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Netzwoche 04/2017

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Bild: iStock FOCUS BIG DATA & ANALYTICS Aus Daten Informationen gewinnen gsa. Mit Werkzeugen für die Datenanalytik können Unternehmen aus ihren Geschäftsdaten wertvolle Informationen extrahieren. Auf Knopfdruck zeigen bunte Tabellen, Balken- und Liniendiagramme dem Anwender Informationen. Um aus Tabellen- oder Graphen Erkenntnisse mit Aussagekraft generieren zu können, müssen die Informationen auch verständlich dargestellt werden. Daran arbeitet der Verein IBCS. Dieser will praktische Vorschläge und Regeln liefern, mit denen Inhalte von Diagrammen und Tabellen dargestellt werden können. Wie das Konzept aufgebaut ist und welche Vorteile es Unternehmen bringt, erklärt Raphael Branger, Senior Solution Architect und Partner beim Datenspezialisten IT-Logix. Ausgefeilte Analytik-Systeme gelten als kostspielig. Doch auch für KMUs gibt es Business-Intelligence-Lösungen. Rino Mentil, CEO beim BI- Spezialisten Informatec, kennt einen Ausweg. Diesen beschreibt er in seinem Fachartikel. Wer über Geschäftsdaten und deren Auswertung spricht, muss auch über Regeln der Datenpflege diskutieren. Mit der europäischen Datenschutzgrundverordnung und der Revision des Schweizer Datenschutzgesetzes könnten hohe Kosten in Form von Bussen auf Unternehmen zukommen. Daniel Seiler, Senior Manager Information Governance & Compliance bei KPMG Schweiz, ordnet die wichtigsten Teile der Revision ein. Zum Abschluss erklärt Alex Halbeisen, Consultant für Big Data & Analytics bei Atos, wie man Big-Data-Projekte zum Erfolg führen kann. In seinem Fachbeitrag zeigt Halbeisen hierfür gleich verschiedene Ansätze auf. 04 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Focus Big Data & Analytics 39 Eine standardisierte Visualisierung optimiert Entscheidungsprozesse Eine unvollständige und irreführende Darstellung von Informationen verursacht nicht nur Mehraufwand bei der Inter pretation, sondern kann auch zu falschen Entscheidungen führen. Unternehmensübergreifende Notationsstandards schaffen Abhilfe. Sie ermöglichen es, aus Daten schnell leichter verständliche Botschaften zu generieren. DER AUTOR Raphael Branger ist Senior Solution Architect und Partner bei IT-Logix. Geschäftszahlen in verwertbare Entscheidungsgrundlagen zu transformieren, ist der eigentliche Sinn von Business Intelligence. Leider mangelt es den Unternehmen dabei oftmals an einer sinnvollen und leicht zu konsumierenden Form. Um aber aus Datenbergen in Tabellen- oder Graphenform Erkenntnisse mit Aussagekraft generieren zu können, braucht es nicht nur eine ansprechende Visualisierung, sondern auch eine verständliche Darstellung. Zur besseren Verständigung hat man sich deshalb in vielen Lebensbereichen auf Standards geeinigt. Man denke etwa an Musiknoten, Elektroschaltpläne oder Landkarten. Bei Letzteren ist jedem klar, dass Norden immer oben ist, Flüsse und Seen blau und Autobahnen gelb mit schwarzen Linien dargestellt werden. Bei der Kommunikation von Geschäftszahlen hingegen gibt es noch kaum übereinstimmende Regeln. Stattdessen findet man sich mit schlecht verständlichen Ergebnissen ab, nimmt dabei ineffiziente Entscheidungsprozesse in Kauf und riskiert Fehlinterpretationen. Im schlimmsten Fall werden Sachverhalte gar falsch abgebildet. Noch junge, internationale Standards Abhilfe schaffen will seit Kurzem ein gemeinnütziger Verein namens IBCS Association um den deutschen Unternehmensberater Rolf Hichert. Die Abkürzung steht für «International Business Communication Standards», ein Notationskonzept mit praktischen Vorschlägen und Regeln, mit denen Diagramme und Tabellen bezüglich ihrer inhaltlichen Konzeption, der visuellen Wahrnehmbarkeit und der semantischen Notation gestaltet werden können. Die drei Säulen der IBCS sind denn auch: 1. Konzeptionelle Regeln: Sie sorgen für eine fallspezifische «Storyline» und unterstützen damit die klare Vermittlung von Inhalten. Sie gehen unter anderem auf Arbeiten wie dem Pyramidalen Prinzip (McKinsey) zurück, wonach die Kommunikation immer mit einer Kernaussage an der Spitze der Pyramide beginnt und die Details dazu an der Basis der Figur listet. 2. Perzeptionelle Regeln: Sie basieren auf wahrnehmungspsychologischen Erkenntnissen und gelten als weitgehend anerkannt. Beispielsweise ist es wissenschaftlich erwiesen, dass Kuchen- im Gegensatz zu Balkengrafiken schwerer zu lesen sind oder dass unnötige Dekorationen (wie farbige Hintergründe in Geschäftsberichten) von der klaren Sicht auf Inhalte ablenken. 3. Semantische Regeln schliesslich sorgen für eine einheitliche Darstellung der Inhalte – eben die IBCS-Notation. Hier wird definiert, welche inhaltliche Bedeutung den einzelnen Elementen zukommt. Analog der oben genannten Farben von Seen oder Autobahnen einer Landkarte soll ein Übereinkommen etabliert werden, welche Darstellungsformen für welche Inhalte gelten. In der IBCS-Notation werden etwa Sollwerte mit Hohlbalken, Istwerte hingegen mit dunkel ausgefüllten Balken dargestellt. Abbildung in Standardsoftware Die Version 1 der IBCS wurde 2015 von der IBCS Association verabschiedet. Die Standards haben bereits Einzug in Software wie etwa Microsoft Excel oder die SAP-Business- Objects-Produktsuite gehalten. Dafür stehen IBCS-Grafiken entweder «Out of the Box» oder mittels zertifizierter Add-ons (wie das brandneue «Graphomate Charts») zur Auswahl. In anderen Werkzeugen wie Microsoft Reporting Services kann man die entsprechenden Darstellungen zu grossen Teilen in Eigenregie umsetzen. Die Einbindung der IBCS in BI-Systeme ermöglicht aber nicht nur ein einheitliches und effizientes Verständnis bei der Interpretation von Berichten. Durch die Standardisierung helfen die IBCS auch, kundenspezifische Anforderungen effizienter zu erfassen und schneller umzusetzen. IBCS-basierte Grafiken und Tabellen im Einsatz – hier auf Basis SAP BO Web Intelligence zusammen mit dem Add-On «Graphomate Charts». www.netzwoche.ch © netzmedien ag 04 / 2017

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