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IT for Health 2/2018

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Bild: elenabs / iStock.com xxxxxx Digitalisierung im Gesundheitswesen durch das EPD cgr. Im Frühjahr 2020 soll das elektronische Patientendossier, kurz EPD, in allen Regionen der Schweiz verfügbar sein. Alle Spitäler müssen sich bis dahin einer Stammgemeinschaft angeschlossen haben. 2022 müssen dann die Pflegeheime und die Spitex folgen. Für niedergelassene Ärzte besteht kein Zwang, sich einer Stammgemeinschaft anzuschliessen. Bis 2020 müssen die Stammgemeinschaften zertifiziert sein. Laut «eHealth Suisse» sollen die ersten Zertifizierungen im zweiten Halbjahr 2019 abgeschlossen sein. Bis dahin ist noch einiges zu tun. Das Universitätsspital Basel (USB) nimmt in Sachen EPD eine Vorreiterrolle ein. Der Basler Regierungsrat Lukas Engelberger eröffnete Mitte August medienwirksam das nach eigenen Angaben erste elektronische Patientendossier in der Deutschschweiz. Die technologische Basis stellte Swisscom bereit. Wie das Projekt lief, schreibt Iris Kornacker, Chief Sales Officer Healthcare Institutions und Mitglied der Geschäftsleitung bei Swisscom Health, im Fachbeitrag auf Seite 45. Im Interview schätzt Swisscom-Health-CEO Thomas Bachofner den Stand der Digitalisierung im Schweizer Gesundheitswesen ein. Er sieht Licht und Schatten. Der Trend zeige aber in die richtige Richtung. Zudem berichtet er über die weiteren Pläne von Swisscom im Gesundheitswesen. 38

Die Nordwestschweiz als EPD-Vorreiterin Bis zum Jahr 2020 müssen alle Schweizer Spitäler ihren Patienten ein elektronisches Patientendossier anbieten können. In Basel werden schon jetzt die ersten «myEPD» eröffnet. DOSSIER EPD IN KOOPERATION MIT SWISSCOM Die Schweiz will die Digitalisierung im Gesundheitswesen stärker vorantreiben. Ein Mittel hierzu ist das elektronische Patientendossier EPD, in dem persönliche Gesundheitsinformationen sowie behandlungsrelevante Dokumente aus den Gesundheitseinrichtungen gesammelt werden. Im Universitätsspital Basel (USB) können Patienten ein solches EPD eröffnen und verwalten – und zwar nicht erst wie gesetzlich vom Bund gefordert 2020, sondern bereits jetzt. Einzige Voraussetzungen: Sie sind aktuell im USB in Behandlung, haben einen Schweizer Wohnsitz und werden von ihrer Klinik via Flyer zur Eröffnung eines «my- EPD» eingeladen. Das Spital ist damit die erste Institution überhaupt, die in der Schweiz ein EPD nach Bundesrecht anbietet. Das USB und der Trägerverein eHealth Nordwestschweiz unterstreichen damit ihre nationale Vorreiterrolle in Sachen EPD. Vom Pilotbetrieb zur nationalen Zertifizierung Aktuell bieten ausgewählte erste Kliniken des USB ihren Patienten die EPD-Eröffnung an. Dies geschieht im Rahmen des sogenannten «EPD-Pilot Nordwestschweiz». Dabei setzen Gesundheitseinrichtungen der drei Kantone Basel-Stadt, Basel- Land und Solothurn das EPD auf kantonalrechtlicher Basis vorwirkend unter dem Namen «myEPD» um. «Das elektronische Patientendossier trägt wesentlich dazu bei, die Effizienz und die Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zu steigern», so der baselstädtische Gesundheitsdirektor Lukas Engelberger an einer Medienkonferenz Mitte August 2018. Burkhard Frey, Präsident des Trägervereins eHealth Nordwestschweiz, ergänzt: «Unser Ziel ist es, für die Patientinnen und Patienten sowie die Gesundheitseinrichtungen rasch eine praxis- Grafik: peart / Fotolia.com Die Autorin Dr. Iris Kornacker, Chief Sales Officer Healthcare Institutions und Mitglied der Geschäftsleitung von Swisscom Health orientierte Vernetzungsplattform anzubieten.» In einem zweiten Schritt wird das Nordwestschweizer «myEPD» dann nach den Vorgaben des Bundesamtes für Gesundheit zertifiziert und so zu einem Dossier, das gesamtschweizerisch genutzt werden kann. Es braucht eine integrierte E-Health-Landschaft, in der durchgängige Prozesse und ein maximaler Nutzen der Digitalisierung sichergestellt sind. Gemeinsames Ziel über Kantonsgrenzen hinweg Wir sind sehr stolz darauf, dass wir die technische Basis dafür schaffen durften, damit in Basel nun die ersten EPD eröffnet werden können. Die Nordwestschweiz ist nicht die einzige Region, die beim EPD auf Swisscom als Technologiepartnerin setzt. Wir bauen die standardisierte technische EPD-Infrastruktur für diverse Kantone, in denen rund 50 Prozent aller Gesundheitseinrichtungen agieren und fast die Hälfte der Bevölkerung der Schweiz lebt. Ich bin überzeugt, dass das EPD und die Digitalisierung im Gesundheitswesen generell nur dann zum Erfolg werden, wenn wir in der Schweiz über Kantons- und Technologiegrenzen hinweg ein gemeinsames Ziel verfolgen. Es gilt, eine integrierte E-Health-Landschaft aufzubauen, in der durchgängige Prozesse und ein maximaler Nutzen der Digitalisierung sichergestellt sind – für Gesundheitseinrichtungen ebenso wie für die Bevölkerung. Dazu arbeiten wir eng mit allen Akteuren im Gesundheitsmarkt zusammen und sind überzeugt, dass wir mit unserem Know-how und unserer Schweizer EPD-Lösung gut positioniert sind. Mehr zum EPD in der Nordwestschweiz: www.myepd.ch und www.tv.ehealth-nw.ch 39

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