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Netzwoche 04/2020

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26 Technology Aktuell

26 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Emotet wütet hierzulande besonders stark jor. Schweizer Unternehmen sind im internationalen Vergleich besonders stark von Emotet betroffen. Hierzulande verbreitet sich Malware zudem häufiger übers Web und weniger über Mails. Dies geht aus Zahlen des israelischen Sicherheitsanbieters Check Point hervor. Erstaunlich ist die durchschnittliche Anzahl Cyberattacken in der Schweiz: Check Point verzeichnet im Schnitt 355 Attacken pro Woche, und das für eine Schweizer Organisation. Keine Richtlinien – kein rascher 5G-Ausbau osc. Wie das Börsenportal «Cash» berichtet, verschiebt das Bundesamt für Umwelt die Publikation technischer Richtlinien für 5G auf unbestimmte Zeit. Diese seien jedoch nötig, damit eine Einhaltung von Strahlungs- Grenzwerten messtechnisch kon trolliert werden könne. Kantone und Telkos müssen weiter auf Regeln für den Ausbau des Mobilfunknetzes warten. Ein konkreter Zeit horizont ist nicht bekannt. 3-D-Drucker erobern die Schweizer Industrie jor. Jedes vierte Schweizer Industrieunternehmen nutzt heute 3-D-Drucker. Im kommenden Jahr soll es bereits jedes Dritte sein, wie eine Studie der Hochschule Luzern (HSLU) zeigt. Für die Studienautoren steht fest: Der 3-D- Druck hat das Potenzial, die Spielregeln der Branche zu verändern. 3-D-Drucker halten seit der Jahrtausendwende Einzug in Schweizer Unternehmen. Seit 2010 nimmt die Verbreitung der Studie zufolge zu. Nutzten 2012 noch knapp 5 Prozent der Schweizer Industrieunternehmen 3-D- Drucker, sind es heute 24 Prozent. Bis 2021 sollen es 31 Prozent sein, wie aus den Studienergebnissen hervorgeht. Fürs Prototyping und auch für Kleinbetriebe Am häufigsten würden 3-D-Drucker in der Elektro- und Elektronikindustrie und im Fahrzeug- und Maschinenbau eingesetzt. In den Sektoren Nahrungsmittel, Holz, Papier und in der Chemiebranche orten die Studienautoren «Aufholpotenzial». Vielfach komme 3-D-Druck im Prototyping zum Einsatz. Dies senke die Einstiegshürden, um diese Technologie auch in der Fertigung zu implementieren, schreibt Jan Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Kraner, Leiter der Studie und Dozent an der Hochschule Luzern, in einer Mitteilung. In der Fertigung würden 3-D-Druckverfahren die Produktion in kleinen Mengen ermöglichen. «Dadurch eignet sich der 3-D-Druck nicht nur für die Massenproduktion, sondern wird auch für Kleinbetriebe immer interessanter», lässt sich Kraner zitieren. Kehrt die Produktion zurück in die Schweiz? Mit sinkenden Kosten und steigender Leistungsfähigkeit von 3-D-Druckern könnte diese Technologie viele herkömmliche Produktionsprozesse ersetzen. «Das würde die Herstellung vollkommen neuer Produkte erlauben und neue Marktchancen für Unternehmen eröffnen», sagt Kraner. Ihm zufolge kann der Einsatz von 3-D-Druckern dazu führen, dass Industrieunternehmen den Schweizer Produktionsstandort den Billiglohnländern wieder vermehrt vorziehen: «Der allgemeine Trend in der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie deutet auf die vermehrte Verlagerung der Produktion zurück in die Schweiz hin», sagt Kraner. Seit 2015 sei in dieser Branche die Auslagerung ins Ausland zurückgegangen. Den Studienautoren zufolge gibt es noch technische Herausforderungen, die die Verbreitung von 3-D-Druckern in der industriellen Fertigung derzeit noch erschweren. Insbesondere beim Drucken von metallischen Materialien müsse im Nachhinein oftmals aufwändig nachgebessert werden. Dieser Arbeitsschritt sei nur schwer automatisierbar und deswegen teuer. MÜLLERS KLEINES ABC U wie UX Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG Theorie: Ausgeschrieben heisst UX bekanntlich User Experience und entspricht damit dem eigentlichen Goldstandard in der Mensch-Maschine-Interaktion. ISO 9241-210 definiert es so: «UX steht für die Wahrnehmungen und Reaktionen, die aus der Benutzung oder angenommenen Benutzung eines Produkts, eines Systems oder einer Dienstleistung hervorgehen.» Das sind 22 wohl gewählte Worte, die den ziemlich komplexen Sachverhalt recht brauchbar umschreiben. Alles klar also? Realität: Leider nein. Einmal abgesehen davon, dass UX unstatt haft mit Usability gleichgesetzt wird (→ H wie Human Factors), machen uns die oft unpräzisen, manchmal falschen Übersetzungen zu schaffen. In der Praxis sorgt vor allem der englische Begriff «Experience» für Verwirrung. Am beliebtesten scheint bei uns hierfür die Entsprechung «Erfahrung» zu sein, gefolgt von «Erlebnis». Da wird die UX dann zur Benutzererfahrung oder zum Benutzererlebnis. Mal abgesehen von der horriblen Phonetik – so richtig richtig ist das nicht, selbst wenn der «Pons» «Erfahrung» als Übersetzung favorisiert. Der «Duden» setzt Erfahrung nämlich eher mit Routine gleich, oder mit einem Erlebnis, durch das man klüger wird. Womit wir beide Male zwar knapp, aber doch daneben landen. UX meint weder die Routine, die wir uns beim Umgang mit Technik erworben haben, noch den dabei erzielten Lerneffekt. Sie meint wirklich, was wir dabei so alles wahrnehmen und wie wir darauf reagieren. Es geht hier also auch um höchst emotionale Dinge wie Freude, Ärger, Angst, Genugtuung, Antipathie, und das selbst für den Fall, dass wir uns die Nutzung gar nur vorstellen. Fazit: Gewiss, wann immer wir auf Fremdwörter stossen, tun wir gut daran, zu fragen, ob es sie hier wirklich braucht (→ N wie Neudeutsch). Doch wenn beim besten Willen (noch) keine treffenden Übersetzungen aufzutreiben sind, sollten wir nicht auf Teufel komm raus versuchen, sie einzudeutschen. Dann bleibt UX halt UX. Das ist zwar immer noch schwer verständlich, aber zumindest nicht falsch. Die Kolumne finden Sie auch online www.netzwoche.ch 04 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 27 Der Wandel des ICT-Betriebs fordert Anwender und Anbieter Die ICT-Märkte sind einem stetigen Wandel unterworfen. Neue Teilmärkte entstehen, wachsen und verschwinden wieder. Seit den Anfängen der EDV hat sich einiges grundlegend verändert: das Tempo, die massive Beschleunigung und fundamentalen Veränderungen mit dem Einzug neuer Technologien. Diese Entwicklung fordert Anwender und Anbieter gleichermassen. Aus dem ursprünglich homogenen Markt der EDV ist heute ein mehrdimensionaler und heterogen geprägter Markt geworden. Dies sowohl auf horizontaler wie auch vertikaler Ebene. Am Herzstück der ICT – der Infrastruktur – lässt sich der Wandel deutlich festmachen. Einst auf das eigene Haus limitiert, hat sich der ICT-Betrieb im Laufe der Zeit mit der Möglichkeit des Full- und selektiven Outsourcings sowie der Vielzahl der Managed und Cloud-Services grundlegend verändert. So sehen sich die Verantwortlichen für den ICT-Betrieb heute einer breiten Palette von Möglichkeiten und den daraus resultierenden Herausforderungen gegenüber, ihre Infrastruktur und Services auf die laufenden Veränderungen auszurichten. Zudem verlangen auf vertikaler Ebene die Anwender und Fachbereiche permanent nach neuen Anwendungen und Lösungen, um ihre Aufgaben und Kunden optimal angehen und bedienen zu können. Gefragt ist ein holistischer Ansatz Gerade im Zusammenspiel und Spannungsfeld zwischen Betrieb und immer neuen Anwendungen ist ein holistischer Ansatz gefragt. Diesen Ball aufzunehmen, birgt allerdings oft das Risiko, die Herausforderungen zu überschätzen und lediglich die Symptome neuer Gegebenheiten zu bekämpfen. Schnell kann sich daraus das Change Management als Daueraufgabe entwickeln und die ICT zum Flickenteppich werden. Neue Tools und Prozesse können hier helfen, Infrastruktur- und Anwendungsprojekte optimal und effizient abzuwickeln. Die Verschmelzung der Softwareentwicklung mit dem ICT-Betrieb auf der Basis von DevOps liefert die Grundlagen für eine erfolgreiche Projektrealisierung. Für die ICT-Chefs stellt heute das Management immer komplexer werdender ICT-Infrastrukturen – und hier vor allem der zunehmende Mix aus Eigenbetrieb und Singleoder Multi-Cloud-Services – eine grosse Herausforderung dar. Unsere Studienarbeiten zum Betrieb der ICT in der Schweiz zeigen auf, dass bereits mehr als 70 Prozent der Unternehmen einen gemischten Betrieb fahren. Nachfrage nach kompletten Servicepaketen Die Nachfrage nach kompletten Servicepaketen steigt, die sowohl Plattformen als auch vertikale Anwendungen liefern und die Interoperabilität sowie einen sicheren Betrieb garantieren. Und so steigen auch die Herausforderungen für die Dienstleister, ihr Portfolio auf der Basis eines ganzheitlichen Ansatzes auszurichten. Gefragt sind Serviceanbieter, die neben zunehmend geforderten Komplettlösungen ebenso technische und businessorientierte Beratung sowie ein optimiertes Kostenmanagement abdecken können. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Den Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch NUTZUNG VON MULTI-CLOUD-MODELLEN Nutzen Sie heute Multi-Cloud-Modelle (parallele Nutzung von mehreren Services, z. B. Office 365, Sharepoint oder CRM), und wenn ja, von wie vielen Anbietern / Providern? Mehrfachantworten möglich. Cloud-Studie 2019, n=77 Wir nutzen Lösungen von zwei Cloud-Providern 28 % Für uns noch kein Thema Wir nutzen Lösungen eines einzigen Cloud-Providers 25 % 25 % Eine Multi-Cloud-Umgebung ist in den kommenden zwei Jahren geplant 18 % Wir nutzen Lösungen von drei Cloud-Providern 10 % Wir nutzen Lösungen von vier und mehr Cloud-Providern 7 % Quelle: MSM Research AG www.netzwoche.ch © netzmedien ag 04 / 2020

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