Aufrufe
vor 1 Monat

Netzwoche 03/2020

  • Text
  • Mitarbeiter
  • Google
  • Swiss
  • Sicherheit
  • Markt
  • Stadt
  • Netzmedien
  • Schweiz
  • Schweizer
  • Unternehmen

40 Management & Career

40 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH UBS und Zurich lancieren Versicherungsplattform rja. Die UBS erweitert ihr Gründerportal «UBS Start Business» um ein Versicherungsangebot. Dabei arbeitet sie mit Zurich zusammen. Die Plattform leite Jungunternehmer durch die verfügbaren Produkte, stelle sie vor und empfehle jene, die für Startups in der Gründungsphase wichtig seien. Thematisiert werden etwa Unfallversicherungen. Der Anwender soll mit wenigen Klicks eine persönliche Offerte erhalten oder eine Versicherung direkt abschliessen können. Die neue Funktion sei voraussichtlich ab März verfügbar. 10 Schweizer Start-ups pitchen im Silicon Valley jor. Das Start-up-Förderprogramm Venturelab schickt 10 Schweizer Jungunternehmen auf eine Road Show durchs Silicon Valley. Dort sollen sie vor Investoren um frisches Kapital werben können. Die Start-ups decken verschiedene Branchen ab: von Agrotech und Big Data über Quantentechnologien bis hin zum Internet der Dinge. Ausgewählt wurden die 10 Firmen von einer Jury aus Investoren und Experten aus mehr als 140 Bewerbern, wie Venturelab in einer Mitteilung schreibt. Wohin die IT-Budgets 2020 fliessen osc. 56 Prozent aller Schweizer CIOs und IT-Leiter wollen 2020 ihr IT-Budget erhöhen. Das ergab die grosse CIO- Umfrage der Netzwoche. In welche Technologien und Lösungen diese Budgets fliessen könnten, das trug das Magazin «CIO.com» zusammen. Für 37 Prozent der CIOs ist es wichtig, in Data/Business Analytics zu investieren. An zweiter Stelle kommt Security/Risk Management mit 43 Prozent. 28 Prozent der Befragten möchten den Bereich Customer Experience verbessern. Jede zehnte Schweizer IT-Firma sucht einen Nachfolger rja. Mehr als 13 Prozent aller Schweizer Unternehmen stehen vor der Übergabe an eine neue Führungsgeneration. Das schreibt das Beratungsunternehmen Bisnode D&B in einer Studie zur KMU-Nachfolge in der Schweiz. Dabei untersuchte das Unternehmen das Alter der Führungspersonen in Schweizer Unternehmen. Bei 75 038 Firmen stellten die Analysten fest, dass die jetzige Führung älter als 60 Jahre ist und noch keine Nachfolgeregelung getroffen hat. Am stärksten zeigt sich die Nachfolgeproblematik bei den Einzelfirmen. 20,5 Prozent von ihnen haben einen mehr als 60-jährigen Chef. Bei den Aktiengesellschaften sind es 12,9 und bei den GmbHs noch 7,7 Prozent. Ein weiterer wichtiger Faktor stellt laut Bisnode die Unternehmensgrösse dar. Besonders gut scheint die Nachfolgeregelung bei Unternehmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern zu laufen – hier vermuten die Analysten ein Problem bei 6,2 Prozent. Dagegen weisen Kleinstunternehmer (1 bis 9 Mitarbeiter) einen Anteil an offenen Nachfolgen von 13,2 Prozent auf. Auch nach Branchen aufgeschlüsselt, zeigen sich Unterschiede. Das grösste Nachfolgeproblem herrscht im Druck- und Verlagsgewerbe, wo beinahe jeder fünfte Betrieb seine Nachfolge regeln muss. Auch Architekten, Einzelhändler und Unternehmensberater sind betroffen. In rja. Seit Ende Januar bietet die Direktion für Wirtschaftsentwicklung (DDE) des Kantons Genf einen Fernkurs über Schutzmassnahmen vor Cyberrisiken an. Er besteht aus acht kostenlosen Videos und richtet sich in erster Linie an Mitarbeiter von KMUs. «Das erste Glied in der digitalen Sicherheitskette sind nicht die technologischen Werkzeuge, sondern es ist der menschliche Faktor», betont Pierre Maudet, der für das DDE zuständige Staatsrat, gegenüber dem «ICTjournal». Ausbildung in Form einer Schatzsuche Der auf der Website des Kantons Genf verfügbare Onlinekurs wurde in Zusammenarbeit mit den öffentlichen Verwaltungen anderer französischsprachiger Kantone entwickelt. Jede Videolektion lässt sich auch einzeln absolvieren, und ein Quiz zur Informationssicherheit schliesst den Lehrgang ab. Nach der Einführung kann man zwischen den der IT-Branche vermuten die Analysten bei 9,5 Prozent eine nicht geregelte Nachfolge, bei Telekommunikations- Unternehmen beträgt der Anteil 9,9 Prozent. Und im Fachhandel sind es 16 Prozent, die gemäss Bisnode noch keine Nachfolgeregelung gefunden haben. Die letzte Nachfolgestudie führte Bisnode im April 2018 durch. Damals wurde bei 13,4 Prozent aller Schweizer Unternehmen ein Nachfolgeproblem festgestellt. Die Situation habe sich also leicht verbessert, schreiben die Analysten. So macht der Kanton Genf KMUs fit für Cybersicherheit Themen «Informationssicherheit am Arbeitsplatz», «Nutzen und Risiken elektronischer Nachrichten», «Nutzen und Risiken im Internet», «Reputation und soziale Netzwerke», «Mobilität» sowie «Sicherheit zuhause» wählen. Der ganze Kurs ist als eine Art Schatzsuche gestaltet. Der Teilnehmer unterstützt dabei einen Experten für Cyberkriminalität bei seinen Ermittlungen. «Der verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Daten ist ein mächtiger Faktor für Transformation und Innovation, aber auch ein unschlagbares Verkaufsargument», sagt Maudet. Unternehmen könnten mit dem neuen Kurs den Wissensstand der Mitarbeiter über Cybersicherheit herausfinden und erhalten damit auch «objektive Argumente bei der Aushandlung ihrer Cyberversicherungsprämien». Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch 03 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 41 Flüchtlingen Türen zur IT öffnen Seit nunmehr drei Jahren bietet der Verein Powercoders IT-Ausbildungen für Flüchtlinge an. Wer den anspruchsvollen Kurs schafft, hat gute Chancen, in einer Schweizer IT-Firma Fuss zu fassen. In der Branche stösst das Projekt auf Anklang, ist aber noch kein Selbstläufer. Autor: René Jaun Es sind zwei Probleme, die der Verein Powercoders angehen will: «Weltweit sind 70,5 Millionen Menschen auf der Flucht. Weltweit führt die Digitalisierung zu Millionen offener IT-Stellen», heisst es auf der Website der Organisation. Die Lösung für beide Umstände: Der Verein bildet Flüchtlinge zu IT-Fachleuten aus. Klingt gut, doch funktioniert die Idee in der Praxis? Ja, findet Christina Gräni, PR-Verantwortliche des Vereins Powercoders. «Im Januar 2020 feierten wir unseren dritten Geburtstag», erzählt sie im Gespräch mit der «Netzwoche». 118 Flüchtlinge aus 17 Ländern haben laut Website bislang an den Kursen des Vereins teilgenommen. 97 Prozent von ihnen fanden ein Praktikum, und 60 Prozent erhielten danach eine unbefristete Anstellung in einer IT-Firma. Intensives Programm Das Ausbildungskonzept des Vereins Powercoders ist mehr stufig: «Zunächst durchlaufen die Teilnehmer einen dreimonatigen Intensivkurs», sagt Christina Gräni. «In der ersten Hälfte erlernen sie die Grundlagen des Programmierens, die Arbeit im Front-End und so weiter.» Dann findet der Carreer Day statt, «vielleicht der wichtigste Tag der Ausbildung», wie sie sagt. Denn dann treffen die Lernenden und die Praktikumsanbieter erstmals aufeinander, und die Partnerfirmen können ihre Favoriten zu ersten Bewerbungsgesprächen einladen. Sobald klar ist, welcher Teilnehmer in welches Unternehmen kommt, wird der jeweilige Lernstoff spezifisch auf die Praktikumsstelle angepasst: «Einige bleiben bei der Softwareentwicklung, andere gehen Richtung Testing, Support oder Netzwerke.» Ziel ist, dass die Teilnehmer möglichst gut ausgebildet sind, um nach dem Intensivkurs in ihr Praktikum zu starten. Hartes Auswahlverfahren Doch kann sich eine Person in einem dreimonatigen Kurs wirklich genug IT-Wissen aneignen? «Natürlich müssen die Unternehmen wissen, dass ein Lehrling zu ihnen kommt und nicht einfach eine billige Arbeitskraft ist», sagt Gräni. Andererseits hätten die Powercoders-Teilnehmer jeweils sehr unterschiedliche Wissensstände, was das Fach angeht. Es seien auch Leute darunter, die einen Masterabschluss in Informatik aus ihrem Herkunftsland mitbringen. Zudem durchlaufen alle Kursanwärter ein ausführliches und strenges Auswahlverfahren, bevor sie die Ausbildung antreten. Zugelassen wird nur, wer eine Reihe von Tests besteht: Englisch-Kenntnisse werden ebenso geprüft wie soziale Kompetenzen und die Skills, die für die IT wichtig sind. Von den 160 Bewerbern für den letzten Kurs seien letztlich 18 Flüchtlinge akzeptiert worden, präzisiert Gräni. Und wird noch deutlicher: «Wir sind ganz klar ein Qualifizierungsprogramm, nicht ein Beschäftigungsprogramm.» Ständig auf der Suche In den letzten drei Jahren haben sich die Strukturen von Powercoders gefestigt: Führte man zunächst noch Kurse in ständig wechselnden Schweizer Städten durch, finden sie jetzt fix in Zürich und Lausanne statt. Vier Kurse mit bis zu 20 Teilnehmern gibt es derzeit jährlich in der Schweiz, und auch in Italien ist Powercoders mittlerweile aktiv. Das Interesse an ihren Praktikanten sei nach wie vor gross, erklärt Gräni. Von Grossunternehmen bis zu Kleinstfirmen seien alle Arbeitgeber vertreten. Dennoch sei die ständige Suche nach neuen Partnerfirmen mitunter anstrengend. Insbesondere in der Romandie kenne man den Verein noch zu wenig. Für Unternehmen zählt einerseits, neue Fachkräfte für ihre jeweilige Branche auszubilden, sagt Gräni. «Andererseits geht es aber auch klar um eine soziale Mission: Den Leuten eine Chance zu geben, sie zu integrieren auf dem Schweizer Arbeitsmarkt.» Während des Praktikums unterstützt der Verein Arbeitgeber und Praktikant durch einen persönlichen Coach, der mit Rat und Tat zur Seite steht. « Wir sind ganz klar ein Qualifizierungsprogramm, nicht ein Beschäftigungsprogramm. » Christina Gräni, PR-Verantwortliche des Vereins Powercoders Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch www.netzwoche.ch © netzmedien ag 03 / 2020

Archiv