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Netzwoche 01/2016

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32 Focus Collaborative

32 Focus Collaborative Economy Ist die Crowd mehr als eine Alternative? Crowdsoucing und Crowd Work haben sich als ernst zu nehmende Alternative im betrieblichen Kontext längst etabliert. Im Competence Center Crowdsourcing der Universität St. Gallen (http://crowdsourcing.iwi.unisg.ch/) werden diese neuen digitalen Formen der Arbeitsorganisation und Wertschöpfung sowie die daraus entstehenden Möglichkeiten untersucht. DER AUTOR Jan Marco Leimeister Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik und Direktor am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWI HSG) der Universität St. Gallen Das weitverbreitete Konzept des Crowdsourcings beschreibt das Auslagern von Aufgaben durch einen Crowdsourcer (Unternehmen, Organisation, Gruppe, Individuum) an eine undefinierte Menge von potenziell Mitwirkenden, sogenannte Crowd Worker, über einen offenen Aufruf. Hierbei wird ein Mechanismus beziehungsweise Konzept zur Aufgabenbearbeitung beschrieben. Wohingegen Crowd Work eine neue Form der digitalen Erwerbsarbeit darstellt, die auf dem Crowdsourcing-Konzept basiert und weitgehend auf IT-Plattformen verrichtet wird. Die Crowd Worker werden finanziell vergütet und gehen der Arbeit haupt- oder nebenberuflich nach. Wie sich Unternehmen die Crowd zu Nutze machen Im betrieblichen Kontext findet das Crowdsourcing- Konzept in nahezu allen wertschöpfenden Bereichen Anwendung. Die Crowd wird einerseits zum Entwurf von Marketingkampagnen, Logos oder Slogans für (Crowd Promotion) genutzt. Andererseits lagern einzelne Firmen bereits den gesamten Kundendienst an die Crowd aus (Crowd Support). Im IT-Bereich wird Crowdsourcing bereits zum Testen von bestimmten Applikationen und Websites (Crowd Testing) oder gar zur Entwicklung von ganzen Softwarelösungen eingesetzt (Crowd Production). Darüber hinaus findet das (Teil-) Finanzieren von Projekten durch die Crowd zunehmende Verbreitung (Crowdfunding). Die Unternehmen nutzen die Crowd zudem zur Ideengenerierung und -weiterentwicklung von neuen Strategien, Produkten oder Dienstleistungen (Crowd Ideation). Nicht zuletzt stellt die Crowd für viele Unternehmen ein neues Beförderungsmitteln dar (Crowd Logistics). Die Crowd Worker nutzen hierbei ihre alltäglichen Wege, um Produktlieferungen der Auftraggeber zu übernehmen. Chancen und Herausforderungen Unternehmen können durch Crowdsourcing und Crowd Work Spezialisierungs-, Flexibilisierungs- und Variabilisierungsvorteile erzielen. Zu nennen sind hier erhöhte Flexibilität und höhere Geschwindigkeit bei der Leistungserbringung, Zugriff auf einen bisher nur schlecht oder gar nicht nutzbaren grossen Wissens- und Kompetenzpool, die Akquisition innovativerer Lösungsansätze sowie die Variabilisierung von Fixkosten sowie unter Umständen auch Kostensenkungspotenziale. Der einzelne Crowd Worker kann seine Arbeit flexibler gestalten als früher. Er profitiert vom hohen Grad an Selbstbestimmung durch die Selbstselektion beim Arbeiten in der Crowd. Hinzu kommen oftmals zeit- und ortsunabhängige, leicht zugängliche Arbeitsmöglichkeiten. Zudem eröffnen sich bislang nicht bekannte Beschäftigungsmöglichkeiten. Das Crowdsourcing-Konzept findet in nahezu allen wertschöpfenden Bereichen Anwendung. Herausforderungen bei Auftraggebern und Auftragnehmern Die Herausforderungen auf Unternehmensebene liegen in der Notwendigkeit zur extrem präzisen Aufgabendefinition. Ebenso sind die wahren Kosten derartiger interner oder externer Crowd-Work-Projekte schwer kalkulierbar, da viele notwendige Voraussetzungen in der Organisation erstmalig entwickelt werden müssen. Weiterhin besteht die Gefahr des Kontrollverlusts über Crowd-Aktivitäten sowie des Abflusses von unternehmensinternem Knowhow. Die Risiken für den einzelnen Crowd Worker liegen beim externen Crowdsourcing primär in einer geringen Entlohnung sowie – durch die Standardisierung von Aufgaben, die in die Crowd gegeben werden – die Gefahr der Entwicklung von eintönigen Aufgaben. Darüber hinaus bestehen für den Einzelnen kaum Möglichkeiten, gegen «ungerechte» Crowdsourcer oder Crowd-Plattformbetreiber vorzugehen, etwa bei Nicht-Bezahlung. 01 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Products Neuheiten 33 WWW.NETZWOCHE.CH Roboter im Ring als Fotosujet: An der CES war eine Unmenge neuer Gadgets zu bestaunen. «Eine gewaltige Messe» fpo. Die CES 2016 in Las Vegas ist am 9. Januar nach vier Messetagen und vielen Superlativen zu Ende gegangen. Die Fachmesse erlebte ein ungebrochen hohes Interesse. Veranstalter CTA hat wie schon die Jahre zuvor mit Rekordzahlen aufwarten können. Die Ausstellerzahl legte nochmals um etwa 170 auf über 3800 zu, die Ausstellungsfläche wuchs um 24 000 auf knapp 230 000 Quadratmeter, wie es in einer Mitteilung des US-Branchenverbands heisst. Zwar verzeichnete die CES 2016 leicht weniger Fachbesucher als im Vorjahr, das ist aber von den Veranstaltern so gewollt, weil die Messe an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt ist, wie Heise berichtet. GfK-Analyst Luca Giuriato spricht denn auch von einer «gewaltigen» Messe, die immer internationaler werde und wohl die weltweit wichtigste CE-Messe sei. ! KORRIGENDUM HP Elite x2 1012 In Ausgabe 19-20/2015 haben wir auf Seite 30 zur Produkt-News «HP lanciert das Elite x2 1012» ein falsches Bild publiziert. So sieht das neue Convertible HP Elite x2 1012 in Wirklichkeit aus. Fitness war eines der ganz grossen Themen der Messe. Die Gadgets hierfür reichten von Fitness-Trackern bis hin zu Smartwatches. Laut Veranstalter CTA werden Wearables eines der Hot Topics 2016 sein, was sich durch zahlreiche neue Smartwatches und Fitness-Tracker an der Messe bemerkbar machte. Ebenfalls heiss gehandelt wird das Thema Virtual Reality, dessen Markt dieses Jahr mit neuen Geräten durchstarten soll. Zudem steht die Vernetzung der Geräte für die Kommunikation mit anderen Geräten weiterhin im Trend. Auch Drohnen, Action-Cams sowie Bluetooth- Player und -Systeme sollen die Wachstumsmotoren sein. Die CES 2017 findet vom 5. bis 8. Januar 2017 wie gewohnt in Las Vegas statt. Schon vom 11. bis 13. Mai geht in Shanghai die CES Asia über die Bühne. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 5989 Skype lanciert Simultandolmetscher dgi. Skype hat seine Videotelefonielösung mit einem neuen Feature versehen, wie Cnet. com berichtet. Damit stehe allen Windows-Nutzern ein Echtzeit-Übersetzungsservice zur Verfügung. Das Unternehmen ist gemäss dem Bericht derzeit in der Lage, gesprochene Nachrichten in die folgenden Sprachen zu übersetzen: Mandarin, Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch. Zusätzlich könne die Lösung geschriebene Sofortnachrichten in über 50 Sprachen übersetzen. ▸ Webcode 6088 Ein neuer Player auf dem Schweizer Smartphone- Markt mur. Der chinesische Smartphone-Anbieter Coolpad weist in einer Medienmitteilung darauf hin, dass er seine Android-Geräte nun auch in der Schweiz und Deutschland verkauft. Die Ex-HTC-Manager Christoph Lichtenberg und Frank Weierhorst verantworten den Markteintritt. Der 30-jährige Lichtenberg ist Country Manager, der 46-jährige Weierhorst Sales Director. ▸ Webcode 6058 Huawei stellt High-End- Phablet Mate 8 vor csc. Huawei hat an der CES in Las Vegas sein neues Flaggschiff-Smartphone Mate 8 enthüllt. Der chinesische Hersteller bezeichnet das High-End-Gerät als «Akkuwunder». So soll die Batterielaufzeit gegenüber dem Vorgängermodell Mate 7 deutlich verbessert worden sein. Neu soll der Akku zwei Tage durchhalten. Das Mate 8 hat einen 6 Zoll grossen Full-HD-Display, das mit 1920 x 1080 Pixeln auflöst. Im Innern werkelt ein 2,3-Gigahertz-Achtkern- Chip namens Kirin 950. Ein Hilfsprozessor soll die Akkulaufzeit zusätzlich verlängern. ▸ Webcode 5974 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2016

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