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Netzwoche 05/2017

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24 Swiss Digital

24 Swiss Digital Transformation Award 2017 Shortlist 2017 Vorreiter der digitalen Transformation Nur noch wenigen Kandidaten sind im Rennen um den «Swiss Digital Transformation Award 2017». Fünf Finalisten in der Kategorie «Kleine und mittlere Organisationen» und fünf in der Kategorie «Grossunternehmen». Der Gewinner wird Anfang April im Kongresshaus Zürich gekürt. Dann wird der Unternehmenspreis zum dritten Mal verliehen. 1. KATEGORIE «Kleine und mittlere Organisationen» Firma, Organisation Brack.ch Ex Libris Hypi Lenzburg (Hypothekarbank Lenzburg) Swisstopo (Bundesamt für Landestopografie) Schweiz Tourismus Juryurteil Als Online-Pionier ist Brack.ch aus Mägenwil auch heute noch Treiber von Innovationen und entwickelt sich immer mehr zu einem E-Commerce-Enabler auch für andere Unternehmen. Ex Libris ist ein gutes Beispiel für die umfassende Transformation eines ehemals stationären Geschäfts in einen Online-Distributionskanal für digitale Güter. Darüber hinaus hat die Firma konsequent sämtliche Aspekte ihres Geschäfts digitalisiert. Die «Hypi» als stark verankerte Regionalbank überzeugt durch verschiedene überdurchschnittliche Digitalisierungs- und Transformationsfortschritte in einer sehr stark regulierten Branche. Auf einer professionellen strategischen Grundlage hat das Bundesamt für Landestopografie mit klarer Zielorientierung die digitale Maturität der Organisation «digital» konsequent aufund ausgebaut. Schweiz Tourismus gehört im Tourismus-Bereich zu den digitalen Vorreitern. Kanalübergreifendes Marketing und Customer Experience werden von der Organisation hochgehalten, die laufend mit innovativen und soliden Digitalprojekten überzeugt. 2. KATEGORIE «Grossunternehmen» Firma, Organisation Axa Winterthur (Schweiz) Sanitas Krankenversicherung Sunrise Communications UBS DER AUTOR Weisse Arena Gruppe Claudio Dionisio Co-Gründer und Geschäftsführer, Best of Swiss Web Juryurteil Die Digitalisierungsstrategie der Axa mit den äusserst professionell und stringent umgesetzten Digitalprojekten zeugt von einer sehr hohen und ausgeprägten Digital-Kultur innerhalb des Unternehmens. Beim innovativen Krankenversicherer werden laufend digitale Lösungen als Teil einer grossen Transformationsvision geschaffen. Sunrise geht die Herausforderung der Digitalisierung sehr breit und konsequent an. Die verschiedenen Ebenen Vision, Strategie und handlungsorientierte Roadmaps sind sehr gut aufeinander abgestimmt. Die UBS überzeugt mit einer sehr starken Kundenorientierung und sehr vielen beeindruckenden Projekten und Massnahmen zur Steigerung des Kundennutzens (z. B. mit neuen und innovativen Dienstleistungen). Mit immer neuen Innovationen reizt die Weisse Arena das Mögliche aus in der Kombination von (physischem) Wintersport und (digitalem) Erlebnis. An der Award-Nacht von Best of Swiss Web wird auch der «Swiss Digital Transformation Award 2017» verliehen. Der Preis geht an Unternehmen und Organisationen, die besondere Fortschritte in der Digitalisierung vollzogen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit signifikant verbesserten konnten. Von rund 440 Teilnehmern am «Digital Maturity Check» der Universität St. Gallen wurden 92 für den Wettbewerb «Swiss Digital Transformation Award» nominiert, 18 kamen in die definitive Jurierung. In einem mehrstufigen Prozess wurden die Firmen und Organisationen ermittelt, die noch Chancen auf den Sieg haben. 10 von ihnen schafften es auf die Shortlist. Die Kandidaten aus ganz unterschiedlichen Branchen gehen nun in zwei Kategorien in die finale Ausmarchung. Eine Fachjury beurteilte hauptsächlich folgende neun Digital-Dimensionen: 1. Customer Experience: Ist ein Unternehmen in der Lage, Wertversprechen und Angebote konsequent auf das veränderte Verhalten der digitalen Kunden auszurichten? 2. Produktinnovation: Nutzen Unternehmen digitale Technologien, um innovative Services und Produkte zu entwickeln? 3. Strategie: Haben Unternehmen ihre Strategie konsequent darauf ausgerichtet, neue Möglichkeiten von digitalen Technologien zu nutzen? 4. Organisation: Ist die strategische Aufstellung an die neuen Herausforderungen angepasst und sind digitale Kompetenzen effizient im Unternehmen zur Verfügung gestellt? 5. Prozessdigitalisierung: Richten Unternehmen alle Prozesse rund um Kommunikation, Transaktion und Führung auf digitale Strukturen aus – und automatisieren diese wo immer möglich? 6. Zusammenarbeit: Werden digitale Technologien innerhalb des Unternehmens genutzt, um Kommunikation, Kollaboration und mobiles Arbeiten der Mitarbeiter zu unterstützen? 7. ICT-Betrieb & Entwicklung: Stellen Unternehmen ihre technologische Basis auf die neuen Herausforderungen um, sodass sowohl ICT-Infrastruktur als auch Informationssysteme neue digitale Produkte, Services, Kommunikation und Transaktionen ermöglichen? 8. Kultur & Expertise: Besteht in der Unternehmenskultur Offenheit und Verständnis gegenüber digitalen Technologien und sind entsprechende Fähigkeiten und Verhaltensweisen verankert? 9. Transformationsmanagement: Ist die digitale Transformation ein von der obersten Führungsebene geplanter und gesteuerter Prozess, der durch eine klare Roadmap geführt wird? Die Gewinner in den beiden Kategorien werden an der grossen Award-Night am 6. April im Kongresshaus Zürich ausgezeichnet. 05 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

2017 Swiss Digital Transformation Award 2017 Nachgefragt 25 «Schweizer Player hinken US-amerikanischen und asiatischen oft hinterher» Im vergangenen Jahr sind viele Branchen in der Schweiz digital gereift, sagt Bramwell Kaltenrieder. Im Interview spricht der Jurypräsident des Swiss Digital Transformation Award und Managing Partner von Crosswalk über die digitale Transformation in der Schweiz. Ausserdem berichtet er, wie die Jurierung verlief. Interview: Fabian Pöschl Wie weit ist die digitale Transformation in der Schweiz? Bramwell Kaltenrieder: Im europäischen Vergleich verfügt die Schweiz meiner Einschätzung nach insgesamt über eine gute Position, wenn auch bei verschiedenen Unternehmen in den Bereichen «Kundenschnittstelle», «Innovation» und «Prozessautomatisierung» noch digitale Weiterentwicklungspotenziale bestehen. Im internationalen Kontext sehe ich die grössten Herausforderungen für traditionelle Firmen in den Bereichen «Agilität» und «Speed»: Hier hinken wir Playern aus den USA und Asien oft hinterher. Wie ist das Niveau der Bewerbungen für den Digital Transformation Award im Vergleich zum Vorjahr? Die Qualität der Eingaben hat sich gegenüber dem Vorjahr nochmals gesteigert. Es war wirklich eine Freude für die Jury, zahlreiche tolle Bewerbungen bewerten zu dürfen. Was ist Ihnen als Jurypräsident des Digital Transformation Awards besonders aufgefallen? Im vergangenen Jahr wurden in verschiedenen Branchen deutliche Fortschritte bezüglich digitaler Reife erzielt. So haben etwa zahlreiche Unternehmen aus dem Immobiliensektor die Zeichen der Zeit erkannt und grosse Initiativen erfolgreich gestartet. Worauf legten Sie besonderen Wert bei der Beurteilung? Zum einen achteten wir auf die Glaubwürdigkeit der Eingaben bei der Selbsteinschätzung der digitalen Reife auf der Grundlage des «Digital Maturity Models». Zum anderen auf die nachvollziehbaren Erläuterungen zum Transformationsmanagement und zu konkret erzielten wirtschaftlichen Resultaten. Wie verlief die Wahl? Waren Sie und die anderen neun Jurymitglieder sich grösstenteils einig? Im Rahmen der Vorjurierung bewertete jedes Jurymitglied fünf oder sechs der oft umfangreichen Dossiers. Auf der Grundlage der verschiedenen Bewertungen und eines Meinungsaustauschs am Morgen des Jurytags entstand dann die Shortlist. Jede Bewerbung dieser Vorauswahl wurde im Anschluss im Plenum von der ganzen Jury intensiv besprochen und durchleuchtet. In einer finalen Selektion wurden dann schliesslich die Gewinner gekürt. Während die Bestimmung der Shortlist relativ zügig über die Bühne ging, kam es aufgrund mehrerer wirklich sehr guter Dossiers dann doch noch zu einem intensiven Ringen um die richtigen Auszeichnungen. Was sind die grössten Stolpersteine bei der digitalen T ransformation? Eine digitale Transformation eines Unternehmens ohne strategische Verankerung oder ohne Unterstützung des Top-Managements wird nie die wirklichen Potenziale erschliessen und die notwendigen Veränderungen herbeiführen können. Und in der Wirkung auf isolierte Bereiche der Organisation («Silos») beschränkt bleiben. Welchen Tipp geben Sie Unternehmen bei der digitalen T ransformation? Die Automatisierung von Prozessen und die Neugestaltung von Kundenschnittstellen sind Pflicht. Differenzierende Kür im Wettbewerb sind hingegen Produkt- und Service-Innovationen. Und wenn wir schon beim Thema «Innovation» sind: Komplett neue Geschäftsmodelle werden kaum jemals von bestehenden Organisation entwickelt und erfolgreich im Markt eingeführt. Wer also mit seiner Firma neue Wege beschreiten will, muss die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen. Bramwell Kaltenrieder, Managing Partner Crosswalk und Jurypräsident des Digital Transformation Award. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2017

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