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IT for Health 01/2016

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Bild: iStock XXXXXXXXXXXX Trends im E-Health gsa. Die IT entwickelt sich zu einem immer wichtigeren Bestandteil des Gesundheitswesens. Mit dem elektronischen Patientendossier werden die Datenbestände weiter wachsen. Doch was damit anfangen? Eine Möglichkeit sind neue Analyse methoden. Systeme wie IBMs Watson zeichnen einen möglichen Weg vor. Neueste Forschungsergebnisse werden dem Arzt umgehend zugespielt. Es werden also nicht weniger Daten. Und diese werden wertvoller – sie sind Millionen wert. Anfang dieses Jahres wurde in Los Angeles ein Krankenhaus von Cyberkriminellen erpresst. Die Angreifer drangen in die Netzwerke der Spitäler ein und verschlüsselten die Daten. Die Krankenhausmitarbeiter waren quasi aus ihrem eigenen System ausgesperrt. Das Pflegepersonal musste Daten in Tabellen auf Papier statt in Datenbanken übertragen. Statt E-Mails wurden Faxe versandt. Die Erpresser verlangten Bitcoins im Gegenwert von 3,6 Millionen US-Dollar. Doch wie tauscht man Daten sicher aus? Wie es gehen könnte, erklärt Gabriel Gabriel, Managing Director Schweiz beim Sicherheitsspezialisten Brainloop. Doch es wäre falsch, wenn sich Spitäler nun abwenden, abgrenzen oder gar abschotten würden. Im Gegenteil: Die offene Kommunikation mit Patienten, insbesondere via Social Media, kann helfen, Serviceleistungen zu verbessern oder Arbeitsabläufe zu optimieren. Weshalb das sogenannte Social Listening dem Krankenhaus hilft, beleuchtet Maurice Codourey, Mitgründer von Healthinar. Zahlreiche technische Entwicklungen dürfte das Internet of Things bringen. Ob das IoT Kosten einspart? Es könnte zumindest Chancen eröffnen, glaubt Jürgen Graalfs, Manager Health & Public bei T-Systems Schweiz. Übrigens: Die Erpresser des US-amerikanischen Spitals gaben sich mit Bitcoins im Wert von rund 17 000 Dollar zufrieden. 34

Patientendaten sicher elektronisch tauschen ist keine Hexerei Obwohl es hochsichere Methoden gibt, werden heutzutage kaum Patientendaten über Organisationsgrenzen hinweg ausgetauscht. Produkte & technik Das Szenario ist allseits bekannt: Patienten werden in Kliniken überwiesen oder als Notfall ins Spital eingeliefert, doch fehlen den dort behandelnden Ärzten oder Pflegepersonen Informationen über die Vorgeschichte der Kranken oder Verunfallten. Dasselbe gilt beim Austritt, wenn Patienten nach Hause entlassen oder in die Reha weiter überwiesen werden. Zum Austausch der allesamt vertraulichen Informationen werden nach wie vor Methoden verwendet, die im Unternehmensumfeld als reichlich altmodisch und umständlich angesehen würden. Die Verwendung des Faxgeräts ist dabei noch die modernere Variante, meistens aber werden Patientenakten aus Sicherheitsbedenken per Post oder Kurier verschickt. Dabei könnte die Arbeit der behandelnden Ärzte deutlich vereinfacht werden, würden diese Informationen auf sichere Art elektronisch übermittelt. Anforderungen Spitäler, Reha-Kliniken, Haus- und Spezialärzte, Pflegeeinrichtungen und auch Krankenkassen wäre mit einem Onlinespeicher gedient, auf den unter höchsten Sicherheitsbedingungen zugegriffen werden kann. Dabei müssen die Patienteninformationen aber nicht nur sicher gespeichert werden. Auch die Übermittlung muss hochsicher, also verschlüsselt passieren. Denn Unbefugte greifen immer dort an, wo es am einfachsten ist – und dazu gehören allen voran unverschlüsselte E-Mails. Abgesehen vom Sicherheitsaspekt gibt es aber noch andere Voraussetzungen, die ein solches System erfüllen muss: In erster Linie muss es einfach und möglichst ohne grossen Schulungsaufwand zu bedienen sein. Denn aus der Unternehmenswelt weiss man aus Erfahrung: Komplizierte Systeme wie E-Mail- Verschlüsselung, bei denen etwa noch mit Code-Listen gearbeitet wird, werden schlichtweg nicht genutzt. Darüber hinaus muss ein System auch einfach zu verwalten sein: Zugriffsberechtigungen müssen ohne grossen Aufwand vergeben oder entfernt werden können. Und last but not least sollten nicht nur via PC, sondern auch mobil Informationen abgerufen und bearbeitet werden können. Für Arztvisiten beispielsweise ist der Einsatz von Tablet-Computern geradezu prädestiniert. Der Autor Gabriel Gabriel, Managing Director Brainloop Schweiz www.brainloop.com spital-interne Informationssysteme erfüllen die Anforderungen nicht, ist es in der Praxis doch höchst schwierig und umständlich, externen Nutzern Zugriff darauf zu gewähren oder die diversen Parteien untereinander zu verbinden. Gratis-Onlinedienste für Filesharing wiederum sind zwar in der Anwendung einfach und vielen Nutzern von der privaten Anwendung bekannt, kommen aber für den vorliegenden Zweck aus Sicherheitsgründen auf keinen Fall infrage. Es gibt Dienste, die allen Anforderungen standhalten. Die Informationen werden dabei hochsicher gespeichert. Der Zugriff wird via eines per E-Mail gesendeten Links gewährt, die Informationen selbst verlassen den Datenraum aber nicht. Darüber hinaus sind dank der revisionssicheren Protokollierung der Zugriffe und Aktivitäten jederzeit vollständige Transparenz und Nachvollziehbarkeit gegeben. Bild: Fotolia Mögliche Lösungen E-Mail wäre mit den entsprechenden Verschlüsselungstechnologien theoretisch denkbar. In der Praxis erweisen sich die Anwendungen aber meistens als unpraktisch. Oftmals sind Patientenakten oder Röntgenbilder schlicht zu gross. Auch Patientendaten müssen nicht nur sicher gespeichert, sondern auch verschlüsselt ausgetauscht werden können. 35

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