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IT for Health 01/2017

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E-HEALTH KONKRET Thomas

E-HEALTH KONKRET Thomas Marko Geschäftsführer, Bint Alexander Colombi Verwaltungsratspräsident, CSP «INFORMATIONSVERARBEITUNG SPIELT IN DER UMGESTALTUNG DES GESUNDHEITS- WESENS EINE ZENTRALE ROLLE» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum 2017? Die Akteure des Gesundheitswesens können sich am Forum einen guten Überblick über den Stand der E-Health- Szene verschaffen. Wir zeigen Lösungen für den Informationsaustausch. Ausserdem bieten wir sogenannte Kommunikationspforten und -plattformen zum Aufbau von E-Health-Gemeinschaften sowie Adaptoren zum einfachen Anbinden von Primärsystemen an die EPD-Infrastruktur. Diese Lösungen sind kompatibel zu den Standards von «E-Health Suisse» und gehen konform mit dem Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier EPDG. Wie hat sich der E-Health-Markt gegenüber dem Vorjahr verändert? Das Tempo und die Bereitschaft zur Veränderung im Bereich E-Health haben zugenommen. Zu den Gründen dafür zählen das EPDG, die allgemeine Tendenz zur Digitalisierung und die Verfügbarkeit von modernen Lösungen für gerichtete Prozesse. Die Kunden sind heute besser informiert. Ihr Glaube an grossartige Versprechen weicht einem gesunden Realismus. Sie fordern Lösungen, die sofort einen Nutzen bringen. Diese sind immer häufiger erhältlich. Solche Lösungen sollten sich schrittweise ausbauen lassen, den Schweizer Normen entsprechen sowie Nachhaltigkeit und Investitionsschutz gewährleisten. Die Diskussionen um Stammgemeinschaften und Portale wie auch das Auftauchen diverser E-Health-Apps lassen erahnen, dass das wirklich disruptive Element von E-Health, nämlich der Patient, näherkommt und sich rasch bemerkbar machen wird. Mit welchen Entwicklungen im Gesundheitswesen sollten sich IT-Verantwortliche auseinandersetzen? IT-Verantwortliche im Gesundheitswesen sollten ein Auge auf neue föderative Prozesse wie etwa «E-Medikation», «E- Überweisung» und «E-Berichtsaustausch» werfen. Zudem sollten sie sich mit den Chancen befassen, welche die Neuerungen des EPD für das Gesundheitsnetz der Schweiz bieten. Schliesslich sollten sie sich mit Datenstrategien auseinandersetzen. Informationsverarbeitung spielt in der Umgestaltung des Gesundheitswesens eine zentrale Rolle. «DER MARKT ENTWICKELT SICH IN RICHTUNG ‹INTEGRATION› UND ‹DIGITALE REVOLUTION›» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum 2017? E-Health verändert die bestehende Kommunikations- und Arbeitskultur im Gesundheitswesen. Unternehmen in diesem Wandel zu begleiten, ist die Kernkompetenz der CSP. Wir unterstützen Organisationen etwa bei der Digitalisierung, der Optimierung von Prozessen oder bei Fragen rund um das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier EPDG. In verschiedenen Projekten realisieren wir zusammen mit unseren Kunden zukunftsgerichtete Neuerungen, die in der Alltagsrealität einen Nutzen für die Health-Professionals stiften. Das E-Health Forum bietet dabei eine geeignete Plattform für den breiten Wissensund Erfahrungsaustausch. Wie hat sich der E-Health-Markt gegenüber dem Vorjahr verändert? Bisher wurde häufig über technische Hürden oder fehlende rechtliche Voraussetzungen gesprochen. Mögliche Businessmodelle scheiterten oft an der Finanzierung. Dadurch waren strategische Planungen schwierig und innovative Produkte haben sich nur schleppend entwickelt. Inzwischen entstehen Alternativen zu bestehenden Angeboten der klassischen Grossanbieter. Der Markt entwickelt sich in Richtung «Integration» und «digitale Revolution». Bisherige Silo-Lösungen werden aufgebrochen und zunehmend vernetzt. Durch Kooperationen entstehen ganzheitliche Architektur- und Finanzierungsansätze. Mit welchen Entwicklungen im Gesundheitswesen sollten sich IT-Verantwortliche auseinandersetzen? Die grosse Herausforderung ist, bestehendes Fachwissen in den Informatikabteilungen auszubauen und angesichts begrenzter Ressourcen optimal einzusetzen. Die Verantwortlichen von IT-Abteilungen müssen ihre Architekturen und Lösungen stärker steuern. Zu diesem Zweck sollten sie in den Führungsgremien von Organisationen eine wichtigere Rolle spielen. Ausserdem müssten IT-Leiter zur Durchsetzung von Standards beitragen, um Interoperabilität und Sicherheit zu gewährleisten. Hier beweist die CSP, dass sie für ihre Auftraggeber innovativen Mehrwert schafft und gleichzeitig durch zielgerichteten Mitteleinsatz Kosten reduziert. 10

Guido Bötticher Geschäftsführer, Visus Thomas Bähler Head of Solutions, Swisscom Health E-HEALTH KONKRET «DIE STRUKTURIERUNG UND HANDHABUNG MEDIZINISCHER DATEN IST EIN HEISSES THEMA» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum 2017? Für uns als Schweizer Unternehmen ist es wichtig, am Austausch über relevante E-Health-Themen teilzunehmen. Zudem wollen wir zeigen, dass wir für viele aktuelle Fragestellungen Lösungen präsentieren können. Für die Konsolidierung und den Austausch medizinischer Daten bieten wir unser Healthcare-Content-Management-System an. Wir konzipierten die Lösung für das Management behandlungsrelevanter Daten auf der Ebene von Primärsystemen. Wie hat sich der E-Health-Markt gegenüber dem Vorjahr verändert? Die Umsetzung des elektronischen Patientendossiers rückt immer näher und wird immer konkreter. Entsprechend gross ist die Nachfrage der Spitäler nach IT-Lösungen, mit denen die gesetzlichen Anforderungen intelligent gelöst werden können. Mit welchen Entwicklungen im Gesundheitswesen sollten sich IT-Verantwortliche auseinandersetzen? Die Strukturierung und Handhabung medizinischer Daten ist auch abseits der Einführung des elektronischen Patientendossiers ein heisses Thema. Die Spitäler stehen vor der Aufgabe, medizinische Daten von Patienten zu konsolidieren, um sie gebündelt abrufen und teilen zu können. Zu den medizinischen Daten zählen nicht nur Dokumente aus dem Krankenhausinformationssystem, sondern auch Daten von Medizintechnikgeräten, Bilder, Videos und Biosignale. Diese Daten werden folglich in allen möglichen Formaten gespeichert. Es braucht also Plattformen, die diese Informationen möglichst einheitlich bündeln und darstellen können. Aus diesem Grund entwickelten wir unser Healthcare-Content-Management-System. Die Lösung schliesst Viewing-, Archivierungs- und Integrationskomponenten zusammen. Sie dient dem Zweck, medizinische Daten einheitlich darzustellen und zu kommunizieren. Wichtig dabei ist, dass diese Komponenten den Anforderungen des Medizinproduktegesetzes gerecht werden, damit die enthaltenen Daten eine rechtssichere Grundlage für ärztliche Entscheidungen bilden. «DIE KLASSISCHE SPITALINFORMATIK REICHT NICHT AUS, UM DIE NEUEN ANFORDERUNGEN ABZUDECKEN» Weshalb unterstützen Sie das Swiss E-Health Forum 2017? Wir engagieren uns für einen breiten Austausch von Erfahrungen im Bereich E-Health. Zur Diskussion von aktuellen Trends in diesem Gebiet haben wir einiges beizutragen. Das Swiss E-Health Forum bietet hierzu eine gute Gelegenheit. Wie hat sich der E-Health-Markt gegenüber dem Vorjahr verändert? Die Dynamik im Markt hat in den vergangenen zwei Jahren klar zugenommen. Das Bundesgesetz über das elektronische Patientendossier EPDG und die neue Spitalfinanzierung sind die zentralen Treiber für E-Health-Initiativen. Die klassische Spitalinformatik reicht nicht aus, um die neuen Anforderungen abzudecken. Es entsteht daher ein erhöhter Bedarf an Lösungen-as-a-Service. Diesen können wir als kompetenter und erfahrener Partner abdecken. Mit welchen Entwicklungen im Gesundheitswesen sollten sich IT-Verantwortliche auseinandersetzen? Lassen Sie mich drei Aspekte hervorheben. Erstens sollten alle Akteure das volle Potenzial nutzen, das sich mit der Umsetzung des EPDG ergibt. Das Gesetz schreibt ja nur ein Pflichtprogramm vor. Darüber hinaus sind jedoch bedeutende Effizienzgewinne möglich. Diese könnten etwa durch die Digitalisierung von administrativen Prozessen innerhalb einer Institution erzielt werden. Dasselbe gilt auch für die Schnittstellen zwischen verschiedenen Akteuren, beispielsweise wenn Ärzte ihre Patienten anderen Leistungserbringern zuweisen. Zweitens sollte das Bedürfnis der Patienten nach E-Services frühzeitig adressiert werden. Bei manchen Spezialärzten buchen die Patienten ihre Termine schon heute mehrheitlich über das Internet. Die Nachfrage nach solchen Möglichkeiten wird künftig steigen. Moderne Spitäler und Praxen müssen solche Dienste folglich in ihr Angebot aufnehmen. Drittens nimmt die Akzeptanz von Wearables und Trackers zu. Diese entwickeln sich immer mehr von Gadgets zu zertifizierten Geräten, die auch medizinisch relevante Daten liefern. Deren Integration in die klassischen IT- Systeme von Ärzten und Spitälern muss gewährleistet sein. 11

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