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Netzwoche 01/2016

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14 | DIGITAL signage |

14 | DIGITAL signage | PODIUM Guido Stillhard CEO, JLS Digital Dienstleister Markus Wittig Projektleiter, Swisscom Public TV Anwender Patrik Hasler- Olbrych, Leiter Marketing & Kommunikation, Agrisano Anwender «Digital SIGNAGE wird wei- TErhIN ein groSSES ENTwicklungspoTENzIAL haben» Welche wirtschaftliche Entwicklung erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage (DS)? Digital Signage wird weiterhin ein grosses Entwicklungspotenzial haben. Was Banken und Versicherungen schon länger entdeckt haben, wird sich auch im Retail-Bereich immer weiter entwickeln. Nicht nur bewegende und spannende Inhalte am Point of Sale verleiten die Kunden zu einem Kauf. Eine neue Art des Verkaufens wird in die Richtung der Tablet-Lösungen gehen. Mit intelligenten Beratungstools, die dem Verkaufsberater Zugang zu Informationsquellen verschaffen, kann dieser genau auf die Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden eingehen. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Für ein Digital-Signage-Projekt müssen alle Kundenbedürfnisse und Wünsche vorerst genau abgeklärt werden. Anhand dieser Informationen können danach die möglichen Optionen besprochen werden. Ein wegweisender Faktor ist die Platzierung der Installation. Eine hohe Aufmerksamkeit wird in Wartebereichen und an Orten mit viel Durchlaufverkehr erzielt. Unsere Experten integrieren die Anzeigemedien in Ladengeschäften derart, dass diese zum restlichen Shop-Konzept passen. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Digital Signage wird durch moderne Werkzeuge wie Beacons ergänzt. Kaufentscheide werden je länger desto mehr auf Smartphones, Tablets oder sogar Smartwatches getroffen. Dank dieser mobilen Technologien werden die Kunden direkt mit der digitalen Identität eines Unternehmens verbunden. Durch eine Verbindung zur entsprechenden Applikation können etwa Informationen und Gutscheincodes über ein Signal direkt auf das Endgerät des Kunden gesendet werden. Auf diese Weise ist das Unternehmen ganz nah beim Käufer, und es wird eine hohe Kundenbindung generiert. «Kunden erwarTEN, dass die Lösung funkTIoNIErt, und DAS zu einem guTEN PrEIS» Welche betriebswirtschaftliche Bedeutung hat Digital Signage (DS) für Ihr Unternehmen? Swisscom setzt Digital Signage seit über zehn Jahren in den eigenen Shops ein. Über die Displays spielen wir Werbeinhalte und Swisscom Live TV ab, was unter anderem der Verkaufsförderung dient. Damit ist Digital Signage ein zentrales Element am Point of Sale. Des Weiteren planen wir, Digital Signage im KMU-Umfeld zu etablieren. Aktuell arbeiten wir an einer TV-Lösung für Geschäftskunden, die anschliessend als Basis für Digital Signage dienen soll. KMUs werden Bildschirme für die Eigenwerbung im Ladenlokal nutzen können, etwa für die Kundenkommunikation, aber auch, um Einnahmen mit Werbekunden zu erzielen. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Wir müssen davon ausgehen, dass der Kunde selbst keine Zeit investieren möchte. Er erwartet, dass die Lösung funktioniert, und das zu einem anständigen Preis. Wie werden wir das angehen? Swisscom hat das nötige Fachwissen und wird, sofern gewünscht, die Erstellung und Pflege der Inhalte sowie die Akquise von Werbekunden übernehmen. Vorstellbar wäre auch ein Rundumsorglos-Paket, das die Installation und den Austausch eines defekten Bildschirms umfasst. Weil Digital Signage auf einer TV-Lösung basiert, muss das KMU keine zusätzliche Hardware anschaffen. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Mobilisierung, Personalisierung, Interaktion und Transaktion. Das bedeutet konkret: Stellen Sie sich vor, Sie sind Restaurantbesitzer und identifizieren mich als potenziellen Gast, sobald ich mit meinem Smartphone am Restaurant vorbeilaufe (Mobilisierung). Sie sehen, dass ich gerne Fondue esse (Personalisierung) und sprechen mich mit einem Coupon «Fondue-Plausch für zwei zum halben Preis» an (Interaktion). Ich sehe die Nachricht auf dem Smartphone und reserviere via Coupon einen Tisch in Ihrem Restaurant (Transaktion). «DIE KalibrIEruNG der fArbEN auf dem DISPLAy ist unbefrIEDIGEND» Für Digital-Signage(DS)-Anwendungen sind viele Technologien denkbar. Die Bandbreite reicht von Beamern über grosse Displays bis hin zu Videowalls. Für welche Technologie haben Sie sich entschieden und weshalb? Wir setzen in unserem Unternehmen grossformatige LC-Displays ein. Diese dienen der raschen Orientierung und Begrüssung von Kunden, Gästen, aber auch von unseren Mitarbeitern. Welche Vorteile versprechen Sie sich durch den Einsatz Ihrer Digital-Signage-Lösung? Wir können unsere Besucher damit im Eingangsbereich persönlich begrüssen und verabschieden. Zugleich können wir sie von Beginn an mittels gezielt eingeblendeten Informationen an den richtigen Ort (Sitzungszimmer, Vortragssaal etc.) leiten. Welche weiteren Möglichkeiten ergeben sich für Ihr Unternehmen durch den Gebrauch grossformatiger Digital-Signage-Bildschirme? Die Anzeige dient auch dazu, unsere Mitarbeitenden zu informieren. Das können etwa Hinweise auf bevorstehende Anlässe sein oder aber andere wichtige Informationen. Wir kommunizieren auch Gratulationen und Glückwünsche über die Bildschirme. Welche positiven Effekte auf Ihr Geschäft konnten Sie bereits feststellen, und gibt es auch etwas, was Sie stört? Die auf dem Display angezeigten Informationen werden sowohl von den Besuchern als auch von unseren Mitarbeitenden sehr geschätzt. Unbefriedigend ist für uns hingegen die Kalibrierung der Farben auf dem Bildschirm. Die Farbe unseres Firmenlogos etwa wird markant verändert. Zudem ist eine schärfere Auflösung am Monitor wünschenswert. Welche weiteren Projekte könnten Sie sich vorstellen? Abgesehen von den beschriebenen Problemen sind wir mit unserem aktuellen System zufrieden. Wir haben aber derzeit keine weiteren Digital- Signage-Projekte geplant. by © netzmedien ag

Einsatz in UNTERNEHMEN | DIGITAL signage | 15 Mehr als nur digitale Whiteboards Digital Signage findet nicht nur in der Kommunikation im öffentlichen Raum Verwendung. Auch im Unternehmensalltag leisten digitale Schilder wertvolle Dienste. Schweizer Unternehmen sind dabei allerdings eher zurückhaltend. Dennoch haben einige Branchen die Möglichkeiten bereits erkannt. Autor: Christoph Grau Im öffentlichen Raum ist Digital Signage allgegenwärtig. Deutlich weniger verbreitet ist hingegen der Einsatz dieser Technologie in Firmen. Zumeist dienen hier Signage-Anwendungen der Information. Häufig anzufinden sind Installationen etwa in Eingangsbereichen von grossen Gebäuden, wo sie den Weg weisen oder Werbebotschaften wiedergeben. Ebenso werden Signage-Anwendungen, ob nun Displays, Videowalls oder Beamer, als digitale Anschlagbretter verwendet, um Mitarbeiter zu informieren. Damit sind die Anwendungsmöglichkeiten jedoch bei weitem nicht erschöpft. Laut einer Studie von IDC durchläuft der Bereich Digital Signage in Unternehmen gerade einen Wandel. «Moderne Digital-Signage-Installationen produzieren erheblichen Mehrwert, da sie dem Publikum auswechselbare und interaktive Inhalte zugänglich machen», wird IDC- Analyst Keith Kmetz in der Studie zitiert. Daher erwarten die Marktforscher ein starkes Wachstum bei unternehmensbezogenen Digital-Signage-Anwendungen. Neuer Kommunikationskanal Laut einer Studie des Digital-Signage-An bieters Comqi kommunizieren 90 Prozent der Unternehmen mit ihren Mitarbeitern vorrangig per E-Mail. Bis zu einem Drittel dieser Nachrichten werden überhaupt nicht geöffnet. Durch Digital Signage könne hier ein neuer Kommunikationskanal erschlossen werden, war eine der zentralen Ergebnisse der Studie. Die Erfahrungen des Anbieters hätten gezeigt, dass diese Art der Kommunikation von den Mitarbeitern gut angenommen werde. Gerade wenn es um die Ansprache der jüngeren Generation gehe, die mit Bildschirmen aufgewachsen sei, biete Digital Signage viele Möglichkeiten. Die Zufriedenheit der Unternehmen mit den Anwendungen ist daher auch sehr gross. In einer IDC-Umfrage gaben 82 Prozent der befragten Unternehmen an, mit ihren Digital- Signage- Installationen «sehr zufrieden» zu sein. Sie berichteten von Effizienzsteigerungen und erheblichen Verbesserungen bei der Mitarbeiterkommunikation. Noch kein Boom in der Schweiz In der Schweiz halten sich Unternehmen aber eher noch zurück, sagt Stephan Hartmann, Abteilungsleiter Professional Video und Zubehör beim Schweizer Distributor Telion, in einem Gespräch. Seinen Erfahrungen nach spiele Digital Signage «bei den meisten Unternehmen noch eine untergeordnete Rolle». Einzig die grossen Schweizer Banken hätten die Potenziale schon frühzeitig erkannt und stark in diese Technologie investiert, sagt Hartmann. Auch grosse Medienhäuser wie etwa Tamedia setzen Signage bereits für die interne Kommunikation ein. Bewegung beobachte Hartmann auch im Retail-Bereich und bei internationalen Unternehmen. Laut Hartmann fehlt es an einem Vorläufer in der Schweiz: Wenn wichtige Marktplayer in Digital Signage investieren würden, dann könnte die Entwicklung schnell Fahrt aufnehmen. Dennoch sieht er ein «klar steigendes Interesse». Informationsvorsprung nutzen Vorteile böten sich vor allem grossen Unternehmen mit vielen verstreuten Standorten, sagte Hartmann. Mit entsprechend zugeschnittenen Digital-Signage-Anwendungen könnten Informationen ohne Zeitverlust übermittelt werden. Dies verschaffe den Unternehmen einen Informationsvorsprung, was bei geschäftskritischen Prozessen nicht zu unterschätzen sei. So könnten etwa Entwicklungen, Events und Neuheiten in Echtzeit vermittelt werden. Auch haben optische Darstellungen den Vorteil, dass sie, richtig gemacht, schnell erfasst werden können, wie er weiter erklärt. Im Newsroom der Tageszeitung «20 Minuten» halten mehrere Signage-Displays die Redaktoren über die wichtigsten Entwicklungen auf dem Laufenden. Bild: 20 Minuten © netzmedien ag by

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