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Netzwoche 03/2017 inkl. Digital Signage

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12 | DIGITAL SIGNAGE |

12 | DIGITAL SIGNAGE | PODIUM Beat Holenstein Leiter Partner & Product Management, APG|SGA Anbieter Artur Janiszek Projektleiter Digital Signage, Westiform Integrator Sandro Kohler Senior Art Director Motion Picture, Goldbach Interactive Dienstleister « GROSSFLÄCHIGE, DIGITALE WERBETRÄGER SIND IM TREND » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Digital-out-of- Home-Markt? Die von PWC erst kürzlich veröffentlichte Studie, wonach ein jährliches Wachstum von durchschnittlich 16 Prozent für den Umsatz auf digitalen Werbeträgern prognostiziert wird, erachten wir als nachvollziehbar. Was gilt es bei einem DooH-Projekt zu beachten? Zu Beginn steht die Standortqualität. Grundsätzlich treibt die APG|SGA den Ausbau von digitalen Angeboten für Kunden in allen Kommunikationsräumen gezielt voran. Allerdings nur an absoluten Top-Destinationen und an den besten Standorten. Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die sorgfältige Integration der zukunftsweisenden, digitalen Werbeträger in das bestehende Stadtbild. Für die Akzeptanz bei unseren Werbekunden, aber auch in der Bevölkerung, ist zudem unabdingbar, dass technologisch hochwertiges Material verwendet wird. APG|SGA setzt auf die neuesten Technologien in Full-HD-Qualität und bringt die digitalen Produkte stetig auf den neuesten Stand. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich DooH? Grossflächige, digitale Werbeträger sind im Trend und werden zukünftig vermehrt von der Möglichkeit der programmatischen Spot-Aussteuerung profitieren. Zudem können Vorteile in der regionalen, gezielten Distribution, der kurzfristigen Reaktionszeiten und der Verknüpfung mit mobilen Endgeräten erzielt werden. « EINE INSTALLATION DARF NICHT ALS INSELLÖSUNG ERSCHEINEN » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Für Digital-Signage-Marktteilnehmer gilt die Schweiz als hochgradig interessant, da in der Entwicklung bis 2020 nochmals höhere Potenziale erschlossen werden können als im gesamteuropäischen Kontext. Die Auffassung der Relevanz von Digital Signage wird sich bei Entscheidern im Bereich Marketing und IT zunehmend durchsetzen und weiter verstärken. Die Sichtbarkeit am Point of Sale beziehungsweise Point of Interest durch bewegtes Bild, interaktive Inhalte und zielgruppengerechte Ansprache gilt als «State of the Art». Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Der Schlüssel zu erfolgreichen Digital-Signage- Projekten ist die Integration der Lösung in das Marketingkonzept des Kunden. Eine Installation darf nicht als Insellösung erscheinen. Das bedeutet, dass sich die Lösung in die Umgebung und die Raumgestaltung so nahtlos einfügen muss, dass sie nicht als Fremdkörper wahrzunehmen ist. Der langfristig entscheidende Faktor innerhalb der Projektintegration ist jedoch der Content – denn der Inhalt ist es letztlich, der das technische Gesamtkonzept zum Kommunikationsmittel werden lässt. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Technische Trends im Bereich der Anzeige- und Interaktionstechnologien spiegeln meist zeitversetzt die Trends der Consumer Electronics des vergangenen Jahres wider. Das gibt Integratoren Zeit, die Produktreife und die Entwicklung des Potenzials abzuwarten und zu bewerten. Bis 2020 werden Audience-Measurement-Systeme eine immer wichtigere Rolle spielen. Diese Systeme ermöglichen die Erfolgsmessung im Sinne von Angaben über die Anzahl der Betrachter, bieten aber ebenso die Möglichkeit, zielgruppengerechte Inhalte in Echtzeit anzupassen und empfängergerecht auszuspielen. « WICHTIG IST EINE LAUFENDE CONTENT-AKTUALISIERUNG JE NACH TAGESZEIT » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Als Digitalagentur stellen wir eine steigende Nachfrage bei Werbetreibenden fest. Der Einsatz von bewegtem digitalen Content ist momentan eine der effizientesten Werbemassnahmen, wenn es um die Schaffung von Aufmerksamkeit geht. Dazu kommt, dass Ladengeschäfte die Möglichkeit haben, digitale Schaufenster zu betreiben und so indirekt im öffentlichen Raum zu werben – ein rechtlicher Graubereich. Sollte sich die Rechtslage ändern, hätte das natürlich auch Einfluss auf die Branche und die Verteilung der Budgets. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Alle kennen das Beispiel der Imbissbude mit flimmerndem Windows-Logo auf den Bildschirmen. Setzt man Digital Signage ein, muss die Betriebssicherheit gewährleistet sein. Etwa durch stabile Betriebssysteme mit SSDs. Spezielle Vorgaben gelten auch für die Kreation, denn der Content läuft ohne Ton. Dies muss bei der Wahl von Schriftgrösse, Layout sowie der Aufbereitung beachtet werden. Zudem ist eine laufende Content-Aktualisierung je nach Tageszeit wichtig. Entsprechend sind ein solides Authoring und Scheduling bei solchen Anwendungen zentral. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Vom technischen Aspekt her wird sich in naher Zukunft wohl nicht allzu viel ändern. Technologien und Formate wie 4k, HTML5, Javascript oder der Einsatz eines voll skalierbaren, cloudbasierten dynamischen CMS sind mittlerweile etablierte Standards. Spannend sind neue digitale Konzepte wie dynamische Inhalte, Geotargeting, die Verbindung zum Smartphone und Integration von Social Media oder auch interaktive Anwendungen und Touchscreens – um nur einige zu nennen. by © netzmedien ag

PODIUM | DIGITAL SIGNAGE | 13 Renato Schmidlin Product Manager Digital Signage, Alltron Distributor Guido Stillhard CEO, JLS Digital Dienstleister Michael Voss CEO, Screen24 Anbieter « DIE INTERAKTION UND FLEXIBILITÄT DER INHALTE WERDEN ZUNEHMEN » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Wir erwarten ein grosses Wachstum von Digital- Signage-Lösungen und zwar vor allem für KMUs und Einzelunternehmen. Dafür sprechen drei Faktoren: Erstens kann Digital Signage, einfach gesagt, jeder nutzen. Zweitens sind heutige Systeme für beinahe alle Ansprüche geeignet, vom Ein- Mann-Betrieb bis zum grossen Konzern. Und drittens benötigt man für «professionelle» Digital-Signage-Lösungen mittlerweile auch kein riesiges Budget mehr. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Damit ein solches Projekt gelingt, sollte man sich bereits im Vorfeld einige Fragen stellen. Zum Beispiel, ob man informieren, unterhalten oder eine Kombination aus beidem realisieren will. Passt das Medium überhaupt zur Zielgruppe und Corporate Identity? Wichtig ist auch zu wissen, was man mit einer Digital-Signage-Lösung bewirken will: Zum Beispiel die Aufmerksamkeit der Laufkundschaft erhöhen oder die Kunden länger im Geschäft halten? Einen kurzen Workshop zu besuchen, in dem solche Fragen thematisiert werden, ist hilfreich. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Die Interaktion und Flexibilität der Inhalte wird zunehmen, nicht zuletzt durch Erweiterungen wie Sprach- und Gesichtserkennung. Digital-Signage- Hardware wird die digitale Welt in der realen Welt präsenter machen. Und wir gehen davon aus, dass mit Digital Signage in Zukunft auch automatisierte Big-Data-Analysen realisiert werden können. « DIE SINNVOLLE NUTZUNG VON DATEN BIETET VIELE ANWENDUNGSFELDER » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Aussenwerbung wächst grundsätzlich seit Jahren sehr stark, und auch die Prognosen sind für die nächsten Jahre sehr optimistisch. Da der digitale Anteil an der Aussenwerbung immer grösser wird, bedeutet dies, dass wir einer sehr positiven Entwicklung für Digital Signage entgegensehen. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? Digital Signage hat als Werbemedium alle Vorzüge der Aussenwerbung. Zudem gibt es Möglichkeiten, die das klassische Plakat nicht bietet. Wenn der Kunde will, kann er spezifische Zielgruppen ansprechen und die Werbung zeitlich genau steuern und differenzieren. Wichtig ist bei Digital Signage die Wahl der Sujets, um die Werbebotschaft perfekt zu präsentieren und damit – trotz der bewegten Bilder – der Inhalt sofort erkennbar ist. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Die Trends werden zukünftig sowohl durch die Möglichkeiten der Interaktion sowie der Nutzung von Daten bestimmt. Touchscreens werden die Interaktion deutlich erleichtern. Bereits heute sind unsere Screens in der Lage, mit den Kunden in der Umgebung zu interagieren. Die sinnvolle Benutzung von Daten bietet viele Anwendungsfelder. « DAS STATIONÄRE VERKAUFS- UMFELD BENÖTIGT DIGITALE BRÜCKENBAUER » Welche wirtschaftlichen Entwicklungen erwarten Sie im Schweizer Markt für Digital Signage? Digital Signage wird weiter an Bedeutung gewinnen und damit in den unterschiedlichsten Branchen weiter verbreitet werden. In erster Linie weil das stationäre Verkaufsumfeld digitale «Brückenbauer» benötigt, um seine Kunden möglichst optimal im stationären Umfeld auch auf digitale Informations- und Kaufkanäle zu lenken. Die Multi- Channel-Entwicklung befruchtet in gewissem Masse auch den Markt für Digital Signage. Was gilt es bei einem Digital-Signage-Projekt zu beachten? In erster Linie gilt es, einem klaren Zielkonzept zu folgen. Es geht nicht um Multimedia-Technologie. Es geht um Zielerreichung durch emotionale Ansprache, um bessere Informationen, um höhere Verkaufschancen. Ebenfalls ist das Projekt nur der initiale Akt. Im Mediengeschäft liegt der Fokus immer auf dem Betrieb. Das heisst, dass ein Digital-Signage-Projekt nur das Mittel zum Zweck darstellt. Erfolg oder Misserfolg liegen im darauffolgenden Betrieb und in der zielorientierten Nutzung dieses Kommunikationskanals. Die Differenzierung erfolgt heute nicht mehr über schöne oder grosse Screens, sondern einzig noch über den Content. Ein Digital-Signage-Projekt sollte also bei der Content-Profilierung beginnen und sich primär von diesen Zielen leiten lassen. Welche technischen Trends erwarten Sie im Bereich Digital Signage? Grundsätzlich erwarte ich mehr Konvergenz zwischen Onlinekanälen aus dem Webnutzungsumfeld mit Digital Signage. Eigentlich gibt es ausser der Steuerung der Front-End-Geräte keine Unterschiede zwischen einem interaktiven Digital-Signage-Kanal und einer Webapplikation. Die Vielfalt an neuen digitalen Kanälen zur Kundenkommunikation und -interaktion ist für Unternehmen auch ein Komplexitäts- und Kostentreiber. Unternehmen werden in Zukunft also konvergente und integrierte Lösungen wollen, die ihnen das Content-Management insgesamt vereinfacht. Ebenfalls wird das Thema der Wirksamkeitsmessung bei Digital Signage mehr Gewicht erhalten. Unternehmen werden vermehrt performanceorientierte Modelle und Lösungen nachfragen. Dies wird den Fokus auf integrierte Lösungen und auf ein intelligentes automatisiertes Content- Management verstärken. © netzmedien ag by

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