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Netzwoche 02/2017

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34 Management & Career

34 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Neun Schweizer auf der Forbes-Liste jor. Forbes erstellt jährlich Listen von Personen und Unternehmen, welche die Redaktoren des Wirtschaftsmagazins als besonders vielversprechend einstufen. Auf der diesjährigen Liste der 300 europäischen Hoffnungsträger befinden sich neun Schweizer, wie Startupticker schreibt. Zu den aufgelisteten Schweizer Unternehmen zählen: Depsys, Wingtra, Cellspring, Chronext, Govfaces und Opthorobotics. ▸ Webcode DPF8_21929 Rekordjahr für Venture Kick cgr. Venture Kick hat seinen Jahresbericht 2016 vorgelegt. Seit der Gründung der Initiative förderte Venture Kick 463 Start-ups. Diese konnten seit 2007 einen Gesamtbetrag von rund 1,35 Milliarden Franken an Investitionen einwerben, wie dem Bericht zu entnehmen ist. Damit stieg die Fördersumme im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Rund 450 Millionen Franken konnten Venture-Kick-Start-ups sammeln. 60 neue Start-ups kamen 2016 auf die Förderliste hinzu. ▸ Webcode DPF8_22862 «eZürich» lädt zu Informatiktagen cgr. Das Netzwerk «eZürich» hat den Termin für die zweite Auflage der Informatiktage bekannt gegeben. Am 16. und 17. Juni werden IT-Unternehmen in Zürich ihre Türen für Besucher öffnen. Eingeladen sind Profis und Laien, wie die Veranstalter schreiben. Die Informatiktage sollen «Werkschau und Informatikfest zugleich» sein, heisst es in der Mitteilung. Die teilnehmenden Unternehmen wollen mit Workshops, Rundgängen, Vorführungen und Referaten über die Tätigkeitsfelder in der Informatik informieren. Zur ersten Auflage kamen rund 11 000 Besucher. ▸ Webcode DPF8_22246 Swico lanciert Start-up-Initiative mit IFJ Bild: iStock Unternehmen müssen Arbeitsstrukturen flexibilisieren cgr. Was hat die HR-Abteilung in den letzten Jahren beschäftigt? Was sind die wichtigsten Herausforderungen für das Management? Diesen und ähnlichen Fragen ging Hays in Zusammenarbeit mit der Management-Forscherin Jutta Rump im HR-Report 2017 nach. Schwerpunkt des Reports ist die Unternehmenskultur. In den Jahren davor waren unter anderem Führung, Frauenförderung und Mitarbeiterbindung Report-Schwerpunkte. Befragt wurden HR- Manager, Führungskräfte und Mitarbeiter in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Bewegung bei den Prioritäten Seit der ersten Erhebung 2011 sind deutliche Verschiebungen bei der Gewichtung der HR-Themen zu verzeichnen. So sank etwa die Bedeutung der Mitarbeiterbindung um rund 10 Prozentpunkte auf 30 Prozent. Ebenso nahm die mla. Mit einem neuen Angebot für ICT-Gründer will der lCT-Anbieterverband Swico ICT-Start-ups unterstützen und neue Verbandsmitglieder gewinnen. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Jungunternehmen (IFJ) lancierten die beiden Organisationen Ende Januar ein entsprechendes Programm. Es soll ICT-Jungunternehmerinnen und -unternehmer vor, während und nach der Firmengründung begleiten und sie im operativen Geschäft mit speziellen Verbandsdienstleistungen und einer Mitgliedschaft zu Sonderkonditionen unterstützen. Wie die beiden Organisationen an einem Presseroundtable in Zürich erklärten, stellt das IFJ im Rahmen des Programms spezifisches Start-up-Know-how zur Verfügung. Das 1989 gegründete Institut verfügt über langjährige Erfahrung in der Start-up-Förderung. Start für Start-ups erleichtern Beim Start-up-Förderprogramm geht es dem Swico nicht darum, potenzielle «Know-how-Zuträger» zu rekrutieren oder von Talentpools zu profitieren. Vielmehr sieht der Verband in den ICT-Start-ups die nachfolgende Generation von ICT-Firmen, denen Swico optimale Startchancen geben will, wie der Leiter Verbandsdienstleistungen und -marketing, Giancarlo Palmisani, am Anlass erklärte. Auch will er «die nachrückende Generation von ICT-Firmen frühzeitig in das ICT-Ökosystem einbinden.» So sollen Jungunternehmen von der Geschäftsidee bis zur Gründung konkrete Unterstützung erhalten, (freiwillig) Swico-Vollmitglied werden können, alle Verbandsdienstleistungen inklusive Support in rechtlichen und regulatorischen Fragen nutzen sowie von Know-how- Transfer etablierter Firmen und Vernetzung mit rund 450 Swico-Mitgliedern profitieren können. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_21816 Bedeutung der «Förderung der eigenen Beschäftigungsfähigkeit» ab. Am stärksten verlor der Aspekt «Führung im Unternehmen». Nannte 2011 noch die Hälfte der Befragten diesen Punkt als wichtiges Thema, war es 2016 nur noch jeder fünfte Befragte. Leicht rückläufig war auch die Bedeutung der Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. Der Wert sank von 41 auf 39 Prozent. Hingegen stieg der Stellenwert der Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen von 14 Prozent im Jahr 2011 auf 37 Prozent im Jahr 2016. Auch die Bedeutung des Aspekts «Vorbereitung der Mitarbeiter auf die digitale Transformation» kletterte von 16 Prozent bei der ersten Erhebung im Jahr 2015 auf 34 Prozent im Vorjahr. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_21255 02 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Event 35 Firmen ohne Geschäftsleitung – geht das? Braucht das Unternehmen der Zukunft noch eine Geschäftsleitung? Diese Frage haben die Teilnehmer eines Focus-on-Future-Events in Baden diskutiert. Eine eindeutige Antwort fanden sie nicht. Autor: Marcel Urech Firmen sind meist streng hierarchisch organisiert. Ist das überhaupt sinnvoll? Gibt es Alternativen? Und wer führt das Unternehmen der Zukunft? Die Veranstaltung Focus on Future bot eine Plattform, um über diese Fragen zu diskutieren. Jutta Rump vom Institut für Beschäftigung und Employability der Hochschule Ludwigshafen zeigte auf, wie Firmen das Thema Führung neu anpacken können. Und Tonio Zemp von Liip berichtete von den Erfahrungen, welche die Softwarefirma mit Selbstorganisation und Mitarbeiterautonomie macht. Seit Anfang 2016 setzt Liip auf Holokratie. 160 Mitarbeiter und keine Geschäftsleitung Zemp berichtete über seine Erfahrungen aus der Praxis. Das ehemalige Mitglied der ehemaligen Geschäftsleitung bei Liip arbeitet in einem Unternehmen, das seit 13 Monaten keine Geschäftsleitung mehr hat. Obwohl es schweizweit rund 160 Mitarbeiter beschäftigt und mehrere Filialen unterhält. 2007 sei Liip einfach «irgendwie» organisiert gewesen, sagte Zemp. 2009 habe das Unternehmen Scrum-Teams eingeführt, bei rund 40 Mitarbeitern. Versuche, Scrum auch für die Firmenorganisation zu nutzen, seien nicht zufriedenstellend gewesen. «Scrum ist eben doch eine reine Projektorganisation.» 2010 habe Liip fixe Teams zusammengestellt. Die Projekte sollten zu den Teams kommen und nicht umgekehrt, sagte Zemp. Das habe zwar viele Probleme gelöst, aber auch neue geschaffen. (V. l.:) Oliver Wegner, Evolutionplan; Jutta Rump, Hochschule Ludwigshafen; Toni Zemp, Liip; Urs Prantl, KMU Mentor. Bild: Markus Muoth i ZUM EVENT Die Organisatoren der Focus-on-Future-Reihe sind Urs Prantl, Geschäftsführer des IT-Beraters KMU Mentor, und Oliver Wegner, Inhaber und CEO von Evolutionplan. Die Veranstaltung in der Villa Boveri in Baden war mit rund 110 Teilnehmern ausverkauft. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_23635 Rollen statt Hierarchien «Bis 50 Personen braucht es gar keine Organisationsform», zeigte sich Zemp überzeugt. Experten für Arbeitsorganisation würden ihm wohl widersprechen. 2012 hatte Liip 55 Mitarbeiter und versuchte es mit Cross-functional- Teams. 2013 waren es bereits 70 Mitarbeiter. Liip setzte dann auf Self-organizing-Teams, die für ihr Budget und die Anstellung von neuen Mitarbeitern selbst verantwortlich waren. Das habe lange hervorragend funktioniert, sagte Zemp. Bis 2015 wuchs Liip auf 130 Mitarbeiter an. Es habe damals noch ein Mal pro Woche eine Geschäftsleitungssitzung mit 6 Teilnehmern gegeben. «Wir schafften sie ab und schauten mal, was passiert», sagte Zemp. «Es passierte eigentlich gar nichts.» 2015 befassten sich Mitarbeiter von Liip zum ersten Mal intensiver mit Organisationstheorien. Eine Inspiration sei das Buch «Reinventing Organizations» von Frederic Laloux gewesen. Seit Anfang des Jahres setze Liip auf das Holokratie-Modell. Es gebe nun zwar eine Art Rollenmodell, aber keine klassischen Befehlswege mehr, sagte Zemp. Er selbst habe bei Liip aktuell rund 15 Rollen. Wer entlässt wen? Die Kunden seien von Liips Experimenten im Bereich Organisation nicht betroffen, sagte Zemp. Doch viele Fragen seien noch ungeklärt. So sei etwa unklar, wer wen entlassen könne. Auch bei wichtigen, schwierigen Entscheidungen gebe es noch Herausforderungen. Holokratie habe aber auch viele Vorteile. Die Struktur von Liip sei sehr transparent und das Unternehmen äusserst flexibel. Die Mitarbeiter könnten viel Verantwortung tragen. Und Liip betone mit dem Modell Qualitäten, die der Mitarbeiter der Zukunft brauche. Er werde entscheiden, organisieren und Kommandos formulieren müssen, die dann ein Roboter ausführen. Holokratie fördere genau diese Fähigkeiten und mache die Mitarbeiter fit für den Arbeitsmarkt der Zukunft, sagte Zemp. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 02 / 2017

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