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IT for Health 2/2018

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Bild: FrankRamspott /

Bild: FrankRamspott / iStock.com xxxxxx Wer sich bewegt, zahlt weniger Prämien 16

Welche Versicherungen bieten Apps an, die sportliche Aktivitäten belohnen? Und was ist am Vorwurf dran, dass Krankenkassen bloss an Nutzerdaten interessiert sind und Menschen diskriminieren, die den Anforderungen der Geschäftsmodelle nicht genügen? Der Eidgenössische Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragte Adrian Lobsiger hat im Juni für einen Paukenschlag gesorgt. Er verklagte Helsana, weil die Versicherung mit der App Helsana+ gegen das Datenschutzgesetz verstosse. Kritik hatte es bereits im März gegeben. Die Stiftung für Konsumentenschutz und sieben weitere Schweizer Organisationen hatten damals kritisiert, dass die Helsana+-App das Solidaritätsprinzip missachte, auf dem die obligatorische Krankenpflegeversicherung aufbaue. Die App ermöglicht es Grundversicherten, Daten beim Sport zu erfassen und mit Helsana zu teilen. Die Krankenkasse gibt dafür Prämienrabatte. «Dadurch werden Kranke und solche, die keinen Sport treiben können, technisch nicht versiert sind oder Wert auf Privatsphäre legen, diskriminiert», kritisiert die Stiftung für Konsumentenschutz. «Helsana würde eine Klärung durch das Bundesverwaltungsgericht und gegebenenfalls das Bundesgericht unterstützen», so der Versicherungskonzern. Helsana wehrt sich Helsana+ hat rund 70 000 Nutzer, wie das Unternehmen schreibt. Helsana honoriere aber nicht bloss sportliche Aktivitäten, sondern auch Vorsorge, Treue und gesundheitsbewusstes Verhalten. Die Versicherung betont, dass die Teilnahme freiwillig sei und jeder mitmachen könne. Zudem bezahle wegen Helsana+ niemand tiefere Prämien. Es handle sich bloss um Barauszahlungen aus freien Mitteln der Zusatzversicherung. Die Prämien der Grundversicherung hätten damit nichts zu tun. Auch der Vorwurf, dass die Krankenkasse mit der App bloss an Nutzerdaten herankommen wolle, sei falsch. Helsana+ sammle keine Daten zur Anzahl gemachter Schritte, dem Puls oder den verbrannten Kalorien. Die Fotos, welche die Nutzer für den Nachweis hochladen, würden nach drei Jahren automatisch oder auf Anfrage des Kunden manuell gelöscht. Helsana gebe auch keine Daten an Dritte weiter. Das Unternehmen sagt, dass «das ganze Kollektiv» davon profitiere, wenn Wenige gesünder lebten und dadurch tiefere Kosten verursachten. Autor: Marcel Urech der Nutzer abhingen, seien aktuell keine geplant. Das bedeute aber nicht, dass ÖKK dieses Modell ablehne, jedoch müssten alle Versicherten davon profitieren können. Integration mit Google und Apple Einige Krankenkassen bieten mehrere Apps an: Bei CSS, Helsana, Sanitas und Swica sind es drei, bei Atupri und Group Mutuel zwei. EGK, KPT, Sympany und Visana offerieren je eine App. Alle, die eine App anbieten, ermöglichen es ihren Kunden, Rechnungen zu übermitteln. Diese Funktion ist heute Standard. Beliebt sind auch Fitnesstracking-Funktionen und virtuelle Gesundheitscoaches, die meist über eine Integration mit Google Fit oder Apple Health gelöst sind. Sie sind oft auch für Nicht- Kunden nutzbar. Fast alle Anbieter bauten Funktionen, die online im Kundenportal verfügbar sind, auch in ihre Apps ein. 352000 Nutzer für eine App Atupri weist darauf hin, dass man in Maxyourhealth eine Chat- Beratung anbiete. CSS hat als einzige der befragten Firmen eine Zahnputz-App für Kinder im Angebot. Die Versicherung integrierte in Medicine 2.0 zudem einen Barcodescanner für Medikamente. Die App Sanitas Medgate erlaubt auch Telemedizin. Die meisten Apps haben laut den Versicherern eine fünfstellige Anzahl von Nutzern: Helsana Scan 105 000, Sanitas-Portal- App 156 000, CSS spricht von 136000 Nutzern für seine Medicine-2.0-App und von 352 000 Nutzern für die MyCSS-App. Die MyAtupri-App verzeichnete mit 6000 Nutzern den tiefsten Wert. Wer aktiv ist, wird belohnt Belohnen die Unternehmen ihre Kunden für Sport und Bewegung? Sanitas antwortet auf diese Frage, dass keine ihrer Apps E-HEALTH KONKRET Fast alle Versicherungen bieten Apps an Wie sieht es bei der Konkurrenz aus? Die Krankenkassen Assura, Atupri, Concordia, CSS, EGK, Groupe Mutuel, KPT, ÖKK, Sanitas, Swica, Sympany und Visana geben Auskunft. Nur Assura, Concordia und ÖKK bieten keine Apps an. Assura teilt mit, dass man kein Bonusprogramm plane. Concordia hielt sich bedeckt und machte keine weiteren Angaben. ÖKK verspricht, im vierten Quartal 2018 eine App zu lancieren. Sie werde etwa Leistungsabrechnungen, Policen und eine Franchisen-Übersicht bieten. Die App soll es ausserdem ermöglichen, Rechnungen zu übermitteln und nachzuverfolgen. Rabatte, die von der Aktivität (Intensität und Grad der Regelmässigkeit) Sport und Bewegung sollen von Krankenkassen über einen Fitnesstracker belohnt werden. Bild: filadendron / iStock.com 17

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