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Netzwoche 04/2020

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28 XXXXXXXXXXX XXXXXXXXXXXX Bild: Feodora Chiosea / iStock Logistik vernetzt im Internet der Dinge FOCUS IOT IN DER LOGISTIK jor. Visionen für das Internet der Dinge (IoT) gibt es viele. Eine davon geht davon aus, dass eines Tages die Weinberge voller Sensoren sind, die das Wachstum der Reben überwachen. Mehr noch: dass jeder Rebstock eine Nummer hat, die ihn eindeutig identifizierbar macht. Und dass die Herstellung des Weins schliesslich derart vernetzt, kontrolliert und optimiert abläuft, dass kaum noch Saft für die Essiggärung übrig bleibt. Und vor allem: dass der geneigte Weinkäufer einen Strichcode scannen und so herausfinden kann, wie die Weintraube ihren Weg in die Flasche fand. Noch sind längst nicht alle Waren, Transportmittel und Geräte mit dem Internet verknüpft. Doch in der Logistik ist das Thema IoT weit oben in der Prioritätenliste angekommen. Kein Wunder, denn ausser der Rückverfolgbarkeit winken Effizienzgewinne, bessere Qualitätskontrollen, mehr Transparenz und womöglich neue Geschäftsmodelle. Was man mit Sensordaten alles anstellen kann – in der Logistik hat man das Potenzial schon längst erkannt, wie Gregory Albelda vom Analytics-Anbieter SAS auf Seite 29 schreibt. Die Frage ist nun, wie man die Daten richtig nutzt. Als Antwort auf diese Frage schlägt Albelda eine Kombination aus IoT und Machine-Learning-Algorithmen vor. So liessen sich Kosten senken, die Produktivität steigern – und wirtschaftliche Entwicklungen antizipieren. Die Industrie erhofft sich durch das IoT vor allem eines: eine neue Stufe der Automatisierung – von der Herstellung über den Vertrieb bis hin zum Kundenservice. Auf dem Weg zu vernetzten Liefer- und Produktionsketten stellt sich zuerst die Frage, wie man den Datenaustausch zwischen Maschinen und Robotern in den Produktionshallen richtig organisiert. Dieses Szenario zu bewältigen, stellt hohe Ansprüche an das lokale Kommunikationsnetz, wie Rüdiger Sellin ab Seite 30 erläutert. 5G ist für die Entwicklung des IoT – insbesondere in der Logistik – ein wichtiger Treiber. Allerdings nicht der einige, wie Andreas Rüst, Dozent für angewandte Computertechnik an der ZHAW, im Interview ab Seite 34 sagt. Rüst erklärt, warum Datenschutz und Sicherheit nach wie vor als Achillesferse des IoT gelten und warum Sicherheitsmassnahmen heute noch auf Widerstand stossen. 04 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Focus 29 Logistik 4.0: Es läuft besser mit AIoT Während Datenanalyse in einigen Branchen bisweilen noch kontrovers diskutiert wird, ist die Nutzung von Sensordaten aus vernetzten Geräten und Maschinen im Internet of Things in der Logistik längst angekommen. Doch wer das Maximum aus seinen Daten herausholen möchte, geht noch einen Schritt weiter. In einer digitalisierten Wirtschaft kommt Daten eine zentrale Rolle zu. Sie sind die Grundlage informierter Entscheidungen, mit denen sich Prozesse effizienter gestalten lassen – und das ist gerade in der Logistik erfolgsentscheidend. Die nächste Stufe ist Logistik 4.0: Edge Devices ermöglichen eine gezielte Erhebung von Daten, die dann über das Internet der Dinge (IoT) als zentrale Kommunikationsplattform ausgetauscht und kombiniert werden. Doch allein die schiere Menge an Daten bringt Unternehmen noch keinen Vorteil. Erst wenn IoT-Systeme mit künstlicher Intelligenz (KI) kombiniert (auch als Artificial Intelligence of Things oder AIoT bezeichnet) und die Daten mit Analytics ausgewertet werden, ergeben sich wertvolle Einblicke, auch in künftige Entwicklungen. Diese Erkenntnisse sind die Grundlage für wesentliche Verbesserungen in Bereichen wie Absatzplanung, Qualität in der Produktion, Maschinenverfügbarkeit und Transportoptimierung in der Logistik. Wer KI und IoT kombiniert, senkt nicht nur die operativen Kosten, sondern steigert auch die Produktivität. IDC hat 450 Führungskräfte zum Einsatz von AIoT in ihren Unternehmen befragt und kommt zu folgendem Ergebnis: Wer KI und IoT kombiniert, senkt nicht nur die operativen Kosten, sondern steigert auch die Produktivität der Mitarbeiter und die Innovationskraft. Aus Daten werden Entscheidungen Die Zahlen der Studienergebnisse sprechen in dieser Hinsicht eine eindeutige Sprache. Demnach ergeben sich durch den Einsatz von AIoT-basierter Analysen potenzielle Verbesserungen von bis zu 45 Prozent. So beschleunigen IoT-Daten die operativen Vorgänge im Schnitt um 32 Prozent; werden sie mithilfe von KI ausgewertet, steigt dieser Wert sogar auf 53 Prozent – ein Potenzial, das viele Unternehmen jedoch nach wie vor nicht optimal nutzen. Denn auch, wenn weltweit bereits 68 Prozent der Unternehmen IoT-Daten für operative Entscheidungen nutzen, kommen für die Auswertung dieser Daten meist nach wie vor wenige geeignete Lösungen wie Excel zum Einsatz. Ähnlich ausbaufähig ist die Situation im Hinblick auf Planungsentscheidungen: Hierfür werden bei lediglich 12 Prozent der Befragten IoT-Daten herangezogen. Bei Unternehmen, die bei der Auswertung dieser Daten KI einsetzen, steigt der Wert auf 31 Prozent. Nur wer operationalisiert, profitiert Das AIoT birgt also zahlreiche Vorteile, entsprechend optimistisch sind laut Studie die Einschätzungen der Führungskräfte. So erwarten 35 Prozent der Befragten als wichtigsten Nutzen einen gesteigerten Gesamtumsatz. Auch eine höhere Innovationsfähigkeit (17,5 Prozent), die Erschliessung neuer, digitaler Kundenservices (14 Prozent) und eine Senkung der operativen Kosten (11 Prozent) gehören zu den positiven Erwartungen des Managements. Doch Wunschdenken und Realität klaffen in diesem Zusammenhang immer noch weit auseinander: Laut einer weiteren IDC-Studie sind lediglich 35 Prozent der Unternehmen in der Lage, ihre analytischen Modelle zur Datenauswertung im produktiven Betrieb einzusetzen. Das Erfolgsrezept für die Logistik 4.0 heisst: dafür sorgen, dass Menschen, Maschinen, Produkte und Anlagen miteinander kommunizieren – und damit eine «Single Source of Truth» schaffen. Grundlage dafür sind IoT Data Sharing und ein End-to-End-Einsatz von KI (inbound und outbound). Nur dann können Logistikunternehmen das volle Potenzial aus den Daten schöpfen und einen echten Mehrwert schaffen. 53 % GAP IN COMPETITIVENESS BETWEEN AIOT AND IOT Use AI Do not use AI Achieved significant Value 45 % 32 % Speed up Operations 52 % 45 % 32 % Improbe Emplliyee productivity 52 % 45 % 34 % Streamline Operations 53 % 44 % 27 % Improve Ability to Respond to Risks & Outrages 50 % 43 % DER AUTOR 28 % Niw Digital Services & Innovation Gregory Albelda Manager Manufacturing bei SAS DACH Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch 42 % 33 % 39 % Decrease Costs/Expenses Quelle: SAS www.netzwoche.ch © netzmedien ag 04 / 2020

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