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IT for Health 01/2017

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Bild: iStock Techniktrends am E-Health-Markt gsa. Im Fokus «Technologietrends im E-Health-Markt» kommen drei Anbieter zu Wort. Den Auftakt macht Jürgen Graalfs, Manager Health and Public beim IT-Dienstleister T-Systems Schweiz. Graalfs empfiehlt, Klinikinformationssysteme (KIS) modular aufzubauen. Auf diese Weise könnten IT-Verantwortliche die stets komplexer werdenden Systeme mit geringem Aufwand an neue Erfordernisse anpassen. KIS sind aber nur ein Teil der gesamten IT eines Spitals. Die Betreuung von IT-Systemen wird immer aufwändiger: Zusätzliche vernetzte Geräte, neue Sicherheitsbestimmungen oder die Integration von Cloud-Diensten machen die IT-Verwaltung komplex. Weshalb sollte man die Betreuung der IT dann nicht einfach auslagern? Dadurch würden Ressourcen frei, und je nach Anbieter und Outsourcing-Modell können Spitalbetreiber Kosten einsparen. Wann sich ein Full-Outsourcing lohnt und worauf IT-Verantwortliche achten sollten, erklärt Peter Meier, Geschäftsführer von Axians GNS. Nach einer Behandlung erwartet die Patienten die Spitalrechnung. Manchmal sind die Begriffe darauf für medizinische Laien kaum verständlich. Michael Marthy, Head of Division bei Elca Informatik, erklärt, wie mit einer neuartigen Software Abrechungen in eine für Laien verständliche Sprache übersetzt werden können. 28

Dr. Tablet auf Visite Das Krankenbett wird zum Point of Care, an dem die Behandlung nicht nur stattfindet, sondern auch dokumentiert wird. Und zwar umfassend: von der Medikation über die Wundheilung bis hin zur Befundung und Einsatzplanung. Der Pflegearbeitsplatz wird hierfür tief in das KIS integriert. FOKUS: TECHNOLOGIETRENDS Ein leistungsfähiges Krankenhausinformationssystem (KIS) schafft optimale Voraussetzungen für das vernetzte Arbeiten in der Klinik und schont die internen Ressourcen. Im Idealfall erleichtert es die administrativen, ärztlichen und pflegerischen Prozesse gleichermassen. Die Anforderungen an das System steigen entsprechend laufend. Je modularer eine solche Plattform aufgebaut ist, desto einfacher lassen sich neue Workflows für die Abbildung der Prozesse vom Eintritt eines Patienten über medizinische Verordnungen, die Pflege und deren Planung bis hin zur Abrechnung der entsprechenden Leistungen integrieren. Telemedizin-Schnittstellen, die Patientendaten bereits aus dem Krankenwagen an die Notaufnahme des Spitals senden, helfen zudem, die Patientenströme dort effizienter und patientengerechter steuern zu können. Optimierungspotenzial gibt es vor allem noch bei der digitalisierten Übergabe von Verantwortlichkeiten zwischen den einzelnen Leistungsträgern für Krankenhauslogistik, bei der medizinischen Diagnostik, ärztlichen und pflegerischen Dokumentation und Finanzbuchhaltung sowie generell bei der Verwaltung. Ein derart integriertes KIS stellt sicher, dass bereits bei Aufnahme des Patienten alle relevanten Informationen vorliegen, die notwendigen Geräte, Medikamente und Verbrauchsmaterialien reserviert und auf Knopfdruck auch auf Basis von Tarmed und SwissDRG abgerechnet werden können. Der Autor Jürgen Graalfs, Manager Health & Public, T-Systems Schweiz Pflege und Management aus einem Guss Am effizientesten wirkt ein KIS, wenn es dem heutigen Trend folgend «mobilisiert» wird, das heisst Prozessabwicklung und Pflege aus einem Guss bis ans Patientenbett selbst rücken. Das ist auch bitter nötig: Gemäss einer aktuellen Studie des Universitätsspitals Lausanne verbringt ein Arzt heute mehr Zeit am Computer als mit seinen Patienten, hauptsächlich, um die Patientenakte zu führen. Die Anbindung eines Pflegearbeitsplatzmoduls, das auf Smartphone und Tablet läuft, ersetzt perspektivisch die klassische «Planette» und verbessert obendrein die Zusammenarbeit zwischen Arzt und Pflegekraft: Per Mobile Device dokumentieren beide Berufsgruppen ihre Massnahmen direkt beim Patienten und die Daten fliessen in Echtzeit in die digitale Patientenakte. Das elektronische Kurvenblatt etwa schlägt sein Papieräquivalent um Längen. Es ist besser lesbar, weniger fehleranfällig, kann automatisiert von Woche zu Woche übertragen und einfach archiviert werden. Auch für das Wundmanagement ergeben sich völlig neue Perspektiven: Weil die Endgeräte Kameras besitzen, können die während einer Visite aufgenommenen Bilder sofort einem Patienten in seiner Akte zugeordnet werden. Die bei der Anamnese gemessenen Vitaldaten werden unmittelbar bei Erfassung im System zugänglich; im Gegenzug können die Anordnungen der Ärzte im Hinblick auf Medikation und Therapie hinterlegt werden, die rollenbasiert für die autorisierten Pfleger einsehbar sind. Langwierige Schichtübergaben entfallen, Doppelerfassungen werden vermieden und Fehler reduziert. Per Mobile Device dokumentieren Ärzte und Pflegekräfte ihre Massnahmen direkt beim Patienten und die Daten fliessen in Echtzeit in die digitale Patientenakte. Vielfältige Zusatzfunktionen für mehr Effizienz Noch weiter in der Effizienzsteigerung gehen mobile Pflegearbeitsplätze, die das Verfassen von Pflegeberichten mit Textbausteinen, die Bettenplanung und Stationsübersicht sowie das Auftragsmanagement mit Labors unterstützen. Integrierte Arzneimittel-Sicherheitschecks erhöhen die Patientensicherheit, indem unerwünschte Wirkungen von Medikamenten ausgeschlossen werden oder das System bei inadäquaten Verschreibungen Alarm schlägt. Einzige Voraussetzung für den Einsatz der Mobillösungen: ein klinikweites WLAN. 29

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