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IT for Health 02/2016

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DOSSIER KOMPAKT Gesund

DOSSIER KOMPAKT Gesund arbeiten heisst, auch mal Pause zu machen Auf der Baustelle schützt man sich mit einem Helm. Aber wie schützt man sich am Büroarbeitsplatz? Denn auch hier sind Unfälle und gesundheitliche Beschwerden – oft verursacht durch langes Sitzen – keine Seltenheit. Gesundheitlichen Risiken im Büro vorzubeugen, das geht einfach und ohne Helm – mit den richtigen Präventionsmassnahmen. Viele Beschäftigte an Computerarbeitsplätzen kennen die Symptome: Brennende, gerötete Augen, Kopfschmerzen, Nackenund Rückenverspannungen. In der Hektik des Büroalltags vergessen wir gerne, kurze Pausen zu machen und unseren Körper zu entspannen. Ohne Unterbrechung der sitzenden Tätigkeit am Computer laufen wir Gefahr, gesundheitliche Schäden davonzutragen, die im schlimmsten Fall zu Arbeitsausfällen führen. Einfache Massnahmen wie eine korrekt eingestellte Beleuchtung, ein Stuhl in der passenden Sitzhöhe oder ein kurzer Spaziergang für etwas Bewegung unterstützen die Gesundheit enorm. Und steigern zudem die Arbeitsleistung und -qualität. Auf eine gute Haltung achten Eine Studie der University of Illinois, die das Fachmagazin «Plos One» 2014 veröffentlichte, zeigt: Langes Sitzen ist gefährlich. Der langsamere Blutfluss, verursacht durch die fehlende Bewegung, führt dem Gehirn weniger Sauerstoff zu. Das hat Folgen: Der Sitzende ist müde, leidet an Wahrnehmungsverlust, Konzentration und Gehirnleistung lassen nach. Das Blut verklebt schneller, das Risiko für Bluthochdruck, Herz- und Gefässerkrankungen steigt. Kopf- und Rückenschmerzen sind die Folge der Muskelerschlaffung im Rücken sowie des Verlusts an Beweglichkeit und Stabilität in der Wirbelsäule. Die Erschlaffung Der Autor Urs Hof, Mitglied der Begleitgruppe der Aktion «Prävention im Büro» der Eidgenössischen Koordinationkommission für Arbeitssicherheit. der Bauchmuskulatur kann zudem zu Fettstoffwechselstörungen führen. Eine aufrechte Haltung beim Sitzen ist sicher förderlich für die Gesundheit. Wichtig ist aber, die sitzende Position immer wieder zu verändern und zu unterbrechen. Zudem sollte das Mobiliar auf die persönlichen Bedürfnisse eingestellt sein. Vor allem neue Mitarbeitende tendieren dazu, den Arbeitsplatz so zu übernehmen, wie sie ihn vorgefunden haben. Dabei geht es ganz schnell und einfach, den Arbeitsplatz auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Der Stuhl sollte so eingestellt sein, dass die Füsse flach auf dem Boden stehen. Ober- und Unterschenkel bilden dabei einen Winkel von 90 Grad. Die Tischhöhe sollte so positioniert sein, dass die Ellbogen locker auf der Tischplatte liegen, ohne dass man die Schultern anhebt. Wenn schon sitzen, dann richtig. Und zwar auf einem korrekt ein ge stellten Bürostuhl. Vergessen wir unsere Augen nicht Ausser einer gesunden Körperhaltung ist jedoch auch das Bewusstsein für die Bedürfnisse unserer Augen elementar. Unsere Augen sind wertvoll und sensibel. Eine Überbeanspruchung büssen wir oft mit Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Doch mit nur kleinen Massnahmen können wir diese Beschwerden vorbeugen. Etwa durch die richtige Einstellung des Bildschirms. Der Abstand zwischen Augen und Bildschirm sollte mindestens eine Armlänge betragen, bei grösseren Monitoren etwas mehr. Der Bildschirm sollte nicht näher stehen. Wenn Texte am Bildschirm nicht gut lesbar sind, sollte stattdessen die Schrift vergrössert werden. Denn die Position des Bildschirms hat auch einen Einfluss auf unsere Nacken- und Rückenmuskulatur. Die natürliche Blickrichtung ist nicht wie viele vermuten geradeaus, sondern leicht nach unten geneigt. Der Grund ist simpel: die Nackenmuskeln sind in dieser Haltung wesentlich weniger belastet und viel entspannter. Mit leicht gesenktem Blick beugt man Nacken- 24

und Schulterverspannungen vor. Der obere Bildschirmrand sollte daher eine Handbreite unterhalb der Augen liegen. Und so lässt sich einfach testen, ob die Bildschirmhöhe stimmt: ∙∙ Drehen Sie sitzend Ihrem Bildschirm den Rücken zu. ∙∙ Setzen Sie sich bequem hin, der Rücken soll dabei die Rückenlehne berühren. ∙∙ Schauen Sie gerade aus. ∙∙ Schliessen Sie die Augen. ∙∙ Lockern Sie Schultern und Nacken. ∙∙ Wenden Sie sich in dieser Position mit immer noch geschlossenen Augen wieder dem Bildschirm zu. ∙∙ Öffnen Sie jetzt die Augen, ohne die Blickrichtung zu ändern: ∙∙ Jetzt sollte Ihr Blick auf dem oberen Drittel des Bildschirms liegen. Ist dies nicht der Fall, korrigieren Sie die Höhe Ihres Bildschirms. Die meisten Bildschirme sind übrigens zu hoch eingestellt! Augen auf, wenn Sie durchs Büro gehen Abgesehen von gesundheitlichen Beschwerden durch langes Sitzen am Bildschirmarbeitsplatz sind Stolper- und Sturzunfälle die häufigste Ursache für Arbeitsausfälle im Dienstleistungssektor. Viele unterschätzen, dass ein weggeschobener Papierkorb, eine abgestellte Handtasche oder ein herumliegendes Kabel rasch zur Stolperfalle werden kann. Ein bewusster Umgang mit Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und den richtigen Präventionsmassnahmen helfen, das Büro zu einem gesunden und unfallfreien Ort zu machen. Denn unser grösster Feind ist unsere Unachtsamkeit, die im Büroalltag in der Hektik, bei Stress, Überlastung oder Eile jeder kennt. Darum Augen auf, wenn Sie durchs Büro gehen! Harmlose Gegenstände wie ein Teppichohr, eine offene Schublade oder ein heruntergefallener Stift werden nur dann zur Stolperfalle, wenn wir unachtsam sind: etwa beim Gang zum Drucker mit dem Blick aufs Smartphone statt auf den Gehweg gerichtet. So beugen Sie weiteren Unfällen im Büro vor: ∙∙ Kippsicherung: Denken Sie daran, Regale an der Wand zu befestigen, um ein Umkippen zu verhindern. ∙∙ Steighilfe auf Rollen: Kommt die Steighilfe oft zum Einsatz und muss sie viel verschoben werden, empfiehlt sich der Einsatz eines Elefantenfusses. Dieser hat Rollen und lässt sich leicht herumschieben. Die Rollen arretieren, sobald man auf den Elefantenfuss tritt. ∙∙ Handlauf benutzen: Stürze auf Treppen sind besonders gefährlich. Benutzen Sie immer den Handlauf, wenn Sie eine Treppe hinauf- oder hinuntersteigen. Er gibt Halt, wenn man aus dem Tritt gerät. Diese und weitere Tipps stellt die Eidgenössische Koordinationskommission EKAS kostenlos zur Verfügung. Informationsbroschüren und unterhaltsame Online-Tools zur Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit im Büro finden Sie auf: www.prävention-im-büro.ch DOSSIER KOMPAKT Abgesehen von gesundheit lichen Beschwerden durch langes Sitzen am Bildschirmarbeitsplatz sind Stol perund Sturzunfälle die häufigste Ursache für Arbeitsausfälle im Dienstleis tungssektor. Einfach und schnell: den Bildschirm richtig einstellen. 25

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