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Netzwoche 01/2016

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16 | DIGITAL signage |

16 | DIGITAL signage | NACHGEfRAGT «Die richtige Botschaft zur richtigen Zeit am richtigen Ort» Wie erreichen Werbende die Millennials? Oliver Schönfeld, Marketing Director bei Clear Channel Schweiz, weiss, welches Potenzial in Digital-out-of-Home steckt. Im Interview erklärt er, was es zu beachten gilt. Interview: Fabian Pöschl Oliver Schönfeld, Marketing Director, clear Channel. Clear Channel vermarktet seit 1924 Plakatflächen in der Schweiz. Wie hat sich die Bedeutung des Plakats dank Digitalout-of-Home (Dooh) verändert? Oliver Schönfeld: Die Schweiz zählt zu den führenden DOOH-Ländern mit entsprechender Bedeutung des Mediums im Media-Mix, aber auch mit entsprechender Qualität der Standorte. Aussenwerbung gehört zum letzten verbliebenen Massenmedium. Andere Medien kämpfen mit grossen Veränderungen. Die Generation der Millennials etwa ist über klassisches, lineares Fernsehen nur noch schwer zu erreichen. Im Onlinebereich nimmt die Zahl der installierten Ad-Blocker weiter zu, während gleichzeitig Klick- und Share-Raten im Sinkflug sind. Aussenwerbung kann nicht weggeklickt, vorgespult oder geblockt werden und geniesst einen hohen Sympathiewert. Generell profitiert unser Medium von massgeblichen Gesellschaftstrends wie Urbanisierung und steigender Mobilität. Mit der Digitalisierung der Aussenwerbung tun sich neue, kreative Möglichkeiten auf. Auch was die Interaktionsmöglichkeiten mit Konsumenten betrifft. Wir beobachten ganz klar eine höhere Nachfrage nach interaktiven Kampagnen, die jedoch nicht zwangsläufig auf digitalen Screens stattfinden müssen. Jeder Konsument hat via Smartphone seinen Zugang in die digitale Welt bei sich. Kurz: Das klassische Plakat wird weiterhin seine Berechtigung haben. Mit den neuen digitalen Möglichkeiten nimmt die Bedeutung von Aussenwerbung insgesamt zu. Welches Potenzial hat Dooh in der Schweiz? Verglichen mit dem Vereinigten Königreich oder den skandinavischen Ländern stehen wir in der Schweiz in der digitalen Entwicklung erst am Anfang. Wir sind aber überzeugt, dass «Digital» in der Schweiz ein grosses Wachstumspotenzial hat. Dabei geht es nicht darum, alles mit Screens «vollzustellen», sondern wir wollen uns explizit auf wenige, aber topfrequentierte Standorte konzentrieren. Sie haben mit Adello zwei Angebote entwickelt, die Dooh mit dem Smartphone verbinden. Wie rege wird das Angebot genutzt? Während Aussenwerbung für schnellen Reichweitenaufbau und Awareness sorgt, liefern Online- und Mobile-Werbung eine kontextbasierte Aktivierung von Zielgruppen. Was liegt also näher, als mobile Zielgruppen über ihr Smartphone anzusprechen und mit DOOH zu verknüpfen? Oder anders gesagt: Die buchstäblich plakative Wirkung von Aussenwerbung kann durch das Zusammenspiel mit dem Smartphone ihre Wirkung auch im Bereich der Zielgruppenaktivierung voll entfalten. Wir spüren diesbezüglich auf Kunden- wie auch auf Agenturseite reges Interesse, da dies eine völlig neue Art ist, zwei Medien miteinander zu verknüpfen. Manchmal besteht durchaus auch eine gewisse Skepsis, ob ein Nutzer das Zusammenwirken zweier Medien mit entsprechendem Retargeting auch goutiert. Uns war aber von Anfang an klar, dass das Angebot eine gewisse Anlaufzeit braucht. Bislang konnten wir Kampagnen aus den unterschiedlichsten Branchen umsetzen: von der Automobil- über Reise- bis hin zur Finanzbranche. Vor allem unser Case mit Hirz Joghurt von Nestlé zeigt eindrucksvoll, wie erfolgreich die Kampagne am Point of Sale funktionierte und wie das Awareness- Medium Plakat im Zusammenspiel mit dem Aktivierungsmedium Mobile zu beachtlichem Mehrumsatz führte. Was sind weitere mögliche Szenarien mit DOOH? Mediaentscheider sollten nicht nur genaueste Kenntnisse über Konsum- und Mediennutzungsverhalten von Zielgruppen besitzen, sondern auch einen Überblick über die rasant zunehmenden Möglichkeiten an Media-Innovationen und Optionen haben. Das bedeutet auch, sich darüber im Klaren zu sein, welche Technologien und Innovationen im Rahmen einer Aussenwerbekampagne eingesetzt werden können. Wir sind ständig bestrebt, sowohl für Werbetreibende unser Angebot weiterzuentwickeln, als auch unsere Städtepartner auf dem Weg zu Smart Cities zu unterstützen. Und natürlich dürfen wir hierbei nie den Menschen und seine Bedürfnisse ausser Acht lassen. Wir beobachten und testen intensiv weitere technische Möglichkeiten zur Interaktion, wie etwa mit Near Field Communication, einem drahtlosen Datenübertragungsstandard, der aktuell stark im Bereich Mobile Payment genutzt wird. Weiter eruieren wir Möglichkeiten wie Beacons, also kleinen Sendern auf Basis von Bluetooth Low Energy, die eine Reihe von Diensten ermöglichen. So lassen sich etwa gezielte Produktinformationen am Point of Sale über eine entsprechende App einblenden. Zusätzlich erlauben die Daten eine detaillierte Analyse der Besucherströme und des Einkaufverhaltens. Ein weiterer wichtiger Schritt in der digitalen Aussenwerbung kann unter dem Schlagwort «Programmatic» zusammengefasst werden. Dies beschreibt den automatisierten Einkauf von Werbemitteln in Echtzeit und bietet bei digitalen Aussenwerbeflächen die Möglichkeit, die richtige Botschaft zur richtigen Zeit am richtigen Ort auszustrahlen. Relevante Botschaften und Spotkreationen können so zukünftig für eine Vielzahl von unterschiedlichen Situationen und Zielgruppen dynamisch ausgeliefert werden. Im Prinzip lässt sich jedes digitale und mit dem Internet verbundene Medium auch programmatisch ansteuern – also auch DOOH. Wir arbeiten daran, diese Technologie unseren Kunden zugänglich zu machen. Die Vorteile für den Werbetreibenden sind ganz klar eine höherer Flexibilität, ein effizienter Einkauf und genaues Targeting. Artikel online auf www.it-markt.ch Webcode: 6070 by © netzmedien ag

SofTWARE | DIGITAL signage | 17 Wohin bewegt sich der Softwaremarkt für Digital Signage? Wer eine Digital-Signage-Lösung sucht, hat die Qual der Wahl. Mittlerweile gibt es über 100 Anbieter. Die Redaktion hat sich auf dem Markt umgeschaut und einige spannende Produkte entdeckt. Autor: Marcel Urech Der Markt für Digital Signage ist heute nur noch schwer zu überblicken. Ausser Computern, Displays und Set-Top-Boxen ist vor allem die Software entscheidend. Es gibt mittlerweile mehr als 100 Unternehmen, die spezialisierte Lösungen anbieten. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich der Softwaremarkt in unterschiedliche Richtungen entwickelt. Spricht man mit den Herstellern, lassen sich trotzdem einige Trends ausmachen, darunter 4k, HTML5 und Cloud-Lösungen. Auch die Einbindung von Audio-over-IP-Lösungen in Digital-Signage-Produkten und IP-Netzwerkkompatibilität sind hier zu nennen. Es ist erstaunlich, wie viele Digital-Signage-Displays auch im Jahr 2016 immer noch nicht netzwerkfähig sind. Dabei erwarten Kunden heute, dass sie ihre Digital-Signage-Lösungen jederzeit und von jedem Gerät aus über eine Weboberfläche oder eine App bedienen und konfigurieren können. Weiter fällt auf, dass viele Hersteller beginnen, ihre Produkte mit Inhalten aus sozialen Netzwerken zu verknüpfen. Auch «Social Ads» erreichen langsam, aber sicher die Welt des Digital Signage. Hersteller entdecken HTML5 Grassfish ist eines der Unternehmen, das gerade an einer HTML5-Lösung arbeitet. Die Wiener Firma, die sich als «Softwarehersteller für die Steuerung digitaler Mediennetzwerke» beschreibt, will die neue Oberfläche Mitte 2016 präsentieren. Das sei gerade die «heisseste News» rund um Grassfish, antwortet das Unternehmen auf eine Anfrage der Redaktion. Sehr aktiv in der Softwareentwicklung ist auch die Lausanner Firma Navori. Sie veröffentlichte bereits eine HTML5-Version ihres CMS QL Manager. Diese soll das Nutzererlebnis verbessern, die Reaktionszeit der Oberfläche erhöhen und neue Templates erlauben. Barco ist ein weiteres Unternehmen, das auf HTML5 setzt. Die X2O-Plattform von Barco ermöglicht es, relevante Informationen über Standard-Webtechnologien zur Verfügung zu stellen. X2O stellt Daten dabei in einer grafischen Form dar, die einfach interpretierbar ist. Dabei ist eine Veröffentlichung in Standardformaten wie HTML5 möglich. Mit dem Produkt Mit dem «Exstreamer SoundScape Player» verkauft Barix einen Managed-IP-Audio-Decoder, der Inhalte über Netzwerke ausliefert. lassen sich eigene Medienkanäle erstellen, die Videos, Grafiken, Diagramme, Bilder, Social- Media-Inhalte und Powerpoint- Folien an Nutzer ausliefern können. Die Inhalte können direkt auf Unternehmensdatenbanken (wie SAP, Oracle und Sharepoint) verweisen oder auf Social-Media-Profile, unter anderem auf Twitter, Youtube und Facebook. X2O-Objekte enthalten eine vorcodierte Produktionslogik, die grafische Elemente automatisch aktualisiert. Nutzer können die Objekte per Dragand-drop den einzelnen Kanälen zuteilen. Dem Bildschirm eine Stimme geben Mit einer spannenden Neuigkeit wartete letztes Jahr auch Barix auf. Das Unternehmen aus Zürich stellte mit «Sound scape» eine IP-basierte Audiolösung vor. Die Cloud- Lösung kann als «Audio Si gnage» bezeichnet werden. Sie lässt sich in Produkte anderer Hersteller integrieren, unter anderem in diejenigen von Grassfish ist eines der Unternehmen, das ge rade an einer HTML5- Lösung arbeitet. Sie soll Mitte 2016 auf den Markt kommen. Screenfood. Mit der zusätzlichen Anwendung «Audio Point» ist es möglich, Audioinhalte über WLAN auf Kunden-Smartphones zu streamen. Der Clou dabei: Die Inhalte lassen sich synchron zu Videos abspielen, die Firmen über Displays ausliefern können. Barix geht davon aus, dass Einzelhändler so ihre Sonderangebote besser präsentieren und ihre Umsätze dadurch steigern können. «Wir entwickelten Audio Signage, um Bildschirmen eine Stimme zu geben», schreibt Barix auf seiner Website. Da für die Audiostreams mehrere Kanäle möglich sind, unterstützt die Lösung auch mehrere Sprachen. Um den Stream zu erhalten, können Kunden etwa einen QR-Code auf einem Display scannen. Mit dem «Exstreamer SoundScape Player» verkauft Barix auch einen Managed-IP-Audio-Decoder, der Inhalte über Netzwerke ausliefert. Er kann mit Playlists, Adverts und Live- Streams umgehen. Das Gerät unterstützt MP3 und AAC+, Stereo Line Level Output, Micro- SD-Karten und eine Weboberfläche. © netzmedien ag by

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