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Netzwoche 01/2016

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36 Service

36 Service Verbandsnachrichten Simsa Agency Round Table – gemeinsam vorwärtsgehen Die digitalen Branchen befinden sich in einem ständigen Wandel, sodass die politischen und wirtschaftlichen Rahmen bedingungen oft hinterherhinken. Wie gestaltet sich die Zukunft der Internetindustrie? Wie kann die Branche gemeinsam an der Spitze bleiben und den digitalen Werkplatz Schweiz weiter stärken? Es gibt Themen, die nur gemeinsam angegangen werden können. Ein starker Branchenverband bündelt die Initiativen und fördert so auch die Wahrnehmung der digitalen Geschäftswelt in der Schweiz. SIMSA «Die Internetindustrie ist ein wichtiger Wirtschaftszweig unseres Marktplatzes. Schweizer Internetunternehmen set zten jährlich 500 Millionen Franken um. Simsa – Swiss Internet Industry Association – setzt sich für die Bedürfnisse dieses boomenden Sektors ein. Die Simsa vernetzt Dienstleister, stellt Vorlagen für Verträge sowie Checklisten zur Verfügung und informiert die Öffentlichkeit über Entwicklungen und Innovationen der Branche.» www.simsa.ch DER AUTOR Nathanael Neuhaus arbeitet in der Kommunikationsstelle der Simsa und begleitet die Simsa-Events in der Vor- und Nachbearbeitung. Die Simsa veranstaltet als Branchenverband der Internetindustrie regelmässige Gesprächsrunden mit den Interessengruppen innerhalb des Netzwerkes. An diesen Round Tables werden neue Formen der Zusammenarbeit geprüft, gemeinsame Grundlagen erörtert und aktuelle Herausforderungen besser identifiziert. Unter Leitung der Simsa werden anschliessend Lösungen zu den diskutierten Herausforderungen erarbeitet. Anfang Dezember trafen sich die Webagenturen zum zweiten Round Table des Jahres 2015. Die bereits im Frühjahr ausgemachten Bedürfnisse wurden tatkräftig angegangen, sodass die Simsa bereits erste Lösungen zu den Herausforderungen der Webagenturen präsentieren konnte. Auch die Hosting-Provider treffen sich Ende Januar zu einem Round-Table-Gespräch, um in einer möglichst hochkarätigen Runde gemeinsame Antworten auf die Revision des Urheberrechtsgesetzes zu finden. Hier nun aber zunächst die Themen des Gesprächs mit den Webagenturen. Kapazitätsbörse der Webagenturen Der Prototyp einer Kapazitätsbörse für die Webagenturen steht! Auf Anregung der Simsa hat sich Sandra Marques von der Dotpulse AG dem Projekt in ihrer Diplomarbeit zum Web Project Manager angenommen. Sie präsentierte am Round Table ihr Vorgehen, klärte über in einer Umfrage geäusserte Bedürfnisse, Erwartungen und Bedenken auf und stellte ein Design der Online-Kapazitätsbörse in einer Betaversion vor. Dass ein starker Bedarf an einer brancheninternen Kapazitätsbörse besteht, bestätigte sich bei einer Telefonumfrage bei neun Agenturinhabern. Vordergründig war den Befragten vor allem wichtig, dass die Anonymität von Firmen und auch von Einzelpersonen auf der Plattform gewahrt werde. Eine minutiöse rechtliche Abklärung war zur Umsetzung der Kapazitätsbörse auch wichtig, weil es für Arbeitsvermittlungsplattformen eine Bewilligungspflicht gibt. Die Kapazitätsbörse der Webagenturen will allerdings keine Arbeitsstellen oder Arbeiternehmer vermitteln, sondern Personalengpässe und Überbelegschaften innerhalb eines engen Netzwerkes abfedern. Bis zu zehn Mal oder bis zu einer jeweiligen Umsatzobergrenze von 100 000 Franken pro Jahr kann, laut Gesetz, jede teilnehmende Agentur Personal austauschen, ohne dass dafür eine Bewilligung notwendig ist. In der Kapazitätsbörse können Agenturen in Zukunft sowohl nach freien Kapazitäten suchen, wie auch eigene Ressourcen publizieren. Zu einem Personaltausch wird es letztlich aber immer erst kommen, wenn sich auch die betroffenen Mitarbeiter einverstanden erklären. Die Anonymität der Mitarbeiter soll dabei auf der Plattform in jedem Moment gewahrt werden. In einem weiteren Schritt soll dann auch ein Bewertungs- und ein Credit-System in die Kapazitätsbörse eingebracht werden. Bindende Vereinbarungen und ein strenger Code of Conduct zwischen entsendenden und einsetzenden Agenturen sind für das Gelingen des Projektes von grosser Bedeutung und befinden sich momentan in der Mache. Ein wichtiger Teil dieser Vereinbarungen wird sein, dass durch die Kapazitätsbörse weder Kunden noch Mitarbeiter abgeworben werden dürfen. Finanziert werden soll der Unterhalt der Plattform vor allem durch Abo-Einnahmen der teilnehmenden Agenturen sowie über einen kleinen Kick-back aus Vermittlungen. 01 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Service Verbandsnachrichten 37 Die Verfasserin des Projekts, Sandra Marques, rechnet mit einer wahrscheinlichen Refinanzierung der Entwicklungs- und Betriebskosten der Plattform nach fünf Jahren mit insgesamt 800 Vermittlungen. In kleinen Gruppen wurden Lösungen zu vorher bestimmten Fragestellungen erarbeitet. Sandra Marques von Dotpulse präsentierte ihren Prototyp der Kapazitätsbörse für Webagenturen. Valérie Vuillerat (Bild) und Imre Sinka begrüssten die Webagenturen als Vorstandsmitglieder der Simsa und leiteten die Gespräche. Weiterbildungen im Webbereich Zweites grosses Thema des letzten Simsa Agency Round Table des Jahres 2015 war die Weiterbildung. Gerade Branchen im Webbereich sind von ständiger Innovation umgeben und ständig gefordert, wenn es darum geht, am Ball zu bleiben. Monatlich kommen neue Tools zum Handwerk hinzu, die Methodik und Ausführung von Aufträgen teils grundlegend verändern können. In den technischen Belangen läuft es bei der Weiterbildung darum oft auf die selbstständige Vertiefung von Themen oder auf die gezielte persönliche Aneignung von Wissen hinaus. Die Agenturinhaber haben mit dieser individuellen Form der Weiterbildung oft sehr unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Die Simsa will nun innerhalb des Branchennetzwerkes Struktur in die Weiterbildung bringen und eigene Workshops zu ausgewählten Themen veranstalten. Dabei sollen nicht nur spezifische Skills für neue technische Lösungen, sondern auch das Rüstzeug zur Führung und Kontrolle einer Projektgruppe vermittelt werden. Spezielles Fachwissen, dass sich Einzelne in Mini-Degrees von Drittanbietern aneignen, soll so innerhalb der Branche ausgetauscht werden. Insgesamt könnten so 2016 zehn bis zwölf Themenschwerpunkte festgelegt werden, zu denen dann jeweils ein Referent aus einer Agentur gestellt wird. Termine und Orte für diese Workshops müssen jeweils im Detail besprochen werden, eine kleine Gruppengrösse von maximal zehn Teilnehmenden pro Workshop würde aber den administrativen Aufwand auf ein Minimum beschränken. Die Simsa verfolgt mit den Workshops vor allem das Ziel, einheitliche und von allen anerkannte Weiterbildungsstrukturen zu etablieren und dabei die Bedürfnisse und aktuellen Anforderungen der sich ständig wandelnden Branche flexibel miteinfliessen zu lassen. Die simsainternen Workshops sollen ausserdem einen Austausch von offener und ehrlicher Information begünstigen, da keine gewinntorientierten Drittparteien involviert sind. Die Workshops können zu einem geringen Unkostenbeitrag durchgeführt werden. Vor allem aber will die Simsa die Branche in der Schweiz als Ganzes weiterbringen und den Informations- und Wissensaustausch vereinheitlichen und fördern. i NÄCHSTER SIMSA AGENCY ROUND TABLE Der Austausch unter den Agenturen kam sehr gut an. Das nächste Treffen der Webagenturen findet am Nachmittag des 7. April im Vorfeld der Best of Swiss Web Awards 2016 in Zürich statt. Über den Newsletter der Simsa erfahren Sie frühzeitig, wie und wo Sie sich für den Event anmelden können. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2016

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