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Netzwoche 01/2020

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30 Web Focus Die

30 Web Focus Die Entwicklung von User Experience in der Android-Welt Der Blick auf die Geschichte von Android zeigt uns, wie kleine Änderungen einen grossen Einfluss auf die User Experience haben können. Wer weiss noch, dass Android-Smartphones früher einen dedizierten Menü-Button hatten? Und was hat dessen Verschwinden mit UX zu tun? Und wohin geht es mit Android in Zukunft? DER AUTOR Simon Rösch Verantwortlicher Android, Ubique Innovation Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Ein Nutzer eines Produkts möchte grundsätzlich eine Aufgabe lösen, unabhängig davon, ob es sich um ein Küchengerät oder eine App handelt. Er möchte beispielsweise ein Billett kaufen oder die Wahrscheinlichkeit für Regenschauer prüfen, wobei unbewusst ein mentales Modell aus vorherigen Erfahrungen mit ähnlichen Produkten entstanden ist. Es wird somit mit einer gewissen Erwartung an die Bewältigung einer Aufgabe gegangen. Wird diese Erwartung nicht erfüllt, muss ein Nutzer zusätzlichen Aufwand betreiben, um seine Aufgabe lösen zu können. Dies kann die Geduld strapazieren und negative Akzente bei der Experience setzen. Mit der Zeit lernen Nutzer einer Plattform bestimmte Verhaltensmuster, die zu einem gewünschten Ergebnis führen. Schon im Kindesalter machen wir die Erfahrung, dass das Schieben einer Tasse über den Tischrand meist in Scherben endet. Ähnlich verhält sich dies beim Umgang mit Android-Smartphones. Das Drei-Punkte-Menü-Icon etwa muss vom Nutzer erst erlernt werden. Ist diese Funktion nun einmal eingeprägt, erwartet ein Nutzer hinter diesem Icon stets dieselbe Funktion, nämlich die Anzeige weiterer Menü-Funktionen. Erwartungshaltung der Nutzer befriedigen Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass diese Konsistenz bei Android nicht von Beginn an da war. Unter Android 2 waren bei den Smartphones vier Hardware- Buttons verfügbar: Zurück, Menü, Suche und Home. Obwohl der Menü-Button stets zugänglich war, stellte er sich aus UX-Perspektive als Flop heraus. Nicht jede App bot auf jedem Screen Menü-Optionen an, was mit der Erwartungshaltung der Nutzer brach. Es konnte somit kein allgemeingültiges Nutzerverhalten erlernt werden, sondern der Nutzer musste sein Verhalten für jede App individuell anpassen. In den aktuellen Android-Versionen wurde diese Problematik nun deutlich besser gelöst: Es gibt keine physischen Buttons mehr und der Menü-Button wird pro App individuell angezeigt. Dadurch ist er nur noch dort sichtbar, wo auch wirklich ein Kontext-Menü vorhanden ist. So weiss ein Nutzer stets, wo weitere Funktionen vorhanden sind und wo nicht. Auch wenn dieser Unterschied marginal erscheinen mag, hat es auf das Nutzererlebnis einen erheblichen Einfluss. Android-Plattform wird konsistenter Als App-Entwickler sind wir den UX-Patterns einer Plattform ausgeliefert, egal ob diese gut oder schlecht sind. Ein Nutzer kennt die über viele Apps identischen Patterns und findet sich so schnell in einem User Interface (UI) zurecht. Während bei Apple die Guidelines bezüglich App-Design schon von Anfang an ziemlich klar waren und in vielen Apps umgesetzt wurden, hatte Android in dieser Hinsicht einen schlechteren Start. Auch heute gibt es noch viele Android-Apps, die sich nicht vollständig an die Plattform- Patterns halten. Das macht die App-Landschaft für Nutzer verwirrender, da sie weniger allgemeingültige Patterns erlernen können. So ist es entsprechend schwieriger, eine gute App zu entwickeln. Durch klarere Guidelines von Google für App-Entwickler sowie Vorschriften an die Gerätehersteller, weniger eigene Modifikationen an Android vorzunehmen, wird auch die Android-Plattform immer ausgereifter und konsistenter. Entsprechend erwarten wir eine Fortsetzung des Trends der immer professioneller und besser werdenden Android-Apps. Als App-Entwickler sind wir den UX-Patterns einer Plattform ausgeliefert, egal ob diese gut oder schlecht sind. 01 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Focus 31 ARCore: Der Türöffner für Augmented Reality unter Android Spätestens seit dem Erfolg von Pokémon Go ist Augmented Reality in aller Munde. Mit ARCore hat Google die Hürden für einen Einsatz der Technologie in Android-Apps noch einmal deutlich gesenkt. Damit eine Umsetzung gelingt, gilt es jedoch, einige Aspekte zu beachten. Unter Augmented Reality (AR) wird allgemein die Erweiterung der Realitätswahrnehmung durch computergenerierte Grafiken verstanden. Ein gutes Beispiel dafür ist die App «Ikea Place»: Bevor ich mir online ein neues Sofa kaufe, kann ich dieses erst einmal virtuell in meinem Wohnzimmer platzieren. So sehe ich gleich, ob es mir gefällt und ob die Grösse ungefähr passt. Mit ARCore bietet Google Entwicklern die elementare Grundlagen, um genau solche Erlebnisse umzusetzen. ARCore stellt mittlerweile den State-of-the-Art für AR-Apps unter Android dar. Damit ein AR-Erlebnis gut funktioniert, sollten die virtuellen Objekte mit der Umgebung verschmelzen und sich somit real anfühlen. Ich sollte also die Illusion erhalten, als wäre mein neues Sofa bereits da. Dafür ist eine stabile Positionierung und eine flüssige Framerate genauso relevant wie zum Beispiel ein realistischer Schattenwurf. AR- Core erkennt anhand der Kamera und der Bewegungssensoren laufend, wie sich die Position des Geräts im Raum verändert. In der Umgebung werden dabei horizontale und vertikale Flächen (Planes) erkannt, auf denen Objekte platziert werden können. Des Weiteren wird eine Vermutung über den Lichteinfall erstellt, damit die platzierten Objekte realistisch beleuchtet werden können. Thema ist die Sammlung von Best Practices in der App ARCore Elements zu empfehlen. Grundlage für AR-Apps In der technischen Umsetzung führen viele Wege nach Rom: ARCore bietet Unterstützung für die Entwicklung in Android Studio sowie Game Engines wie Unity oder Unreal. Da ARCore nur die Grundlage für AR-Apps bereitstellt, muss für die Visualisierung der Inhalte zwingend eine 3-D-Engine eingesetzt werden. Mit Sceneform bietet Google bereits eine einfache 3-D-Szenengraph-Implementierung spezifisch für ARCore. Dass Sceneform realistisches Rendering beherrscht und gängige 3-D-Assets importieren kann, macht es für native Android-Entwickler meist zur ersten Wahl. Etablierte Game Engines wie Unity oder Unreal bieten sich an, wenn aufwändigere AR Experiences angestrebt werden. Seit der Lancierung vor zwei Jahren hat sich ARCore rasant entwickelt und stellt mittlerweile den State-of-the- Art für AR-Apps unter Android dar. Später eingeführte Features wie Facetracking, Augmented Images oder Cloud Anchors eröffnen seither ständig neue Einsatzfelder. Wer Augmented Reality unter Android einsetzen möchte, sollte daher unbedingt einen Blick auf ARCore werfen. DER AUTOR Stefan Reinhard Head of Mobile Projects, Bitforge Den Artikel finden Sie auch online www.netzwoche.ch Erwägungen zum Einsatz von ARCore Augmented Reality ist eine relativ neue Technologie. Daher werden Geräte mit einer Android-Version älter als 7.0 nicht mehr unterstützt. Eine weitere Voraussetzung für ein funktionierendes AR-Erlebnis ist der Zugang zum Google Play Store, damit die «Google-Play-Dienste für AR» installiert werden können. Ferner gilt es, einige UX-Grundsätze zu beachten, um ein Augmented-Reality-Erlebnis für den Benutzer möglichst zugänglich zu gestalten. Beispielsweise müssen die Erkennung von Flächen und die Platzierung eines Inhaltes einfach, schnell und intuitiv verständlich sein. Zu diesem Screenshot von ARCore Elements. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 01 / 2020

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