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Netzwoche 07/2017

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32 Technology Aktuell

32 Technology Aktuell WWW.NETZWOCHE.CH Android stösst Windows vom OS-Thron cgr. In der März-Erhebung von Statcounter über die beliebtesten Betriebssysteme (OS) ist es zu einem Führungswechsel gekommen. Windows musste den Thron nach fast drei Jahrzehnten räumen, wie Statcounter schreibt. Im März 2012 lief auf über 80 Prozent der Geräte Windows. Im März dieses Jahres waren es laut Statcounter nur noch 37,91 Prozent. Dies sind 0,02 Prozent weniger als Android, dem neuen König auf dem OS-Thron. ▸ Webcode DPF8_34700 SK Hynix entwickelt 72-Layer-3-D-Flash jor. Der südkoreanische Halbleiterhersteller SK Hynix hat einen 256 Gigabit 3-D-NAND- Flash-Speicher mit 72 Zellschichten entwickelt. Pro Chip soll er eine Speicherkapazität von 32 Gigabyte haben. Wie das Unternehmen mitteilt, bietet der neue Flash-Chip 20 Prozent mehr Lese- und Schreibgeschwindigkeit gegenüber einem Chip mit 48 Schichten. ▸ Webcode DPF8_35734 ZKB lanciert als erste Bank neue Twint-App rkn. Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) hat ihre mobile Zahlungslösung Paymit durch die neue Twint-App ersetzt. Wie Twint-Sprecher Michael Hügli mitteilt, ist die ZKB damit die erste Bank, welche die neue Twint-App anbietet. Anfang April erhielten Kunden der ZKB per SMS eine Nachricht, dass ZKB Paymit durch ZKB Twint abgelöst werde. Kunden, die über die E-Banking-Mobile-App der ZKB auf Paymit zugreifen, landen nun jeweils bei der neuen Twint-Lösung im App-Store von Google oder Apple, wie die ZKB mitteilt. Zahlungen an über 25 000 Akzeptanzstellen Nach der Registrierung der ZKB-E-Banking-Daten müssen Benutzer die ausführlichen Geschäftsbedingungen akzeptieren und können dann an Twint-Bezahlungsstellen über die Beacon-Technologie via Bluetooth oder QR- Codes mit dem Smartphone Geld transferieren. Die App erlaube den Zugriff auf über 25 000 Twint- Akzeptanzstellen. Es gehe bei der neuen Lösung nicht nur um den mobilen Zahlungsverkehr, sondern auch darum, Zahlungen unter Nutzern zu ermöglichen. Ausserdem gebe es bald die Möglichkeit, Treuekarten in die App einzubinden, heisst es in der App. Weitere Banken sollen folgen Die Einführung der App folgt auf die Ankündigung von Twint, dass das Unternehmen die technische Infrastruktur für das Zahlungssystem lanciert habe. Noch diesen Monat werde die UBS ebenfalls ihre Twint-App lancieren. Im Verlauf des Monats Mai sollen dann noch die Credit Suisse, Raiffeisenbank, Postfinance und Waadtländer Kantonalbank hinzukommen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_35765 MÜLLERS KLEINES ABC U wie Umgangsformen Christopher Müller Inhaber und CEO von Die Ergonomen Usability AG. Theorie: Als Umgangsform bezeichnen wir die Art und Weise, wie Menschen miteinander interagieren – das hat also unter anderem etwas mit Anstand zu tun. Umgangsformen dienen aber auch als identitätsstiftende Zeichen der Zugehörigkeit zu einer sozialen Gruppe. Realität: Im Web geht es ja gern lustig und spontan zu und her. Mir scheint aber, es fehlt dort öfter an klaren Vorstellungen darüber, wann dem geschätzten Nutzer mit Kumpanei begegnet werden darf und wann eher Anstand und Distanz gefordert wären. Ein Beispiel? Nehmen wir Hans Huber, 53, Inhaber einer prosperierenden kleinen Treuhandfirma. Er will sich erstmals seinen Flug zum Compliance-Kongress in Übersee via eines dieser grossen Webportale organisieren. Dass er dort gleich mit «Hallo Weltenbummler! Bei uns findest du immer die günstigsten Flüge!» begrüsst wird, mag er noch schulterzuckend wegstecken. Er wird sich denken, das sei halt der Preis für die billigen Flüge. Unangenehmer wird es ihm schon, als ihn Alice vom Kundendienst im folgenden Mail-Verkehr unverblümt mit «Hallo Hans!» anspricht. Wie soll er jetzt antworten – mit «Liebe Alice», «Hallo Alice» oder was? Szenenwechsel: Huber regelt gerade seine Finanzen über das neu aufgehübschte E-Banking-Portal seiner Hausbank. Es funktioniert soweit alles wie früher. Wirklich verunsichert ist er, als er die neue mobile Transaktionsnummer per SMS bekommt. «Hallo!», steht dort, «Deine Zahlungsdaten: …». Eine Banking-Site, die ihn siezt, eine mTAN, die ihn duzt? Ist das jetzt richtig so? Er ruft die Servicenummer an, bekommt dort von einer kichernden Göre zwar eine kompetente Antwort, findet sich aber im Tonfall gar nicht richtig abgeholt. Fazit: Community hin, Spontaneität her – wer im Netz geschäften will, sollte sich gründlich überlegen, wie seine (potenziellen) Kunden angesprochen werden wollen. Ansprache ist nämlich Selektion, und wem die nicht passt, der wird rasch wieder weg sein. Wer aber den richtigen Ton trifft, kann die Kunden zu mehr und qualitativ besserer Interaktion anstupsen. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_35800 07 / 2017 www.netzwoche.ch © netzmedien ag

Technology Aktuell 33 Microsoft öffnet Windows-Insider-Programm für Unternehmen dkl. Microsoft hat sein Windows-Insider-Programm für Unternehmenskunden geöffnet. Unternehmen können nun «Windows 10 Insider Preview-Builds» herunterladen, wie Microsoft mitteilt. Unternehmen und deren Mitarbeiter sollen so besser Feedback an Microsoft geben können. Microsoft wiederum will den Unternehmen helfen, eine Verbindung zur Microsoft-Pro-Community aufzubauen. Kunden, die «Insider Preview-Builds» einbinden, sollen ihre Organisation auf das nächste Update von Windows 10 vorbereiten sowie neue Dienste und Tools schneller bereitstellen können. Teilnehmer des Windows-Insider-Programms arbeiten laut Microsoft mit dem Windows-Team zusammen, um neue Features für zukünftige Versionen der Software zu entwickeln. «Wir haben einige grossartige Features zusammen entworfen, tolles Feedback erhalten, und wir sind noch nicht fertig!», schreibt Microsoft. Unternehmen, die am Insider-Programm teilnehmen wollen, müssen sich mit ihren Azure-Active-Directory- Anmeldeinformationen für das Programm registrieren. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_35557 Tweebie soll den Bergtourismus beflügeln jor. Ipeak Infosystems hat zwei Ziele. Den Tourismus in den Bergregionen ankurbeln und Gästen die Planung ihres Aufenthalts erleichtern. Dabei helfen soll die App «Tweebie», die das Unternehmen aus Baar in Zermatt vor Tourismusund Medienvertretern präsentierte. Im Gegensatz zu anderen Tourismus-Apps, die sich auf eine bestimmte Region beschränken, funktioniert Tweebie für mehrere Feriendestinationen. Zu Beginn sind es die Gemeinden Zermatt, Grindelwald und Pontresina. Weitere Bergregionen sollen folgen, wie die Macher der App versprechen. Marketing ohne Streuverlust Hoteliers, Wirte, Bergbahnbetreiber oder Skilehrer könnten mit der App personalisiertes Marketing betreiben, heisst es vonseiten Ipeak. Tweebie kombiniere die Angebote der Anbieter und bringe sie an potenziell interessierte Nutzer. Herzstück der Applikation ist die «Pinnwand». Über diese erhalten die Nutzer Vorschläge der Anbieter, wie Ipeak-CEO Raoul Julen in Zermatt erklärte. Die Pinnwand sei individuell auf jeden einzelnen Nutzer zugeschnitten. Ein kulturell interessierter Gast erhalte bei schlechtem Wetter etwa Vorschläge für Museumsbesuche, sagte Julen. Einem Skifahrer gebe die App hingegen Tipps für Wintersportaktivitäten. Ein solch zielgerichtetes und kundenorientiertes Marketing verhindere Streuverluste, wie sie etwa mit Broschüren und Flyern entstünden, führte Julen aus. Neue Funktionen ab der kommenden Wintersaison Das Unternehmen will laufend neue Funktionen für die App ausrollen. Ab der Wintersaison 2017/2018 sollen Gäste via Tweebie Hotelzimmer buchen, Tickets kaufen, Bewertungen abgeben und mit anderen Tweebie-Nutzern in Kontakt treten können. Ipeak arbeite derzeit an einer rätoromanischen Version der App. Man müsse allerdings noch abklären, welchen Dialekt man nehme, sagte Jan Steiner von Pontresina Tourismus mit einem Augenzwinkern. Artikel online: www.netzwoche.ch ▸ Webcode DPF8_35503 Ipeak-CEO Raoul Julen an der Präsentation in Zermatt. KOLUMNE «Echtzeit-Strategiespiele – endlich auch für Politiker» Die Skandale der NSA und der Schlagabtausch der interkontinentalen Hacks und Überwachungen von Weltmächten wurden ja bereits zur Genüge erörtert. Aber die Meldungen wollen nicht abreissen, auch wenn man meint, der Höhepunkt sei bereits erreicht. Währenddessen hat die deutsche Regierung ihre neue Armeedivison CIR (Cyber & Informations raum) aktiviert. Zuvor hatte auch die Ruag nach ihrer schmerzhaften Langzeit-Kompromittierung Anfang des letzten Jahres angekündigt, den Spiess umzudrehen und Vorreiter in der Cyberabwehr zu werden. Was der Bevölkerung als zeitgemäs se Abwehrstrategie verkauft wird, ist für mich ein Vorwand der Politiker mit dem Ziel, gesetzliche und bürgerrechtliche Hürden aushebeln zu dürfen: Überwachungslegitimation durch die Hintertür und Milliarden Steuergelder für Commandund Conquer-Spiele. Dabei braucht es keine 10 000 Mann, um Rechenzentren und mobile Einheiten einer Armee virtuell zu beschützen, wenn es dabei «nur» um die Abwehr geht. Doch wer bestimmt zum Schluss, wer Freund und wer Feind ist? Angst macht einem bei dieser Frage dann noch, zu wissen, dass die obersten Befehlshaber wohl selbst die grössten Laien sind. Orkan Yoksulabakan ist Managing Consultant IT- Security bei ITSENSE Artikel online auf www.netzwoche.ch Webcode DPF8_35702 Orkan Yoksulabakan www.netzwoche.ch © netzmedien ag 07 / 2017

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