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Netzwoche 03/2017 inkl. Digital Signage

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10 | DIGITAL SIGNAGE |

10 | DIGITAL SIGNAGE | PODIUM Daniel Baumeler CEO, Mobilepro Distributor Sascha Berger Manager Business Development, Clear Channel Anbieter Frank Brunschweiler Bereichsleiter Consumer & Professional Electronics, Telion Distributor « DIGITAL-SIGNAGE-SYSTEME WERDEN IMMER MEHR ZU ASSISTENTEN » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Wir erwarten im kommenden Jahr einen Aufschwung. Gerade im Retail-Bereich gewinnt der Screen als Werbemittel massiv an Bedeutung und ermöglicht ganz neue Anwendungsmöglichkeiten. Zudem sehen wir eine starke Zunahme an Anfragen aus dem Bereich der Touristik und Industrieunternehmen. Auch das Thema Room Signage und somit die effektive Nutzung der Ressourcen gewinnt massiv an Gewicht. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Bei Digital Signage ist das A und O der Inhalt. Die Ansprüche der Konsumenten steigen. So ist es mehr denn je wichtig, sich sehr genaue Gedanken zu machen über das Zielpublikum der Nachrichten, über das Design und die Interaktion. Es gilt, erst den Content zu definieren und dann die entsprechende Technologie beziehungsweise den Anbieter zu wählen. Man sollte den Content nicht von den Möglichkeiten des einzelnen Anbieters abhängig machen. Ein grosses Thema ist aber auch stets der Return of Invest. Oft wird dieser durch Werbeeinnahmen realisiert, sodass hier potenzielle Werbepartner und deren Wünsche bereits in die Planung einbezogen werden müssen. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Momentan stehen die Weichen auf Personalisierung des Contents. Einfache Effekthascherei reicht nicht mehr für den Wow-Effekt. Auch Touch-Applikationen begeistern heute kaum mehr nur aufgrund der Berührungsempfindlichkeit. Digital-Signage-Systeme werden immer mehr zum Assistenten, der mit dem Kunden interagiert. Sei dies als interaktiver Kaufberater oder als Informationslieferant mit klarem Mehrwert. « VIELERORTS GIBT ES BEZÜG- LICH ANIMATION NOCH STARKE EINSCHRÄNKUNGEN » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Im Vergleich zu anderen Ländern stehen wir in der Schweiz noch am Anfang der Entwicklung. In Grossbritannien oder Skandinavien etwa hält die digitale Aussenwerbung einen Marktanteil von über 50 Prozent. Die Bedeutung digitaler Aussenwerbung wird aber auch hierzulande stark zunehmen, sobald die gesetzlichen Restriktionen auf der Strasse wegfallen. Wir erwarten ein jährliches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Digital-out-of-Home (DooH) funktioniert hauptsächlich an stark frequentierten Standorten. Vielerorts gibt es bezüglich Animation noch starke Einschränkungen bei Screens, die von der Strasse eingesehen werden können. Für uns ist wichtig, die Bedürfnisse von Kunden, Behörden und Institutionen gleichermassen zu berücksichtigen. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Wir haben bereits viel Erfahrung mit Near Field Communication, Barcodes sowie Retargeting mittels Mobile Communication gemacht. Natürlich beschäftigen wir uns auch mit Beacons, allerdings zeichnen sich hier noch keine eindeutigen Business-Cases ab. Das Schaffen von Mehrwerten für Städte und die Bevölkerung durch die intelligente Vernetzung der Infrastruktur für DooH mit anderen Technologien ist ein wichtiges Zukunftsthema. Unsere Mitgliedschaft bei Urban Hive sowie unser Engagement bei Smart City Schweiz unterstreichen die Bedeutung, die wir diesem Thema beimessen. Ein weiterer Trend ist Programmatic Advertising. Dieser automatisierte Einkauf von Werbemitteln ermöglicht es, die richtige Botschaft in Echtzeit am richtigen Ort auszustrahlen. Die Vorteile sind höhere Flexibilität, effizienter Einkauf und genaues Targeting. « DIE DIGITALE WERBUNG WIRD AUCH DIE KLEINEREN MARKT- TEILNEHMER BEGEISTERN » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Wenn man die Situation im Ausland mit der in der Schweiz vergleicht, so stehen wir noch am Anfang der Entwicklung. Dies hat auch mit teilweise erheblichen rechtlichen Restriktionen im öffentlichen Bereich zu tun. Diese werden aber nach und nach gelockert. Bisher waren es eher grössere Projekte, etwa für Banken, die im Markt auffielen. Projekte bei KMUs sind eher selten anzutreffen. Dies wird sich jedoch rasch ändern und die digitale Werbung wird im grossen Stil auch die kleineren Marktteilnehmer begeistern. Heute ist diese Technik ausgereift, preislich attraktiv und auch mit Software erhältlich, mit welcher der Anwender den Content selbst schnell und attraktiv gestalten kann. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Ein Digital-Signage-Projekt soll beim Anwender immer im Marketing und nicht in der Technik oder IT angesiedelt sein. Die Interessenten müssen sich im Klaren sein, dass die Technik nur Mittel zum Zweck ist. Diese soll natürlich mit professionellen Komponenten gebaut und durch den Anwender einfach zu bedienen sein. Aber die Technik funktioniert heute problemlos. Deshalb sollte sich der Kunde voll darauf konzentrieren, was er denn mit einer digitalen Werbung erreichen will. Auf dieses Ziel ausgerichtet, sollte sein Marketingkonzept mit einer durchdachten und langfristig ausgerichteten Digital-Signage-Strategie ergänzt werden. Der angezeigte Content soll jederzeit konform mit der Corporate Identity, tagesaktuell, attraktiv und zielführend sein. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Apps und Widgets bieten dem Kunden immer mehr die Möglichkeit, bereits vorhandene Daten auf einfache Weise in den Content einzubinden. Dies ist sehr kundenfreundlich, denn die Informationen werden ab den bereits beim Kunden vorhandenen Systemen durch die Digital-Signage- Software aufgegriffen und in der gewünschten Form angezeigt. Zudem wird die LED-Technik immer stärker in den Digital-Signage-Markt vordringen, da die Auflösung solcher Panels dies heute problemlos zulässt. Vor allem die Helligkeit sowie die modulare und somit skalierbare Panelgrösse sind für den Markt bestens geeignet. by © netzmedien ag

PODIUM | DIGITAL SIGNAGE | 11 Tim Deutschmann Sales Manager Solutions, Littlebit Technology Distributor Bruno Gfeller Product Manager Digital Signage, Also Schweiz Distributor Roman Glanzer Head of Consulting & Sales, Screen foodnet Dienstleister « KUNDEN NEIGEN TEILWEISE DAZU, AM FALSCHEN ORT ZU SPAREN » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Der Schweizer Markt für Digital Signage birgt noch immer grosses Wachstumspotenzial. Im Vergleich zur EU ist die Verbreitung von Digital- Signage-Installationen in der Schweiz noch immer verhältnismässig gering. Aber das Interesse und Anfragevolumen wächst. Vor allem im Bereich der komplexeren Lösungen gibt es zunehmend Projekte, die in absehbarer Zeit realisiert werden sollen. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Ganz abgesehen von der Technik und der Komplexität von Projekten steht immer im Vordergrund, dass die Botschaft beim Betrachter verständlich ankommt. In diesem Sinne gilt «Content is King». Darauf bauen sämtliche Ansätze bei der Entwicklung der Gesamtlösung auf. Bei der Konzepterstellung ist es wichtig, mit dem Kunden zu definieren, welchen Anspruch er aktuell und in drei bis fünf Jahren an die Lösung hat. Die Anlage muss von Vornherein entsprechend richtig dimensioniert geplant werden, was Leistung und Betrieb betrifft. Kunden neigen teilweise dazu, am falschen Ort zu sparen und sehen sich dann schon nach recht kurzer Zeit bei wachsendem Anspruch mit der Realität konfrontiert, erneut investieren zu müssen. Dies gilt es im Rahmen des Consultings zu verhindern. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? In den letzten Jahren hat sich der Trend zu voll integrierten All-in-One-Lösungen verstärkt. Mit einem System-on-Chip ist die Computing-Power für Digital-Signage-Anzeigen direkt in den Monitor integriert. Daneben sehen wir einen immer stärker werdenden Trend hin zu leistungsfähigeren Systemen, die eine über Fernwartung abgesicherte hohe Betriebssicherheit gewährleisten, frei skalierbar sind und mittels offener Schnittstellen mit neuen Funktionen erweitert werden können. Vor allem Features wie Interaktivität, Mobile-Integration und automatische Content-Steuerung über frei definierbare «Trigger» kommen hier immer mehr zum Tragen. Dabei dreht sich alles um die ganzheitliche «Customer Journey», die über alle Kanäle, vom Internet über Smartphone, Tablet, DooH und In-Store-Signage eine schlüssige Kommunikation vereint. « DER CONTENT MUSS STETIG GEPFLEGT UND AKTUALISIERT WERDEN » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Das Potenzial für Digital-Signage-Lösungen in der Schweiz ist nach wie vor sehr gross. Der Markt und die Lösungen entwickeln sich rasant, während die Preise für Displays sinken. Sowohl bei der Hardware als auch bei den Services rund um diese Thematik erwarten wir deutliche Steigerungen. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Digital Signage ist ein starkes Marketinginstrument und eine Art Visitenkarte für das Unternehmen. Es gilt sorgfältig abzuwägen, was sinnvoll ist, um das optimale Mass an digitaler Kommunikation und Beschilderung zu finden. Zum Konzept gehört eine Kosten-Nutzen-Rechnung und eine klare Definition, was mit der Installation erreicht werden soll. Um die gesteckten Ziele zu erreichen, ist der Content das A und O und muss stetig gepflegt und aktualisiert werden. Auch wer den Content liefert und verwaltet, muss von Anfang an klar definiert und geplant werden. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Neben der klassischen Darstellung von Inhalten wird die Interaktion mit dem Publikum weiter zunehmen. Begünstigt wird dies durch einfachere und intuitiver zu handhabende Softwarelösungen. Für den Bereich LED erwarten wir zudem eine starke Entwicklung und grössere Vielfalt durch die Displayhersteller. « BOTS UND BIG DATA MACHEN DIE INHALTSVERWALTUNG EFFI- ZIENTER UND VIELSEITIGER » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Aufgrund der im Handel erforderlichen Effizienzsteigerung glauben wir an ein Wachstum des Digital-Signage-Marktes. Der digitale Wandel spielt in diesem Zielmarkt eine wichtige Rolle. Mit dem Einsatz von digitalen Lösungen, die den Onlineund Offlinehandel miteinander verbinden, werden neue Vertriebs- und Verkaufsmodelle kreiert. So können Ladenflächen verkleinert werden, um diese mit einem digitalen Kundenerlebnis zu erweitern und trotzdem das Gesamtsortiment abrufbar zu haben. Wichtig dabei ist, dass der digitale Touchpoint mehr als nur eine Kopie des Webshops ist. Er muss einen Mehrwert für den Endkunden bieten. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Wir arbeiten jeweils mit unserer bewährten Methodik, die den Kundennutzen ins Zentrum stellt. Denn dieser ist entscheidend für den Erfolg und die Wirksamkeit der Digital-Signage-Lösungen. Alle weiteren Faktoren wie Technik, Platzierung der Lösung sowie die Inhalte werden darauf abgestimmt. Wichtig dabei ist, alle Anspruchsgruppen und deren Prozesse innerhalb eines Handelsunternehmens zu berücksichtigen. Mit den richtigen Ansprechpersonen an Bord wird Verständnis und Sicherheit generiert. Dadurch ist das gesamte Team motiviert, eine erfolgs- und ergebnisorientierte Lösung zu erarbeiten. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Einer der grossen technischen Trends ist das flexible Content-Management. Hier werden in Zukunft durch Bots und Big Data neue Methoden entstehen, welche die Inhaltsverwaltung effizienter und vielseitiger gestalten. Auch die Interaktion mit dem Rezipienten durch die Nutzung von Gesichtserkennungssoftware und Gestensteuerung, etwa im Bereich von Werbekampagnen. Diese Technologien werden bald auch in der Schweiz vermehrt eingesetzt. Im Ausland gibt es bereits einige spannende Kampagnen, die aufgrund ihrer Wirksamkeit einen viralen Effekt ausgelöst haben. © netzmedien ag by

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