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Netzwoche 05/2016

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48 Management & Career

48 Management & Career Aktuell www.netzwoche.ch Bosch sucht Softwareentwickler fpo. Die deutsche Bosch- Gruppe hat einen weiteren Ausbau ihres Mitarbeiterteams angekündigt. Wie Bosch auf Anfrage mitteilt, soll dieses Jahr jede zweite offene Stelle mit einem Softwarespezialisten besetzt werden. Im vergangenen Jahr hatte noch jede dritte Neuausschreibung einen Software- oder IT- Bezug. Derzeit beschäftigt Bosch 15 000 Softwareentwickler bei insgesamt rund 375 000 Mitarbeitern. ▸ Webcode 6941 Android-Entwickler gefragt cgr. Gulp hat die Marktstudie «Mobile Betriebssysteme & Apps» vorgelegt. Darin untersucht die Jobplattform für IT- Freiberufler die Nachfrage nach Entwicklern für mobile Betriebssysteme. Die Nachfrage nach Android-Kenntnissen stieg in den letzten Jahren deutlich. Von 33 Prozent im Jahr 2013 auf 41,4 Prozent im vergangenen Jahr. Android- Kenntnisse rangieren damit nur noch knapp hinter denen über iOS. ▸ Webcode 6621 Jugendliche wollen nach ICT-Lehre zu Grossunternehmen mur. Zwei von drei Lernenden wollen nach der Lehre bei einem Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern arbeiten. Zu diesem Ergebnis kommt das Institut für Wirtschaftsstudien Basel. In der Schweiz begannen im August 2015 rund 2400 Jugendliche eine ICT-Lehre. Neun von zehn Befragten würden diese ihren Freunden weiterempfehlen. Der Frauenanteil in den ICT-Berufen steigt laut ICT-Berufsbildung Schweiz jährlich um etwa ein Prozentpunkt. Aktuell liegt er bei 14 Prozent, in der Mediamatik bei 40 Prozent. Die Informatiklehre in der Schweiz wird in einer der drei Fachrichtungen Applikationsentwicklung, Systemtechnik und Betriebsinformatik absolviert und dauert vier Jahre. Die Mediamatikausbildung dauert ebenfalls vier Jahre, die Lehre zum Informatikpraktiker zwei Jahre. Der Lohn ist zweitrangig Die Zahl an ICT-Lehrverhältnissen wächst aktuell überdurchschnittlich. Doch knapp ein Viertel der Befragten habe die Lehrstellensuche als schwierig empfunden. In den letzten acht Jahren seien rund 2300 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen worden. Dies reiche jedoch nicht aus, um den wachsenden Fachkräftebedarf in der Schweiz zu decken, teilt ICT-Berufsbildung Schweiz mit. Die Hälfte der Befragten prüfte als Alternative zur Informatik- oder Mediamatikausbildung die kaufmännische Lehre oder das Gymnasium. Die vielversprechenden Zukunftsaussichten der ICT-Berufe und ein frühes Interesse an der Informatik seien die ausschlaggebenden Gründe für die Berufswahl gewesen. Der Lohn habe nur eine untergeordnete Rolle gespielt. «Die Informatiklehre wird zunehmend zu einem Erstwahlberuf, vergleichbar mit der Kaufmännischen Lehre, welche den Lernenden viele Aufstiegschancen und Weiterbildungsmöglichkeiten bietet», schreibt ICT-Berufsbildung Schweiz. Die überdurchschnittlich hohe Berufsmaturitätsquote von beinahe 50 Prozent verdeutliche dies. Beliebte Grossunternehmen 49 Prozent aller ICT-Lernenden in der Schweiz absolvieren ihre Lehre in einem kleinen oder mittleren Unternehmen. IT-Dienstleister bieten rund 25 Prozent der Ausbildungsplätze für Informatiker an. Sie sind damit die stärkste Ausbildungsbranche. Rund 50 Prozent der befragten Jugendlichen fanden ihre Lehrstelle über eine Schnupperlehre. Die Lehranfänger schätzen die Informatikberufe als dienstleistungsorientiert und kommunikativ ein und haben darüber hinaus ein technisches und analytisches Berufsbild. Für Mediamatiklernende ist die Kreativität zudem ein wichtiges Berufswahlkriterium. Das Image des Computernerds gehöre definitiv der Vergangenheit an, schreibt ICT-Berufsbildung Schweiz. Im Rahmen der Erhebung wurden 1024 ICT-Lernende zu ihrer Berufswahl befragt. Die Befragung fand in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz statt, vier Monate nach Lehrbeginn 2015 Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 6828 Anzeige EXPERTEN FÜR GEMEINSAMEN ERFOLG Erfolg ist nichts, was man in Auftrag gibt. Erfolg ist etwas, was wir gemeinsam erreichen. Wie zum Beispiel unsere Kunden – gemeinsam mit den passenden Experten von uns. 05 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Management & Career Nachgefragt 49 «Von flexiblen Arbeitsformen profitiert auch das Unternehmen» Die «Work Smart Week», vormals «Home Office Day», findet im September zum zweiten Mal statt. Co-Projektleiterin Bigna Salzmann erklärt in einem Gespräch, wie der Stand bei flexiblen Arbeitsmodellen in der Schweiz ist. Die ICT-Welt ist schon weiter als die meisten anderen Branchen. Interview: Christoph Grau Wie weit verbreitet sind flexible Arbeitsmodelle in der Schweizer ICT-Branche? Bigna Salzmann: Um autonom und flexibel arbeiten zu können, sind moderne Kommunikationslösungen wichtig. Sie sind deshalb wichtige Treiber für flexible Arbeitsformen. Aufgrund der Technologieaffinität sind solche Lösungen in der ICT-Branche weit verbreitet. Deshalb ist diese Branche bezüglich der Umsetzung flexibler Arbeitsformen auch weiter. Ein weiterer Grund ist sicherlich auch, dass die ICT- Branche sehr viele Wissensarbeiter beschäftigt. Damit spielt automatisch die physische Präsenz eine untergeordnete Rolle, respektive der Output steht im Vordergrund. « Smarte Arbeitsmodelle scheitern vor allem an der ‹Scheinbeteiligung› von Managern. » Bigna Salzmann, Co-Projektleiterin der Work-Smart-Initiative und Corporate Responsibility Managerin bei Swisscom. Wie steht die Schweiz im Vergleich zum europäischen Ausland da? Die Schweiz befindet sich hier im Mittelfeld. Wenn man aber berücksichtigt, dass die Schweiz weltweit einen Spitzenplatz in puncto ICT-Ausgaben pro Kopf belegt, so könnten wir ruhig etwas weiter sein. Zumindest haben wir die richtigen Werkzeuge zur Verfügung, die uns orts- und zeitunabhängiges Arbeiten erlauben. Vorreiter von Flexibilität und Agilität sind Länder im Norden Europas – dies nicht zuletzt aufgrund ihrer liberalen Gesellschaftsstrukturen und der untergeordneten Bedeutung von Hierarchien. Letzteres unterscheidet uns etwa auch von unserem nördlichen Nachbarn Deutschland, der hinter uns liegt, was flexible Arbeitsformen betrifft. Ähnlich verhält es sich mit Österreich. Ebenfalls weniger weit sind unsere östlichen Nachbarn, weil dort Arbeit und auch das Büro noch stärker mit Status und Anerkennung verbunden werden. Wenn wir Richtung USA schauen, ist es spannend zu sehen, wie gespalten das Land ist. Neben der sehr lebendigen Start-up- Kultur, dem Phänomen Silicon Valley und dem sehr grossen Anteil an Freelancern herrscht pa rallel auch eine sehr traditionelle Präsenzkultur. Woran scheitert die Einführung von flexiblen Arbeitsmodellen in Unternehmen am häufigsten? In unserer Work-Smart-Studie vom letzten Jahr ist eine Ursache für das Scheitern von flexiblen Arbeitsformen besonders deutlich hervorgetreten: die «Scheinbeteiligung» von Managern. Anders gesagt: Wenn sich ein Unternehmen moderne Arbeitsformen auf die Fahnen schreibt, diese aber im Alltag nicht glaubwürdig vorlebt, entsteht Frust. Klassisches Beispiel einer solcher Dissonanz: Ein Manager läuft durchs halbleere Büro und fragt laut, ob heute eigentlich niemand arbeite. Solch widersprüchliche Signale führen nicht nur zu Stillstand, sondern zu Unzufriedenheit, da man zuerst Hoffnungen weckte und Erwartungen schürte. In dieser Falle – sich einen modernen Anstrich geben, ohne ernste Absichten zu haben – stecken ganz viele Unternehmen. Hier möchten wir mit der Work-Smart-Initiative ansetzen und einen Beitrag leisten, indem wir Orientierungshilfe bieten und «Best Practices» aktiv teilen. Mit welchen Argumenten sollten Arbeitnehmer gegenüber ihrem Arbeitgeber für mehr Flexibilität am Arbeitsplatz eintreten? Von flexiblen Arbeitsformen profitiert auch das Unternehmen, mindestens im gleichen Ausmass, denn im digitalen Zeitalter kommt den Themen Agilität, Eigenverantwortung und Selbstregulierung eine noch grössere Bedeutung zu. Es frisst längst nicht mehr der Grosse den Kleinen, sondern der Schnelle den Langsamen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 7140 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2016

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