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IT for Health 2/2018

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FORSCHUNG & LEHRE ZHAW

FORSCHUNG & LEHRE ZHAW hält Digital- Health-Tagung ab mur. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) wird am 4. Oktober die Tagung «Life in Numbers» veranstalten. Sie findet unter dem Titel «Digital Health – Digital Technology for Innovating Health Care» statt. Veranstalter ist das Institut für Angewandte Simulation. Der Event dreht sich um die Zukunft der personalisierten Medizin mittels intelligenter Apps. Themen sind Wearables, Anwendungen der Bioinformatik, die Identifikation von Biomarkern sowie die Herausforderungen im Umgang mit digitalen Daten im Gesundheitswesen. Die Tagung richtet sich unter anderem an Fachleute aus der Gesundheitsbranche, Studierende, Start-ups und Behörden. Die Veranstaltung startet um 9 Uhr und dauert bis 18 Uhr. Sie findet in der ZHAW in Wädenswil statt, auf dem Campus Grüental im Hauptgebäude GA/Aula. Anmeldungen sind unter lifeinnumbers.ch möglich. Das Symposium wird auf Englisch durchgeführt. ETH-Rat beruft zwei ICT-Professoren cgr. In seiner Sitzung vom 5. Juli hat der ETH-Rat 15 neue Professoren für die Eidgenössischen Hochschulen ernannt. Unter ihnen sind zwei Professoren für den ICT-Bereich in der ETH Zürich, wie es in einer Mitteilung heisst. Wearables für Blutdruckmessung Der Rat ernannte Christian Holz (Jahrgang 1985) zum Tenure- Track-Assistenzprofessor für Informatik. In seiner Forschung beschäftigt sich Holz mit Wearables für konstante Blutdruckmessung im E-Health-Bereich. Er verstärkt die Forschung und Lehre im Bereich Human-Computer Interaction im Departement Informatik. Taekwang Jang (Jahrgang 1983) wird an der ETH Zürich Tenure-Track-Assistenzprofessor für Analog- und Mixed-Signal- Schnittstellen. Jang forscht an Schaltungen für miniaturisierte Computersysteme im Internet der Dinge. Er wird im Departement Informationstechnologie und Elektrotechnik arbeiten. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_102781 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_99774 Virtual Reality hilft Pflegekräften in spe jor. Ubisim, ein Spin-off der ETH Lausanne, hat ein Ausbildungsprogramm für Pflegekräfte im Gesundheitswesen entwickelt. Mithilfe von Virtual Reality (VR) sollen angehende Berufsfachkräfte Erfahrungen sammeln können. Das Westschweizer Startup konnte für seine VR-Anwendung nun einen wichtigen Partner gewinnen. Die Lausanner Berufsfachschule Institut et Haute Ecole de la Santé La Source ergänzte ihr Ausbildungsangebot um die VR-Anwendung von Ubisim, wie das «ICTjournal» schreibt. Mit VR Szenarien durchspielen Professoren und Studenten des Instituts hätten eng mit dem Start-up zusammengearbeitet, um die Software an die Anforderungen der Ausbildung anzupassen. Die Kursteilnehmer würden die VR-Anwendung derzeit nutzen, um Praktiken wie etwa Bluttransfusionen zu lernen, sagt Dominique Truchot-Cardot, Vizedekanin des Instituts. Die Anwendung soll die theoretischen und praktischen Bestandteile der Ausbildung ergänzen. Ziel sei es, das Risiko von Pflegefehlern zu verringern. Die Teilnehmer könnten mit der VR- Anwendung etwa Szenarien durchspielen, in denen seltene Komplikationen auftauchen, die von den Pflegekräften schnelle Reaktionen erfordern. Ubisim arbeite daran, weitere Anwendungsgebiete für seine Software zu erschliessen. Das Start-up werde die Zusammenarbeit mit La Source fortsetzen, sei aber auch auf der Suche nach weiteren Partnern. Die Fachhochschule will ihrerseits ihr Ausbildungsangebot weiterentwickeln. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_93059 Bild: khwaneigq / Fotolia.com 48

Wenn das Gehirn zur Fernsteuerung wird FORSCHUNG & LEHRE In Zusammenarbeit mit Samsung hat das «iHomeLab» der HSLU einen Prototyp für eine gehirngesteuerte TV-Fernbedienung entwickelt. Vor allem Paraplegikern soll damit das Leben erleichtert werden. Wie die Arbeit im Projekt verlief und was in Zukunft noch folgen könnte, erklärt Projektleiter Martin Biallas. Autor: Christoph Grau Das «iHomeLab» der Hochschule Luzern (HSLU), das Schweizer Paraplegiker-Zentrum und Samsung Schweiz haben im Mai dieses Jahres eine Fernbedienung für Fernseher vorgestellt, die mit Gehirnwellen bedient wird. Mitfinanziert wurde das Projekt mit den Namen «Pontis» auch von Innosuisse. Die Fernbedienung funktioniert folgendermassen: Auf einem Bildschirm werden vier kleine Schachbrettmuster dargestellt. Wenn sich der Nutzer der Fernbedienung auf ein solches Feld konzentriert, wird ein Befehl ausgelöst, wie etwa das Wechseln des Kanals oder die Veränderung der Lautstärke. Die Gehirnströme werden über eine Haube mit Sensoren erfasst, und über die Augen und Hirnwellen werden die Befehle übermittelt. Noch handelt es sich um einen Prototyp, wie Projektleiter Martin Biallas in einem Gespräch erklärte. Die Idee für die Kooperation mit Samsung sei dabei eher zufällig entstanden. Martin Kathriner von Samsung besuchte das «iHomeLab» und hatte dann die Idee für eine Kooperation, wie Biallas sagte. Bei der Erarbeitung des Prototyps hätten Techniker von Samsung das Projektteam unterstützt, sagte er. Sie hätten vor allem ihre Expertise über das Betriebssystem des Fernsehers eingebracht. Die Zusammenarbeit sei ohne Pro bleme verlaufen. Auch seien keine grösseren Eingriffe in das OS nötig gewesen. Einsatz unter realen Bedingungen Eine Herausforderung war das Setting des Tests. Der Prototyp sollte nicht nur im abgeschirmten Labor funktionieren, sondern auch in einer realen Büroumgebung, was schliesslich auch gelungen sei, so Biallas. Er betonte jedoch, dass die Forschung in diesem Bereich noch in den Anfängen stecke. Es sei zunächst darum gegangen, Daten zu erheben. Der TV-Bildschirm sei erst am Ende des Versuchs hinzugekommen. Die Tester hätten sich im Anschluss jedoch positiv überrascht gezeigt, sagte Biallas. Die längerfristige Vision sei es, dass sich mit dem Ansatz der HSLU eine ganze Reihe von neuen Steuerungsmöglichkeiten erschliessen liessen. Biallas nannte in diesem Zusammenhang Projektleiter Martin Biallas beim Feintunig der Lösung. die Beleuchtung einer Wohnung oder die Bedienung von Fenster oder Storen. Dabei gehe es jedoch nicht um das «Gedankenlesen», betonte er. Der Ansatz ähnle vielmehr der medizinischen Diagnostik. Denn über die Kappe würden nur die Signale aus gewissen Bereichen des Gehirns erfasst. Auch sei die Methode nichtinvasiv, was sie von anderen Ansätzen wie etwa Implantaten unterscheide. Der Ansatz des «iHomeLab» sei eher die eines EEGs (Elektroenzephalografen) im Spital. Noch ist diese Brain-Computer-Interface-Technologie (BCI) nicht so praktikabel wie eine Fernbedienung. Ohne die Sensorhaube komme der Nutzer nicht aus. Langfristig sei es aber schon die Idee, dass der Nutzer die Fernsteuerung wie einen Kopfhörer aufsetze. Bis dahin sei jedoch noch einiges an Forschungsarbeit nötig. Biallas wollte sich nicht auf einen Zeitraum festlegen, bis eine solche Lösung Realität werden könnte. Er habe jedoch den Eindruck, dass man sich in Zukunft auf solche oder ähnliche Technolo gien freuen könne. Dann könnten Menschen ihre favorisierte Form der Steuerung auswählen. Neben Sprach- oder Gestensteuerung werde BCI eine Alternative sein. Nun arbeite die Forschung daran, die Lösungen noch nutzerfreundlicher zu machen. Das Folgeprojekt sei im Planungsstadium, und zurzeit würden noch Partner gesucht, sagte Biallas. 49

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