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Netzwoche 03/2017 inkl. Digital Signage

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22 | DIGITAL SIGNAGE |

22 | DIGITAL SIGNAGE | TECHNOLOGIE Wenn die Software den Unterschied macht Der Markt für Digital Signage ist unübersichtlich geworden. Die Zahl der Softwarelösungen explodiert. Wer hat da noch den Überblick? Die Redaktion zeigt, worauf beim Softwarekauf zu achten ist. Autor: Marcel Urech lokalisiert und personalisiert. Im Idealfall unterstützt eine DS-Software solche Funktionen. Bild: iStock Digital Signage boomt. «Global Market Insights» erwartet für den Markt zwischen 2016 und 2023 ein durchschnittliches Plus von 5,2 Prozent pro Jahr. Auch neue Softwaretrends sollen für Wachstum sorgen. Ein Überblick. IP-Streaming und Live-Videos Kunden wollen immer öfters Real-Time-Encoding, IP-Streaming, Live-Videos, IP-Kameras und Webquellen einbinden. Die Software muss darum gut mit der Hardware harmonieren. Im Idealfall kann die Hardware rechenintensive Aufgaben beschleunigen. Multiscreen-Erlebnisse Die Anbieter müssen ihre Anwendungen für Multiscreen-Erlebnisse optimieren. Beim Video-Wall-Format etwa sollten mehrere Screen- Konfigurationen mit unterschiedlichen Auflösungen möglich sein. Die Software sollte zudem Touch-Bedienungen unterstützen. Einfaches Deployment Das Thema Deployment gewinnt bei Digital Signage an Bedeutung. Eine gute Software vereinfacht es, grosse Installationen auszurollen. Je stärker die Anbieter den Prozess automatisieren können, desto besser. Tagging, Beacons und NFC Moderne Digital-Signage-Anwendungen erlauben es, Content zu taggen. Firmen können so Inhalte nur zu einer bestimmten Zeit oder an ausgewählte Displays ausgeben. Ähnliches ist auch mit Bluetooth-, NFC- und Beacon-Technologien möglich. Sie erhöhen die Relevanz der Inhalte für den Kunden. Mobile-Unterstützung Mobile ist auch in der Digital-Signage-Branche ein grosses Thema. Es versteckt sich zum Teil hinter Schlagwörtern wie «Multi-Device Connectivity» oder «Omni-Channel Experience». Eine Software, die das Digital-Signage-Erlebnis nicht auf unterschiedlichste Mobilgeräte erweitern kann, ist kaum mehr zeitgemäss. Digital-Signage-as-a-Service Viele Digital-Signage-Lösungen laufen heute in der Cloud. Moderne Content Delivery setzt keine lokale Installation mehr voraus. Das haben auch die Hersteller gemerkt und Digital-Signage-as-a-Service-Angebote für fast jeden Anwendungsfall gestartet. Augmented Reality Die erweiterte Realität (AR) wird auch im Digital-Signage-Markt Einzug halten. Google testet etwa gerade mit dem San Jose Airport seine Tango-Technologie. Sie bestimmt die Position von Objekten ohne GPS. Die Anbieter werden AR-Funktionen in ihre Software einbauen und so neue Möglichkeiten eröffnen. Personalisierung und Lokalisierung Content ist effektiver, wenn ihn der Anbieter Social Media und APIs Die Chance, dass Kunden auf sozialen Netzwerken unterwegs sind, ist gross. Für Unternehmen ist es darum attraktiv, Social-Media-Inhalte einzubetten. Im Aufwind sind auch API-Angebote. Neue Schnittstellen ermöglichen es, praktisch jede beliebige Quelle in Digital-Signage-Installationen anzuzeigen. Neue Interaktionsmöglichkeiten Die Digital-Signage-Software der Zukunft unterstützt nicht nur normale Eingaben und Touch, sondern auch Sprachbefehle, Gesten und Gesichtserkennung. Neue Funktionen werden statische Digital-Signage-Anzeigen in interaktive Infoboards verwandeln. Gamification und Visualisierung Gamification hilft, Kunden an sich zu binden. Dafür eignen sich interaktive Displays. Moderne Digital-Signage-Anwendungen sind mit Mini-Games und Toplisten ausgestattet. Auch die Visualisierung der Inhalte ist zentral. Wer attraktive Infografiken, Diagramme und Tabellen bietet, gewinnt Aufmerksamkeit. Big-Data-Analysen Moderne Screens erkennen, wie viele Personen an ihnen vorbeilaufen und wer ein Display wie lange anschaut. Mit einer Digital-Signage-Software sollte es möglich sein, solche Daten auch einzusehen und auszuwerten. Internet der Dinge und Sensoren Das Internet der Dinge hält auch im Digital Signage Einzug. Die Software muss erfasste Sensordaten auch verarbeiten können. Ein Restaurant könnte etwa Angebote für warme Getränke anpreisen, sobald die Aussentemperatur auf einen gewissen Wert fällt. Ästhetik und Design Software muss eine klare Bildsprache, Navigation und Typografie haben. Wer mit Design brilliert, hebt sich von der Konkurrenz ab. by © netzmedien ag

TRENDS | DIGITAL SIGNAGE | 23 Wie Sprachsteuerung und Augmented Reality Digital Signage verändern Intelligente Sprachassistenten und die virtuelle Realität waren 2016 wichtige Technologietrends. Sie haben das Potenzial, auch Digital Signage zu verändern. Autor: Adrian Schawalder 2016 haben zwei Technologietrends besonders an Fahrt aufgenommen: Virtual beziehungsweise Augmented Reality sowie Sprachassistenten. Mehrere Unternehmen lancierten in dem Jahr Virtualy- Reality-Headsets. Und laut Amazon waren smarte Lautsprecher 2016 eines der meistverkauften Produkte. Auch an der Elektronikmesse CES in Las Vegas war Alexa, der smarte Assistent von Amazon, in allen möglichen Geräten zu finden. Der Airport Guide Robot von LG. Wenn der Roboter zum Gate führt Digital Signage ist derzeit vor allem ein visuelles Medium. Das Aufkommen von Sprachkontrolle könnte auch Digital Signage verändern und es zu einem vielfältigeren und interaktiveren Medium machen. LG stellte an der CES in Las Vegas einen Roboter namens «Airport Guide Robot» vor. Er sieht aus wie ein Kegel, ist etwa 1,4 Meter gross und mit einem Bildschirm ausgestattet. Statt eines physischen Gesichts verfügt Hub über ein Display. Auf diesem ist ein verpixeltes Robotergesicht zu sehen ist. Der Roboter lässt sich mit Sprachbefehlen steuern. LG verwendete dazu die Stimmen erkennung von Amazon Alexa. Gemäss LG soll der Roboter bald am Flughafen Seoul zum Einsatz kommen. Er soll auf Fragen von Reisenden in fünf Sprachen antworten und über Flüge informieren können. Zudem könne er auch Personen, die sich verirrt haben, zum korrekten Gate führen. Die Verschmelzung der echten und digitalen Welt Auch der Technologietrend der Virtual und besonders Augmented Reality hat Potenzial, Digital Signage zu verändern. Bei Augmented Reality sieht der Nutzer die normale Welt um sich herum. Eine Augmented-Reality- Brille, etwa die Microsoft Hololens, fügt der Umgebung Informationen oder virtuelle Bilder hinzu. Eine Anwendung wäre etwa eine Brille, die eine Route auf der Strasse farbig markiert, um für eine bessere Orientierung zu sorgen. Es gibt bereits Digital-Signage-Experimente mit Augmented Reality. 2012 filmte BMW eine Strasse ab und projizierte den Film auf eine Hauswand. Auf die Zuschauer wirkte dies wie ein Spiegel. Dieser zeigte jedoch nicht das Originalbild. Stattdessen ersetzte BMW die gefilmten Autos in Echtzeit mit digitalen Modellen von futuristischen BWM- Fahrzeugen. Eine andere Möglichkeit ist die Nachbearbeitung bei Fernsehübertragungen. Bei Sportanlässen könnten Veranstalter für die Fernseh übertragung auf Augmented Reality setzen. So könnten Computer eine Panel-Anzeige virtuell durch eine andere ersetzen und die gezeigte Werbung für jedes Land anpassen. Es gibt bereits Unternehmen, die solche Lösungen anbieten. Eine andere Möglichkeit wäre, dass im Fern - sehen gezeigte Display-Werbung 3-D-Effekte erhält. Grosse technische Fortschritte Solche Experimente sind im Moment noch aufwändig. Das könnte sich in den nächsten Jahren ändern. Die Effekte von Snapchat haben gezeigt, dass Augmented Reality nicht realistisch aussehen muss, um Erfolg zu haben. Bei Snapchat gibt es einfache Augmented-Reality-Effekte, die den Benutzern etwa Hundeohren hinzufügen. Solche Spielereien sind sehr beliebt. In den letzten Jahren wuchs die Augmented- und Virtual-Reality-Branche enorm. Die Produkte reichen vom Microsoft-Hololens- Headset bis zu Project Tango von Google. Momentan forschen mehr Personen als je zuvor an Augmented Reality. Die Fortschritte dieser Technologie wird auch die Digital- Signage- Branche für sich nutzen können. Eine Bedrohung für Digital Signage Beide Trends haben das Potenzial, wertvolle Ergänzungen für Digital Signage zu sein. Sprachsteuerung könnte die Interaktion mit Digital Signage natürlicher und persönlicher gestalten. Augmented Reality eröffnet der Branche die Möglichkeit, interaktiver auf die Umwelt einzugehen und Betrachter zu verblüffen. Langfristig könnten diese Technologien jedoch das klassische Digital Signage gefährden. Roboter oder digitale Assistenten, die detailliert Auskunft geben, könnten grosse Bildschirme mit denselben Information überflüssig machen. Science-Fiction-Autoren zeichnen eine Zukunft mit Brillen, welche die virtuelle und echte Welt vollständig verschmelzen lassen. Bis dahin wird es zwar noch dauern. Doch wenn Menschen das Aussehen ihrer Umwelt nach Belieben verändern können, wird auch Digital Signage ein rein virtuelles Geschäft. © netzmedien ag by

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