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IT for Health 01/2016

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E-hEalth konkret 8

E-hEalth konkret 8 Meinungen zum Swiss E-Health Forum Vom 8. bis 11. März gehen in den Messehallen Bernexpo die Infosocietydays über die Bühne. Ein Teil davon ist das Swiss E-Health Forum, das am Donnerstag und Freitag stattfindet. Die Redaktion hat Veranstalter Jürg Lehni und einige der Partner des Events befragt. Sie erzählen, was die Besucher erwartet und wo es im Gesundheitswesen gerade am meisten brennt. Interviews: Marcel Urech Jürg Lehni Veranstalter der Infosocietydays, in deren Rahmen auch das Swiss E-Health Forum 2016 stattfindet Martin Fuchs Sales und Marketing, Hint «ES wird eine ChecklISte für die uM SEtzung für Besucher geben» Im März findet das Swiss E-Health Forum statt. Was sind dieses Jahr die heissen Themen? Jürg Lehni: Am Swiss E-Health Forum dreht sich alles um das elektronische Patientendossier (EPDG). Wo steht man hier, und was muss bei der Umsetzung beachtet werden? Am 10. März werden «Implikationen auf die Uunternehmensstrategie» behandelt. Was heisst das genau? Das EPDG bringt nicht nur in der Umsetzung Herausforderungen und Chancen mit sich. Vor allem auf strategischer Ebene müssen zahlreiche richtungweisende Entscheide gefällt werden, welche die Einführung oder Erweiterung von E-Health vorantreiben. Die wichtigsten Fragen zu diesem Themenbereich werden wir diskutieren. Am 11. März geht es um die «konkrete Operationalisierung und Umsetzung». Wird es Tipps für Uunternehmen geben, um ihre E-Health-Strategie umzusetzen? Ja, es wird Erfahrungsberichte und eine Checkliste für die Umsetzung für Besucher geben. In Solution-Präsentationen werden zudem konkrete Anwendungen vorgestellt. Was erhoffen Sie sich vom diesjährigen Swiss E-Health Forum? Wir hoffen, dass wir zusammen mit den Teilnehmenden Probleme erfassen und analysieren können. Nicht zuletzt wollen wir auch eine Lösungsplattform bieten. «KunDEn wollen SWISSnESS und Flexibilität» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum 2016? Martin Fuchs: Das Swiss E-Health Forum fokussiert stets auf aktuelle und noch offene Fragen in der Branche. Die Expertise von Hint trägt zur Beantwortung dieser Fragen bei. Wir zeigen neue Lösungen auf und liefern relevante Entscheidungsgrundlagen. Welche Trends sehen Sie im Schweizer E-Health- Markt? Die Standardisierung und Reduktion der Komplexität wird immer wichtiger. Gleichzeitig findet eine Konsolidierung statt, etwa bei Servern und Rechenzentren, und eine Datacenter-Automatisierung, mit dem Trend hin zum Software-defined Datacenter. Die Nutzung von externen Cloud- Services setzt sich durch, da diese das Thema IT-Sicherheit professionell lösen und eine bedarfsgerechte Verrechnung ermöglichen. Die Kunden wünschen heute mehr Flexibilität und Agilität. Sie müssen sich Veränderungen im Business schnell anpassen können. Swissness ist ebenfalls wichtig. Viele Kunden legen Wert darauf, dass ihre Daten in der Schweiz bleiben. Mit welchen Entwicklungen im Gesundheitswesen sollten sich IT-Verantwortliche auseinandersetzen? IT-Verantwortliche im Gesundheitswesen müssen Entscheidungsgrundlagen schaffen, um Cloud-Services vergleichen zu können. Ein weiteres wichtiges Thema ist und bleibt die IT-Sicherheit. Für viele Unternehmen ist es ausserdem sinnvoll, sich auf ihre Kernkompetenzen zu fokussieren. Firmen sollten sich mit Modellen beschäftigen, die den Fokus auf Opex (Betriebskosten) anstatt Capex (Kapitalkosten) legen. 08

Stefano Santinelli Leiter, Swisscom Health Hans-Peter Christen Geschäftsführer, Swing Informatik E-hEalth konkret «Sichere KoMMunikation wird im GesundheitSWESEn immer wichtIGEr» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum 2016? Stefano Santinelli: Für ein vernetztes, modernes Gesundheitswesen ist ein enger Austausch der Leistungserbringer entscheidend. Das Swiss E-Health Forum bietet eine ideale Plattform, um mit den Branchenvertretern die nächsten Entwicklungsschritte wie das elektronische Patientendossier zu diskutieren und zu gestalten. Hier können wir als Swisscom unsere Erfahrung im sicheren Umgang mit schützenswerten Daten, die Kompetenz im Aufbau und Betrieb komplexer ICT-Lösungen und unseren Zugang zu Millionen von Konsumenten für das ganze Ökosystem E-Health einbringen. Welche Trends sehen Sie im Schweizer E-Health- Markt? Erstens: Das elektronische Patientendossier (EPDG) steht nach einigen Verzögerungen in den vergangenen Jahren nun endlich kurz vor der Umsetzung. Wie die Ausschreibungen in Bern und Zürich zeigen, hat der Markt bereits darauf reagiert. Zweitens: Die einfache und sichere Kommunikation ohne Medienbrüche wird im Schweizer Gesundheitswesen immer wichtiger. Dies betrifft sowohl das Thema Zuweisermanagement bei den Spitälern als auch den Austausch von Daten zwischen Ärzten. Drittens: Sensoren, Gadgets und Smartphone-Apps entwickeln sich rasant und werden ebenso schnell von den Nutzern akzeptiert. Dies bietet grosse Chancen im Bereich Remote Monitoring. Mit welchen Entwicklungen im Gesundheitswesen sollten sich IT-Verantwortliche auseinandersetzen? Sicher mit der Einführung des EPDG. Hierdurch wird es insbesondere bei Spitälern, aber auch bei Heimen und Arztpraxen unmittelbaren Handlungsbedarf geben. Outsourcing ist ein weiteres Thema. Durch das Auslagern von IT und nicht differenzierenden Geschäftsprozessen können sich Spitäler und Versicherungen aber auch Arztpraxen Wettbewerbsvorteile verschaffen und sich von Komplexität befreien. Wichtig sind auch Sensorik und die Nutzung von Apps durch Nutzer. Wenn immer mehr Bürger Vital- und Gesundheitsdaten online speichern und verwalten, werden sie von ihren Ärzten erwarten, dass sie diese Informationen auf Wunsch des Patienten auch für die Diagnose nutzen. Hier hinken die Leistungserbringer dem Verhalten der Patienten hinterher. «DIE groSSE Chance von E-hEalth lIEGt in der Vernetzung» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum 2016? Hans-Peter Christen: Die innerbetrieblichen Prozesse der Langzeitpflege sind heute – gerade im Bereich Spitex – weitgehend rationalisiert. Bei den überbetrieblichen Prozessen sind aber noch grosse Produktivitätsgewinne möglich. Für uns als Softwarehersteller gilt es, sich frühzeitig und laufend mit den dafür notwendigen Technologien und Systemen auseinanderzusetzen und diese aktiv mitzugestalten. Damit unsere Produkte mit den wichtigen Plattformen kompatibel sind und bleiben. Welche Trends sehen Sie im Schweizer E-Health- Markt? Die breite Masse verortet E-Health oftmals noch ausschliesslich im Consumer-Markt à la Fitbit. In der IT-Branche setzte sich aber die Erkenntnis durch, dass die gros sen Chancen von E-Health vor allem in der Vernetzung liegen. Damit ist jedoch nicht nur der reine Transport gemeint. Es ist auch eine inhaltliche Standardisierung notwendig, um durchgehende Prozesse zu erreichen. Kurz: Es braucht auch eine inhaltliche Interoperabilität. Mit welchen Entwicklungen im Gesundheitswesen sollten sich IT-Verantwortliche auseinandersetzen? Die zunehmende Durchdringung der Langzeitpflege mit IT ermöglicht neue Formen der Softwareunterstützung bei der Sicherung der Pflegequalität. Ich denke etwa an intelligente Prozessleitung und zielgenaue Kommuni kation. Der Pflegearbeitsplatz der Zukunft ist zudem mobil, was auch neuartige, effizientere Arbeitsweisen zulässt. Und ambulant und stationär lässt sich in Zukunft nicht mehr so strikt trennen, wie dies heute teilweise noch der Fall ist. Dies bedingt Anpassungen an der Software. 09

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