Aufrufe
vor 2 Jahren

Netzwoche 01/2018

38 Management & Career

38 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Die Spin-off-Szene der ETH gedeiht sma. ETH-Forschende haben letztes Jahr 25 Unternehmen gegründet. Damit könne die Universität die Anzahl Spinoffs auch 2017 auf Rekordhöhe halten, teilt die ETH mit. Seit drei Jahren gehen aus der ETH Zürich alljährlich 25 Firmen hervor. Die meisten Gründungen gab es im Bereich Informatik und Kommunikationstechnologie. Besonders viele Spin-offs betätigen sich im Bereich digitaler Technologien. Als Beispiel nennt die ETH E-Health- Unternehmen wie Pathmate und Ainet. ▸ Webcode DPF8_74577 KTI wandelt sich zur Innosuisse jsc. Die Kommission für Technologie und Innovation des Bundes (KTI) hat sich per Jahresanfang in die Innosuisse umgewandelt, wie Startupticker schreibt. Das grundsätzliche Ziel der Organisation, wissenschaftsbasierte Innovation zu fördern, bleibe bestehen. Die neue Förderagentur für wirtschaftliche Innovation des Bundes hat aber an Förderinstrumenten und Schwerpunkten einige Änderungen vorgenommen. Die Innosuisse unterstütze Startups mit Coachings, Kursen und Trainingsmodulen. ▸ Webcode DPF8_74337 Bund fördert Fachkräfte- Projekte osc. Der Bund will Projekte zur Verbesserung des schweizerischen Fachkräfteangebots in diesem Jahr mit 400 000 Franken fördern. Insgesamt sei die Unterstützung im Rahmen der Fachkräfteinitiative des Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung für acht Projekte vorgesehen, teilt das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) mit. Interessierte können bis zum 15. März 2018 ihre Projekte online einreichen. ▸ Webcode DPF8_75360 Wo ICT-Lehrabgänger nach einem Jahr stehen osc. ICT-Berufsbildung Schweiz hat Lehrabgänger von ICT- Berufen zu ihrer beruflichen Situation ein Jahr nach dem Abschluss befragt. Knapp die Hälfte der Befragten hat einen Job, wie der Verband in einer Mitteilung schreibt. 39 Prozent studierten wieder oder hätten eine Weiterbildung begonnen. Weitere 12 Prozent seien auf Stellensuche oder nicht erwerbstätig. Von den Lehrabgängern, die ein Jahr später noch arbeiteten, seien 45 Prozent noch bei ihrem ehemaligen Ausbildungsbetrieb angestellt. Das zeigt laut ICT-Berufsbildung Schweiz, dass Lernende für Unternehmen eine Investition in zukünftige Fachkräfte sind. Die ICT-Lehrabgänger seien zumeist im Vollzeit-Pensum angestellt und arbeiteten vor allem in KMUs. Im Vergleich zum Schweizer Medianlohn der 20- bis 25-jährigen von rund 4700 Franken verdienten die Lehrabgänger in ICT-Berufen «markant mehr». Der Medianlohn liege bei 5000 Franken pro Monat. Fast 50 Prozent der Lehrabgänger auf Stellensuche hätten diese innerhalb eines Monats gefunden. Die Lehrabschlüsse Informatiker/in EFZ und Mediamatiker/in EFZ seien auf dem Stellenmarkt besonders mur. Die ETH Zürich hat die Gewinner der ersten Runde der Informatikolympiade 2018 gekürt. Nicolas Camenisch aus Oberwil-Lieli (AG, Kantonsschule Wettingen), Martin Chikov aus Genf (GE, Collège Rousseau), Remo Spichtig aus Buonas (ZG, BBW), Bibin Muttappillil aus Allschwil (BL, Gymnasium Oberwil) und Joel Andre aus Hünenberg See (ZG, Kantonsschule Zug) überragten alle. Am Programmierwettbewerb nahmen 117 Jugendliche teil. Camenisch holte sich den ersten Rang und gewann zusätzlich die Kreativaufgabe und den Rainbow-Award. Dieser ging an jene Person, die möglichst viele verschiedene Programmiersprachen gekonnt einsetzt. gefragt, schreiben die Autoren. Eine knappe Mehrheit habe sich die Stelle aussuchen können, da sie mehr als ein Stellenangebot erhalten habe. Nach der Lehre ist vor der Lehre Vor allem die ausgebildeten Applikationsentwickler (52 Prozent) und die Informatiker mit generalistischer Fachrichtung (58 Prozent) hätten ein Jahr nach dem Abschluss bereits wieder eine Aus- oder Weiterbildung begonnen, heisst es in der Studie weiter. Drei Viertel der Lehrabgänger, die sich in einer Weiterbildung befänden, studierten an einer Fachhochschule Informatik, 13 Prozent absolvierten eine Höhere Berufsbildung (FH, Fachausweis oder Diplom). Auch von den arbeitstätigen Befragten planten 81 Prozent, in den nächsten zwei bis drei Jahren eine Weiterbildung zu starten. Dies sei ein Zeichen für den hohen Spezialisierungs- und Qualifizierungsgrad der Schweizer ICT-Fachkräfte, so ICT-Berufsbildung. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_75551 ETH kürt erste Sieger der Schweizer Informatikolympiade Von links: Martin Chikov, Tobias Feigenwinter, Nicolas Camenisch, Joel Andre, Remo Spichtig. Nächste Station: Ftan Den Jugendpreis gewann Tobias Feigenwinter, wie der Organisator der Olympiade schreibt. Der Frauenpreis ging dieses Jahr nicht an eine Einzelperson. Stattdessen qualifizierten sich die besten Teilnehmerinnen für einen Workshop. Er soll helfen, junge Frauen zu fördern und sie für Informatik zu begeistern. Die besten 24 Teilnehmer werden im Trainingslager in Ftan in der Gemeinde Scuol mit dabei sein. Die Schweizer Informatikolympiade wird von ehrenamtlichen Mitgliedern organisiert, die hauptsächlich ehemalige Teilnehmer sind. Diese wollen nun bis im Sommer die besten Programmierer bestimmen. Vier von ihnen werden nach Japan reisen und vom 1. bis 8. September an der 30. Internationalen Informatikolympiade teilnehmen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_75010 01 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 39 « Loyalität wird nicht mehr so gross geschrieben » In der digitalen Transformation sind Spezialisten und Führungskräfte mit entsprechendem Know-how heiss begehrt. Barbara Wieser, Geschäftsführerin von Digital Heads, gibt Einblicke in ihre Arbeit als Headhunterin und verrät, warum sie momentan viel zu tun hat. Interview: Oliver Schneider « Wir bauen mitunter ganze Abteilungen auf. » Barbara Wieser, Geschäftsführerin, Digital Heads Wie merken Sie, ob ein Kandidat zu einem Wechsel des Arbeitgebers bereit ist? Das kommt ganz auf den Kandidaten an. Wenn der mit 45 schon 15 Jahre im gleichen Unternehmen ist, würde ich mal vorsichtig fragen: Interessieren Sie sich nicht für eine andere Branche? Dann beginnt das Gespräch oder ist gleich schon beendet. Gleichzeitig können wir bei Portalen wie Xing oder Linkedin sehen, ob jemand eine erhöhte Wechselbereitschaft zeigt, sich verstärkt mit einer neuen Herausforderung beschäftigt und sich beispielsweise vermehrt für Jobinserate interessiert. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_75786 Der Fachkräftemangel beschäftigt die digitale Wirtschaft auch 2018. Wie sieht die Nachfrage nach Spezialisten bei Ihnen aus? Barbara Wieser: Die Nachfrage ist ungebrochen hoch. Es werden aktuell vergleichsweise viele neue Stellen im Digital Business geschaffen. Unternehmen bauen ihre E- Business-Kanäle aus, der Onlinehandel ist auf Wachstumskurs, Pure-Online-Player investieren und bauen die internen personellen Ressourcen kräftig aus und sind daher auf der Suche nach Fachspezialisten. Fällt es Unternehmen schwer, diese Spezialisten zu finden? Hier in der Schweiz ist das Potenzial an Spezialisten und Talenten vergleichsweise rasch ausgeschöpft; Unternehmen buhlen teilweise um dieselben Kandidaten. Im Gegensatz zur aktuellen Diskussion in der Politik und der breiten Öffentlichkeit sinkt die Zuwanderung von digitalen Fachspezialisten rapide. Gerade in Deutschland läuft die Wirtschaft auf Hochtouren und die Löhne steigen. Somit wird es immer herausfordernder, Fachkräfte in die Schweiz zu lotsen. Wie gehen Sie vor, wenn Sie nach einem neuen Mitarbeiter für einen Ihrer Kunden suchen? Wir nutzen dazu alle relevanten Kanäle. Online wie auch offline. Dank unseres breiten Netzwerks erhalten wir den entscheidenden Tipp teilweise auch über unsere Kontakte in der Branche. Und nicht zuletzt greifen wir auf eine interne, über mehrere Jahre aufgebaute Kartei mit mehreren tausend potenziellen Kandidaten zurück. In der IT-Branche bleiben Mitarbeiter nicht lange bei der gleichen Firma. Ist das bei Ihren Kunden auch so? Glasklar. Gerade im Digital Business dreht sich das Karussell sehr schnell. Da passieren Abgänge schon nach zwei, drei Jahren. Woran liegt das? Loyalität wird nicht mehr so gross geschrieben. Junge Leute lassen sich oft mit 500 Franken mehr Lohn zum Jobwechsel motivieren, gerade im Agentur-Business. Die digitalen Spezialisten werden überall gesucht. Da spielt es für manchen Arbeitgeber keine Rolle mehr, ob jemand vorher ein Job Hopper war. Man nimmt das in Kauf, weil man eine Position möglichst schnell mit jemandem besetzen möchte, der loslegen kann. Haben Sie momentan viele Kunden, die zum ersten Mal nach Onlinespezialisten suchen? Ja. Das macht auch Spass, denn wir können unter Umständen nicht nur eine Position besetzen, sondern ganze Digital-Marketing-Teams zusammenstellen. Das fängt beim E-Commerce-Leiter an und geht dann über den Content- Ersteller, den Projektleiter für das Back-End, den Online- Marketeer, den Web-Analytics-Manager bis zum Social- Media-Experten. So bauen wir mitunter ganze Abteilungen auf. Das sind natürlich die schönsten Aufträge, bei denen man über mehrere Jahre ein Unternehmen weiterentwickeln kann. Das zeigt dann auch, dass man den Kunden richtig verstanden hat und das richtige Händchen hatte. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2018

Archiv