Aufrufe
vor 2 Jahren

Netzwoche 05/2017

  • Text
  • Schweiz
  • Unternehmen
  • Schweizer
  • Netzmedien
  • Webcode
  • Transformation
  • Digitale
  • Anforderungen
  • Software
  • Digitalen

30 Technology Aktuell

30 Technology Aktuell KOLUMNE «Der König ist tot, es lebe der König!» Der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte hat kürzlich in einem Interview gesagt, die Schweizer Gesetze seien kompatibel mit der Europaratskonvention 108 sowie mit der bald in Kraft tretenden EU-Grundverordnung. Diese Regelwerke deckten einen modernen Datenschutz ab. Papier ist geduldig. Mag dies also theoretisch stimmen. Die Praxis sieht aber anders aus. So wird der Datenschutz zumindest in der Privatwirtschaft weiterhin chaotisch bleiben, EU hin oder her. Der Grund hierfür ist nicht die Selbstüberschätzung, sondern schlichtweg die Ahnungslosigkeit oder die Igno ranz vieler Unternehmen. Ich startete einen Test und reichte meine Bewerbung für eine interessante Stelle über ein Karriereportal bei einem renommierten Unternehmen ein. Ich erhielt nach einer Weile eine Standardabsage. Nach meiner freundlichen Aufforderung, mein Dossier entsprechend zu löschen, vergingen einige Tage der Ungewissheit. Erneut schrieb ich – diesmal einen «Reminder». 7 Tage danach endlich die Antwort: Meine Daten seien «selbstverständlich» gelöscht worden. 2 Tage später meldete ich mich am besagten Portal erneut an, und «selbstverständlich» war mein Dossier noch da. Ich hätte noch brisantere Beispiele, aber diese wollen Sie lieber nicht lesen. Orkan Yoksulabakan ist Managing Consultant IT- Security bei ITSENSE Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_30734 Orkan Yoksulabakan IBM will den Quantencomputer ins Büro bringen jor. IBM will als erstes Unternehmen Quantencomputer kommerziell anbieten und die Technologie in die Arbeitswelt bringen. Das Unternehmen präsentierte zu diesem Zweck einen Leitplan. Mit dem Projekt «IBM Q» will der IT-Konzern den bislang leistungsfähigsten Computer der Welt bauen. In den nächsten Jahren wird das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen Quantencomputer mit rund 50 Quantenbits, kurz Qubits, herstellen. Ein Rechner mit einem 50-Qubit- Prozessor wäre leistungsfähiger als jedes bisherige Computersystem, wie einem Artikel der Zeitschrift «New Scientist» zu entnehmen ist. Die Rechenleistung dieses neuen Rechners will IBM «as-a-Service» vermieten. Kunden könnten über die Cloud von IBM auf die Quantencomputer zugreifen. Als erstes Anwendungsgebiet für Quantencomputer nennt IBM die Chemie. In diesem Fachbereich könnten Forscher die neuen Rechensysteme einsetzen, um neue Medikamente und Materialien zu entdecken. Weitere vielversprechende Einsatzgebiete solcher Systeme seien die Logistik, die Finanzbranche, künstliche Intelligenz und Cybersicherheit in der Cloud. Neue Entwicklertools für «Quantum Experience» Im Mai 2016 gewährte IBM Research erstmals den Zugang zu einem Quantencomputer. Seither können Interessierte über die IBM-Cloud auf die Plattform «Quantum Experience» zugreifen, dort Algorithmen testen und mit einem Quantenprozessor mit bis zu fünf Qubits experimentieren. Für diese Plattform veröffentlichte IBM nun eine neue Programmierschnittstelle für Anwendungen (API). Entwickler könnten mit der API Verbindungen zwischen normalen Rechnern und dem 5-Qubit-Quantencomputer von IBM herstellen. Programmierer brauchen dafür keine vertieften Kenntnisse der Quantenphysik, wie IBM mitteilt. Ausserdem kündigte das Unternehmen an, dass es in der ersten Hälfte dieses Jahres ein Software Development Kit (SDK) auf der Plattform herausbringen werde. Anwender sollen mit dem SDK einfache Quantenapplikationen und entsprechende Software entwickeln können. Post plant kommerziellen Einsatz von Drohnen Die Post will diese Drohne von Matternet für den Tessiner Spitalverbund in Lugano einsetzen. jor. Die Schweizerische Post plant den kommerziellen Einsatz von Drohnen. Zusammen mit dem Tessiner Spitalverbund EOC (Ente Ospedaliero Cantonale) und dem Drohnenhersteller Matternet startete die Post ein Logistikprojekt. Künftig sollen Lieferdrohnen den regelmässigen Austausch von Laborproben zwischen zwei Spitälern in Lugano übernehmen, teilt die Post mit. Die zwei luganesischen EOC- Spitäler, das Ospedale Italiano und das Ospedale Civico, sollen auf diese Weise schneller und effizienter Proben transportieren können. Die Post geht davon aus, dass der regelmässige Drohneneinsatz zwischen den beiden Spitälern ab 2018 zum Alltag gehören könnte. Bis dahin muss die Drohne den Nachweis erbringen, dass sie alle Anforderungen bezüglich Sicherheit, Praxistauglichkeit und Zuverlässigkeit erfüllt. Testflüge in den kommenden Wochen Zu diesem Zweck wird das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) die Drohne und ihre Sicherheitskomponenten in den kommenden Wochen prüfen. Zudem sollen die ersten Testflüge in Lugano stattfinden, sofern das Wetter sichere Flüge zulässt. Sobald die entsprechenden Bewilligungen vorliegen, wollen die drei Partner das Projekt an einem Medienanlass ausführlich vorstellen, wie sie in dem Communiqué schreiben. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_30957 05 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 31 Die Mobilität fördert und fordert die Kommunikation Das flexible und mobile Arbeiten wird sich bis 2018 in mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen durchsetzen, wie unsere kürzlich abgeschlossene Workplace-Studie aufgezeigt hat. DER AUTOR Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Man würde einer falschen Logik unterliegen, wenn man davon ausgeht, dass die Erfolgsrate der Implementierung und Nutzung einer UCC- Lösung nur von technologischen Aspekten abhängt. Der Trend zur Mobilität wird weiter Fahrt aufnehmen. Waren es 2015 noch 43 Prozent der Unternehmen, die davon ausgingen, dass sich bis 2018 mobiles und flexibles Arbeiten weitgehend durchsetzen werde, so sind es heute 51 Prozent. Der feste Arbeitsplatz wird zunehmend an Bedeutung verlieren. Findet sich heute dieses Arbeitsplatzmodell noch in 19,7 Prozent der Unternehmen, so wird dieser Anteil bis 2018 auf unter 10 Prozent sinken. Das mobile Arbeiten hat Einfluss auf das Kommunikationsverhalten, es verändert die Nutzung der Kommunikationskanäle und unsere Ansprüche an den Einsatz entsprechender Technologien. Die «traditionellen» Kommunikationswege und Tools wie persönliche Gespräche oder das Festnetz stehen heute zwar immer noch an erster Stelle. Weitgehend etabliert hat sich auch das Smartphone, dessen verbreitete Nutzung den Niedergang der Festnetztelefonie eingeläutet hat. UCC-Lösungen werden immer gefragter Nach künftigen Trends der Kommunikation gefragt, gaben die Unternehmen zu Protokoll, dass vermehrt auf Telekonferenzen, Instant Messaging und vor allem UCC gesetzt werde. Mit Blick auf die Nutzung und Verbreitung von UCC-Anwendungen (Unified Communications und Collaboration) ergab die Studie, dass heute knapp 41 Prozent der Unternehmen eine UCC-Lösung (vollintergiert oder als Teillösung) einsetzen und 23 Prozent eine Einführung und Implementierung bis 2018 planen. Der Benefit einer UCC- Lösung wird von der Mehrheit der Anwender erkannt, denn heute ist annähernd jede Art der Kommunikation in Geschäftsprozesse eingebunden. Jeder Medienbruch in der Kommunikationskette, falsche Kontaktkoordinaten und zu viel oder mangelhaft übermittelte Informationen behindern die Effizienz und Produktivität auf massive Weise und in einer künftig digitalisierten Welt geradezu fatal. Trotzdem stellten wir fest, dass die «gefühlte Notwendigkeit» einer UCC-Lösung nicht in allen Unternehmen in gleichem Masse vorhanden ist. Während in grösseren Firmen diese bereits heute mehrheitlich eingesetzt werden, scheuen kleinere Unternehmen den zeitlichen und finanziellen Aufwand der Umsetzung. Man würde einer falschen Logik unterliegen, wenn man davon ausgeht, dass die Erfolgsrate der Implementierung und Nutzung einer UCC-Lösung nur von technologischen Aspekten abhängt. Oft werden bei der Einführung und Etablierung entsprechender Lösungen die Auswirkungen auf das gesamte Unternehmen unterschätzt. Es bedarf einer beachtlichen Kraftanstrengung und überzeugender Argumente, die Lösung und deren Nutzen intern zu «verkaufen». Eine effiziente Einführung und Implementierung greift meist massiv in die Organisation, Sicherheitskonzepte und Prozesse ein. Ohne einen Kulturwandel, ohne die Bereitschaft, neue Kommunikationsregeln und Mittel einzusetzen und zu akzeptieren, fallen die Resultate und der Benefit bescheiden aus. UNIFIED COMMUNICATIONS & COLLABORATION Interne Förderung des Themas Unified Communications & Collaboration (UCC) Aus welchem Bereich wird das Thema UCC intern gefördert, respektive angetrieben? Nur 1 Antwort möglich. UCC wird eher von der ICT angetrieben, gefördert UCC wird eher von den Anwendern angetrieben, gefördert UCC wird eher von den Businessverantwortlichen angetrieben, gefördert keine Antwort 19,7 % 9,1 % Quelle: MSM Research AG 9,1 % 62,1 % Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_31398 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2017

Archiv