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Netzwoche 05/2020

34 Technology Aktuell

34 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH 5G kommt, aber 4G hat die Nase vorn rja. Die Anzahl mit dem Internet verbundener Geräte nimmt weiter zu, wie Netzwerkausrüster Cisco im aktuellen Internet Report schreibt. Bis 2023 soll die Internetabdeckung in Westeuropa von 82 Prozent auf 87 Prozent ansteigen. Es sind aber nicht die Menschen, sondern vor allem die Geräte, die im mobilen Internet zulegen. Weltweit erwartet Cisco bis 2023 29,3 Milliarden vernetzter Geräte – die Hälfte davon seien Machine-to-Machine-Module. Zürcher Polizei stellt auf digitale Busszettel um sma. Seit Neuestem verteilen die Polizisten in der Stadt Zürich die Bussen nur noch mit einem QR-Code-Zettel, wie «Watson» schreibt. Wer gebüsst wird, kann die Rechnung scannen und online mit Kreditkarte, Twint oder der Postcard bezahlen. Derweil regt sich Widerstand. In der IT-Welt wird mehrfach auf die Gefahr vor gefälschten Busszetteln hingewiesen. Sicherheitslücke bedroht 1 Milliarde Geräte sma. Forscher der Sicherheitsfirma Eset haben eine bisher unbekannte Sicherheitslücke namens «Kr00k» in WLAN- Chips von Broadcom und Cypress entdeckt. Über diese können Hacker eigentlich verschlüsselt übertragene Informa tionen ausspionieren oder sogar eigene Datenpakete einschleusen. Dies geht allerdings nur mit grossem Aufwand. «Kr00k» betrifft alle Geräte mit Broadcom- und Cy press- WLAN-Chips, die noch nicht gepatcht wurden. Über 1 Milliarde WLAN-fähiger Geräte wie Smartphones, Tablets, Router und Smarthome-Geräte sind beziehungsweise waren demnach von der Schwachstelle betroffen. «Dies gilt auch für WLAN-Access-Points und Router in Unternehmen, sodass selbst Umgebungen mit gepatchten Client-Geräten weiterhin anfällig sind», schreibt Eset. «Vorsichtig geschätzt sind über 1 Milliarde Geräte betroffen. Bei eigenen Tests konnten die Eset-Forscher feststellen, dass sich unter den anfälligen Geräten auch jene von Amazon (Echo, Kindle), Apple (iPhone, iPad, Macbook), Google (Nexus), Samsung (Galaxy), Raspberry (Pi 3) und Xiaomi (Redmi) sowie Access Points von Asus und Huawei befanden. Für diese Geräte wurden in der Zwischenzeit bereits Sicherheits-Updates veröffentlicht.» Updates stehen bereit Ein Sprecher von Eset betonte, man habe die Sicherheitslücke den Chip-Produzenten gemeldet, die bereits Patches veröffentlicht hätten. «Auch zahlreiche Hersteller haben Bild: Choo Studio / shutterstock.com für betroffene Geräte bereits Updates veröffentlicht. Alle Besitzer sollten umgehend ihre Geräte aktualisieren, sofern dies nicht automatisch erfolgte.» Beispielsweise habe «Apple iPhones und iPads bereits im Oktober 2019 mit iOS 13.2 und iPadOS 13.2 abgesichert», schreibt «Heise». Broadcom- und Cypress haben im vierten Quartal 2019 damit begonnen, die Lücken mit Sicherheits-Updates zu schliessen. Allerdings gehen die Forscher davon aus, dass noch Millionen Geräte ohne einen Sicherheitspatch in Betrieb sind. Den vollständigen Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch DIGITALE TRANSFORMATION DER IT Das rasante Tempo der Geschäftsinnovation, das die digitale Transformation vorantreibt, kann nicht mehr durch die traditionelle Methodik zur Entwicklung von Legacy-Anwendungen unterstützt werden. Wenn es jetzt darum geht, die aufkommenden Technologien zur Wertschöpfung für das Unternehmen einzusetzen, dann reicht es nicht mehr, bloss eine fancy Website oder eine mobile App-Front-End-Oberfläche den alten, schwerfälligen Software-Monolithen voranzustellen. Diese Methode mag in den vergangenen Jahren wohl oft genügt und die Business-User beeindruckt haben. Jetzt, wenn es gilt, neue Geschäftsprozesse zu digitalisieren, braucht es mehr Speed, Flexibilität und vor allem ein Zugang zu dem gewaltigen Technologie-Potenzial im Cloud- Ökosystem. Und auch etwas Mut, sich von den in die Jahre gekommenen Altsystemen trennen zu können. Es ist wichtig, das Wesen der technischen Veränderungen selbst zu verstehen, bevor Lösungskonzepte mit einer Reihe von losen zusammenhängenden Initiativen umgesetzt werden. Die technologische Transformation muss ganzheitlich sein und auf einer Architektur modularer Entwicklungsplattformen basieren, Die Kolumne finden Sie auch online www.netzwoche.ch die auch völlig unabhängige Datenspeichertechnologien unterstützen. Um effizient und wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Unternehmen in der Lage sein, die Kraft der riesigen Datenmengen, die ständig generiert werden, zu nutzen und komplexe Analysen dieser Daten durchzuführen. Es kann nicht mehr genügen, dass man 24 Stunden und noch länger braucht, bis das zentrale Datenwarehouse mit neuen Daten aktualisiert wird, um dann immer komplexere Analyse-Abfragen absetzen zu können, wobei man laufend an Kapazitätsgrenzen stösst. Oder es kann zu einem heute erwarteten Nutzererlebnis nicht mehr genügen, dass beim Onlineshopping der ganze Inhalt des Warenkorbs verloren geht, nur weil dem fix zugeordneten Server etwas passiert ist. Richtig entfalten kann sich die digitale Transformation nur, wenn insbesondere die Softwareentwicklung selbst vollständig digitalisiert ist, was letztlich nur in der Cloud selbst möglich ist. Während CIOs an Fachmessen ausgiebig darüber sprechen, allein durch agile Ansätze und DevOps ein digitales Unternehmen zu werden und «die digitale Transformation voranzutreiben», müssen nun endlich auch die traditionellen Ansätze für die Anwendungsentwicklung neu überdacht und durch eine Cloud-Native-Methodik ersetzt werden. In der agilen Welt, wo alles schneller gehen muss, muss man insbesondere mit Instabilitäten umgehen können. Darauf sind Cloud-Native-Methoden ausgerichtet und können sich unabhängig und dynamisch der Umgebung anpassen. Die Umstellung dazu ist krass, aber notwendig, um sich von einer langsamen und trägen Welt hin zu einer Welt zu entwickeln, die intelligenter, schneller und agiler ist. Cloud-Native ist der neue Software-Entwicklungs-Imperativ Martin Andenmatten Gründer und Geschäftsführer, Glenfis 05 / 2020 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 35 Kerntechnologien der Digitalisierung Die Antriebsfaktoren und Kernmotivation vieler Unternehmen mit Blick auf die Digitalisierung sind weitgehend deckungsgleich. Es dreht sich immer um Vereinfachung und Automatisierung der Geschäfts- und Entscheidungsfindungsprozesse, Effizienzsteigerung, Verkürzung der Reaktions- und Durchlaufzeiten, Individualisierung der Kundenbeziehungen und Steigerung der Innovationskraft. Zur Umsetzung der Digitalisierung und insbesondere der Transformation hin zu digitalen Businessmodellen werden nicht nur neue Ideen, sondern auch neue Technologien benötigt. Vor wenigen Jahren noch zum Kreis der Hypethemen gezählt, haben sich die künstliche Intelligenz, Business Analytics und auch die ganze Palette an IoT-Produkten und Services als wesentliche und tragende Grundlage für den Einstieg in die digitale Welt und die Realisierung entsprechender Projekte erwiesen. Die Metamorphose der einstigen Hypethemen zu Protagonisten, Schlüsselfaktoren und Keydrivern des künftigen Wachstums des ICT- Marktes hat sich in nur wenigen Jahren vollzogen. Werfen wir einen Blick auf diese Kerntechnologien der digitalen Welt: Das Internet der Dinge (IoT) steht für eine breite Palette von Produkten und Services, die sich in den vergangenen Jahren bereits zu einem grossen Markt entwickelt haben. Vor drei Jahren gab die Mehrzahl der im Rahmen einer unserer Studienarbeiten Befragten zu Protokoll, noch keine IoT-Projekte anzugehen. Damals wurden diesbezüglich erste Diskussionen geführt, aktuelle Informationen gesammelt und Entwicklungen verfolgt. Heute werden entsprechende Produkte und Lösungen in neue Geschäftsmodelle integriert sowie Kernprozesse, Produkte und Dienstleistungen digitalisiert. Diese Entwicklung schlägt sich auch in den Ausgaben für IoT-Projekte nieder: für Sensoren, Aktoren und Netze, IT-Infrastruktur, Software und Professional Services, Business Analytics und Consulting im Bereich der Transformation und Change- Management-Prozesse wird im laufenden Jahr rund 30 Prozent mehr ausgegeben als noch 2019. Das Thema künstliche Intelligenz (KI), die gemäss unserer kürzlichen Studie vorwiegend von den Fachabteilungen Finanzen, Forschung und Entwicklung, Business Development, Marketing und Vertrieb sowie der Geschäftsleitung vorangetrieben wird, hat sich ebenfalls aus einem Hype heraus zum starken Wachstumsmarkt materialisiert. So rechnen wir 2020 mit einem Anstieg der Ausgaben für KI auf insgesamt 340 Millionen Franken. Darin inbegriffen sind Hardware, Den Artikel finden Sie online www.netzwoche.ch Apps, Customizing, Connectivity, Security, Analytics, Beratung, Schulung, Integrationsservices, Betrieb, Plattformen und Business-Services. Business-Analytics-Lösungen zur Automatisierung und Vereinfachung von Entscheidungs- und Managementprozessen im Bereich der operativen und strategischen Unternehmensführung werden heute in bereits rund 40 Prozent der Unternehmen genutzt, weitere 14 Prozent planen die Implementierung einer entsprechenden Anwendung in den kommenden zwei Jahren. Dies widerspiegelt sich auch in den steigenden Ausgaben. Die entsprechenden Budgets in diesem Bereich werden für das laufende Jahr um 21 Prozent aufgestockt. ERWARTUNGEN AN UND ZIELE VON IOT-PROJEKTEN Welche Erwartungen haben Sie an IoT-Projekte, und welche Zielsetzung verfolgen Sie mit der Umsetzung einer IoT-Lösung? Mehrfachantworten möglich, IoT-Studie Schweiz 2019, n=64 Effizienzsteigerung (Optimierung und Verschlankung der Geschäftsprozesse, «rascher, besser, billiger») Kosteneinsparungen (Vermeidung Standortverlegung ins Ausland) Bessere Kundenbindung durch mehr und individuellere Dienstleistungen, neue Servicemodelle Strategische Vorteile durch Echtzeit-Analysen, schnellere Reaktion, bessere Wettbewerbsdifferenzierung Optimierung vorhandener Serviceangebote Eingehen auf Kundenwünsche (Kleinserien und Individualisierung Kundenangebote) Mehr Prozesstransparenz, Automatisierung von Prozessen Vernetzte Liefer- und Wertschöpfungsketten Bessere Vorhersehbarkeit von Ausfallzeiten (Predictive Maintenance, Wartung) Bessere Renditen durch optimierte Preisbildung Entwicklungszeiten verkürzen, rascher auf Veränderungen am Markt reagieren 11 % 9 % 22 % 20 % 31 % DER AUTOR 40 % 40 % 38 % 44 % 44 % Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG 56 % Quelle: MSM Research AG www.netzwoche.ch © netzmedien ag 05 / 2020

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