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Netzwoche 03/2017 inkl. Digital Signage

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26 Technology Event

26 Technology Event Schweizer CIOs zögern beim IoT MSM Research hat neue Studienergebnisse zum Schweizer ICT-Markt vorgelegt. Der Trend zum Outsourcing verstärkt sich. Flexibles Arbeiten steht auf der Prioritätenliste vieler Unternehmen zuoberst. Das Internet der Dinge bleibt jedoch für viele Firmen noch Zukunftsmusik. Autor: Joël Orizet Der Trend zum Outsourcing im IT-Bereich geht weiter. Dies zeigen die Ergebnisse einer Studie, die Philipp A. Ziegler von MSM Research anlässlich des jüngsten IT- Markt-Briefings präsentierte. 30 Prozent der Befragten gaben an, dass sie einen Wechsel von internen zu externen Lösungen planten. Ohne die Auslagerung von Dienstleistungen an externe Anbieter würde der ICT-Markt gar nicht mehr wachsen, sagte Ziegler. Der Anteil an Ausgaben für Managed- und Cloud-Services nimmt deutlich zu, wie aus den Ergebnissen hervorgeht. MSM Research rechnet für das kommende Jahr mit einem Anteil von 57 Prozent für externe Dienstleistungen. 2014 lag dieser Anteil noch bei rund 30 Prozent. Philipp A. Ziegler, CEO von MSM Research, präsentierte den « Frühjahrs-Update-Report 2017 ». Unternehmen forcieren Trend zu flexibler und mobiler Arbeit Das Thema Mobilität steht gemäss Ziegler zuoberst auf der Prioritätenliste von Schweizer ICT-Unternehmen. Die befragten Firmen geben den Ergebnissen zufolge jeden vierten Franken für Projekte aus, die das Arbeiten flexibler und mobiler machen sollen. Für das laufende Jahr prognostiziert MSM Research, dass Unternehmen für solche Zwecke 9,3 Prozent mehr ausgeben als im Vorjahr. Flexibles und mobiles Arbeiten werde sich bis 2018 in mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen durchsetzen, schreibt MSM Research im aktuellen Frühjahrs-Report. Der Marktforscher versteht darunter, dass die Mitarbeiter keinen persönlichen Desk mehr haben und auch unterwegs arbeiten können. Feste Arbeitsplätze würden an Bedeutung verlieren. Heute setze nur noch rund ein Fünftel der befragten Unternehmen auf fixe Arbeitsplätze ohne die Möglichkeit, mobil arbeiten zu können, heisst es im Report. Dieser Anteil werde bis Ende des kommenden Jahres auf unter 10 Prozent sinken. IoT ist für viele noch Zukunftsmusik Der Schweizer Markt für das Internet der Dinge (IoT) ist gemäss Ziegler noch marginal. Die Mehrheit der Befragten geht davon aus, dass das IoT noch nicht in der Arbeitswelt angekommen sei. Über die Hälfte gab an, dass es noch drei bis fünf Jahre dauern werde, bis das IoT Auswirkungen auf ihr Geschäftsmodell habe. Jeder Dritte schätzte, dass dies erst in fünf bis zehn Jahren der Fall sein werde. Nur jeder Zehnte ging davon aus, dass das Internet der Dinge noch im laufenden Jahr oder im Verlauf der nächsten zwei Jahre durchschlagen werde. Über diesen Befund zeigte sich Ziegler überrascht. Im Silicon Valley rechnen Unternehmer nicht in Jahren, sondern in Monaten, sagte er. Die Voraussetzungen für Investitionen in das IoT seien hierzulande vorhanden. Dennoch würden Schweizer Unternehmen zu weit in die Zukunft planen, wenn es um disruptive Technologien gehe. Kunden wüssten nicht, wie sie ihre Idee vermarkten und gewinnbringend umsetzen könnten. Die Nachfrage nach Unterstützung sei dementsprechend hoch. Sie wird allerdings kaum abgedeckt, wie aus den Ergebnissen hervorgeht. 80 Prozent der Befragten wüssten nicht, an wen sie sich für Hilfeleistungen beim Thema IoT wenden sollten. Ziegler sieht folglich ein grosses Potenzial für Beratungsdienstleistungen in diesem Bereich. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_26194 « Beratungsbedarf besteht in der ganzen Bandbreite des Themas IoT. » Philipp A. Ziegler, CEO, MSM Research i IT-MARKT-BRIEFING MSM Research lädt Kunden und Vertreter der Fachpresse zweimal im Jahr zu einem IT-Markt-Briefing. Philipp A. Ziegler, CEO von MSM Research, präsentiert an diesen Anlässen aktuelle Studienergebnisse zur Schweizer ICT-Branche. Auf der Basis von Umfragedaten zeigt er Entwicklungen und Prognosen zum ICT-Markt auf. 03 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 27 Unternehmen verlassen schrittweise ihre «Wohlfühlzone» Die Wachstumsaussichten auf dem Schweizer ICT-Markt haben sich nach dem Minus von 0,3 Prozent im Jahr 2015 und dem marginalen Plus von 0,6 Prozent im vergangenen Jahr wieder aufgehellt. Wir rechnen auf der Basis unseres Frühjahrs- Updates mit einer Zunahme der Ausgaben (B2B) von 1,7 Prozent oder knapp 300 Millionen Franken gegenüber 2016. Der Schweizer ICT-Markt 2017 wird auf ein Volumen von 17,35 Milliarden Franken zulegen. Umgerechnet auf einen Arbeitstag bedeutet dies, dass von Schweizer Unternehmen und Verwaltungen durchschnittlich für beachtliche 72 Millionen Franken Aufträge und Projekte vergeben werden. Im Rahmen unseres Herbst-Updates 2016 waren wir noch von einem Wachstum von 1,9 Prozent ausgegangen, das wir nun auf ein Plus von 1,7 Prozent leicht nach unten korrigierten. Die derzeitigen Planungsunsicherheiten aufgrund politischer und wirtschaftlicher Einflussfaktoren sowie der Trend zu einem erneut stärker werdenden Franken haben eine bremsende Wirkung auf ursprünglich gemachte Budgetpläne der Anwender. Individuelle Anpassungen und Entwicklungen werden nicht verschwinden. Hier gibt es nach wie vor Potenzial für entsprechende Projekte in diversen Branchen, um erzielte Wettbewerbsvorteile absichern und halten zu können. Unsere Erhebungen zeigen allerdings, dass insgesamt betrachtet die derzeitigen Wachstumsraten etwa für Standardsoftware höher liegen als diejenigen für individuelle Entwicklungen. Viele Unternehmen verlassen schrittweise die «Wohlfühlzone» ihrer selbst entwickelten Umgebungen. Sie versprechen sich mit standardisierten Ansätzen eine höhere Kostentransparenz, mehr Flexiblilität und Effizienz in einem zunehmend digitalisierten Wettbewerbsumfeld. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG KMUs entscheidend für den Gesamtmarkt Die Entwicklung der ICT-Ausgaben im Schweizer Markt wird aber nicht nur durch globale oder nationale, politische und ökonomische Faktoren beeinflusst. Einen wesentlichen Impact auf das Wachstum des Marktes haben auch die kleineren und mittleren Unternehmen (KMUs, nach unserer Definition Unternehmen mit bis 499 Mitarbeitern). Im laufenden Jahr entfallen auf sie knapp zwei Drittel (64 Prozent) der Ausgaben im Schweizer Markt. Das Gesamtmarktwachstum hängt also entscheidend vom Ausgabeverhalten der KMUs ab. Unsere Prognose von 1,7 Prozent mehr Ausgaben für den gesamten Markt wird aktuell von den KMUs getragen. Wir rechnen damit, dass die Budgets der «Kleinen und Mittleren» prozentual mit einem Plus von 2,1 Prozent stärker aufgestockt werden als diejenigen der grossen Unternehmen (plus 1,1 Prozent). Trend zu standardisierten Informatiklösungen Der Markt 2017 wird auch durch Trends beeinflusst, die sich ausserhalb ökonomisch und politisch bedingter Einflüsse bewegen. So verschieben sich bislang individuell geprägte Infrastruktur- und Anwendungsumgebungen immer mehr in Richtung standardisierte Informatiklösungen. Die treibenden Faktoren sind hier einerseits der steigende Leidensdruck bei den Kosten, die mit den Individualumgebungen einhergehen. Andererseits stehen die Forderungen nach mehr Effizienz und Agilität im Raum, die standardisierte Lösungen bieten. ICT-AUSGABEN IN DER SCHWEIZ – PROGNOSE 2017 Total der ICT-Ausgaben in der Schweiz (B2B) 17 351,3 Millionen Franken, plus 1,7 Prozent gegenüber 2016 Hardware Software Kommunikation Services 10 222,7 Quelle: MSM Research AG 2615,3 2390,9 2122,5 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_26685 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2017

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