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IT for Health 01/2017

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GESELLSCHAFT &

GESELLSCHAFT & POLITIK EPD erhält einheitliches Logo cgr. Das Koordinationsorgan «eHealth Suisse» hat ein einheitliches Logo für das elektronische Patientendossier (EPD) veröffentlicht. Wie die Vereinigung mitteilt, hinterlegte sie das Logo beim Institut für Geistiges Eigentum. Anhand des Logos und der EPD-Dachmarke sollen Patienten auf den ersten Blick sehen können, ob eine Gemeinschaft oder Stammgemeinschaft nach dem Bundesgesetz über das elek tronische Patientendossier (EPDG) zertifiziert wurde. Bestehende dezentrale Umsetzungsprojekte dürften die Dachmarke und das Logo nur führen, wenn sie die entsprechenden Zertifizierungen erhalten hätten, schränkt «eHealth Suisse» ein. «Die natio nale EPD-Dachmarke ist ein Garant für den sicheren Datenaustausch nach den Regeln des EPDG», heisst es in der Mitteilung weiter. Nach Inkrafttreten des EPDG im Frühjahr 2017 wird «eHealth Suisse» unter der Dachmarke allgemeine Informationen zum E-Patientendossier bereitstellen. Beide Basel gründen Trägerverein cgr. Anfang Januar haben das Gesundheitsdepartement Basel- Stadt und die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion Basel-Landschaft einen gemeinsamen Trägerverein für die Digitali sierung im Gesundheitswesen gegründet. Der «eHealth- Trägerverein Nordwestschweiz» wurde unter Beteiligung des Universitätsspitals Basel, des St. Claraspitals, des Kantonsspitals Baselland, der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel, des Felix-Platter-Spitals sowie der Solothurner Spitäler gegründet, wie es in einer Mitteilung heisst. Gemeinsam wollen die Institutionen die elektronische Kommunikation im Gesundheitswesen der Region fördern. «Zentrale Punkte sind dabei die Standardisierung der elektronischen Kommunikation im Gesundheitswesen sowie die Koordination und Umsetzung von kantonalen, regionalen und nationalen Vorgaben, Zielen und Initiativen im Bereich E-Health», heisst es weiter. Zudem werde die Einführung des Bundesgesetzes über das elektronische Patientendossier eine der Schwerpunktaufgaben sein. Dazu zähle auch die Gründung einer Stammgemeinschaft und die Durchführung eines Modellversuchs im Kanton Basel-Stadt. Anzeige Ecknauer+Schoch ASW Führen mit Zahlen – Erfüllen von Anforderungen AbaProject – Software für Soziale Institutionen • Gestaltbarer Bewohnerstamm • Pflegetarife mit Ansätzen gemäss Einstufung BESA, RAI • Erfassung von Pflegeleistungen, Spesen, Absenzen auch über Smartphones und Tablets • Barcode-Scanning für Pflege leistungen, Material- und Medikamentenbezüge • Mehrstufige Gruppierung der Kostenarten, Kosten stellen und Kostenträger nach KVG, BSV und kantonalen Anforderungen • Somed-Statistik • Schnittstelle zu Pflege doku mentation • Nahtlose Integration in Lohnbuchhaltung, PPS, Material wirtschaft, Fakturierung, Kostenrechnung ohne Daten redundanzen • Mobile Datenerfassung auf iPad 12 www.abacus.ch

Das digitale Gesundheitswesen braucht einen langen Atem Die Digitalisierung hat sich im Gesundheitswesen der Schweiz noch längst nicht durchgesetzt. Kurzfristig ist ein zusätzlicher Kostenschub zu erwarten. Die Potenziale aufgrund einer besseren Zusammenarbeit und mehr Transparenz können langfristig aber helfen, den Kostenanstieg zu dämpfen. GESELLSCHAFT & POLITIK Global schreitet die Verbreitung des Internets rasant voran. 2017 wird erstmals mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung online sein, gar zwei Drittel benutzen bereits ein Mobiltelefon. Die Schweiz hat – dank einer im internationalen Vergleich sehr guten Infrastruktur und einer hohen Kaufkraft – noch viel höhere Raten: 84 Prozent haben Zugang zum Internet, 97 Prozent besitzen ein Mobiltelefon. Nach Schätzungen von Avenir Suisse tragen internetbasierte Geschäftsmodelle bereits mehr als 6 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Trotz dieser vergleichsweise sehr guten Ausstattung an Hardware fällt die Schweiz im internationalen Vergleich bei der Nutzung der digitalen Möglichkeiten zurück. In Skandinavien nutzen markant mehr Personen als in der Schweiz das Internet für den Einkauf, elektronische Zahlungen oder soziale Kontakte. Diese Schweizer Zurückhaltung manifestiert sich auch im Gesundheitsbereich. Die Digitalisierung der Gesundheitsindustrie steht noch am Anfang Obwohl der Umsatz mit digitalen Lösungen im Gesundheitsbereich wächst, schlagen sich die Nutzung und der Einsatz von E-Health-Lösungen in der Schweiz noch nicht in der Breite nieder. Eine Untersuchung des Health Tech Cluster Switzerland im Rahmen der Studie «digital.swiss» zeigt, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens in der Schweiz erst zu 39 Prozent vollzogen ist. Eine Untersuchung des Health Tech Cluster Switzerland im Rahmen der Studie «digital. swiss» zeigt, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens in der Schweiz erst zu 39 Prozent vollzogen ist. Ein zentrales Element ist dabei das elektronische Patientendossier (EPD), das Spitäler bis 2020 einführen müssen. Doch damit wird das technologische Potenzial nur in Ansätzen ausgeschöpft. Ärzte mit eigener Praxis, Apotheken und Pflegefachpersonen sind nicht unmittelbarer Teil des EPD, sie haben keine Anschlusspflicht. Auch für den wichtigsten Akteur ist es Der Autor Patrick Dümmler, Clustermanager, Health Tech Cluster Switzerland letztlich eine freiwillige Übung: Jeder Patient kann selbst entscheiden, ob er das Angebot nutzen will oder nicht. Gefragt sind Angebote, die überzeugen Damit sich E-Health-Lösungen rasch durchsetzen, sind Angebote gefragt, die überzeugen. Voraussetzung dafür ist ein hohes Kosten-Nutzen-Verhältnis, eine hohe Bedienerfreundlichkeit und Sicherheit. Eine gewisse Parallelität von herkömmlichen (papierenen) und digitalen Prozessen ist dabei wohl unabdingbar, Medienbrüche werden nicht sofort eliminiert werden können. Diese Parallelität bedeutet, dass zuerst Investitionen in E-Health-Lösungen getätigt werden müssen, die sich nicht unmittelbar auszahlen. Effizienzgewinne für Akteure in der Gesundheits-Wertschöpfungskette und damit letztlich auch für den Patienten können erst später eingefahren werden. Zuerst ist eher mit einem Kostenschub zu rechnen, um die Investitionen finanzieren zu können. Digitalisierung als entscheidender Hebel Um diese Kosten möglichst niedrig zu halten und die späteren Effizienzgewinne möglichst hoch ausfallen zu lassen, müssen die Akteure entlang der Wertschöpfungskette im Gesundheitswesen noch viel enger als bisher zusammenarbeiten. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf den Anreizstrukturen im Gesundheitswesen, die zu oft gegensätzlich sind. So bestimmt etwa der Entscheid, ob ein Patient ambulant oder stationär behandelt werden sollte, über die Kostenträger. Es muss angenommen werden, dass dabei weder die Interessen des Patienten noch die Reduktion der gesamtwirtschaftlichen Behandlungs- und Folgekosten im Zentrum stehen. Geschickt genutzt kann die Digitalisierung ein entscheidender Hebel werden, um mittels besserer Vernetzung und Schaffung von Transparenz das Gesamtsystem «Gesundheit» zu optimieren und den Kostenanstieg zu dämpfen. 13

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