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Netzwoche 05/2017

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08 Business Aktuell

08 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Hewlett Packard Enterprise steigt bei Hedvig ein mur. Hedvig ist laut dem Speicherexperten Philippe Nicolas eines der heissesten Object- Storage-Start-ups. Die Firma kombiniert Standardhardware mit einer Software und ermöglicht so den Aufbau von Speicherumgebungen im Peta byte-Bereich. Hedvig akquirierte nun weitere 21,5 Millionen US-Dollar. Ein Teil des Geldes komme von Hewlett Packards Venture-Capital- Programm Pathfinder, teilt die Firma mit. Hedvig hat damit insgesamt rund 52 Millionen Dollar Kapital im Rücken. ▸ Webcode DPF8_29441 Ascom schreibt Verlust cka. Ascom hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 145,7 Millionen Franken verbucht, wie das Unternehmen mitteilt. Ein Jahr zuvor blieb der Firma ein Gewinn von 24,3 Millionen Franken. Der Telekomausrüster führt den Verlust in erster Linie auf den Verkauf der Division Network Testing zurück. Ende September ging diese an das französische Unternehmen Infovista. Dies führte gemäss Mitteilung massgeblich zu dem ausserordentlichen Verlust. ▸ Webcode DPF8_30366 Mehr Kunden und mehr Umsatz für Emineo cka. Das Software- und Beratungsunternehmen Emineo hat 2016 seinen Umsatz auf 18 Millionen Franken gesteigert. Das Unternehmen führt diesen Umstand auf die Fusion mit der Asem Group zurück. 2016 war das erste gemeinsame Geschäftsjahr, wie Emineo mitteilt. Auch personell wuchs das Unternehmen von 75 auf 85 Mitarbeiter. Dank des Ausbaus des Leistungsangebots sei es zudem gelungen, die Kundenbasis zu verbreitern. ▸ Webcode DPF8_31498 Warum künstliche Intelligenz dumm ist mur. Im Zürcher Schiffbau haben sich Experten aus der IT- und Finanzbranche zur Finance 2.0 Conference getroffen. Dominierendes Thema war die künstliche Intelligenz. Diese bereichere die Finanzbranche, sagten die Referenten. Nur einer tanzte aus der Reihe: Der Unternehmer und Neurowissenschaftler Pascal Kaufmann erklärte, warum die künstlichen Intelligenzen gar nicht wirklich intelligent sind. Kaufmann stellte die Frage, ob der Aufstieg von Artificial Intelligence (AI) nicht einfach nur eine gute Story für Pascal Kaufmann an der Finance 2.0 Conference im Schiffbau Zürich. Ständerat unterstützt Hotels gegen Buchungsplattformen gsa. Sogenannte enge Preisparitätsklauseln verpflichten Hotels, auf ihrer eigenen Internetseite den Preis auf einer oder mehreren Buchungsplattformen nicht zu unterbieten. Ein Hotel kann also nicht auf Booking.com oder HRS.de eine Übernachtung für 150 Franken anbieten und auf der eigenen Website für 100 Franken. Das verärgert die Hotelbetreiber. Unterstützung durch Ständerat Ständerat Pirmin Bischof (CVP/SO) hatte in einer Motion ein Verbot solcher Klauseln gefordert. Dieses wurde zunächst von der Wirtschaftskommission (WAK) diskutiert. Die WAK war nach Anhörungen von Branchenvertretern zum Schluss gekommen, dass die Vorgabe der Buchungsplattformen den Wettbewerb behindere. Denn nur Buchungsplattformen würden profitieren. Der Ständerat entschied sich nun, dem Entscheid der WAK zu folgen, wie Unternehmen sei, um ihren Umsatz zu erhöhen. Der Gründer und CEO von Starmind Inc. präsentierte folgende Thesen: Es gibt noch keine wirkliche AI. Künstliche Intelligenzen seien heute nicht viel mehr als «humans inside a box». Kaufmanns Aussage war inspiriert vom Schachtürken, einer Schach-Maschine, die vorgab, intelligent zu sein, aber von einem Menschen bedient wurde. Ähnlich wie die AIs von heute. Sie seien ebenfalls nur eine in Quellcode gepresste menschliche Intelligenz. Deep Learning hat nichts mit Intelligenz zu tun. Seit der Vorstellung von Perzeptron im Jahre 1957, dem ersten Artificial Neural Network überhaupt, habe sich nur wenig getan. Die Wissenschaft habe heute eine Billion Mal mehr Rechenleistung zur Verfügung und trotzdem gebe es kaum Fortschritt. Deep Learning sei momentan vor allem ein Hype, sagte Kaufmann. Wir müssen alle Cyborgs werden, um mit Maschinen mithalten zu können. Menschen sollten sich mit neuen Technologien auseinandersetzen und sie austesten. «If you don’t like change, try irrelevance», sagte Kaufmann. Frei übersetzt: Wer nicht offen für Veränderungen ist, wird schnell irrelevant. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_31008 die SDA mitteilt. Der Ständerat will die engen Preisparitätsklauseln nun verbieten. Er habe dazu die Motion von Bischof mit 34 zu 5 Stimmen angenommen. Buchungsplattformen böten zwar Erleichterungen, sagte Motionär und Kommissionssprecher Bischof im Rat. Doch mit ihrer Marktmacht könnten sie die Preispolitik der Hotels massiv einschränken. Diese könnten etwa, wenn das Haus nicht ausgebucht sei, im Internet keine Preisnachlässe anbieten. Nach Angaben der WAK haben die vier grossen Nachbarländer enge Preisparitätsklauseln bereits verboten oder sind daran, es zu tun. Die direkten Konkurrenten der Schweizer Hotels erhielten damit einen Vorteil. Das nächste Wort hat der Nationalrat. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_29574 05 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Business Event 09 Die Highlights der Infosocietydays 2017 Vom 7. März bis zum 10. März haben in Bern die Infosocietydays 2017 stattgefunden. Am «Swiss eGovernment Forum» informierten Experten über den Stand von E-Government in der Schweiz. Am «Swiss eHealth Forum» drehte sich alles um die Umsetzung des elektronischen Patientendossiers. Autoren: David Klier, George Sarpong , Christoph Grau und Marcel Urech Bundeskanzler Walter Thurnherr plädierte am «Swiss eGovernment Forum 2017» in Bern für eine massvolle Regulierung. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcodes DPF8_29602, DPF8_30317, DPF8_30494, DPF8_30742 Die Infosocietydays 2017 sind vom 7. bis zum 10. März in der Bernexpo über die Bühne gegangen. Wie schon in den Jahren zuvor war der Event in zwei Veranstaltungen geteilt, das «Swiss eGovernment Forum» und das «Swiss eHealth Forum», die sich jeweils über zwei Tage erstreckten. «Swiss eGovernment Forum» Am ersten Tag des «Swiss eGovernment Forums» sprach Bundeskanzler Walter Thurnherr zu den Gästen. Die Bundeskanzlei sei eine wahre Meisterin im Regulieren, sagte er. Die Regulierung sei wie eine unersättliche Krake, die sich durch die Gänge der Bundesverwaltungen zwänge und alles verschlinge, was noch nicht reguliert sei. Er plädierte daher für eine massvolle Regulierung und forderte die Behörden zu mehr Innovationsgeist auf. Es gebe kein Gesetz, das Verwaltungen verbiete, innovativ zu sein, sagte er. Wie E-Government funktionieren kann, zeigte Magnus Enzell. Er ist Senior Adviser des schwedischen Finanzministeriums. Schweden setze sehr stark auf offene Daten und Transparenz. Verschiedene von der Regierung unterstützte «Labs» hätten versucht, aus den Daten der Regierung Kapital zu schlagen. Schon mehrere Apps seien aus diesen Labs hervorgegangen. Auf diese Ideen wäre die Regierung allein nicht gekommen, sagte Enzell. Am zweiten Tag des Events zeigte Lukas Steudler von der Staatskanzlei Zürich, wie der Kanton mit E-Government den elektronischen Umzug ermöglichte. Zusammen mit dem «Verbund E-Umzug-CH» soll dieses Angebot auf die ganze Schweiz ausgerollt werden, um den Bürgern einen Mehrwert zu bieten. «Swiss eHealth Forum» Stefan Spycher, Leiter des Direktionsbereichs Gesundheitspolitik im Bundesamt für Gesundheit, hielt die erste Keynote am «Swiss eHealth Forum», das am 9. März begann. Der Weg zum Gesetz für das elektronische Patientendossier (EPDG) sei für ihn ein Paradebeispiel, wie gut die Kantone und die Stakeholder zusammengearbeitet hätten, um zum Ziel zu kommen. Dennoch verschwieg er nicht, dass es noch viel zu tun gebe. Anhand einer internationalen Studie zu E-Health zeigte Spycher auf, dass die Schweiz noch viel aufzuholen habe. Vor allem bei der Digitalisierung von Prozessen und auch im Aufbau von Gesundheitskompetenz bei den Bürgern gebe es noch einiges zu tun. Betrachte man aber die föderalen Besonderheiten, so sei die Schweiz doch «gut unterwegs», betonte er. Spycher zeigte sich zutiefst überzeugt, dass der nun eingeschlagene Weg der richtige für die Schweiz sei. Alle Referenten waren sich einig, dass die Zeit für die Einführung des elektronischen Patientendossiers sehr knapp bemessen ist. «Die Uhr tickt und der Druck nimmt zu», sagte Elke Albrecht, CIO der Solothurner Spitäler. Dabei komme der Druck nicht nur vonseiten des Gesetzes, sondern auch die Leistungserbringer forderten vom Spital zunehmend, ihnen eine Plattform zur Verfügung zu stellen. Mit den Worten: «Je rascher wir uns dem Jahr 2020 nähern, desto grösser wird der Druck werden», brachte sie ihre Einschätzung auf den Punkt. Der Abschlusstag lieferte den Teilnehmern viel Diskussionsstoff rund um das elektronische Patientendossier. Der Tenor am zweiten Tag des «Swiss eHealth Forums» war eindeutig: Das EPDG umzusetzen, wird ein hartes Stück Arbeit. Ausnahmslos alle Referenten wiesen auf Probleme mit der Implementierung des EPDs hin. Jürg Blaser, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Medizinische Informatik, bemerkte, dass nicht alle Daten maschinenlesbar seien. Rechtsanwältin Ursula Widmer bezeichnete Datenschutz und Datensicherheit als «riesige Herausforderungen». Christian Dolf von der Beratungsfirma CSP fragte, wer die Umsetzung finanzieren soll. Und Daniel Notter, Projektmanager bei Pharmasuisse, wünscht sich weniger Silodenken bei den Behandelnden. Die nächsten Infosocietydays werden vom 6. bis zum 9. März 2018 wieder in Bern stattfinden, wie die Veranstalter mitteilen. www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2017

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