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Netzwoche 03/2017 inkl. Digital Signage

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08 | DIGITAL SIGNAGE |

08 | DIGITAL SIGNAGE | ISE 2017 Digital Signage von morgen an der ISE Die AV-Messe Integrated Systems Europe ist der ideale Ort für Digital-Signage-Anbieter, um ihre Neuheiten zu präsentierten. Auch dieses Jahr kamen wieder zehntausende Besucher, um etwa Samsungs digitale Preisschilder, BenQs interaktive Whiteboards oder LGs flexible OLED-Displays zu bestaunen. Autor: Coen Kaat, George Sarpong Vom 7. bis zum 10. Februar hat in Amsterdam die diesjährige Integrated Systems Europe stattgefunden – kurz ISE 2017. Die AV-Messe hat ihren Ursprung in der Schweiz: Die erste Ausgabe fand im Februar 2004 in Genf statt. Seither entwickelte sich der jährliche Anlass zur Leitmesse im Bereich Digital Signage. Dieses Jahr zog sie rund 73 000 Besucher in die niederländische Hauptstadt, wie Invidis Consulting berichtet. Ein Zuwachs von 12 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Seit zwei Jahren führen die Veranstalter der ISE zudem eine weitere Eventreihe in Zusammenarbeit mit Invidis Consulting durch: den Digital Signage Summit (DSS). Die Konferenzreihe findet auf der ganzen Welt statt mit einzelnen Anlässen in Dubai, Johannesburg, Moskau, München, New York und Orlando. Dieses Jahr fand erstmals auch im Rahmen der ISE eine DSS-Konferenz statt. Den Auftakt machte Florian Rotberg, Managing Director beim DS-Berater und -Marktforscher Invidis Consulting. Signage könnte Retail dynamischer machen Der Fokus der Veranstaltung lag auf dem Retail-Sektor. «Alle reden ständig von der Omni- Channel-Herausforderung», sagte Rotberg. Also die kanalübergreifende Verknüpfung des stationären Verkaufs mit dem Onlinehandel. Aber kaum ein Händler würde diese Herausforderung ernsthaft angehen. «Digital Signage kann bei derartigen Strategien eine Schlüsselrolle einnehmen», sagte Rotberg. Zum Thema Omni-Channel gehöre etwa auch, dass Händler ihre Ladenpreise dynamisch anpassen könnten. Onlinehändler wie Amazon übten diesbezüglich einen grossen Druck auf andere Händler aus. Alle wollen digitale Preisschilder Eine Lösung könnten etwa Electronic Shelf Labels (ESL) sein. Dabei handelt es sich um digitale Preisschilder mit einem E-Paper-Display. Ändert sich der Preis, kann dies via WLAN an alle betroffenen Preisschilder kommuniziert werden. Der Markt sei derzeit stark im Aufschwung, sagte Rotberg. «Falls ihr einen ESL-Hersteller gerade nicht erreichen könnt, dann liegt das Die ISE zog dieses Jahr rund 73 000 Besucher nach Amsterdam. wohl daran, dass er gerade hunderttausende Preisschilder produziert», sagte Rotberg dem Publikum lachend. Auch Digital-Signage-Grössen wie Samsung steigen in den Markt ein. Der koreanische Hersteller präsentierte ebenfalls seine ESL-Linie an der ISE 2017. Die digitalen Preisschilder basieren auf der E-Paper-Technologie. Aktuell bietet Samsung die Geräte in zwei Serien an. Die erste verfügt über ein Schwarz-Weiss-Display. Die zweite kann zudem die Farbe Rot darstellen. Der Hersteller arbeite derzeit aber an weiteren Farben, sagte Nabil Sheikh, Business Development Manager Smart Signage bei Samsung Schweiz, an der ISE. So sollen die Schilder mit den CI/CD-Konzepten der Kunden konform gehen können. ESL und Signage gemeinsam verwalten Gemäss Sheikh bieten Samsungs ESL-Lösungen einen klaren Vorteil gegenüber der Konkurrenz: die Preisschilder werden über Magic Info mit Inhalten gefüttert. Dasselbe CMS verwaltet auch die übrigen Digital-Signage-Lösungen des Herstellers. Ein Kunde braucht also keine zusätzlichen Verwaltungslösungen. Sollte er in seinem physischen Laden bereits Displays von Samsung aufgestellt haben, kann er diese mit den ESL-Geräten verknüpfen. Zudem bietet das CMS verschiedene Analytics-Funktionen. Von der CES an die ISE Wie im Vorjahr präsentierte sich Samsung auch 2017 wieder in einer eigenen Halle. Bereits am Eingang präsentierte der Hersteller ein weiteres Highlight seines Line-ups: QLED. Dabei handelt es sich um eine Neuauflage der Quantum-Dot-Technologie für Samsungs Indoor-Displays. Nanokristalle aus Halbleitermaterial sollen die Bildqualität der Geräte deutlich steigern. Der Hersteller präsentierte die Technologie erstmals an der CES 2017 in Las Vegas anhand seiner Consumer-Fernseher. Ferner legt Samsung Wert auf seine LED-Signage-Displays. Der Hersteller zeigte an der ISE seine neue Fixfertiglösung im Bereich «LED in a Box». Statt als einzelne Module liefert der Hersteller mit diesem Angebot LED-Signage wie herkömmliche Displays aus. BenQ will weg von Lampen An Samsungs privater Messehalle angrenzend befand sich der Stand von BenQ. Der taiwanische Hersteller sei vergangenes Jahr im B2C- Bereich stark gewachsen, sagte Bernd Süssenbach, Head of Product Management DACH & Benelux bei BenQ. Nun will der Her- by © netzmedien ag

steller nun seinen Fokus auf den B2B-Markt richten. 2017 werde BenQ Fotografen und Designer angehen. 2018 auch das Gesundheitswesen. In der Schweiz sei das Geschäft «noch im Aufbau», sagte Süssenbach. Aber auch hier will der Hersteller mehr Präsenz zeigen. Aktuell suche das Unternehmen nach Sales-Mitarbeitern für den Pro-AV-Bereich. Im Beamer-Geschäft will sich der Hersteller gemäss Süssenbach schrittweise von Lampensystemen verabschieden. Stattdessen soll das Projektions-Lineup in naher Zukunft nur noch aus LED- und laserbasierten Geräten bestehen. Wie etwa dem Laserprojektor LK970. Das Gerät strahlt mit einer Helligkeit von 5000 Lumen und löst in 4k auf. Damit sei es ideal für grosse Besprechungsräume, sagte Süssenbach. Im aktuellen Line-up führt der Hersteller jedoch noch verschiedene lampenbasierte Systeme. So etwa den W11000. Der 4k-Beamer wurde an der ISE 2017 erstmals einem grösseren Publikum gezeigt und ist für Heimkino-Anwendungen gedacht. Whiteboard mit NFC und Soundbar Ein weiteres Zugpferd für das geplante Wachstum im B2B-Bereich soll das interaktive Whiteboard RP750K werden. Das 75-Zoll-Gerät verfügt über eine integrierte Soundbar. Per NFC erkennt und unterscheidet das Gerät verschiedene Stifte. So kann der Nutzer mit unterschiedlichen Farben auf dem Gerät zeichnen, ohne in ein Menü wechseln zu müssen. Das Gerät wird gemäss Süssenbach mit zwei Stiften ausgeliefert. Es könne aber bis zu drei unterscheiden. Die NFC- Funktionalität könne auch dazu verwendet werden, das Gerät zu entsperren. Software aus dem eigenen Hause Das Whiteboard erscheint ab Werk mit der Software EZwrite 4.0. Dabei handle es sich um eine Eigenentwicklung aus dem Hause BenQ, sagte Süssenbach. Die Software bietet diverse Whiteboard-Funktionen. So erkennt sie etwa handschriftlich geschriebene Texte oder geometrische Formen und wandelt diese in maschinellem Text oder Formen um. BenQ will das Gerät bis Ende April lancieren. Ein UVP steht aber noch nicht fest. Gewölbte Videowalls mit flexiblen OLED-Displays LG zeigte in den Rai-Messehallen biegbare OLED-Bildschirme. Anwender können diese an die Wölbung verschiedener Oberflächen anpassen, wie LG in einer Mitteilung schreibt. «Flexible Open Frame OLED Signage» nennt LG das Konzept, das der Hersteller dieses Jahr in einer überarbeiteten Version präsentiert. Am gleichen Stand zeigten LGs Produktmanager einen 65-Zoll- OLED-System. Dieses setzt sich aus acht doppelseitigen OLED-Panels zusammen. Jedes Panel löst Bilder und Videos in 4k auf. Ergänzt wird das Set mit einem System-on-a-Chip und 128-Gigabyte-Speicher für die Ausspielung von Medieninhalten. Neue LC-Displays LG zeigte auch neue LCD-Modelle. Der Hersteller begrüsste die Besucher nach eigenen Angaben mit einer Videowand, die aus zwölf 55-Zoll- Bildschirmen zusammengesetzt ist. Für Empfangsbereiche offeriert LG seine 86-Zoll-Modelle im Seitenverhältnis 58:9. Diese können etwa im Eingangsbereich einer Hotellobby aufgestellt werden und Informationen anzeigen. Ein ähnliches Konzept verfolgt LG mit seinem 88-Zoll-Modell im Seitenverhältnis 32:9. Dieser Bildschirm kann über eine Split-Screen-Funktion mehrere Inhalte auf dem gleichen Display ausspielen. Die nächste ISE findet vom 6. bis zum 9. Februar 2018 statt. Gemäss Invidis wird die Ausstellungsfläche grösser sein als bei der diesjährigen Messe. © netzmedien ag by

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