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Netzwoche 01/2016

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10 Business Cebit

10 Business Cebit 2016 «Wir schreiben die Geschichte der Cebit neu» Die Cebit will ihr Image wechseln und keine IT- oder Computer-Messe mehr sein. Wie schon im Vorjahr dreht sich auf der Cebit 2016 alles um das Schlagwort «D!conomy». Einen kleinen Vorgeschmack darauf gaben die Veranstalter und das Partnerland Schweiz schon jetzt in Hannover. Autor: Coen Kaat Oliver Frese, Cebit-Vorstand bei der Deutschen Messe AG. «Ein ganzheitliches Bild der Digitalisierung» Die Cebit 2016 soll, wie Frese versprach, nicht bloss einen Ausschnitt der Digitalisierung, sondern ein ganzheitliches Bild von ihr zeigen und zwar in den Bereichen Märkte, Branchen, Unternehmen, öffentliche Hand und Gesellschaft. So sollen die Besucher der Messe die Potenziale der Digitalisierung sowie neue Geschäftsmodelle erkennen. In diesem Jahr will die Cebit zudem ihren Blick auf eine bisher kaum thematisierte Produktgruppe werfen: Drohnen. Zu diesem Zweck bauen die Veranstalter auf dem Messegelände eine Flugarena, damit die Geräte zeigen können, wozu sie entwickelt wurden. Trotz des neuen Kapitels in der Geschichte der Cebit bleibt das Motto der letztjährigen Messe erhalten – auf Wunsch der Aussteller. Auch 2016 heisst es in Hannover also wieder: «D!conomy». Dieses Konzept, das die digitale Ökonomie umschreibt, werde sich wie ein roter Faden durch die ganze Messe ziehen, sagte Frese. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode 6191 Die Cebit 2016 hat ihre Tore zwar noch nicht aufgeschwungen – aber schon mal einen Spalt breit geöffnet. An der Cebit Preview zeigten die Veranstalter, was die Besucher zwischen dem 14. und dem 18. März in Hannover erwartet: ein neues Kapitel für die Messe. So nannte es jedenfalls Oliver Frese, Cebit-Vorstand bei der Deutschen Messe AG. «Wir schreiben die Geschichte der Cebit neu», sagte er. Die Cebit soll ihren Status als Computer- oder IT-Messe verlieren. Stattdessen wollen die Veranstalter ihre Messe als führenden Event für die Digitalisierung der Wirtschaft und Gesellschaft positionieren. Partnerland «Sw-IT-zerland» Als diesjähriges Partnerland der Cebit gab auch die Schweiz am Preview-Event einen kleinen Vorgeschmack auf die Cebit. Beziehungsweise ein Amuse-Bouche, wie man in der Schweiz dazu sage, scherzte Nationalrat und ICT-Switzerland-Vorstandsmitglied Franz Grüter auf der Bühne. Die Schweiz müsse sich nicht verstecken, wenn es um IT gehe, sagte er. Schliesslich stecke die IT ja bereits im Namen drin: «Sw-IT-zerland». Die Schweiz exportiere IT-Produkte und -Dienstleistungen im Wert von 18 Milliarden Franken. Das sei «zwölf Mal mehr IT als Käse und Schokolade zusammengenommen», sagte er. Mit dem Status als Partnerland einher geht eine grös sere Präsenz an der Messe. Diese ist gemäss dem Nationalrat zehn Mal grösser als je zuvor. 1700 Quadratmeter Ausstellungsfläche stehen Schweizer Unternehmen zur Verfügung. An der Preview zeigten bereits die ersten Schweizer Unternehmen, was sie im März präsentieren wollen. So nahmen etwa die ETH-Start-ups Project Skye und Wing tra ihre Drohnen mit. Beide Jungunternehmen kombinierten dafür Elemente verschiedener Drohnentypen zu neuen Fluggeräten. 01 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Nachgefragt 11 «Unsere Entwickler sind äusserst talentiert» Der CEO von Pure Storage, Scott Dietzen, hat Mitte Januar Zürich besucht. Zwischen Meetings mit Partnern und Kunden hatte er eine Stunde Zeit für ein Interview. Dietzen strotzte vor Selbstvertrauen. Er will mit Pure Storage die Nummer eins werden. Interview: David Klier Anfang Dezember 2015 hat Pure Storage seine ersten Quartalszahlen veröffentlicht. Grund dafür war der Börsengang im Oktober. Alle an der Börse gelisteten Unternehmen müssen regelmässig ihre Geschäftszahlen offenlegen. Die Zahlen von Pure Storage waren beeindruckend. Der Umsatz kletterte um 167 Prozent im Jahresvergleich. Von knapp 50 Millionen US-Dollar auf rund 131 Millionen. Gewinn machte das Unternehmen dabei keinen. Im Gegenteil. Pure Storage schloss das dritte Quartal 2015 mit 55 Millionen Dollar operativem Verlust. CEO Scott Dietzen blendet das aus. Im Gespräch im Hotel Seefeld in Zürich verwies er stattdessen auf die operative Marge. Die habe sich drastisch verbessert. «Jeder Dollar, den wir ausgaben, generierte 1,70 Dollar Umsatz», sagte Dietzen. Das ändert nichts an den Tatsachen. Pure Storage verliert weiterhin Geld. «Unsere operativen Margen sind inzwischen besser als die der traditionellen Storage- Anbieter.» Scott Dietzen, CEO, Pure Storage Warum macht Pure Storage keinen Gewinn? Scott Dietzen: Wir wachsen schneller als jeder andere Storage-Anbieter, sogar schneller als die ganz grossen der Netzwerkbranche wie Cisco oder Palo Alto Networks. Gleichzeitig verbesserten wir unsere Effizienz. Was bedeutet das? Wer wachsen will, muss investieren. Genau das machen wir. Wir investieren in Marketing, in unser Geschäftsfeld, in die Entwicklung. Das funktioniert. Wir wachsen und werden effizienter. Das haben wir unseren Investoren versprochen. Aber die Preise für Flash sinken immer weiter. Wie will Pure Storage angesichts dessen jemals Profit machen? Die sinkenden Preise helfen uns. Als wir anfingen, kosteten die Consumer-SSDs, die wir verwendeten, viermal so viel wie die schnellen HDDs mit 15 000 Umdrehungen pro Minute. Heute ist das anders. Flash ist billiger als so eine Tier-1-Platte. Ausserdem können wir Daten beinahe um das Sechsfache reduzieren. Mit einer HDD ist das unmöglich. Flash benötigt fünf- bis zehnmal weniger Strom und deutlich weniger Platz im Rack als eine klassische Festplatte. Je günstiger Flash wird, desto schneller kippt der gesamte Markt in Richtung All-Flash. Unsere operativen Margen sind inzwischen besser als die der traditionellen Storage-Anbieter. Sie vergleichen sich gern mit den anderen im Markt. Die Zahlen der anderen unabhängigen Anbieter wie etwa EMC oder Netapp sprechen für sich. Ihre Margen sind auf unter 50 Prozent in ihrem Kerngeschäft gesunken. Das ist vielleicht kein historischer Trend, aber es zeigt deutlich, dass die Preise für Flash schneller fallen als die für HDDs. Aber es geht doch nicht nur um den Preis? Um das Beste aus Flash herauszuholen, braucht man sehr hoch entwickelte Software. Unsere Entwickler sind äusserst talentiert. Sie kommen von Firmen wie Facebook oder Google. Unternehmen wie EMC oder Netapp können solche Entwickler kaum anlocken. Die besten Entwickler der Welt wollen keine 24 Jahre alte Software in 30 Jahre alte Software verwandeln. Das ist einfach nicht interessant. Seit November 2014 ist Pure Storage auf dem Schweizer Markt aktiv. Wie lief es bisher? Unsere ersten Kunden in der Schweiz waren MDD und die ETH. Beide nutzten Arrays mit klassischen Festplatten. Die ETH wollte komplett auf Flash umsteigen. Alle grossen Hersteller kämpften um den Auftrag. Wir bekamen den Zuschlag. Seither gewannen wir hier in der Schweiz dutzende Kunden. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode 6189 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2016

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