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IT for Health 02/2016

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FORSCHUNG & LEHRE

FORSCHUNG & LEHRE EPFL-Forscher testen Draht zur Krebsdiagnose gcr. Forscher des Integrated Systems Laboratory der ETH Lausanne haben eine neue Art Sensor entwickelt, der empfindlicher Nachweismethode entwickelten. Sie implantierten Fragmente geringer Anzahl zu erkennen. Weshalb die Forscher eine neue als Biosensoren ist. Er kann bereits kleine Vorkommen von von veränderter DNA in einen Nanodraht aus Silikon. Mit der Biomarkern – von Krebszellen produzierte Moleküle – erkennen, DNA werden die Moleküle eingefangen. Sie ist deshalb verändert, damit sie nur die Biomarker für Prostatakrebs einfängt. wie die EPFL schreibt. Die Forscher testeten den Draht erfolgreich am Biomarker für Prostatakrebs. Die Wissenschaftler tauchten den Draht für ihr Experiment während rund einer Stunde in eine Krebsprobe, damit die DNA die Neue Methode erlaubt eine genauere Diagnose Moleküle einfangen kann. Anschliessend trockneten sie den Aufgrund der Dichte von Blut und des Vorkommens von anderen Draht und legten eine elektrische Spannung an. Befinden sich Molekülen und Zellen sei es schwierig, Biomarker im Blut in auf dem Draht Moleküle, bilden diese einen Widerstand, der sich in einer Veränderung der Leitfähigkeit ausdrückt. Voltage Gap beweist Biomarker Die Moleküle können erst richtig bestimmt werden, wenn die Forscher den Draht ein zweites Mal, in umgekehrter Richtung laden. Sind die richtigen Moleküle, in dem Experiment die Biomarker für Prostatakrebs, auf dem Draht vorhanden, zeigt sich an dieser Stelle bei der zweiten Ladung eine Abweichung in der Stromkurve, genannt «Voltage Gap». Als Nächstes wollen die Forscher den Draht für die Brustkrebserkennung anwenden. Bild: Fotolia Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode IH021607 ZHAW entwickelt Smartleggings ICT-Plattformen für die Forschung fpo. Eine Forschergruppe aus der Schweiz und weiteren europäischen Ländern entwickelt derzeit eine smarte Gehhilfe, wie die Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (ZHAW) mitteilt. Xosoft heisst das Gerät, das den Bewegungsablauf seines Trägers mittels Sensoren und Algorithmen erfasse. So lerne es, wann es die Beine stützen und wann es loslassen soll. Der Name «Xosoft» setzt sich zusammen aus «Exoskelett», einer Stützstruktur aus serhalb des Körpers, und «soft». «Patienten sollen die Gehhilfe den ganzen Tag lang tragen können und das unter der Kleidung», sagt Christoph Bauer, Physiotherapie-Forscher an der ZHAW. Aussehen und Tragekomfort sollen an Leggings erinnern. Das seit Februar laufende Xosoft-Projekt ist auf drei Jahre befristet. Einen ersten Prototyp planen die Forscher bereits für dieses Jahr. Im Bewegungslabor der ZHAW sollen die Prototypen regelmässig getestet werden. Auf xosoft.eu können sich Interessierte über das vom Bund und der EU unterstützte Projekt auf dem Laufenden halten. tjo. Die Organisation Human Brain Project (HBP) hat laut einer Mitteilung sechs ICT-Plattformen lanciert. Sie adressieren Benutzer, die nicht am Projekt beteiligt sind. Ihr Ziel sei es, die Forschung in den Neurowissenschaften, der Medizin und der Informatik voranzutreiben. Das können die HBP-Plattformen: ∙∙ Mit der Neuroinformatics Platform können neurologische Daten erfasst, gesucht und analysiert werden. ∙∙ Die Brain Simulation Platform bietet eine Gehirnsimulation. ∙∙ Mit der High Performance Computing Platform können grosse Datenmengen analysiert werden. ∙∙ Die Neuromorphic Computing Platform beinhaltet Systeme, welche die Mikroschaltkreise des Gehirns nach ahmen. ∙∙ Die Neurorobotics Platform erlaubt es, virtuelle Gehirnmodelle mit simulierten Roboterkörpern zu verknüpfen. ∙∙ Mit der Medical Informatics Platform können Patientendaten verglichen werden, um Gehirnerkrankungen besser zu ver stehen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 000-007-392 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 000-007-406 30

Quantified Self – Lifestyle-Tool oder personalisierte Medizin? Mit der Selbstvermessung der eigenen Gesundheit mittels Sensoren und Apps lässt sich eine Menge an persönlichen Daten sammeln. Wer interpretiert diese? Wer nutzt sie? Macht uns Quantified Self gesünder und sinken damit die Gesundheitskosten? Eine TA-Swiss-Studie unter Leitung des ZHAW-Instituts für Ergotherapie sucht Antworten und will Chancen und Risiken aufzeigen. FORSCHUNG & LEHRE Die Digitalisierung erfasst laufend neue Lebensbereiche des Menschen. Sie rückt ihm regelrecht auf den Leib. Sensoren werden als sogenannte «Wearables» am Körper getragen und messen konstant unsere Körperfunktionen und Aktivitäten. Die Selbstvermessung der eigenen Gesundheit mittels Sensoren und Apps liegt voll im Trend. Und während Herr und Frau Schweizer nicht bestimmen können, ob für sie ein elektronisches Patientendossier angelegt werden soll, spielt bei Quantified Self (QS) der Markt. Vom Potenzial über Tücken bis zum Missbrauch QS ist keine Spielerei, sondern der Drang nach Selbstoptimierung und nicht zuletzt ein Spiegel unserer Leistungsgesellschaft. Gemäss der SAMW-Studie zur Gesundheitskompetenz in der Schweiz scheint mit QS das zu gelingen, was viele Gesundheitsförderungsund Präventionskampagnen immer schon versucht haben: den Sprung vom «Eigentlich weiss ich das» zur konkreten Verhaltensänderung. Ausser dem eigenverantwortlichen Umgang mit der Gesundheit ergeben sich weitere Vorteile. Es entstehen neue Möglichkeiten für das Gesundheits- und Krankheitsmanagement, die Erbringung von Dienstleistungen und das Gesundheitssystem als Ganzes. Auch Daten für Konzepte der personalisierten Medizin können mittels QS-Technologien gesammelt und mittels Algorithmen ausgewertet werden, die auf Big Data beruhen. Hier beginnen aber Grauzonen und Grenzen, die den Einsatz im medizinischen Kontext bedenklich erscheinen lassen. Stichwort Datenschutz. Gesundheitsdaten sind sensitiv, wenn sie mit anderen Daten derselben Person verknüpft werden oder sie in die Hände von Versicherungen oder Arbeitgebern gelangen. Denn der Trend birgt das Risiko, dass vermehrt Druck aufgesetzt werden kann, solche Tracker zu verwenden. Wer gesund lebt, erhält dann etwa Rabatte auf die Versicherungsprämie, wie es aktuell die Krankenkasse CSS praktiziert. Dieser Druck ist besonders problematisch bei Personen, die gewisse Normen nicht erfüllen können oder wollen. Auch ist die Validität und Zuverlässigkeit der Daten, welche die Geräte suggerieren, nicht erwiesen. Zudem mangelt es an verbindlichen nationalen und internationalen Standards, um die Qualität und Vertrauenswürdigkeit von Geräten und Dienstleistungen von QS einschätzen zu können. Geld verdienen oder Kosten sparen Fakt ist: Mit QS lässt sich viel Geld verdienen. Das Angebot von Self-Tracking-Geräten und Dienstleistungen ist bereits gross und Die Autorin Ursula Meidert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsstelle Ergotherapie der ZHAW und Mitglied des Projektteams nimmt weiter zu. Die Geräte sind erschwinglich und werden in der Schweiz immer häufiger genutzt. Der weltweite Markt an Gesundheits- und Fitness-Apps wurde für 2017 auf 26 Milliarden US-Dollar prognostiziert (research2guidance, 2014). Für den europäischen Markt erwarten Analysten zweistellige jährliche Wachstumsraten, und die Umsatzprognose für Europa liegt 2017 bei etwa 5 Milliarden Euro. Das Geschäftsmodell ist einfach: Jede entwickelte QS-App kann relativ einfach ins Netz und in App-Stores gestellt werden. Ausnahmen gelten für Apps, die als Medizinprodukt bewertet werden und entsprechende Standards erfüllen müssen, wenn die Software der Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten dient. In der Schweiz werden viele QS-Apps entwickelt, und auch die Uhrenindustrie hat begonnen, Smartwatches herzustellen. Zum Schluss bleibt die Frage nach dem Mehrwert: Macht uns QS gesünder und lassen sich damit in der Endabrechnung Gesundheitskosten sparen? Gepaart mit ethischen und gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technischen Fragestellungen liegt ein breites Forschungsfeld in einem sich rasant entwickelnden Trend vor. TA-SWISS-STUDIE SOLL KLARHEIT SCHAFFEN Zu den genannten Fragestellungen erarbeitet eine Studie zur Technikfolgenabschätzung bis im Herbst 2017 die Grundlagen für Entscheidungsträger aus Politik, Gesundheitswesen, Wirtschaft und Gesellschaft. Die Studie unter der Leitung des ZHAW-Instituts für Ergotherapie will möglichst umfassend über die direkten und indirekten Folgen von Quantified Self informieren. Sie führt Wissen aus verschiedenen Bereichen zusammen und bietet eine Basis für rationale technologie-politische Entscheidungen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode IH021610 31

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