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IT for Health 02/2016

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E-HEALTH KONKRET «Wir

E-HEALTH KONKRET «Wir werden die Premiere des Startup-Slams Switzerland feiern» Am 20. und 21. September findet im Kursaal Bern das nächste Swiss E-Health Summit statt. Die Programmverantwortliche Claudia Dirks verrät, was die Teilnehmer am Event erwartet. Interview: Marcel Urech Was ist das Motto des Swiss E-Health Summit 2016? Claudia Dirks: «ePD: Connected health – digital.transparent. patientenorientiert.», das wichtigste Schweizer E-Health-Thema. Wir beleuchten das Patientendossier auf Behandlungsqualität und Patientensicherheit. Internationale Referenten stellen E- Health-Projekte vor. Das erlaubt den Blick über den Tellerrand. «Connected Health» – was verstehen Sie darunter? Die Schweiz gilt in vielen Bereichen der Gesundheitsversorgung als Vorreiter. Wir müssen aber genau hinsehen, welche Leistungserbringer einen sicheren Datenaustausch garantieren. Es braucht dafür Standards und den politischen Willen, Behandlungen um den Patienten herum zu organisieren. Auf was freuen Sie sich am meisten? Auf die Premiere des Start-up-Slams Switzerland. Jedes Start-up bekommt fünf Minuten Zeit, Jury und Publikum zu begeistern. In Deutschland und Österreich ist das Format sehr erfolgreich. Wir werden Schweizer Innovationen aus erster Hand kennenlernen. Mit wie vielen Teilnehmern rechnen Sie? Mit ungefähr 500. Die meisten aus der Schweiz, aber wir verbuchen überdurchschnittlich viele internationale Anmeldungen. Wir erwarten Anwender aus den Bereichen Gesundheitspolitik, Wissenschaft und Industrie. Also ein Abbild der Schweizer Gesundheitswirtschaft – genau wie unser Programmkomitee. Es besteht aus E-Health Suisse, Pharmasuisse, IHE Schweiz, Berner Fachhochschule, VGIch und Holger Baumann, dem Vorstandsvorsitzenden der Berner Spital AG. Und unserem wissenschaftlichen Partner SGMI, mit dem wir uns auch im vierten Jahr der Kooperation gut verständigten. Wie sieht für Sie das Spital der Zukunft aus? Seine Rolle wird sich zu einem Regionalversorger wandeln. Wir sehen den Umbau des Berner Inselspitals und die Entwicklun- Claudia Dirks, Editorial Director DACH bei HIMSS Europe. gen in Luzern. Prävention wird für Spitäler einen immer grösseren Stellenwert bekommen. Die Patienten wollen eine wohnortnahe Versorgung, die bezahlbar und qualitativ hochwertig ist. Letztes Jahr waren rund 35 Unternehmen und Aussteller vor Ort. Wie sieht es dieses Jahr aus? Es wird wieder eine Industrieausstellung geben, die wir Besuchern mit Summit Walks unter dem Motto «Digital schlägt analog» näherbringen. An dieser Stelle will ich mich bei unseren Partnern – allen voran Die Schweizerische Post – bedanken. Ohne sie wäre ein Summit auf diesem Niveau nicht durchführbar. Ein Vortrag behandelt das Electronic Medical Record Adoption Model. Ist es hierzulande wichtig? Die Schweiz orientiert sich an den internationalen Leuchtturmprojekten zur Digitalisierung der Medizin im Sinne der Patientensicherheit. Darum geht es auch bei diesem Modell, EMRAM, das den Digitalisierungsgrad eines Krankenhauses misst. In der Ausschreibung für ein KIS für das Luzerner Kantonsspital fand das Modell erstmals Anwendung in einem solchen Format. Eben weil die Zahlen bezüglich Behandlungsqualität, aber auch Transparenz im Sinne der Krankenhaus-Unternehmensführung für ein Haus ohne Medienbrüche stehen. 6

Martin Fuchs Head Business Area E-Health, Schweizerische Post Frank Thonüs Managing Director, EMC Schweiz E-HEALTH KONKRET «E-HEALTH IST NICHT NUR ZUKUNFTSMUSIK» Weshalb unterstützen Sie den E-Health Summit 2016? Martin Fuchs: E-Health hat einen hohen strategischen Stellenwert für die Post und wir sehen in einer Digitalisierung des Datenverkehrs im Gesundheitswesen ein enormes Potenzial. Entsprechend sind wir auch seit mehreren Jahren federführend bei der Entwicklung und Implementierung von E-Health- Lösungen dabei. Diese haben sich in mehreren Kantonen in der Praxis bewährt. Der E-Health Summit zeigt innovative Wege, die digitale Transformation im Gesundheitswesen voranzutreiben sowie die Qualität der medizinischen Versorgung zu optimieren. Da liegt es auf der Hand, dass wir beim E-Health Summit mit dabei sind. Wer profitiert vom elektronischen Patientendossier? Von einem voll ausgebauten elektronischen Patientendossier profitieren alle: Die Gesundheitsfachleute, weil ihnen Informationen schneller und vollständig zur Verfügung stehen, und die Patienten, weil sie selbst Einblick in ihre Gesundheitsdaten erhalten und die Behandelnden sie besser versorgen können, was die Patientensicherheit steigern kann. Und nicht zuletzt die Bevölkerung als Ganzes, weil mit E-Health auch die Kosten im Gesundheitswesen gesenkt werden können. Welche Trends sehen Sie am Schweizer E-Health- Markt? Das Bewusstsein, dass E-Health nicht nur Zukunftsmusik ist, sondern sich zu einem echten Bedürfnis sowohl der Leistungserbringer, als auch der Behandelten entwickelt, wird klarer. In den nächsten Monaten werden weitere Stammgemeinschaften gegründet werden, die sich dann für eine E-Health-Lösung entscheiden müssen, um diese ihren Mitgliedern anzubieten. Wie sieht das Spital der Zukunft aus? Schon in wenigen Jahren werden keine Faxe mehr verschickt und wir werden keine Berge von Papierakten im Keller lagern können oder wollen. Ich denke dabei klar an bereits bestehende Lösungen – das elektronische Patientendossier und das E-Archiv. In Zukunft wird die digitale Transformation für einen noch höheren Einsatz von Anwendungen in den Bereichen Analytics, Robotics und ganz stark in der personalisierten Medizin sorgen. Abgesehen von der Effizienz wird insbesondere der Patient eine zentrale Rolle einnehmen. Ich bin davon überzeugt, dass das Spital der Zukunft eine ambulante, hochspezialisierte und hochindividualisierte Behandlung mit starker menschlicher Komponente vereinen wird. «IM MITTELPUNKT STEHT DIE DIGITALISIERUNG» Weshalb unterstützen Sie den E-Health Summit 2016? Frank Thonüs: Der E-Health Summit ist ein wichtiger Event für die Vernetzung der einzelnen Akteure im Gesundheitswesen. Die Veranstaltung bietet uns die Chance, Inputs zu sammeln und die Anforderungen im Healthcare-Bereich noch besser zu verstehen, um unsere Lösungen daran anzupassen. Zugleich können wir unsere Expertise im Einsatz neuer Technologien wie Cloud, Mobile oder Data Analytics für den Aufbau sicherer, effizienter IT-Infrastrukturen einbringen. Wer profitiert vom elektronischen Patientendossier? Es profitieren alle Beteiligten im Gesundheitswesen! Denn das elektronische Patientendossier ermöglicht eine bessere Koordination, eine gesteigerte Behandlungsqualität, mehr Patientensicherheit sowie mehr Effizienz. Welche Trends sehen Sie am Schweizer E-Health- Markt? Im Mittelpunkt steht die Digitalisierung. Diese wird weiter vorangetrieben werden, womit die Verfügbarkeit einer zuverlässigen und sicheren IT-Infrastruktur essenziell wird. Um dies sicherstellen zu können, werden Data-Center-Infrastrukturen modernisiert, automatisiert und transformiert. Hochverfügbare Infrastrukturen werden aufgebaut und Datensilos abgebaut, um so die Daten noch effektiver nutzen zu können. Diese neuen, modernisierten Infrastrukturen sind die Grundlage für ein voll digitalisiertes, integriertes und vernetztes Spital. Wie sieht das Spital der Zukunft aus? Der Spital der Zukunft funktioniert über eine sogenannte integrierte Versorgung. Damit ist die Vernetzung der einzelnen Bereiche innerhalb des Spitals gemeint. Ausserdem fördert die engere Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Kliniken, Reha-Zentren und Apotheken über das ganze Gesundheitssystem hinweg eine verbesserte Patientenpflege. Vollständiges Interview mit Martin Fuchs: www.netzwoche.ch ▸ Webcode IH021604 Vollständiges Interview mit Frank Thonüs: www.netzwoche.ch ▸ Webcode IH021609 7

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