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Netzwoche 06/2016

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44 Technology Aktuell

44 Technology Aktuell www.netzwoche.ch Finma lockert Regeln mur. Finanzdienstleister dürfen Geschäftsbeziehungen neu auch per Videoübertragung aufnehmen und auf diese Art die Identität einer Person prüfen. Die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht Finma passte ihre Aufsichtsregeln entsprechend an und stellte die Online-Identifizierung einem persönlichen Kontakt mit dem Bankberater gleich. ▸ Webcode 7226 Innovative Schweizer KMUs cgr. Die Initiative Mittelstand hat die Sieger des «Innovationspreis-IT 2016» bekannt gegeben. Beworben hatten sich mehr als 1000 KMUs, wie in einer Mitteilung zu lesen ist. Traditionell wurden die Sieger zum Start der Cebit veröffentlicht. Von den 38 Gewinnern stammen die meisten aus Deutschland. Aber auch diese vier Schweizer Unternehmen konnten sich über eine Auszeichnung freuen: Leada, BSI, Star und eTermin. ▸ Webcode 7138 Die Baustellen in der Schweizer Fintech-Szene gsa. Die Schweizer Fintech-Branche wächst. 24 Unternehmen beschäftigten sich im Jahr 2010 mit Finanztechnologien. Ende 2015 waren es 162, wie die Hochschule Luzern in einer aktuellen Studie festhält. Das Zentrum der Branche ist Zürich. 72 Unternehmen arbeiten in der IT-Metropole. Nach Zürich ist Zug mit 21 Anbietern der zweitgrösste Fintech- Standort der Schweiz, gemessen an der Zahl der dort ansässigen Unternehmen. Ausser Start-ups bezog die Hochschule auch Banken sowie Technologie- und Informatikunternehmen in ihre Statistik mit ein – sofern diese überwiegend im Fintech-Bereich tätig sind. Venture Capital in der Schweiz vorhanden Start-ups könnten auf verschiedene Einrichtungen zurückgreifen, die sie bei der Gründung und Entwicklung unterstützen, berichtet die Hochschule. Unterstützt würden sie von Einrichtungen wie Inkubatoren und Branchenverbänden. An Veranstaltungen könnten Start-ups ihre Produkte gegenüber Fachleuten und Medien präsentieren. Auch Risikokapital gebe es für Fintech-Start-ups. Entgegen anderslautender Studienergebnisse etwa von EY. Die Unternehmensberater empfahlen Anfang dieses Jahres, deutlich mehr Geld in die heimische Fintech-Branche zu investieren. Thomas Ankenbrand, Projektleiter der «IFZ Fintech Study 2016», sagt hingegen, dass Jungunternehmen in der Schweiz Investoren fänden, die ihnen das nötige Kapital zu Verfügung stellten. Venture Capital sei kein genereller Engpass. Auch wenn das Investitionsvolumen vergangenes Jahr mit rund 27 Millionen Franken klein gewesen sei. Fintech-Szene sollte sich internationaler ausrichten Sollen langfristig Fintech-Arbeitsplätze in der Schweiz erhalten und neue geschaffen werden, müssten sich die Unternehmen international positionieren und auch den Eintritt in ausländische Märkte wagen. Die Ausgangslage sei nicht schlecht. «Trotzdem sind die besten Spezialisten nicht immer national verfügbar. Deswegen ist der Zugang zum globalen Arbeitsmarkt wichtig», sagt Ankenbrand. Zürich und Zug stünden in einem globalen Konkurrenzkampf mit anderen Standorten wie London oder Singapur. Diese Städte seien zurzeit daran, die regulatorischen Hürden zu senken, um innovative Fintech-Unternehmen anzuziehen. «In der Schweiz werden somit weiterhin grosse Anstrengungen nötig sein, um attraktive Rahmenbedingungen zu schaffen und in diesem globalen Wettbewerb bestehen zu können», sagt Ankenbrand. Es sei in der Schweiz aber bereits erkannt worden, wie wichtig es sei, die Hürden für den digitalen Finanzplatz abzubauen. Ankenbrand verweist auf die Finma. Diese plädiere dafür, eine neue Bewilligungskategorie für einfache Geldinstitute zu schaffen. Fazit: Der Branche geht es gut, sie hat aber Luft nach oben Trotz der Herausforderungen gelangen die Studienautoren zum Fazit, dass der Schweizer Fintech-Markt international kompetitiv sei und sich für weiteres Wachstum gut positioniert habe. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 7178 Digitale Transformation der IT DevOps ist das derzeit am heissesten diskutierte Thema in IT-Führungsetagen. Doch nicht jeder versteht darunter dasselbe. Nur darüber, was an Erwartungen mit dem neuen IT-Schlagwort verbunden sind, ist man sich weitestgehend einig: schneller, flexibler und letztlich auch kostengünstiger sollen IT-Lösungen in die Produktion überführt werden. Was mithilfe von SCRUM agil entwickelt wurde, staute sich bei der mit Barrieren verschränkten Live-Umgebung. Da kommt Continuous Integration und Continuous Deployment gerade recht, um das Tempo bis in den Betrieb hinein aufrechtzuerhalten. Um dies zu verwirklichen, muss als Erstes gleich ein Tool beschafft werden. Ein Tool ist Problemlöser Nummer eins in der IT; war es schon immer. Aber: «A fool with a tool is still a fool». DevOps ist bei weitem nicht nur eine technische Herausforderung. Vielmehr zielt DevOps auf das Einreissen der Mauern zwischen unterschiedlich beteiligten Silo-Bereichen ab. Das sind nicht bloss die «Entwicklung» und «Operation». Das schliesst das Requirement- Engineering, die Security, die Engineers, DBAs, Release Engineers, die Netzwerkspezialisten und alle beteiligten externen Supplier gleich mit ein. Jeder muss lernen, über seinen Tellerrand zu schauen. Er muss auch lernen, zu verstehen, was es braucht, um innovative Lösungen zu entwickeln und verlässliche Services bereitzustellen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt im näher Zusammenrücken und im gemeinsamen Verständnis des Werteversprechens gegenüber dem Business. Gemeinsam neue Lösungswege zu erproben, mit direkten Feedback-Loops und dem stetigen Drang, die abgestimmten Ziele zu erreichen, bilden den fruchtbaren Boden, auf dem der Flow von Businessanforderungen bis hin zu verlässlichen IT-Services schnell, flexibel und letztlich auch kostenoptimal realisiert werden kann. Und wenn letztlich auch ein gutes Tool seinen Beitrag dazu leistet, dann soll es auch DevOps recht sein. Artikel online: auf www.netzwoche.ch Webcode 7270 DevOps ist kein Tool … Martin Andenmatten Gründer und Geschäftsführer, Glenfis 06 / 2016 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Research 45 Die Drift der Betriebsausgaben Ein immer grösserer Teil der Ausgaben für den ICT-Betrieb verlagert sich nach aussen, die Drift der Spendings hin zu externen Providern und ICT-Dienstleistern nimmt weiter an Fahrt auf. Dies bedeutet auch, dass diejenigen Budgetanteile, die für Externe geplant sind, stärker zulegen als die diejenigen für den Eigenbetrieb. der autor Philipp A. Ziegler Geschäftsführer, MSM Research AG Software-as-a-Service hat heute einen bedeutenden Anteil an den Gesamtausgaben für Standardsoftware erreicht. Auch aus der Makroperspektive ist zu beobachten, dass der Einfluss der Sourcing-Services auf die Entwicklung des Gesamtmarktes messbar geworden ist. Während der Schweizer ICT-Markt im laufenden Jahr auf der Basis unserer aktuellen Prognosen um «lediglich» 0,7 Prozent zulegen wird, macht der Markt für Outsourcing-Services einen Wachstumssprung von 8,2 Prozent. Ohne die Spendings für externe Dienstleistungen und Betriebsservices gibt der übrige Teil des ICT-Marktes um 1,6 Prozent nach. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren weiter beschleunigen, die Verschiebung wird zunehmen und die Schere mit Blick auf die Anteile der internen und externen Ausgaben weiter auseinandergehen. Jeder zweite Franken für den ICT-Betrieb geht an Externe Dieser Trend lässt sich auch an den einzelnen Bereichen des ICT-Marktes festmachen. Lassen wir die Gesamtmarktentwicklung aussen vor und wenden uns den eigentlichen Bereichen des ICT-Betriebes zu: Noch im Jahr 2014 wandten die Schweizer Unternehmen insgesamt 69 Prozent ihrer Infrastruktur-Budgets für den Eigenbetrieb auf (Server, Storage, Professional und Support Services). Im kommenden Jahr gehen wir von einem geschrumpften Anteil von rund 50 Prozent aus. Dies bedeutet, dass bereits im Jahr 2017 jeder zweite Franken, der für den ICT- Betrieb aufgewendet wird, an externe Dienstleister und Sourcing-Provider fliesst (Managed- und Cloud-Services- Anbieter). Der Anteil der Gelder für extern bezogene Betriebsdienste steigt in diesem Zeitraum (2014 bis 2017) von 31 Prozent auf 50 Prozent. Paradigmenwechsel im ICT-Betrieb Die Drift von intern nach extern Verschiebung der Anteile «Betrieb Infrastruktur» zu «Spendings» Managed & Cloud Services externer Anteil 2014: ▪▪ 31,1% externer Anteil 2017: ▪▪ 49,4% (+ 18,1 %) 31,1 % Traditional ICT 68,9 % 49,4 % 50,6 % Quelle: MSM Research Spendings für SaaS legen deutlich zu Cloud Computing hat an dieser Entwicklung einen massgeblichen Anteil. Die vor Jahren erfolgten ersten Gehversuche mit Services aus der Wolke schufen rasch weitere und neue Begehrlichkeiten. Auf Infrastruktur- und Back-up- Services folgten die Lösungen und Entwicklungsumgebungen. So lässt sich die Drift der Ausgaben auch im Bereich der Anwendungen und Software nachweisen. Software-as-a-Service (SaaS) hat heute einen bedeutenden Anteil an den Gesamtausgaben für Standardsoftware erreicht. Wir rechnen 2016 mit einem SaaS-Anteil von knapp 30 Prozent am Schweizer Markt für Standardlösungen (B2B). Auch hier wird sich die Verschiebung nach aussen weiter zugunsten der Cloud entwickeln. Unsere Erhebungen zeigen unmissverständlich in diese Richtung: während die Ausgaben für den Eigenbetrieb (Software on Premise) 2016 um 4,7 Prozent im Minus liegen, legen die Spendings für SaaS (Public und Private) um über 30 Prozent zu. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode 7269 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 06 / 2016

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