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Netzwoche 04/2017

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16 Business

16 Business Titelgeschichte «Die entscheidenden Player sind noch nicht einmal in den Markt eingestiegen» Seit fast 40 Jahren entwirft Frank Rinderknecht mit seinem Unternehmen Rinspeed Konzeptautos für die Zukunft der Automobilität. Selbstfahrende Autos sind ihm daher vertraut. Im Gespräch erklärt der Schweizer Visionär, wie er sich die Zukunft des autonomen Fahrens vorstellt. Interview: Christoph Grau « Die grössten Veränderungen stehen uns erst noch bevor. » Frank Rinderknecht, Gründer und CEO, Rinspeed Noch vor einigen Jahren waren Sie mit Ihren Konzepten von selbstfahrenden Autos ein Visionär. Sind Sie überrascht, wie schnell die Wirklichkeit Sie eingeholt hat? Frank Rinderknecht: In gewisser Weise fühle ich mich bestätigt. Überrascht bin ich von den Entwicklungen ganz und gar nicht, denn diese mussten früher oder später kommen. Unsere Aufgabe ist es, Trends zu setzen und ihnen nicht einfach nur zu folgen. Unser Credo lautet: «Wer hat’s erfunden?» Auch in den bisherigen Diskussionen zum autonomen Fahren kratzen wir noch an der Oberfläche. Die grössten Veränderungen stehen uns erst noch bevor. Frank Rinderknecht, Gründer und CEO von Rinspeed. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_28410 Wie sehen diese Veränderungen Ihrer Meinung nach aus? Das autonome Fahren wird zu einem völligen Paradigmenwechsel in der Mobilität führen. In der aktuellen Debatte wird immer noch das Argument des «Fahrspasses» genannt. Aber wo ist der Fahrspass auf der A1 zwischen Bern und Zürich? Ich sehe dort keinen. Meiner Meinung nach sind mindestens 95 Prozent der Mobilität lediglich Nutzmobilität. Man will möglichst in kurzer Zeit von A nach B kommen. Auch soll es billig, komfortabel und einfach sein. Wie dies passiert, ist eigentlich egal. Ob nun mit einem Taxi, Zug, Flugzeug oder Fahrrad. Wir werden Mobilität anders betrachten als heute, die emotionalen Komponenten werden sich verändern und verlagern. Ist da der Privatbesitz von Autos überhaupt noch nötig? Nach einer Kosten-Nutzen-Rechnung in urbanen Umfeldern eigentlich nicht mehr. Besonders bei der Alltagsmobilität wird das eigene Auto eine immer geringere Rolle spielen. Hier sind Sharing-Modelle viel attraktiver und für die meisten Nutzer sinnvoller. Wie wird dies die Automobilhersteller treffen? Meiner Einschätzung nach werden sie eher zu Zulieferern der grossen Mobilitätsanbieter werden. Ähnlich wie Foxconn es heute für die Elektronikbranche ist. Ein Auto zu bauen ist vergleichsweise einfach. Auch der Trend hin zur Elektromobilität beschleunigt dies, denn E-Motoren sind deutlich einfacher als Verbrenner. Ein Anbieter wie Uber könnte in Zukunft für seine Flotte mehrere tausend oder gar eine Million Autos in einer speziellen Ausführung bestellen. Den Unterschied macht dann nicht mehr das Auto, sondern der mit den Fahrzeugen angebotene Dienst. Stichwort Uber: Welche Firmen werden Ihrer Einschätzung nach den Markt mittelfristig dominieren? Softwarefirmen wie Google investieren ja stark in den Bereich. Ich glaube nicht, dass Softwarehersteller die wichtigsten Player werden. Ich kenne die Leute von Google sehr gut. Die wollen kein eigenes Auto bauen. Sie interessiert vor allem die Technik- und Softwareseite. Das autonome Fahren wird etwas für die ganz grossen Player sein, die Ansprüche sind äusserst komplex. Die Mobilitätsmarktbeherrscher werden allerdings die Firmen mit Erfahrung in der Logistikbranche werden. Diese sind aber noch nicht einmal in den Markt eingestiegen. An welche Firmen denken Sie dabei? Ich denke da an Firmen wie Amazon oder Alibaba. Die haben extrem viele Kompetenzen in der Beförderung von Gütern. Die Mobilität von Menschen ist im Prinzip auch nicht viel anders. Hinzu kommt noch, dass sie sehr viel über ihre Kunden wissen. Dieses Wissen wird in der Zukunft entscheidend sein. Der Kunde ist der Schlüssel zum Erfolg. 04 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

People Köpfe 17 SONY MOBILE BESTIMMT NEUEN LÄNDERCHEF Gregor Novotny fpo. Sony Mobile hat einen neuen Länderchef für die Schweiz und Österreich ernannt. Wie der Hersteller mitteilt, übernahm Gregor Novotny als Country Manager CHAT ab März die Leitung des Verkaufs für die beiden Länder. Zuvor leitete Mišo Curcic ´ ˇ ´ de Jong das Amt ein Jahr lang. Sein Vorgänger war Christian Haghofer, derzeit Country Manager Südafrika für Sony Mobile. Novotny wird im Wiener Office von Sony Mobile Communications arbeiten. Er ist seit zehn Jahren bei Sony Mobile tätig, zuerst arbeitete er als Enterprise Account Manager in der Schweiz und in Österreich, später als Key Account Manager unter anderem für Orange Austria und Schweiz sowie für die Deutsche Telekom. RISING STAR: PHILIPP SCHEIDEGGER cgr/jor. Philipp Scheidegger wird neuer Chief Digital Officer (CDO) der Blick-Gruppe. Wie der Mutterkonzern Ringier mitteilt, wird er das Amt spätestens am 1. Juli antreten. In dieser Funktion untersteht er Alexander Theobald, Geschäftsführer der Blick-Gruppe und COO von Ringier. Scheidegger ist aktuell Managing Director Digital und Mitglied der Geschäftsleitung bei Admeira, einem Joint-Venture von SRG, Ringier und Swisscom. Dort baute er das digitale Geschäft auf und entwickelte es weiter. Vor seiner Tätigkeit bei Admeira war Scheidegger bei Swisscom als Head of Advertising und ad interim als Head of Portal tätig. Dabei war er etwa für die Einführung der Bluewin-App zuständig. Zuvor hatte Scheidegger führende Funktionen bei der Publigroupe und Ringier inne. Insgesamt bringe der 39-jährige Scheidegger 18 Jahre Erfahrung im digitalen Medienbereich mit, schreibt Ringier. 2009 absolvierte er einen Executive MBA Marketing an der Hochschule für Wirtschaft in Zürich und an der Darden School of Business in Virginia, USA. Vorgänger im Amt als Chief Digital Officer der Blick-Gruppe ist Juan Baron. Seit Mai 2015 bekleidete er gemäss der Mitteilung die Funktion. Nach der Stabübergabe an Scheidegger wird er sich um strategische digitale Themen im Mutterhaus Ringier kümmern. Dabei soll er Xiaoqun Clever, Chief Technology and Data Officer, und «Blick»-Geschäftsführer Alexander Theobald unterstützen. BEYOND ICT: DAVID BRODBECK, CEO, GARAIO SOLVAXIS’ EHEMALIGER CHEF WECHSELT ZU UNIC Patrik Hug David Brodbeck ist CEO beim Berner Softwarehaus Garaio. Seine Freizeit verbringt er am liebsten bei guten Gesprächen mit Freunden und seiner Familie, mit dem Sohn in der Handballhalle oder auf dem Rennvelo. Interview: George Sarpong Was war das bisher schönste Erlebnis Ihrer Karriere? Der Produkt-Launch unserer Immobilienbewirtschaftungs- Software «Garaio Rem»: nach sechs Jahren Entwicklungszeit erfolgreich an den Markt zu gehen, war ein tolles Gefühl. Warum kommen Sie morgens gerne ins Büro? Um all die vielen Menschen zu sehen, die mir ans Herz gewachsen sind. Wie würden Ihre Mitarbeiter Sie beschreiben? Direkt, fordernd, gewinnend und hoffentlich sozialverträglich. Worüber haben Sie kürzlich herzlich gelacht oder sich geärgert? Als ich vor kurzem eine Autopanne hatte, schrieb mir ein Arbeitskollege via SMS: «Audi, Vorsprung durch Technik ;-)». Da musste ich im Ärger laut lachen. Wenn Sie mit jemandem tauschen könnten, wer wäre das? Mit Flipper, wenn er noch leben würde: ins glasklare Meer einzutauchen ist Freiheit pur. Was würde der zehnjährige David Brodbeck zu seinem jetzigen Ich sagen? Der Alte nervt manchmal und redet etwas viel, aber grundsätzlich ist er schwer okay. Gibt es ein Land, das Sie noch bereisen wollen? Ganz oben auf meiner Liste steht die Serengeti inklusive Ngorongoro-Krater. Was essen Sie gerne? Raclette, und zwar zum Abstreichen. Welchen persönlichen Herausforderungen möchten Sie sich noch stellen? Mit dem Fahrrad innerhalb von 24 Stunden von Bern nach Paris zu fahren. Auf welche Website würden Sie nicht verzichten wollen? Auf www.srf.ch, um immer auf dem Laufenden zu sein. cka. Patrik Hug hat einen neuen Job. Seit Anfang Februar ist er für Unic Schweiz tätig, wie der Anbieter von E-Business-Lösungen mitteilt. Als Client Director soll er das Bestandskundengeschäft entwickeln und neue Kunden gewinnen. Die Stelle wurde neu geschaffen, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilt. Gemäss Communiqué bringt Hug umfassende Kenntnisse im Verkauf von IT-Dienstleistungen, E- Business-Lösungen und Software mit. «Durch meine breite Erfahrung im Vertrieb von anspruchsvollen Businesslösungen bin ich überzeugt, dass ich Unic in der Weiterentwicklung als führender E-Business-Dienstleister tatkräftig unterstützen kann», lässt sich Hug in der Mitteilung zitieren. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 04 / 2017

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