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Netzwoche 06/2018

10 Business Aktuell

10 Business Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Alpiq verkauft sein Indus triegeschäft mur. Alpiq hat sein Engineering-Service-Geschäft verkauft. Intec und die Kraftanlagen-Gruppe gehen für 850 Millionen Franken an die französische Firma Bouygues Construction. Als Begründung für den Verkauf gibt Alpiq in einer Mitteilung an, sich auf den Energiehandel, das Kundengeschäft, die Digitalisierung und die Stromproduktion fokussieren zu wollen. ▸ Webcode DPF8_85964 Bundesrat spaltet Ruag für mehr IT-Sicherheit auf osc. Der Bundesrat hat die Aufspaltung von Ruag beschlossen. Die Regierung wolle die Teile der Ruag, die für die Schweizer Armee tätig sind, von jenen trennen, die weltweit zivile und militärische Geschäfte tätigen, heisst es in einer Mitteilung. Die Materialkompetenzzentren für die Schweizer Armee werden in der «Ruag Schweiz» zusammengeführt. «Ruag International» sei für das internationale Geschäft zuständig. ▸ Webcode DPF8_85702 Salt steigt ins Festnetzgeschäft ein Zum Start soll das Angebot von Salt an 30 Orten verfügbar sein. cgr. Salt ist ins Festnetzgeschäft eingestiegen. Dabei kooperiert der Telko mit Swiss Fibre Net (SFN). «Das Salt-Team ist begeistert von der Zusammenarbeit mit SFN, welche uns dabei unterstützt, unser revolutionäres und ultraschnelles Festnetzangebot ab Lancierungsdatum in mehr als 30 Schweizer Städten und Gemeinden anzubieten», lässt sich Salt-CEO Andreas Schönenberger in einer Mitteilung zitieren. Weitere Standorte sollen in den nächsten Monaten und Jahren folgen. Für Partnerschaften mit weiteren Städten und Gemeinden sind Salt und SFN offen, wie sie schreiben. Die Gemeinden müssten allerdings über eine Glasfaser-Infrastruktur verfügen, da das Angebot nur über diese Technologie verfügbar sei. Wie Swisscom, UPC und Sunrise wandelt sich Salt damit zum Vollanbieter. Der Telko hat nun Internet, Fernsehen, Festnetz und Mobiltelefonie im Angebot. Für den Wettbewerb im Schweizer Markt und den Endkunden sei dies von Vorteil, schreibt Salt weiter. Neue Bündelpreise Salt nennt sein Bündelangebot für TV, Internet und Telefonie «Salt.Fiber». Es beinhaltet 10 Gbit/s Internet Up- und Download, unbegrenzte Telefonie in der Schweiz und Fernsehen. Für das Angebot veranschlagt Salt einen Preis von 49.95 Franken. Für bestehende Mobilfunkkunden liegt der Preis für das Angebot bei 39.95 Franken. Die neuen Angebote von Salt sind auch in Verbindung mit den bestehenden Mobilfunkangeboten kombinierbar. 64.90 Franken kostet «Salt.Fiber» in Verbindung mit dem Angebot «Smart Swiss». Hierbei ist jedoch zu betonen, dass ein aktuell laufender Promotionspreis für Smart Swiss der Berechnung zugrunde gelegt wurde. Bis Ende April kostet Smart Swiss rund 26 Franken, danach rund 60 Franken. Dennoch ist das Paket deutlich günstiger als die Angebote der anderen Vollanbieter, wie ein Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_85192, DPF8_85273 Vergleich von Salt zeigt. Zu allen Paketen kommt eine einmalige Aktivierungsgebühr von 99.95 Franken hinzu. DIGITALE TRANSFORMATION DER IT Die IT-Organisation muss ihren Platz in der Gesellschaft neu suchen und finden. Die Zeiten, in denen sie eine feste und geachtete Instanz im Unternehmen war, in denen sie klar strukturierte und grossangelegte Projekte stemmte und detailliert wusste, welche Lösungen das Business braucht, diese Zeiten sind vorbei. Die Plan-Build-Run-Wirtschaft ist abgeschlossen. Heute ist alles ganz anders. Projekte werden gestartet, ohne dass man weiss, wohin sie führen. Und das finden wir auch gut so. Getrieben vom Wissen, dass etwas verändert werden muss – ohne genau zu wissen, was –, proklamieren wir heute ein «failure-friendly» Environment. Denn schlimmer, als auf die Nase zu fallen, ist, nichts zu tun. Wir hoffen, dass uns Kommissar Zufall hilft, dereinst über das glorreiche «Ei des Kolumbus» in Form einer App zu stolpern – möglichst bevor eine andere App eines Start-ups disruptiv unser Kerngeschäft angreift. Die IT-Organisation braucht nun eine neue DNA, oder besser eine neue Bio als IT Operating Model. Weg vom Plan, Build, Run und hin zu Broker, Integrate, Orchestrate. Es kann nicht mehr wie früher alles fein säuberlich geplant, aufgegleist, breit abgestimmt und mit der nächsten Budgetphase durch eine Bewilligungstortur geschleust werden, um das Projekt dann in den Folgejahren realisieren zu können. Bis man endlich starten kann, hat sich die Welt schon mehrfach gedreht. Die Wirtschaft ist heute ein einziges Ökosystem, in dem es bereits massenhaft Apps gibt, die nur darauf warten, vom Business genutzt zu werden. Die IT-Organisation der Zukunft muss hier als Broker dem Business helfen, die richtigen Lösungen herauszu picken. Der Fokus muss in erster Linie auf ein «fancy User-Interface» gelegt werden. Das Erscheinungsbild muss frisch, modern und laufend mit neuen Features versehen werden. Hier braucht es nicht mehr ein eigenes Build, in dem alles immer neu gemacht wird. Vielmehr braucht es einen Integrator, der die eingekauften attraktiven Lösungen in bestehende Backoffice-Umgebungen integrieren kann. Und wenn dann nach und nach unsere IT-Services nur noch aus eingekauften, integrierten und aus der Cloud betriebenen Apps bestehen, dann brauchen wir auch kein eigenes Run mehr. Vielmehr brauchen wir einen Orchestrator, um die Transformation der IT als Services (ITaaS) sicherzustellen und mit dem Zisilierhämmerchen laufend die richtigen Einstellungen bei den Providern zu tätigen, damit die nicht geplanten Ops-Kosten nicht durch die Decke gehen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_86628 Der IT neue Bio Martin Andenmatten Gründer und Geschäftsführer, Glenfis 06 / 2018 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Microsoft brachte seine Hololens-Brille mit zur Finance 2.0. Innovatoren, Intelligenzen und Investitionen Vom Fintech-Start-up bis zum Initial Coin Offering: Die Finance 2.0 Conference im Zürcher Schiffbau hat sich den Themen gewidmet, die momentan die Finanzbranche aufwirbeln. Im Zentrum der Veranstaltung stand für die Wirtschaft ein oft unbekanntes Wesen: der Kunde. Autor: Oliver Schneider Am 20. März hat im Zürcher Schiffbau Fintech auf dem Programm gestanden. Zum sechsten Mal fand im ehemaligen Industriegebäude neben der Hardbrücke die Finance 2.0 Conference statt. Moderatorin Corinna Egerer eröffnete die Konferenz mit einer Frage an das Publikum: «Welche Adjektive kommen Ihnen beim Thema Banking spontan in den Sinn?» Die per Online-Tool ausgewerteten Antworten zeichneten ein deutliches Bild. Banking, damit assoziierten die Besucher der Finance 2.0 in erster Linie Langeweile, Langsamkeit und Kosten. Mit dieser Erkenntnis leitete Egerer über auf das Motto der Veranstaltung: «Customer managed Relationship». Das trübe Image der Banken müsse durch eine Fokussierung auf die Kunden aufpoliert werden. Um den Wandel auch personell zu unterstreichen, rief die Moderatorin als ersten Redner Jos Dijsselhof auf die Bühne. Der Niederländer bestritt im Schiffbau seinen ersten öffentlichen Auftritt als CEO des Finanzdienstleisters Six. Kunden seien heute weitaus anspruchsvoller im Umgang als früher, sagte Dijsselhof. Die Leute wechselten ihre Anbieter häufiger und stünden in engem Kontakt mit den Unternehmen. «Wer den Kontakt mit seinen Kunden nicht pflegt, dem werden sie davonlaufen», merkte er an. Für Six bedeute dies, dass man die Kunden besser verstehen müsse. Ein Weg, dies zu tun, sei Innovation. Dijsselhof zeigte verschiedene Massnahmen, mit denen das Unternehmen in diesem Sinne eine strategische Neuausrichtung vollzogen habe. Six wolle sich künftig stärker auf die Schweiz konzentrieren, Ressourcen in neue Fintech-Ideen stecken und Start-ups fördern, sagte Dijsselhof. An die Adresse des Finanzplatzes Schweiz richtete er mahnende Worte: «Wenn wir uns nicht auf Innovation konzentrieren, haben wir keine Zukunft.» Augen auf beim Token-Kauf! Ein Panel der Finance 2.0 war der Finanzierung mittels «Ini tial Coin Offering» (ICO) gewidmet. «A bubble or the future of funding?», darüber diskutierten Marc Bernegger, Andrea-Franco Stöhr, Ralf Glabischnig, Rasoul Jalali und Yassin Hankir. Hankir, CEO des deutschen Krypto-Startups Savedroid, erzählte von seinen Erfahrungen mit einem ICO. Eine besondere Herausforderung sei hierbei die Kommunikation mit den mehreren zehntausend Investoren. Gutes Community-Management mit den Token-Käufern sei für einen ICO-Veranstalter Pflicht. Glabischnig, Mitgründer der Zuger Crypto Valley Association, vertrat eine deutliche Meinung zu den Millionen Franken, die momentan bei ICOs fliessen: «Diese Industrie ist völlig verrückt, und die meisten Personen, die mitmachen, sind töricht.» ICOs sammelten riesige Geldsummen ein, ohne dass ein klares Commitment oder ein fertiges Produkt dahinterstecke. Was mit dem Geld dann passiere, sei oft unklar, sagte Glabischnig. Nicht alle Teilnehmer des Panels teilten seine Einschätzung. Hankir sieht in ICOs das Potenzial, die Finanzierung von Start-ups zu revolutionieren. Sie seien auch für klassische Investoren interessant, merkte Jalali, COO von Tend Technologies und ehemaliger DACH-Chef von Uber, an. Momentan hätten ICOs allerdings noch ein grosses Vertrauensproblem, sagte Hankir. Betrugsversuche und Leute, die mit dem Geld «permanente ICO-Ferien» machten, würden den Markt belasten. Savedroid habe dies am eigenen Leib erfahren müssen. Während die Firma ihr ICO durchgeführt habe, seien im Web fünf Websites aufgetaucht, die unter falscher Flagge Geld von Investoren zu ergaunern versuchten. Um mehr Regulierung komme man deshalb nicht herum, darin waren sich die Panel-Teilnehmer einig. Dies könne Glaubwürdigkeit und Stabilität in eine turbulente Branche bringen. ICOs seien für die Schweiz eine riesige Chance, war auch Glabischnig überzeugt. Denn mit ihnen könnten Unternehmen dereinst vom Kapitalmarkt des Silicon Valley unabhängig werden. Bis dahin «werden aber noch viele Leute viel Geld verlieren», sagte er. Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_85256 www.netzwoche.ch © netzmedien ag 06 / 2018

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