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Netzwoche 02/2016

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40 Service

40 Service Verbandsnachrichten Die digitale Zukunft nimmt Formen an ... Seit 2000 Jahren spielen Menschen Go, ein in seiner Komplexität wunderschönes strategisches Brettspiel aus Asien. Nun hat erstmals ein Computer einen Go-Meister geschlagen, die Schlagzeile ging kürzlich um die ganze Welt. Warum die Aufregung? Weil es schachspielende Computer zwar schon lange gibt, Go aber als eine der letzten Bastionen galt, wo die Maschinenintelligenz nicht an der Intelligenz des Menschen rühren konnte. Nun ist auch sie gefallen. Der Go spielende Computer ist ein Beispiel von vielen. Die Digitalisierung schreitet weiter voran, unaufhaltsam. Die Chancen, die sie bietet, sind enorm, gleichzeitig werden aber auch die Transformationsprozesse, die sie mit sich bringt, immer anspruchsvoller. Niemand zweifelt mehr daran: Die digitale Transformation wird Wirtschaftsstrukturen und Produktionsprozesse tiefgreifend verändern, den Arbeitsmarkt und ganze Berufsfelder umpflügen, schneller machen, flexibler, aber auch unsicherer. Wie und in welchem Ausmass – dazu gibt es teilweise alarmierende Berichte und Voraussagen. Auch hier haben sich die Schlagzeilen («Massenarbeitslosigkeit!», «Die Roboter nehmen uns die Arbeitsplätze weg!») in letzter Zeit überschlagen. Aber das muss nicht sein. Die Schweiz zum Beispiel ist grundsätzlich gut positioniert, sie hat gut ausgebildete Fachkräfte und innovative Hochschulen und einen soliden Werkplatz. Sicher, wir müssen nun dafür sorgen, dass sich Denkhaltungen rechtzeitig ändern, dass Prozesse, Strukturen und Geschäftsmodelle der dynamischen Entwicklung angepasst werden und Aus- und Weiterbildungsmodelle tatsächlich die Kompetenzen vermitteln, die jetzt neu gefragt sind. Das alles ist umso anspruchsvoller, da das Tagesgeschäft daneben natürlich weitergeht und gemeistert werden muss. Nicht jedes Unternehmen kann wie Uber oder Airbnb mit viel Startkapital auf der «grünen Wiese» ein neues Geschäftsmodell aushecken und umsetzen. Die richtigen Weichen stellen Hilfe leisten könnten dabei auch Rahmenbedingungen, die der digitalen Entwicklung gewachsen sind. In der Schweiz stehen 2016 einige ICT-relevante Gesetze und Verordnungen auf der politischen Agenda – hier gilt es nun ebenfalls, die richtigen Weichen zu stellen. Ganz zuvorderst zu nennen ist in diesem Zusammenhang die (Teil-) Revision des Fernmeldegesetzes (FMG), die wichtige Aspekte wie Zugangsregulierung, Netzneutralität, Jugendund Konsumentenschutz (Werbeanrufe, Bündelverträge, Roamingpreise) oder Sicherheit der Infrastrukturen neu regeln will – und damit auch die Frage, inwieweit zusätzliche Auflagen und Eingriffe in die Wirtschaftsfreiheit tatsächlich gut und nötig sind. Weiter auf dem Prüfstand steht eine Motion der Kommission für Verkehr- und Fernmeldewesen, die eine Anpassung der Mobilfunkgrenzwerte und Verbesserungen in den Bewilligungsverfahren verlangt, um die Qualität der Mobilfunknetze – das Nervensystem der Digitalisierung – zu erhalten. Relevant sind weiter das BÜPF und das Datenschutzgesetz, beides Vorlagen, bei denen es nicht nur um staatspolitische und bürgerrechtliche Grundsatzfragen geht, sondern auch darum, wie sich diese ohne wirtschaftsfeindliche Umsetzung gewährleisten lassen. In diesem Zusammenhang ist auch das Geldspielgesetz zu sehen, das 2016 ebenfalls auf der politischen Agenda steht. Schweizer Casinos dürfen künftig Onlinespiele anbieten, gleichzeitig sollen Internetzugangsanbieter dazu verpflichtet werden, Schweizer Kundinnen und Kunden den Zugang auf ausländische Onlinespiele zu blockieren. Ist das gerechtfertigt oder ein schwerwiegender Markteingriff? Soll auch in anderen Bereichen die Schweizer Wirtschaft vor der Onlinekonkurrenz geschützt werden? Soll man etwa Amazon sperren, um den Schweizer Buchhandel zu schützen? Hier steht für die digitale Zukunft der Schweiz eine wichtige Grundsatzdebatte an. Für die Asut ist klar: Nur wenn die Schweiz weiterhin über eine hervorragende ICT-Infrastruktur verfügt und auf den Netzen ein freier, fairer und dynamischer Wettbewerb stattfindet, können wir die Chancen packen, die die Digitalisierung mit sich bringt. Indem wir etwa mithilfe von Smart-Cities die riesigen Herausforderungen meistern, die im Bereich der Infrastruktur (Energie, Verkehr, Raumplanung, Schulen, nachhaltiges Ressourcenmanagement) auf uns zukommen. Für dieses Ziel – weltbeste Telekominfrastruktur, intensiver Wettbewerb – wird sich die Asut auch 2016 einsetzen. Dabei legen wir den thematischen Schwerpunkt auf die digitale Transformation und die Fragen und Herausforderungen, die damit für Schweizer Unternehmen und insbesondere für die KMUs – Rückgrat der Schweizer Wirtschaft – verbunden sind. In der Schweiz stehen 2016 einige ICT-relevante Gesetze und Verordnungen auf der politischen Agenda. 02 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Service Verbandsnachrichten 41 ... Und was heisst das für Schweizer Unternehmen? ASUT Asut, der Schweizerische Verband der Telekommunikation, repräsentiert heute die Telekommunikationsbranche und sämtliche Wirtschaftszweige sind in ihm vertreten. Die Schweiz soll sich durch fairen, freien und dynamischen Wettbewerb als Land mit dem weltbesten Kommunikationsnetz und mit First-Class-Services positionieren, durch resiliente Systeme und smarte Infrastrukturen differenzieren und als ein auf die digitale Gesellschaft und Wirtschaft zugeschnittener Bildungs- und Forschungsplatz etablieren. www. asut.ch Airbnb und Uber, Netflix und Spotify: Kaum eine Branche ist vor digitalen Eroberern sicher. Die neuen Mitbewerber dringen erfolgreich in bestehende Märkte ein, stellen etablierte Geschäftszweige auf den Kopf und machen altbewährte Geschäftsmodelle obsolet. Aber sind diese digitalen Innovatoren Vorbilder für unsere Wirtschaft? Viele Schweizer Unternehmen haben ihre Produkte und Dienstleistungen laufend weiterentwickelt und können sich trotz höherem Kostenniveau im Wettbewerb behaupten. Nun stehen sie vor der Herausforderung, bewährte Prozesse und Geschäftsmodelle fortzuführen und gleichzeitig die Transformation zum digitalen Unternehmen zu meistern. Unter dem Motto «Shaping the digital future» werden erfolgreiche Schweizer Digital Leader am 42. Swiss Telecommunication Summit 2016 in Bern aufzeigen, dass und wie dieser Spagat gelingen kann. Mit dabei sind Vertreter von Unternehmen aus verschiedenen Branchen, welche die digitale Transformation bereits angepackt haben. Und natürlich wird auch die Sicht von Forschung, Politik und Verwaltung nicht fehlen. Wie wird ein Unternehmen agil? Kannibalisieren die neuen Dienste das alte Geschäft? Welche Geschäftsbereiche beeinflussen die digitalen Technologien besonders? Was bewährt sich, wo ist Vorsicht geboten? Was kann und muss die Politik beitragen, wo sollte sie sich zurückhalten? Der 42. Swiss Telecommunication Summit findet am 16. Juni 2016 im Kursaal Bern statt. Er gehört zu den wichtigsten Anlässen der ICT-Branche in der Schweiz. Auch dieses Jahr werden sich im Berner Kursaal über 800 Führungskräfte und Entscheidungsträger aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft treffen und sich über die Herausforderungen der digitalen Wirtschaft austauschen. Swiss Telecommunication Summit SHAPING THE DIGITAL FUTURE drik/123rf.com Merken Sie sich den 16. Juni 2016 schon heute vor und melden Sie sich auf unserem Veranstaltungsportal http://events.asut.ch an! Das vollständige Programm und die offizielle Einladung finden Sie in Kürze auf www.asut.ch 42. asut-Seminar Kursaal Bern 16. Juni 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 02 / 2016

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