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Netzwoche 01/2016

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18 People Live «Das

18 People Live «Das Silo-Denken steht dem digitalen Wandel im Weg» Wie sollen CIOs auf die Digitalisierung reagieren? Vielleicht überhaupt nicht. Denn die Digitalisierung sollte Aufgabe des Business sein, sagt Beat Bussmann, Gründer und Geschäftsführer des Softwareherstellers Opacc. Im Gespräch erklärt er, mit welchen Instrumenten CIOs das Business bei der digitalen Transformation unterstützen können. Interview: George Sarpong i «Unternehmen muss bewusst sein, dass die Digitalisierung keine Eintagsfliege ist.» Beat Bussmann, CEO, Opacc ZUR PERSON Beat Bussmann Beat Bussmann, 57 ist verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von 15 und 18 Jahren. Nach einer Banklehre studierte er an der Hochschule Luzern Betriebswirtschaft. Anschliessend arbeitete er bei Coopers & Lybrand (heute PWC), bevor er sich 1984 selbstständig machte. 1998 gründete er die Opacc Software AG. Dort ist er seither als CEO tätig. Das Unternehmen, das heute 115 Mitarbeitende beschäftigt, entwickelt und implementiert die eigene Enterprise Software. Basis bildet Opacc Oxas. Darauf basieren die Anwendungen Opacc ERP, Opacc Enterprise Shop und Opacc Enterprise CRM. Die einzigartige Update-Garantie sorgt dafür, dass Kundeninstallationen technisch und funktional aktuell bleiben. (Quelle: Opacc) Die grosse Herausforderung für IT-Verantwortliche ist die dig i- tale Transformation. Was sind hierbei die grössten Schwierigkeiten, mit denen IT-Verantwortliche an Opacc herantreten? Beat Bussmann: Die IT-Verantwortlichen wollen von uns eine Plattform, die ihnen konkrete Möglichkeiten bietet, den digitalen Wandel zu gestalten. Denn sie wissen, dass die Digitalisierung nicht in einem Schritt geschieht. Der digitale Wandel selbst ist jedoch eine unternehmerische Fragestellung. Jedes Unternehmen ist ganz anders von der Digitalisierung betroffen und muss zunächst herausfinden, was die Veränderungen für die eigenen Geschäftsmodelle und -prozesse bedeuten. Wie unterstützt Opacc CIOs bei der Lösung dieser Probleme? Wir liefern unseren Kunden die Plattform für die Umsetzung ihrer Digitalisierungsstrategien. Darin sehen wir unsere Hauptaufgabe. Wir passten hierfür unsere Softwarearchitektur in den letzten Jahren konsequent an und bieten heute mit Opacc Oxas eine Plattform, auf der sämtliche Geschäftsprozesse und Daten abgebildet werden können. Das Datenspektrum reicht von Dokumenten, klassischen Geschäftsdaten, Bildern, E-Mails bis hin zu Managementinformationen. Durch die Abbildung aller Prozesse und Daten auf einer einzigen Plattform erreicht der Kunde eine hohe Flexibilität. Diese ermöglicht dann die systematische Digitalisierung von Geschäftsmodellen und Prozessen. Was bieten Sie ausser der Technik noch an? Zusätzlich bieten wir Kunden im Rahmen unserer Praxisarena Seminare für die Weiterentwicklung ihrer Geschäftsstrategien an. Derzeit entwickeln wir zusammen mit Professor Ralf Wölfle von der FHNW mit fünf Kunden griffige E-Commerce-Strategien. Basierend auf diesen Strategien bringen wir anschliessend unsere Lösungen ein. Was raten Sie Ihren Kunden grundsätzlich? Ich rate jedem KMU, eine einzige Plattform für alle seine Prozesse und Daten zu unterhalten. Dies ist die Voraussetzung für die Flexibilität, welche die Abbildung neuer wirtschaftlicher Trends überhaupt ermöglicht. In Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode 6178 den letzten 20 Jahren haben wir Prozesse für unsere Kunden optimiert. Dabei ging es um Integrationen und Kostenoptimierungen. In den kommenden Jahren werden wir Prozesse und Daten adaptieren, weil sich das Geschäftsmodell verändert. Treiber ist der digitale Wandel. Das ist eine grosse Chance für unsere Kunden. Und hier zählt die Flexibilität noch mehr als bisher. Inwiefern? In der Schweiz gibt es gemäss dem Bundesamt für Statistik über 300 000 KMUs. Nicht jedes von ihnen kann und will ein Uber oder ein Google werden. Also muss ein KMU Schritt für Schritt den digitalen Wandel zu seinem Vorteil nutzen. Unternehmen muss dabei bewusst sein, dass die Digitalisierung keine Eintagsfliege ist. Ist das Ihren Kunden bewusst? Es ist unsere grosse missionarische Aufgabe, an diesem Bewusstsein bei unseren Kunden zu arbeiten. Geschäftsführer sollten sich zudem darüber im Klaren sein, dass die Digitalisierung zuerst sie betrifft und erst dann ihre IT- Abteilung. Es geht um den Abgleich dessen, was die Geschäftsleitung braucht und was die IT-Abteilung bieten kann. Das ist eine schwierige Aufgabe. Denn auch die IT verändert sich sehr schnell. Es ist also auch für CIOs gar nicht so einfach, immer am Ball zu bleiben. Inwieweit können Sie als Hersteller bei den raschen Veränderungen überhaupt noch einen Investitionsschutz garantieren? Wir garantieren unseren Kunden die vollständige Update- Fähigkeit unserer Plattform und Anwendungen. Wir garantieren ihnen auch, dass nach dem nächsten Update alles genauso funktioniert wie zuvor. Das betrifft auch sämtliche Anpassungen und Erweiterungen, die bei der Einführung und später im Betrieb vorgenommen wurden. Diesen Investitionsschutz erachten wir als unsere Verpflichtung. Es heisst, Daten seien das neue Öl. Big Data und Analytics werden daher immer wichtiger für die Geschäftsstrategie vieler Unternehmen. Wie unterstützen Sie Ihre Kunden in diesem Bereich? Im Gegensatz zum Ölpreis steigt der Wert der Daten unserer Kunden eher. Auch für KMUs ist es eine Herausforde- 01 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

People Live 19 «Wir müssen dafür sorgen, dass unsere KMU-Kunden erfolgreich sind.» Beat Bussmann, CEO, Opacc rung, von überall her auf die jeweils relevanten Geschäftsdaten zuzugreifen. Denn oftmals wird noch mit Silo-Lösungen gearbeitet. Das heisst, man betreibt mehrere Systeme, die alle für sich funktionieren. Da existieren eine Shop-Lösung, ein CRM, ein POS und ein ERP parallel. Dieses Silo-Denken steht dem digitalen Wandel im Weg. Um aus all diesen Daten das Bestmögliche herauszuholen, müssen sie zunächst vereinheitlicht werden. Mit unserer Plattform verschwinden die Silos. Es gibt keine doppelten Daten und Prozesse mehr. Alle Benutzer sehen in ihrer Rolle, wie sie und das Unternehmen mit einem Kunden interagieren. Ich glaube nicht, dass das Thema Big Data alle KMUs in den nächsten Jahren betreffen wird. Weshalb nicht? Big Data ist ein Hype, teilweise ausgelöst von Softwareherstellern, die es nicht schaffen, ihren Kunden die nötigen Daten in vernünftiger Zeit zur Verfügung zu stellen. Das ist auch der Unterschied zwischen einem grossen Softwarehersteller und einem Anbieter wie Opacc, der sich auf KMU- Kunden fokussiert. Grosse Hersteller wollen ihre Softwarelizenzen verkaufen, anschliessend suchen sie dann gemeinsam mit dem Kunden das Problem dazu. Im Gegensatz dazu müssen wir dafür sorgen, dass unsere KMU-Kunden erfolgreich sind. Ich bin überzeugt, dass viele grosse Unternehmen, die sich eine Big-Data-Lösung anschaffen, nicht wissen, wie sie diese einsetzen sollen. Manchen tut es gut, wenn sie sich auf der Ebene von Visionen und Trends bewegen. So müssen sie sich nicht mit der Realität beschäftigen. Denn hier lauert die Knochenarbeit. Sie beschäftigen sich also lieber mit der Knochenarbeit als mit Visionen? Wir beschäftigen uns mit beidem. Wir brauchen ein Produktkonzept, das in der Lage ist, unseren Kunden die Agilität zu vermitteln, die sie für den digitalen Wandel brauchen. Heute wird in vielen Unternehmen das IT-Budget verwendet, um die Silo-Systeme am Leben zu erhalten. Damit meine ich die Aufrechterhaltung eines erträglichen Integrationslevels, den täglichen Betrieb und die Durchführung von Updates. Oft kosten Updates so viel wie die Neueinführung eines Systems – und absorbieren ebenso viele Ressourcen und destabilisieren ein System für ein bis zwei Jahre. Ich will damit sagen, dass KMUs ihr Geld nur für Schmieren und Salben ausgeben. Da frag ich mich, wie diese Unternehmen die Chancen der Digitalisierung nutzen wollen, wenn sie doch noch mit Schmieren und Salbens beschäftigt sind. Eigentlich würden diese Unternehmen diese Ressourcen besser für die Digitalisierung ihres Geschäftsmodells einsetzen. Wie sieht es mit Analytikwerkzeugen aus? Analytik ist ein Thema für uns. Unsere Anwendungen sind bereits stark in der finanziellen Analyse wie Umsatz und Deckungsbeitrag. Darüber wissen unsere Kunden prak- www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2016

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