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IT for Health 2/2018

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GESELLSCHAFT &

GESELLSCHAFT & POLITIK Der erste Deutschschweizer mit EPD osc. In Basel-Stadt hat der erste Deutschschweizer ein elektronisches Patientendossier (EPD) erhalten. Regierungsrat Lukas Engelberger habe sein EPD eröffnet und der Öffentlichkeit präsentiert, heisst es in einer Mitteilung des Gesundheitsdepartements Basel-Stadt, des Trägervereins E-Health Nordwestschweiz, des Universitätsspitals Basel und ihrer Partner. «Das elektronische Patientendossier EPD trägt wesentlich dazu bei, die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zu steigern», lässt sich Engelberger zur Eröffnung zitieren. «Insgesamt fördert es die Wahrnehmung der Eigenverantwortung in der Bevölkerung und dient der präventiven Vermeidung von unnötigen Untersuchungen und Behandlungen.» Das Ziel bestehe darin, für die Patienten und Gesundheitseinrichtungen rasch eine Vernetzungsplattform anzubieten und damit Erfahrungen zu sammeln, fügt Burkhard Frey, Präsident des Trägervereins E-Health Nordwestschweiz, an. Die Dokumente im EPD würden ausschliesslich von zugelassenen Fachpersonen und Institutionen sowie von den Patienten selbst abgelegt. Letztere könnten den Zugang zu jedem einzelnen Dokument definieren und dabei zwischen verschiedenen Vertraulichkeitsstufen wählen. Basel setzt laut Mitteilung auf «MyEPD». Dessen Eröffnung sei für die Patienten freiwillig und kostenlos. Eine Authentifizierung mittels Passwort und SMS-Code soll für die Sicherheit des Dossiers sorgen. Fachpersonen müssten sich einzeln eine EPD- Identität verschaffen, einer registrierten Gesundheitseinrichtung in einer Stammgemeinschaft angehören und sich im Vorfeld schulen lassen. Das Basler EPD starte zunächst in drei ausgewählten Kliniken des Universitätsspitals Basel. Im Laufe des Jahres 2019 sollen sich alle Kliniken des Universitätsspitals «MyEPD» anschliessen und bis 2020 weitere Gesundheitseinrichtungen folgen. Fitnesstracker von Ava. Ava gewinnt Swiss Medtech Award 2018 cgr. Beim Swiss Medtech Day in Bern ist der Swiss Medtech Award 2018 vergeben worden. Gewonnen hat ihn das Zürcher Start-up Ava, wie Startupticker.ch schreibt. Zusammen mit der Auszeichnung erhält Ava ein Preisgeld von 50000 Franken. Ava entwickelte einen Fitnesstracker, der Aufschluss über die fruchtbaren Tage bei Frauen geben soll. Das Gerät soll Frauen bei der Erfüllung des Kinderwunsches unterstützen. Bereits vor einem Jahr wurde das Gerät an der CES in Las Vegas ausgezeichnet. Weitere Preise für Bühlmann Laboratories und Xeltis Auf dem zweiten Rang landete Bühlmann Laboratories mit dem Smartphone-Test «IBDoc» für die Calprotectin-Konzentration im Stuhl bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen. Der dritte Platz ging an Xeltis. Die Firma produziert künstliche Herzklappen für Kinder, die mit geschlossenen oder ohne Lungenherzklappen (Pulmonalklappen) zur Welt kommen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ DPF8_102746 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_97370 Anzeige USB-Sticks von Kingston Technology Keine Kompromisse beim Schutz digitaler Gesundheitsdaten kingston.com kingston.com 22 © 2018 © 2018 Kingston Kingston Technology Europe Europe Co LLP Co LLP und und Kingston Kingston Digital Digital Europe Europe Co LLP, Co LLP, Kingston Kingston Court, Court, Brooklands Close, Close, Sunbury-on-Thames, Middlesex, TW16 TW16 7EP, 7EP, England. England. Tel: Tel: +44 +44 (0) 1932 (0) 1932 738888, 738888, Fax: Fax: +44 +44 (0) 1932 (0) 1932 785469. 785469. © 2018 Kingston Technology Europe Co LLP und Kingston Digital Europe Co LLP, Kingston Court, Brooklands Close, Sunbury-on-Thames, Middlesex, TW16 7EP, England. Tel: +44 (0) 1932 738888, Fax: +44 (0) 1932 785469. Alle Alle Rechte Rechte vorbehalten. Alle Alle Marken Marken und und eingetragenen Marken Marken sind sind Eigentum Eigentum ihrer ihrer jeweiligen Besitzer. Besitzer. Alle Rechte vorbehalten. Alle Marken und eingetragenen Marken sind Eigentum ihrer jeweiligen Besitzer.

Wie die Blockchain das Gesundheitswesen sicherer machen könnte Mangelnde IT-Sicherheit und ein heikler Umgang mit Daten sind grosse Probleme im Gesundheitswesen – auch in der Schweiz. Das zeigte Medidatas EDI-Podium in Luzern. Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht, jedoch könnte die Blockchain dabei helfen. Autor: Marcel Urech GESELLSCHAFT & POLITIK «Wenn man auf einem Medizingerät Netflix schauen kann, ist etwas schiefgelaufen», sagte Marc Ruef, IT-Sicherheitsexperte der Zürcher Firma Scip, am EDI-Podium von Medidata. Früher undenkbar, heute eine reale Gefahr, da viele Medizingeräte mit dem Internet verbunden sind. Für Patienten kann das gravierende Folgen haben. «Malware wird heute nicht mehr aus Freude geschrieben, sondern um Daten zu stehlen und Schaden anzurichten», erklärte Ruef im Luzerner Kantonsratssaal. Scip beobachtet den Untergrundmarkt im Darknet. Schweizer Patientendaten habe das Unternehmen da zwar noch keine gefunden, sagte Ruef. Viele Medizinalgeräte seien aber löchrig – auch in Schweizer Spitälern. Oft dauere es viel zu lange, bis die Hersteller Patches lieferten. Bei der Entwicklung der Geräte spiele IT-Sicherheit fast keine Rolle, bei der Implementierung und beim Betrieb ebenfalls nicht, so Ruef. Thomas Friedli (l.) und Marc Ruef beantworten Fragen des Publikums. Sicherheitslücken in Schweizer Spitälern Thomas Friedli, Chief Information Security Officer und ICT- Riskmanager des Inselspitals Bern, schlug in die gleiche Kerbe. Whitescope habe 2017 über 8000 Schwachstellen in Herzschrittmachern gefunden. Laut Trend Micro waren im gleichen Jahr über 36000 medizintechnische Geräte über die Suchmaschine Shodan zugänglich. 2016 sei das Jahr des Datenklaus gewesen, 2017 das Jahr der Erpressungen, und 2018 werde das Jahr der Spionage – auch im Gesundheitswesen. Auch im Inselspital habe es Sicherheitslücken gegeben, die allerdings frühzeitig erkannt worden seien. Das Admin-Passwort einer Spritzenpumpe habe man im Internet finden können. Angreifer hätten so theoretisch die Dosierung von Medikamenten verändern können, erklärte Friedli. Ein Patientenmonitor sei zudem an die falsche Security-Zone angeschlossen gewesen. «Warum haben medizintechnische Geräte kein Ablaufdatum?», fragte Friedli. «Hersteller von Medizintechnik-Geräten müssen endlich sichere Software auf aktuellen Betriebssystemen entwickeln!» Swissmedic könnte einschreiten und ähnlich wie die Finma stärkere Vorschriften machen, so Friedli. Blockchain im Gesundheitswesen «Wir sind sehr unvorsichtig, wenn es um die Sicherheit von Daten im Gesundheitswesen geht», sagte Stefan Klauser, der an der ETH am Lehrstuhl für Computational Social Science arbeitet. Die Blockchain könne den Umgang mit Daten im Gesundheitswesen sicherer machen, sagte Klauser. Sie sei vor allem dann sinnvoll, wenn Vertrauen, Transparenz, Privatsphäre und die Unveränderbarkeit von Daten im Vordergrund stünden. Darum eigne sich die Blockchain besonders für das Gesundheitswesen. Oft würden in der Branche unterschiedliche Partner mit unterschiedlichen Interessen und mangelndem Vertrauen an einem Tisch sitzen. Die Blockchain könnte in der Lieferkette, beim E-Patientendossier, im Markt für Daten oder in Quantified-Self-Anwendungen zum Einsatz kommen, sagte Klauser. Sie sei ideal in Kombination mit digitalen Identitäten. Der Nutzer entscheidet über die Daten Mathias Bucher von der Hochschule Luzern ging auf die Schwächen der Blockchain ein: Die Latenzzeit sei oft zu hoch, die Skalierbarkeit mässig und das Bild der Blockchain als Weltcomputer irreführend. Speicher sei zum Beispiel im Vergleich zu herkömmlichen Speicherlösungen viel zu teuer, so Bucher. Er bezeichnete Bitcoin als Blockchain 1.0, Ethereum mit seinen Smart Contracts als Blockchain 2.0. Zugs E-Identity-Initiative sei die erste Identity-Lösung auf Blockchain-Basis weltweit, die von einer Regierung akzeptiert werde. Der Grundgedanke dabei sei, dass der Nutzer immer der Master seiner Daten bleibe. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_98373 23

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