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Netzwoche 01/2017

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46 Management & Career

46 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Ausbildung von Procloud und Microsoft msu. Procloud und Microsoft haben eine gemeinsame Plattform für die Ausbildung im Digital Marketing gegründet. «Modern Seller» sei speziell für die Schweiz entwickelt worden, schreibt Procloud. Das Ausbildungsprogramm sei vor allem für Partner im KMU- Bereich gedacht. Das Ziel sei es, die Digitalisierung in der Schweiz voranzutreiben und den Weg in die Cloud zu vereinfachen. ▸ Webcode DPF8_20976 Neue Seminare an der FHNW mur. Die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) bietet zwei neue Seminare an: «Doing Business in China» und «Android- und iOS-Entwicklung». Das erste findet in Olten statt, das zweite in Basel. Das China-Seminar zeigt laut FHNW auf, wie Schweizer KMUs das Potenzial des chinesischen Marktes nutzen können. Mit dem zweitägigen Android- und iOS-Seminar will die FHNW Grundwissen über Projektmanagement lehren. ▸ Webcode DPF8_20197 Neues Bachelor-Studium Wirtschaftsinformatik mur. Die FHS St. Gallen bietet auf Master-Stufe seit 2012 einen eigenen Wirtschaftsinformatik-Studiengang an. Auf Bachelor-Stufe war das Angebot bis jetzt in den Studiengang Betriebsökonomie integriert. Das wird sich bald ändern: Die Fachhochschule bietet Wirtschaftsinformatik ab Herbst 2017 als eigenständigen Bachelor-Studiengang an. Mit den Vertiefungsrichtungen Prozess- und IT-Management sowie Business Software Development. Die Termine finden sich auf fhsg.ch/infoabend. ▸ Webcode DPF8_20214 Fünf Schweizer Jungprogrammierer ausgezeichnet msu. Am 7. Januar hat die Siegerehrung der ersten Runde der Schweizer Informatik-Olympiade (SOI) stattgefunden. 97 Jugendliche aus 18 Kantonen trafen sich an der Veranstaltung an der Eidgenössischen Technischen Hochschulen in Zürich (ETH). Organisatoren loben Enthusiasmus Vor ihrer Teilnahme an dem Informatikwettbewerb lösten die Jugendlichen während zweier Monate verschiedene Programmieraufgaben. Die Organisatoren freuten sich über den Enthusiasmus der Teilnehmer: «Es ist jedes Mal erstaunlich, mit welcher Begeisterung so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitmachen. Nicht nur das Lösen der kniffligen Aufgaben gehört dazu, auch das nötige Wissen muss selbstständig erarbeitet werden – unsere Workshops helfen zwar, sind aber erst der Ausgangspunkt», sagte Johannes Kapfhammer, Präsident der Schweizer Informatik-Olympiade und Informatikstudent an der ETH. Die Jury bewertete diese anhand der Korrektheit der Resultate und der Effizienz des Programms, wie es in einer Mitteilung heisst. Workshop zur digitalen Disruption cgr. Lardi & Partner Consulting haben eine Workshop- Reihe unter dem Namen «Vision Lab» ins Leben gerufen. Die Veranstaltungen sollen Unternehmensentscheider auf die digitale Disruption vorbereiten, wie es in einer Mitteilung heisst. Teilnehmer sollen etwa ein Verständnis für das Konsumentenverhalten und das Wissen für die Schaffung einer Innovationskultur erhalten. Dies mit dem Ziel, die Agilität des Unternehmens zu erhöhen. «Mit realen und futuristischen Szenarien werden die Teilnehmer während der Workshops inspiriert, die Möglichkeiten der digitalen Disruption zu erforschen», schreiben die Veranstalter in der Mitteilung weiter. Die fünf besten jungen Programmierer der Schweiz (v.l.): Jonathan Hauenstein, Martin Chikov, Nicolas Camenisch, Jan Boschung und Robin Hänni. Quelle: VSWO Zweite Runde startet im März An der Olympiade nahmen elf Mädchen teil. Zwei erhielten einen Sonderpreis für das beste Resultat aller Mädchen: die Zwillinge Viera und Ivana Klasovita, beide lernen am MNG Rämibühl (ZH). Im März findet die zweite Runde des Wettbewerbs statt. Dort gibt es eine theoretische und eine praktische Prüfung zu bestreiten, wobei die theoretische Prüfung an der ETH respektive der EPFL absolviert wird. Für die praktische Prüfung programmieren die Jugendlichen zuhause. Das Ziel der Teilnehmenden ist das internationale Finale der Informatik-Olympiade in Teheran, Iran. Rund 300 Jugendliche aus über 80 Ländern werden dort gegeneinander antreten. Praktische Anleitungen Zusätzlich erhalten die Teilnehmer praktische Anleitungen, um sich in der digitalen Wirtschaft zurechtzufinden. Anhand von echten Unternehmensszenarien werden kreatives Denken, Geschäftsmodellierung und auch pragmatische Unternehmenslösungen vermittelt, wie es weiter heisst. Folgende Erfahrungen sollen die Teilnehmer im Rahmen des Seminars machen können: ·· visionäre, zukunftsorientierte Sessions ·· szenenbasiertes Lernen mit realen und futuristischen Beispielen ·· praktisches, umsetzbares Wissen fürs alltägliche Geschäft ·· Gelegenheit, neue Technologien und Geräte auszuprobieren ·· Anleitung für ganzheitliche digitale Business- Transformation. Beim letzten Punkt liege der Fokus auf der Digitalisierung des Business und der internen Organisation. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter: info@lardipartner.com 01 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 47 «Den machtvollen Cheftyp braucht es immer seltener» Jutta Rump lehrt als Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ludwigshafen. Sie forscht zu Personalmanagement und Organisationsentwicklung. Im Interview erklärt sie, warum die Rolle des Chefs im Zeitalter der Digitalisierung neu gedacht werden muss. Interview: Urs Prantl, KMU-Mentor, Partner bei Focus on Future Die Digitalisierung stellt auch Führungskräfte vor neue Herausforderungen. Oft ist von einer Demokratisierung der Führung die Rede. Was ist damit gemeint? Jutta Rump: Die Digitalisierung stellt Führungskräfte vor extreme Herausforderungen. Es ändern sich mit der digitalen Transformation eben nicht nur die Aufbau- und Ablauforganisationen, die Geschäftsmodelle, Prozesse und Wertschöpfungsketten. Es ändern sich Fragestellungen der Arbeitsbedingungen, der Arbeitszeit, des Arbeitsorts, die Anforderungen an Kompetenzen und Qualifikationen. Auch das Thema von Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben spielt plötzlich eine wesentlich grössere Rolle. Daraus folgernd müssen Führungskräfte nicht nur strategischer Partner und Manager des immer komplexeren und schnelleren Tagesgeschäfts sein, sie müssen neben aller Veränderung auch normativer Bewahrer der Unternehmensidentität sein, damit das Unternehmen während seines Transformationsprozesses nicht ständig seine Bodenhaftung verliert. in ihren Organisationen bereits schon sehr weit getrieben haben. Jutta Rump ist Professorin für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Hochschule Ludwigshafen. Welchen Anforderungen müssen Führungskräfte gerecht werden? Sie müssen Change Agent sein, sie müssen Personalentwickler sein, sie müssen Coach für ihre Mitarbeiter sein – ich könnte hier beliebig weiterfahren. Aus alldem ergibt sich das Aufgabenprofil für die Führungskräfte. Wenn wir daraus nun das Anforderungsprofil ableiten, dann kommen wir auf 15 schwerwiegende Aufgaben und rund 20 zentrale Kompetenzanforderungen. Damit sind wir bei der eierlegenden Wollmilchsau angelangt, die es so nicht gibt. Wenn also eine Person das alles nicht allein schafft, dann müssen als logische Konsequenz daraus die Führungskräfte der Zukunft ihre Aufgaben auf weitere Schultern verteilen und Aufgaben delegieren, also ihre Mitarbeiter wesentlich stärker in die Führung des Unternehmens einbinden. Als erste Stufe der Demokratisierung ist daher Partizipation im Sinne von Teilen von Führung und Macht vonnöten. Die vollständige Demokratisierung haben wir dann, wenn wir in unseren Unternehmen auch die Führung selbst wählen. Diesen Schritt werden auch in Zukunft nicht alle Unternehmen und Branchen gehen wollen oder können. Aber gerade in der IT sehen wir bereits einige Firmen, die die Demokratisierung der Führung Wäre es also für viele Unternehmen sinnvoll, Hierarchien bewusst abzubauen? Wenn wir den Anspruch an ein verstärktes Mass an Partizipation und Demokratisierung weiterdenken, dann müssen wir auch die Hierarchien verflachen. Ich glaube allerdings nicht, dass man Hierarchien komplett abbauen kann. Vielmehr werden zusätzlich und gleichwertig agile Organisationsformen eine hohe Bedeutung bekommen. Wir werden also ein intensives Zusammenspiel zwischen Agilität und Hierarchie erleben. Braucht das Zukunftsunternehmen keinen Chef mehr? Das kommt darauf an, wie wir den Chef definieren. Denken wir beim Chef an den Machtvollen «da oben», quasi die letzte Instanz, die alles entscheidet, dann braucht es diesen Cheftyp immer seltener. Sicher noch etwa bei der Feuerwehr und dort, wo Entscheidungen schnell und klar getroffen werden müssen. Denken wir beim Chef aber mehr an einen Koordinator, der den Rahmen der Zusammenarbeit gestaltet, dann wird es diesen auch in Zukunft noch brauchen. Das ist dann aber nicht mehr der, der immer und überall sagt, wo es langgeht. i INFO Focus on Future Jutta Rump spricht am 30. Januar am Event Focus on Future zum Thema «Zukunftsunternehmen brauchen keine Chefs mehr – Totales Chaos oder einziger Weg zum Überleben im Zeitalter des digitalen Wandels». Die Veranstaltung findet in der Villa Boveri in Baden statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.focus-on-future.ch Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_20065 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2017

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