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Netzwoche 01/2017

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Bild: iStock 40 XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX FOCUS TRANSFORMATION Herausforderung digitale Transformation gsa. Digitale Arbeitsabläufe statt Papierkrieg, Cloud Computing statt On-Premise-Software oder Tablet statt Desktop-PC: Die digitale Transformation bietet Unternehmen aller Grössen Chancen. Gemäss der Studie «Digital Switzerland 2016» zeigen über die Hälfte der befragten Unternehmen Aufholbedarf bei der Digitalisierung ihrer Geschäftsmodelle. Insbesondere für KMUs ergibt sich ein grosses Potenzial. Doch wo anfangen? Die Autoren der Fachbeiträge im aktuellen Fokus wollen erste Ansätze aufzeigen. Swisscom zeigt mehrere Beispiele erfolgreicher Digitalisierungsprojekte. Wie etwa bei einem Café in Bern. Dort wurde das Kundenerlebnis durch eine Onlineplattform verbessert. Mit der firmeneigenen Pad-Maschine können die Kunden ihre eigene Kaffeemischung nach Geschmack zusammenstellen. Ein weiteres Beispiel bietet das Kundenmanagement. Insbesondere kleine Dienstleister wie Coiffeure oder Restaurants können mit einfachen digitalen Lösungen ihre betrieblichen Abläufe einfacher, effizienter und kostengünstiger als bisher organisieren. Welche Möglichkeiten es gibt, erklärt Ertan Wittwer, SVP Sales Europe und CEO Switzerland beim Softwareanbieter Shore. Ein Treiber der Digitalisierung von Geschäftsabläufen ist das Kundenerlebnis. Dieses wollen Unternehmen immer weiter verbessern, um Käufer für ihre Produkte und Dienste zu begeistern. Oder auch um Kunden langfristig an sich zu binden. Was es hierbei zu beachten gilt, erklärt Kamales Lardi, Managing Partner von Lardi & Partner Consulting. 01 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Digital Transformation 41 Digitalisierung: Höchste Zeit für KMUs Uber, Airbnb, Banken, SBB und die Post – alles spricht von Digitalisierung und disruptiven Geschäftsmodellen. Dass auch KMUs von digitalen Lösungen profitieren können und dabei nicht immer alles auf den Kopf gestellt werden muss, geht oft vergessen. SBB-Billette werden auf dem Smartphone gelöst, an der Kasse bezahlt man mit dem Smartphone, und Globus plant laut Medienberichten den Totalumbau: Sperrige Artikel wie Vorhänge und Geschirrsets sollen getreu dem Konzept «digitaler Showroom» im Laden nur noch als Muster zu sehen sein. Gekauft wird via Touchscreens, die praktischerweise direkt in der Abteilung bereitstehen. Die Digitalisierung ist im Privaten und Geschäftlichen angekommen. Kunden sind es gewohnt, online einzukaufen und erwarten heute mehr als einen simplen Warenkorb. Unternehmen gestalten ihre Prozesse durch Digitalisierung effizienter. Die Vorteile der Digitalisierung kommen jedoch nicht nur Grosskonzernen, sondern ganz besonders auch kleinen und mittleren Unternehmen zugute. KMUs noch im Rückstand In vielen Schweizer KMUs hapert es indes an Digitalisierungsprojekten. Zwar erachten laut der HWZ-Studie «Digital Switzerland 2016» rund 80 Prozent der befragten Firmen die digitale Transformation als sehr wichtig oder wichtig. Beim digitalen Reifegrad, der sich an der Verbesserung des Kundenerlebnisses und der operationellen Exzellenz durch Digitalisierung bemisst, verharren jedoch 59 Prozent im Stadium des «digitalen Dinosauriers» – sprich: Beides ist noch wenig entwickelt. Auch die Umfrage «Digitalisierung – wo stehen Schweizer KMUs?» von PwC, Google und Digitalswitzerland kommt zum Schluss, dass der Digitalisierungsgrad der KMUs stark variiert. Neue Geschäftsmodelle würden zu wenig als Chance gesehen, und beim Kundenkontakt setze man immer noch auf Altbewährtes. Obwohl Digitalisierung mit Investitionen verbunden ist: Das finanzielle Engagement habe sich gelohnt, heisst es vonseiten der KMUs, die schon digitalisiert haben. Dazu gehört etwa ein Alterszentrum, das die Umstellung auf All-IP als Gelegenheit nutzte, die alte Telefonanlage zu ersetzen. Zwar waren damit Investitionen verbunden, mit der heutigen Kommunikationslösung kann das Zentrum den Bewohnern nun jedoch die Telefonanschlüsse und Geräte zum Pauschalpreis vermieten. Das bringt zusätzliche Einnahmen, die für künftige Investitionen zurückgelegt werden können. Digital mit Erfolg Die Digitalisierung ist für KMUs eine Chance mit kleinen Veränderungen, Grosses zu bewirken oder zum Beispiel auch ein neues Geschäftsmodell zu kreieren. Wie es etwa ein Café in Bern umgesetzt hat. Das Kundenerlebnis wurde durch eine raffinierte Onlineplattform verbessert. Darauf können die Kunden ihre eigene Kaffeemischung nach Geschmack zusammenstellen. Der durchgestylte Webshop verhilft auch der firmeneigenen Pad-Maschine zu internationalem Erfolg. Ein weiteres Beispiel ist ein Gartenbauer, der seinen Kunden einen Schädlingsalarm anbietet. Tritt ein bestimmter Schädling oder eine Krankheit auf, warnt er seine Kunden per SMS. Auch die Arbeitsweise kann durch die Digitalisierung effizienter werden. Dank einer App kann der Gartenbauer beim Kunden direkt auf das Foto des Gartens zeichnen und die Ergebnisse anschliessend ins CAD übernehmen. Keine Angst vor der «Disruption»: Digitale Transformation bedeutet nicht, dass alles, was theoretisch digitalisiert werden kann, auch sofort digitalisiert werden muss. Und es heisst nicht, dass jedes KMU zum nächsten Uber werden muss. Man kann mit einzelnen, einfachen Projekten beginnen, Erfahrungen sammeln und dann nach und nach weitere Prozesse und Bereiche mit digitalen Lösungen verbessern. In jedem Fall gilt jedoch: Der erste Schritt muss gemacht werden. DER AUTOR Reto Baschera Leiter Business Products bei Swisscom www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2017

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