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Netzwoche 04/2020

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If you don´t WannaCry!

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Editorial 05 Warum richtig machen, wenn man patchen kann? Muss man damit rechnen, dass Filme beim Kinostart aus Prinzip unfertig sind und erst mit Updates fertiggedreht werden? Oliver Schneider, stellvertretender Chefredaktor, Netzwoche Gamer kennen das Phänomen seit Jahren. Publisher von Videospielen warten heute nicht mehr, bis ein Entwickler sein Werk wirklich fertig hat. Statt ein Spiel noch ein paar Monate in den Händen seiner Macher zu lassen – und dafür auf das anvisierte Launch-Datum zu verzichten –, werfen sie es lieber unfertig, halbgar oder voller Bugs auf den Markt. Man könnte auch sagen: als Minimum Viable Product. Schliesslich kann man im Nachhinein patchen. Beispiele für diese Praxis gibt es zuhauf. Das Actionspiel «Assassin’s Creed Unity» etwa erblickte das Licht der Welt 2014 in einem blamablen Zustand. Charaktere hatten keine Gesichter, die Performance war unterirdisch und der Spieler fiel immer mal wieder durch den Boden des virtuellen Paris. Oder «No Man’s Sky». Entwickler Hello Games hatte die Erwartungen der Spielerschaft in den Monaten vor der Veröffentlichung mit Versprechungen von grenzenloser Weltraum-Erkundung hochgepeitscht. Das Endergebnis war ein Abklatsch davon. Oder jüngst «Fallout 76». Auch dieses Spiel blieb hinter den geschürten Erwartungen weit zurück. Dazu kamen Bugs und eine fragwürdige Monetarisierungs strategie seitens des Publishers Bethesda. All diesen Beispielen ist gemein, dass die Entwickler nach der Veröffentlichung versuchten, zu retten, was zu retten war. Im Fall von «Assassin’s Creed Unity» kam es zu einem Umdenken des Herstellers Ubisoft. Er gab sich nun Mühe, dass Spiele nicht nur gekauft, sondern auch gespielt werden konnten. «No Man’s Sky» ist nach Jahren voller Updates langsam so gross, wie es Hello Games einst versprach. Bethesda hat «Fallout 76» trotz desaströsem Ruf noch nicht aufgegeben. Warum ist das bedeutsam – schliesslich geht es hier ja nur um Videospiele? Aus zwei Gründen. Erstens ist die «Zuerst verkaufen, dann fertigstellen»-Mentalität nur in der Onlinewelt möglich. Praktisch jedes heute veröffentlichte Spiel ist in irgendeiner Form als Service konzipiert. Das manifestiert sich in ständigen Updates und Verbindungen in die Cloud. Es zeigt sich aber auch daran, dass die Hersteller versuchen, Spieler mit Season Passes, In-Game-Käufen oder Glückspielmechaniken kommerziell an sich zu binden. Games-as-a- Service geht so weit, dass Spiele von Anfang an kostenlos veröffentlicht werden. Die Monetarisierung geschieht dann über Abos oder sogenannte Mikrotransaktionen. Zweitens weitete sich diese Praxis von der Spiele- auf die Softwarewelt und nun auch auf andere Medien aus. Im Dezember 2019 verpasste das Filmstudio Universal dem Streifen «Cats» einen Day-1- Patch. Wohl auf Bitte des Regisseurs Tom Hooper gab man eine neue Version heraus, die Fehler bei den Special Effects ausbesserte und vermutlich auch eine Reaktion auf die harsche Kritik am Film war. Für einen bereits angelaufenen Film eine Premiere, berichtete der «Hollywood Reporter». Muss man also damit rechnen, dass Filme beim Kinostart aus Prinzip unfertig sind und erst mit Updates fertiggedreht werden? Einige Spieler haben aus den verbockten Launches die Lehre gezogen, Games erst Monate nach der Veröffentlichung zu kaufen. Es wäre bedauerlich, wenn dies auch in der Filmwelt Einzug halten würde. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 04 / 2020

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