Aufrufe
vor 3 Jahren

Netzwoche 02/2016

  • Text
  • Schweiz
  • Unternehmen
  • Schweizer
  • Netzmedien
  • Webcode
  • Supercomputer
  • Laut
  • Digitalisierung
  • Mitarbeiter
  • Millionen

22 People Live Die

22 People Live Die Schweiz ist 2016 Gastland an der Cebit. Welche Impulse erhoffen Sie sich davon für die Schweizer ICT-Branche beziehungsweise für die gesamte Schweizer Wirtschaft? Ich erhoffe mir ein grosses Interesse aller – und ich meine wirklich aller – Wirtschaftsbranchen für diese Ausstellung. Die 4. industrielle Revolution, die sich immer deutlicher abzeichnet, betrifft die ganze Wirtschaft. Die Unternehmen, die es noch nicht getan haben, müssen so schnell wie möglich die Chancen ergreifen, die ihnen die neuen ICT-Technologien bieten. Die Cebit ist ein guter Anfang für einen Crashkurs oder für die Weiterbildung in Sachen Digitalisierung. Dann wird auch die Schweizer ICT-Wirtschaft davon profitieren: Sie ist ja schon heute ganze vorne mit dabei. Die Schweiz hat letztes Jahr laut einer Studie des Instituts für Wirtschafts studien Basel für total 18,2 Milliarden Franken ICT-Dienstleistungen und -Waren exportiert. Wie kann die Schweiz diese Exporte weiter steigern? Wie bei allen Schweizer Exporten können wir uns hier auf Qualität, Zuverlässigkeit und Innovation berufen. Der gute Ruf der Schweiz als verlässlicher Partner mit hohen Sicherheitsstandards und gut funktionierendem Rechtsstaat ist ein wichtiger Standortvorteil: Viele Kunden werden etwa einer Schweizer ICT-Firma ihre Daten leichter anvertrauen als Anbietern aus anderen Ländern. Das ist in der modernen Digital-Economy sehr wichtig. Denn sie baut immer mehr auf die Verschmelzung von Produkt und digitalen Dienstleistungen, die zusammen einen entscheidenden Mehrwert schaffen. Dabei spielt Vertrauen bei der Verwendung der oft vertraulichen Daten eine übergeordnete Rolle. Der Staat soll seine subsidiäre Rolle behalten: Er muss optimale Rahmenbedingungen schaffen, sei es mit exzellenten Bildungsangeboten, moderner Infrastruktur oder einem liberalen Arbeitsmarkt. Dann investieren die Unternehmen weiterhin bei uns, schaffen Jobs und Perspektiven für die Menschen in unserem Land. Das ist mein oberstes Ziel. Wie weit ist Ihr Departement eigentlich bei der Digitalisierung der eigenen Prozesse? Wir müssen noch nachholen. Meine Mit arbeiter im Generalsekretariat lernen gerade, wie man mit dem neuen Telefoniesystem «Skype for Business» umgeht. Telefon und PC wurden verschmolzen. Der Bund arbeitet auch an einer Erneuerung des elektronischen Geschäftsverwaltungssystems. Das System soll besser und flexibler werden. Es gibt dabei aber ein Problem: Unsere Digitalisierung folgt den Vorgaben der existierenden Abläufe und Gesetze, die teilweise auch noch aus den vorangehenden Jahrhunderten stammen. Ich träume manchmal davon, den Prozess umkehren und – dank der neuen Möglichkeiten der Informatik – die administrativen und gesetzgeberischen Prozesse neu gestalten zu können. Estland hatte diese Chance nach dem Zusammenbruch der Sowjet union. Estland hat sie mit beachtlichem Erfolg genutzt und die Regierungsabläufe den Möglichkeiten der ICT-Technologien angepasst und nicht umgekehrt. Welche Prognosen wagen Sie für die Entwicklung der Schweizer Wirtschaftsleistung 2016? Bis vor kurzem war ich verhalten optimistisch. Die Experten des Seco rechneten für 2016 mit 1,5 Prozent Wachstum. Aber die internationale Lage hat sich gegen Ende des letzten Jahres verschlechtert – ich denke an die Herausforderungen der Terroristenbekämpfung und die weiterhin gefähr liche Lage in verschiedenen Regionen der Welt. Das könnte Auswirkungen auf die Wirtschaftsentwicklung haben. «Ich träume manchmal davon, den Prozess umkehren und – dank der neuen Möglichkeiten der Informatik – die administrativen und gesetzgeberischen Prozesse neu gestalten zu können.» Bundespräsident Johann N. Schneider- Ammann 02 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Web Aktuell 23 Weniger Malware auf Schweizer Websites mur. 2015 hat es laut Switch weniger Malware auf Schweizer Websites gegeben als 2014. Die Zahl der betroffenen .chund .li-Websites sei von 1839 auf 698 gesunken. Letztes Jahr seien 329 Websites Opfer von Phishing geworden, vorletztes Jahr 323. Die Zahl der Phishing-Angriffe gegen Schweizer Firmen auf Websites mit anderen Domain-Endungen habe hingegen zugenommen, teilt Switch mit. «Cyberkriminelle sind monetär getrieben», zitiert Switch seinen Experten Serge Droz. Da Switch Missbräuche auf Schweizer Websites schnell aufdecke, würden sich Angriffe immer weniger lohnen. Switch geht seit 2010 mit einem standardisierten Prozess gegen Malware und seit 2014 gegen Phishing vor. Die Stiftung arbeitet mit Registraren, Behörden und dem Bundesamt für Kommunikation zusammen. Die Malware- Bekämpfung ist in der Verordnung über Internet-Domains verankert. Die Stiftung informiert Halter von .ch- und .li-Websites über Phishing-Attacken. Diese würden das Problem in über 90 Prozent der Fälle innerhalb von 24 Stunden lösen. «Bei Websites, die nicht zu .ch oder .li gehören, suchen wir den Kontakt zu Kollegen und Partnern rund um die Welt», sagt Droz. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 6264 Bund lanciert neues Portal für Open Government Data cgr. Der Bund hat ein neues Portal für Open Government Data (OGD) aufgeschaltet. Das seit 2013 bestehende Portal mit der Adresse Opendata.admin.ch geht damit offline. Sein überarbeiteter Nachfolger ist Opendata.swiss, wie der Bund mitteilt. Betrieben wird das Portal vom Bundesarchiv in Bern. Das neue Portal sei ein «Meilenstein der OGD-Strategie Schweiz 2014-18», schreibt der Bund weiter. Im April 2014 hatte der Bundesrat die OGD-Strategie verabschiedet mit dem Ziel, «Behördendaten in maschinenlesbaren, offenen Formaten zur freien Weiterverwendung zu publizieren». Die Daten stehen der Bevölkerung frei zur Verfügung. Im Gegensatz zum Vorgängerportal gebe es nun gemeinsame und einheitliche Nutzungsbedingungen. Auf dem Portal können Behörden von Bund, Kantonen, Gemeinden und Dritte, die staatliche Aufgaben ausführen, ihre offenen Daten publizieren. Momentan beteiligen sich 17 Organisationen an dem Projekt. Darunter das Bundesarchiv, die Schweizerische Nationalbibliothek und auch diverse Bundesministerien, wie das Bakom, das Seco oder das BfS. Neu hinzu kamen sind laut Mitteilung die SBB, der Kanton Genf und das Bundesamt für Strassen. Künftig sollen noch weitere Institutionen mitmachen, heisst es weiter. Insgesamt sind momentan über 700 Datensätze auf dem Portal zu finden. Mehrheitlich sind es Themen aus den Bereichen Raum und Umwelt, Bevölkerung, Bau- und Wohnwesen, Finanzen wie auch Mobilität und Verkehr. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 6402 Über das Portal Opendata.swiss können Bürger und Interessierte auf offene Daten zugreifen. Bild: Screenshot WWW.NETZWOCHE.CH Groupon gibt Geschäft in der Schweiz auf mur. «Es tut uns leid, Sie informieren zu müssen, dass Groupon am 25. Januar 2016 seine Geschäftstätigkeiten in der Schweiz eingestellt hat und wir Ihnen daher keine Deals anbieten können», heisst es auf groupon.ch. Das Rabattportal zieht sich auch aus Österreich, Portugal und der Ukraine zurück. Wer in diesen Ländern noch einen Gutschein hat, kann ihn entweder einlösen oder bis 15. März zurückgeben. Groupon erstattet laut eigenen Angaben die vollen Kosten zurück. Groupon informierte die Kunden gemäss «Blick» per E-Mail. ▸ Webcode 6300 UPC Cablecom verärgert Netflix-Nutzer csc. Zwischen Netflix und den Schweizer Internetanbietern UPC Cablecom und Swisscom kriselt es. Grund für den Konflikt: Gemäss einer Tempo- Rangliste von Netflix fällt UPC Cablecom immer weiter zurück. Die Übertragungsgeschwindigkeit soll allein in den letzten zwei Monaten rund 20 Prozent nachgelassen haben, heisst es bei «20 Minuten». UPC Cablecom ist über das Problem informiert, den Fehler sieht der Provider jedoch bei Netflix. ▸ Webcode 6262 «Schlicht» unschlagbar csc. Ende Januar hat mit der Ludicious zum zweiten Mal das Zürich Game Festival stattgefunden. Im Rahmen des Festivals wurden gleich zwei Preise vergeben. Beide schnappte sich das Team Schlicht, wie die Organisatoren Fondation Suisa und Swissnex San Francisco mitteilen. Mit ihrem kooperativen Puzzlespiel «Schlicht» überzeugten die ZHdK-Studenten die Jury. Für die beste originale Sound-Kompilation ehrte die Fondation Suisa die Entwickler mit einem Preisgeld von 15 000 Franken. ▸ Webcode 6242 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 02 / 2016

Archiv