit mit über 80 Prozent. Alle anderen Kategorien konnten die 60-Prozent-Marke nicht überschreiten. Nachholbedarf bei den Basisdaten Der fehlende Einsatz von E-Identifikation beeinflusste die Bewertung der Schweiz in mehreren Kategorien negativ: Nicht nur bei den Basisdaten, sondern auch hinsichtlich der grenzüberschreitenden Mobilität sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen. Laut Studie ist die E-Identifikation eine Voraussetzung für den Ausbau von E-Government-Diensten. Sehr wichtig etwa bei E-Dokumenten, wodurch amtliche Dokumente elektronisch übermittelt und auch rechtsgültig unterschrieben werden können. Wenn die Identität des Gegenübers nicht eindeutig nachgewiesen ist, sei die elektronische Dokumentübermittlung bei gewissen Diensten kaum vertretbar. Auch bezüglich bereits ausgefüllter Formulare ist die Schweiz im Hintertreffen. Hier liegt sie weit unter dem EU-Durchschnitt und belegt den drittletzten Platz. Die Geschäftsstelle E-Government Schweiz äussert sich zum Nachholbedarf bei den Basisdaten im schweizerischen Verwaltungswesen wie folgt: «Der Aufbau von Basisdiensten wird in der Schweiz konsequent fortgesetzt. In der aktuellen E-Government-Strategie 2020 – 2023 erarbeiten Bund, Kantone und Gemeinden unter anderem den rechtlichen Rahmen für eine staatlich anerkannte elektronische Identität. Denn Studien wie diese zeigen, dass Staaten, die über gut ausgebaute Basisdienste verfügen, im E-Government führend sind. Zudem sind sie grundlegend für eine nutzerfreundliche und effiziente Abwicklung von elektronischen Prozessen.» Laut Report sollten alle Länder weiterhin in die Verbesserung des Digitalisierungsniveaus investieren. Auch das Bewusstsein der Bürger für verfügbare E-Government-Dienste spiele eine Schlüsselrolle. Der E-Government Benchmark 2020 steht auf der Webgen Artikel fin- Den vollständisite von Capgemini zum Download als PDF zur den Sie online www.netzwoche.ch Verfügung. ITforGov 5

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