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Netzwoche 04/2020

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38 Management & Career

38 Management & Career Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Ava und Sanitas spannen zusammen osc. Sanitas lanciert eine neue Zusatzversicherung und das Start-up Ava ist mit an Bord. Kunden sollen das Fruchtbarkeits-Armband von Ava kostenlos erhalten. Das Armband identifiziert nach Herstellerangaben die fruchtbaren Tage im Zyklus und unterstützt so Frauen mit einem bisher unerfüllten Kinderwunsch. Bei der Zusatzversicherung «Kinderwunsch» handelt es sich um ein neues Produkt der Sanitas. Sie unterstützt gemäss Website medizinische Methoden zur Ermöglichung einer Schwangerschaft. Wohin die IT-Budgets 2020 fliessen osc. In vielen Firmen werden die IT-Budgets im neuen Jahr steigen. Wohin fliesst das frische Geld? «CIO.com» wagt eine Prognose. 37 Prozent der Befragten wollen in Data/ Business Analytics investieren. Darauf folgen Security/ Risk Management (34 Prozent), Customer Experience (28 Prozent) und Machine Learning (24 Prozent). In die Sparte Application/ Leagcy Systems Modernization wollen 23 Prozent investieren. Knapp dahinter kommen Collaboration-Tools mit 21 Prozent, die Cloud (20 Prozent) und SaaS Migrations mit 19 Prozent. Das sind die besten IT-Arbeitgeber der Schweiz kfi. Die «Handelszeitung» hat die besten Schweizer Arbeitgeber 2020 gekürt. Zusammen mit «Le Temps» und dem Marktforscher Statista hat die Zeitung 1500 Unternehmen ab 200 Mitarbeitenden identifiziert, wie die «Handelszeitung» schreibt. Über 7400 Mitarbeitende bewerten ihre Arbeitgeber und gaben an, wen sie sonst noch als Arbeitgeber empfehlen würden. DIE BESTEN SCHWEIZER ARBEITGEBER IM SEKTOR «INTERNET, TELEKOMMUNIKATION UND IT» Branchenrang Gesamtrang Arbeitgeber Score Anzahl Mitarbeiter Hauptsitz 1 9 Cisco 7.92 362 Wallisellen 2 13 BSI Business Systems Integration 7.82 252 Baden 3 23 Oracle 7.64 >200 Baden-Dättwil 4 25 UMB 7.62 350 Cham 5 30 AWK Group 7.56 300 Zürich 6 42 Scout24 Schweiz 7.41 290 Flamatt 7 44 Schibli 7.41 280 Zürich 8 63 BBV Software Services 7.22 202 Luzern 9 74 Zühlke 7.17 1070 Schlieren 10 87 SAP Schweiz 7.04 770 Biel 11 97 Microsoft Schweiz 7.00 620 Wallisellen 12 101 Adcubum 6.98 301 St. Gallen 13 104 Noser Group 6.95 500 Winterthur 14 126 Google 6.85 4000 Zürich 15 132 Ergon Informatik 6.82 300 Zürich 16 147 Swisscom 6.72 16 900 Bern 17 151 Netcetera Group 6.69 500 Zürich 18 155 Elca Informatik 6.66 711 Lausanne 19 170 Bison 6.59 250 Sursee 20 173 Namics 6.57 550 St. Gallen 21 197 MTF Schweiz 6.46 270 Schaffhausen 22 223 Trivadis Schweiz 6.34 420 Glattbrugg 23 226 Bechtle 6.34 750 Mägenwil 24 230 Logitech International 6.31 300 Lausanne Score: Punktwert, den der Arbeitgeber in der Erhebung erreicht hat (maximal 10) Anzahl Mitarbeiter Schweiz: letzte verfügbare Zahl aus Unternehmensangaben und Branchenveröffentlichung, ggf. Annäherung Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Anzeige ERSETZEN SIE IHR VERALTETES ERP FINANZ-, PRODUKTIONS- & SUPPLY-CHAIN-MANAGEMENT FÜR INTERNATIONALE UNTERNEHMEN UND KMU MIT MEHREREN STANDORTEN. 04 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag Sage. Perform at your best. www.sage.com

Management & Career Nachgefragt 39 Wie arbeiten wir in Zukunft ? An unseren Arbeitsplätzen hat die Digitalisierung längst Einzug gehalten. Laufend kommen aber neue technische Möglichkeiten hinzu, die weitere Veränderungen bringen. Wie sich digitale Transformationsprozesse auf die Arbeitswelt auswirken, untersucht die Ökonomin Elisa Gerten von der Universität Basel. Interview: Michelle Isler, Universtität Basel Elisa Gerten ist Doktorandin an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Basel und forscht zum Thema Digitalisierung und ihre Auswirkungen auf die Arbeitswelt. Deutschland sind es eher finanzielle Gründe, die die Menschen dorthin treiben. Und was ist bei diesem Modell der Knackpunkt? Aktuell verdient man bei solchen Arbeiten nicht viel Geld, da es keine Lohnuntergrenzen oder gar Tariflöhne gibt. Es besteht die Gefahr von prekärer Beschäftigung. Das heisst natürlich nicht, dass plattformbasierte Arbeit grundsätzlich schlecht ist, aber es ist enorm wichtig zu beobachten, wie dort gearbeitet wird. Da braucht es Regeln, zum Beispiel in puncto Lohn, die für alle gelten. Momentan sind die Graubereiche noch gross. Was hat sie dazu gebracht, Ihre Forschung dem Thema Digitalisierung zu widmen? Elisa Gerten: Besonders fasziniert mich die Polyvalenz des Themas. Man nutzt die neuen digitalen Tools überall und ist sich gleichzeitig gar nicht der Konsequenzen bewusst. Die Digitalisierung gibt es ja schon lange, aber die Veränderungsprozesse, die gerade stattfinden – laufend besser werdende Geräte, neue Möglichkeiten der Datenverarbeitung – bauen auf ihr auf, und viele künftige Entwicklungen können wir uns heute noch gar nicht vor stellen. Was bedeutet das für die Arbeitswelt? Wir beobachten gegenläufige Tendenzen, wo die digitalen Transformationsprozesse hinführen könnten: Einerseits stellen wir eine Abflachung der Hierarchien, losere Strukturen und grössere Entscheidungsmacht der Mitarbeitenden fest. Das heisst, Arbeitnehmende sind autonomer. Andererseits lässt sich die Arbeit dank digitaler Technologien immer genauer kontrollieren, und je besser die Geräte werden, desto umfassender ist natürlich auch Kontrolle möglich. Gibt es Arbeitsmodelle, die mit der digitalen Transformation des Arbeitsplatzes verbreiteter werden? Ja, beispielsweise Telearbeit – also die Arbeit von unterwegs oder zuhause – und plattformbasierte Arbeit, bei der jemand über eine Internetplattform zum Beispiel Lieferdienste ausführt. Beide sind nicht neu, werden aber zurzeit kontrovers diskutiert. Gerade plattformbasierte Arbeit wird vermehrt getestet. Interessant ist, dass sich Schweizerinnen und Schweizer vorwiegend für diese Art von Arbeit entscheiden, weil sie neugierig sind und etwas ausprobieren wollen. In i PLATTFORMBASIERTE ARBEIT Plattformen, die zwischen Selbstständigen und Kunden vermitteln, gibt es heute viele. Ausser den grossen, bekannten Plattformen – man denke an Uber, Airbnb oder Deliveroo – kommen laufend neue Angebote dazu. Dabei ist die Überprüfung der Identität einer Person oft schwierig. Weitere Hürden sind nicht regulierte Löhne und grosse Qualitätsunterschiede bei der Ausführung der Aufträge. Das vollständige Interview finden Sie online www.netzwoche.ch Welche Gruppen sind von diesen Prozessen besonders betroffen? Bei Frauen und älteren Menschen ist die Unsicherheit wahrscheinlich am grössten. Frauen sind vermehrt teilzeitbeschäftigt oder verschwinden zeitweise ganz vom Arbeitsmarkt. Wenn dann Transformationsprozesse stattfinden, kann es sein, dass sie häufiger auf Onlineplattformen unterwegs sein werden. Ob das ein neues Risiko oder eine Chance ist, können wir heute noch nicht sagen. Heisst das, die Kinder von heute sind die grossen Gewinner der digitalen Transformation? In mancherlei Hinsicht haben sie es vielleicht leichter. Umfragen zeigen jedoch, dass die Jungen sich vor allem Sicherheit für ihr Erwerbsleben wünschen – wo wir uns noch primär eine sinnvolle Tätigkeit und Herausforderungen gewünscht haben. Das heisst, die Unsicherheit oder gar die Angst um einen garantierten Arbeitsplatz mit angemessenem Lohn ist für diese Generation gestiegen. Was ist also zu tun? Es braucht mehr Diskurs: Arbeitgebende, politische Entscheidungsträger und auch die Wissenschaft müssen diese Themen vermehrt diskutieren. Dabei ist Interdisziplinarität sehr wichtig. Beispielsweise stellen sich in den Bereichen plattformbasierte Arbeit und Mitarbeiterüberwachung neben arbeitsorganisatorischen Fragen auch solche des Arbeitsrechts, des Datenschutzes oder der ethischen Vertretbarkeit. Eigentlich sollte jede und jeder über die Möglichkeiten neuer Arbeitsmodelle nachdenken und diese zum Gespräch machen. Aber auch: keine Panik! Sogar die besten IT-Fachleute können sich nicht alles merken und müssen googeln – das finde ich beruhigend. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 04 / 2020

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